Teddybären auf Bergfahrt: die Seilbahn

Teddybären auf Bergfahrt: die Seilbahn

Ein Spielzeug, das nicht jeder hat: eine kleine Gondel nach den Vorbildern der großen Seilbahnen in den Alpen, einfach kon­struiert, leicht zu bedienen.

 
Diese Seilbahn bereitet den Kindern wahre Freude. Dank der extra großen Kurbeln ist Spielspaß garantiert. © Selbermachen
Diese Seilbahn bereitet den Kindern wahre Freude. Dank der extra großen Kurbeln ist Spielspaß garantiert.

Zurück aus den Bergen? Bei den Ferien in den Alpen zählt eine Fahrt mit der Seilbahn zu den aufregendsten Erlebnissen – für Kinder sowieso, meist auch für Erwachsene. Wer die Eindrücke noch ein wenig über die Urlaubszeit hinaus nachempfinden oder Kindern einen alpinen Spaß ins Kinderzimmer bringen möchte, baut eine Seilbahn im Teddyformat.

Schmucke Gondeln gibt es zwar auch in manchem Souvenirgeschäft vor Ort zu kaufen, aber der Selbermacher will ja auch Bastelspaß in den Freizeitstunden nach dem Urlaub haben. Für die Seilbahn im Kinderzimmer kann man eine weniger kompakte Fahrgastkabine bauen, man verzichtet auf Trägerpylonen, und anstelle eines Elektroaggregats genügen Handkurbeln.

Das Material ist ebenfalls den Bedingungen des Zimmeralpinismus angepasst: Stahl ist nicht nötig, man verarbeitet statt dessen Massivholz in ca. 1 cm Stärke oder Sperrholz. Als Zugseil eignet sich ein kräftiger Faden von ungefähr 4 mm Stärke.

Der Aufbau der Anlage ist den großen Vorbildern aus den Alpen abgeguckt: Sie hat eine Tal- und eine Bergsta­tion, beide in Form von Kurbeln, die für Kinderhände ausreichend groß ausgeformt werden, und eine Kabine, die aus Boden- und Dachplatte besteht, dazwischen Dübelstangen als Verstrebungen und ein kleiner Aufbau für die Seilrolle.

Große Kurbeln, kleine Gondel: der kindgerechte Seilbahnbetrieb

Die Seilbahn fürs Kinderzimmer sollte wie jedes Spielzeug kindgerecht konstruiert sein. Sieht man genauer hin, wird klar, dass die Abmessungen der Gondel eher teddygerecht ausgedacht wurden. Denn sie und auch Puppen sind es, die darin befördert werden sollen.

Bei Berg- und Talstation geht es allerdings um die Kinder: Die Kurbeln sind extra groß konstruiert, damit sie auch von ganz Kleinen bedient werden können. Die Scheiben haben immerhin 15 cm Durchmesser, die Kurbelstangen rund 6 cm Länge. Sie sind also nicht zu klein für Patschhändchen.

Beide Kurbeln sollten eine Kurbelstange haben, denn nichts spricht dagegen, dass zwei Kinder mit der Seilbahn spielen und abwechselnd an ihren Kurbeln drehen.

Damit das Zugseil nicht durchrutscht, werden alle Achsscheiben mit Sandpapier beklebt – ein einfaches Hilfsmittel, das man aber nicht nachträglich anbringen kann, es sei denn mit viel Fummelarbeit.

Die Zugkräfte, die das Befördern der Gondel bewirkt, sind hoch, und sie werden um so größer, je schwerer Fahrgäste oder Ladung ausfallen. Deshalb werden die Kurbelstücke besonders fest zusammengefügt: nicht nur mit Leim, sondern auch mit zusätzlichen Schrauben.

Soll die Seilbahn einen festen Standort bekommen, kann man die Grundplatten der Kurbelstationen auf der Unterlage – Regal oder Schrank – festschrauben. Ist mit wechselnden Standorten zu rechnen, fixiert man die Grundplatten am besten mit Schraubzwingen. Dann haben die Seilbahnbetreiber mehr Spielfreiheit.

So entsteht die Kabine

Das Dach der Kabine wird aufgesetzt, wenn die Grundplatte mit Stäben, Wänden und Tü­ren ausgestattet ist. Leim in die Bohrungen geben und die Platte waagerecht ausrichten. Für die Kurbelscheiben und die Kabinenrolle werden Sperrholzscheiben ausgesägt. Das gelingt mit der Lochsäge, einem Aufsatz für die Bohrmaschine, in passendem Durchmesser.

Der Seilträger auf der Gondel: drei Sperrholzplatten an zwei Stäben. Für die Seilrolle wird oben ein Achsstab durchgeführt (mit Unterlegscheiben), in der Mitte ist ein Loch fürs Seil. Holzleim und Federklammern genügen zum Befestigen des Seilträgers auf dem Gundelach.

Zum Abschluss werden alle Sägekanten noch einmal sorgfältig auf Grate überprüft.

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Teddys auf dem Weg nach oben. Die Seilbahn fürs Kinderzimmer hat eine einfache Gondel und einen Aufbau für die Seilführung. Sie be­steht aus einem Faden, der durchgesteckt und verknotet wird. Von hier aus läuft er zu den Kurbeln der Tal- und Bergstation und zurück zur Rolle der Gondel.

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Zwei Kurbeln bilden Tal- und Bergstation. Sie bestehen aus der Grundplatte, einer Achshal­te­rung mit zwei Holzplatten und der Kurbelscheibe. Ein Streifen Sandpapier hält das Seil.

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Boden und Dach der Kabine bilden zwei Platten gleicher Größe. Die Bohrungen für die Rundstäbe und die Schraublöcher der Seitenverkleidungen auf dem Bohrständer setzen.

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Die acht Rundstäbe, Durchmesser um 1 cm, wer­den eingeleimt. Als Scharniere für die Türen dienen 6-mm-Stäbe, die mittig in die großen eingebohrt und -geleimt werden.

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Zum Bohren der Löcher auf dem Bohrständer benutzt man am besten einen Schraubstock. Keinesfalls frei Hand bohren! Die Bohrungen für die 6-mm-Stäbe können 6,5 mm betragen.

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Die Holzkugeln wirken zwar wie Verzierungen, aber sie müssen exakt mittig ange­bohrt werden. Also mit Schraubstock, Bohrständer und nur mit scharfen Bohrern arbeiten!

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Den Bohrpunkt für den Türriegel mit einem Vorstecher markieren. Er sollte gut in die Bohrung der Tür passen; eine dünne Graphitmine oder eine Nadel ist nicht genau genug!

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Das Dach der Kabine wird aufgesetzt, wenn die Grundplatte mit Stäben, Wänden und Tü­ren ausgestattet ist. Leim in die Bohrungen geben und die Platte waagerecht ausrichten.

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Für die Kurbelscheiben und die Kabinenrolle werden Sperrholzscheiben ausgesägt. Das gelingt mit der Lochsäge, einem Aufsatz für die Bohrmaschine, in passendem Durchmesser.

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Der Seilträger auf der Gondel: drei Sperrholzplatten an zwei Stäben. Für die Seilrolle wird oben ein Achsstab durchgeführt (mit Unterlegscheiben), in der Mitte ist ein Loch fürs Seil.

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Holzleim und Federklammern genügen zum Befestigen des Seilträgers auf dem Gondeldach. Zum Abschluss werden alle Sägekanten noch einmal sorgfältig auf Grate überprüft.

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Der Aufbau der Kurbeln: eine Grundplatte und die Achsführung. Damit die Kur­bel­achse nicht schlackert, wird die Achsführung auf­ge­doppelt, das heißt aus zwei Plattenstücken gefertigt, so dass mehr Auflage entsteht.

TEXT:Ulrich Weiß; Detlef Wittkuhn; FOTO: Selbermachen Media
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