Diese Schäden müssen sofort angegangen werden | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Besser nicht aufschieben!

Diese Schäden müssen sofort angegangen werden

Manche Dinge am Haus haben Zeit. Doch nicht bei allen hat man als Selbermacher diesen Luxus. Bei einigen Aufgaben herrscht sogar allerhöchste Eisenbahn.

 
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Im Laufe eines Hauslebens kann viel kaputtgehen. Und nicht immer hat man als Heimwerker die Muße, sich gleich den Werkzeuggürtel umzuschnallen und Fehler sofort zu beheben – bei vielen Sachen ist das auch kein Problem, die können wirklich warten. Aber: Es gibt auch Schäden, die sind das Äquivalent zur kaputten Zylinderkopfdichtung am Auto. Sie müssen sofort behoben werden.

1. Verstopfte Regenrinnen

Woher kommt‘s?

Nicht immer kommt alles Gute von oben. Tatsächlich stammt von dort auch vieles, was dem Haus zusetzen kann – man denke an die zerstörerischen Inhaltsstoffe von Regen, die sogar Stein zernagen. Bei der Regenrinne ist es jedoch meist etwas anderes als saurer Regen. Sie funktioniert wie ein großer Trichter, in den alles, was sich auf dem Dach ansammelt, hineingespült wird. Bei Wasser und kleinen Schmutzteilen (etwa Moos), ist das kein Problem. Sammeln sich aber, vornehmlich im Herbst, Blätter in größeren Mengen, kann das dazu führen, dass diese so gebündelt in die Regenrinne gespült werden, dass sie nicht nur die Rinne selbst verstopfen, sondern auch die Öffnung zum Fallrohr hin.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

Dann passiert das Gleiche, was im verstopften Waschbecken mit offenem Hahn passiert, das Behältnis läuft über. Bei der Regenrinne kann das eine Vielzahl schädlicher Nachteile nach sich ziehen. Der Schlimmste davon ist die Durchnässung des darunterliegenden Mauerwerks.

Bei einem typischen, mehrtägigen Herbstregen fallen pro Quadratmeter Dachfläche ziemlich schnell dutzende Liter Wasser an. Die ergießen sich dann über die Fassade, durchfeuchten das Mauerwerk und werden so zum Quell für Schimmel und handfeste Konstruktionsschäden. Mit etwas Pech drückt das Wasser auch einen regelrechten Blätter-Ball tief ins Fallrohr, wo er kaum zu erreichen ist, ohne es zu demontieren.


Verstopfung extrem: An der Wand zeigen sich die Wasserspuren und zum Bewuchs muss man nicht viel sagen. Hier wurde viele Jahre vernachlässigt.

Wie gehe ich vor?

Sobald man merkt, dass die Rinne überläuft, ist schnelles Handeln angesagt: Festes Schuhwerk anziehen, eine schmale Handschaufel, Eimer und eine ausreichend lange Leiter bereitstellen, eine zweite Person, um letztere festzuhalten und dann geht’s aufwärts.

Erst wird der Bereich rund um den Fallrohr-Anschluss gesäubert. Dann die restliche Rinne Schritt für Schritt. Danach, falls es noch regnet, ruhig die Lage von oben noch einige Minuten beobachten, um zu prüfen, ob das Wasser nun gut abläuft.

Wie vermeide ich es künftig?

Indem man jedes Jahr vor Herbstbeginn die Dachrinnen vorsorglich reinigt und sie immerzu argwöhnisch beäugt. Stark vereinfachen kann man sich diese Arbeit durch Installation von Dachrinnen-Gittern, die verhindern, dass Blätter hineinfallen – und eventuell sogar dem Fällen hausnaher Bäume, die als Übeltäter infrage kommen.

2. Beschädigte Dacheindeckung

Woher kommt‘s?

Kaum ein Bereich am Haus hat so sehr unter der Witterung zu leiden wie das Dach. Sonne knallt erbarmungslos darauf, erhitzt die Eindeckung teils auf Kochplatten-Temperatur. Kommt Regen, werden sie binnen Sekunden schockgekühlt, ziehen sich zusammen. Ablaufendes Regenwasser, zusammen mit Staub, wirkt wie ein ewiger Mahlstrom aus Schmirgelpaste. Hagelkörner schlagen darauf ein, im Winter lasten nicht selten hunderte Kilo Schneelast darauf – und das ganze Jahr über rüttelt der Wind immer wieder ein bisschen an Ziegeln und Co. Zwar sind Dacheindeckungen für all diese Belastungen ausgelegt. Aber es ist der Zahn der Zeit, der sie zernagt, der Schindeln reißen lässt.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

Dann wird das Dach an einzelnen Stellen undicht. Wasser dringt ein. Es durchnässt die darunterliegenden Sparren, das Dämmmaterial. Fäulnis entsteht, oder Schimmel. Das Dach verrottet regelrecht. Und weil weiter eindringendes Wasser diese Vorgänge nochmals beschleunigt, summieren sich die Schäden, die schließlich ein ganzes Haus einsturzgefährdet machen kann.


Auch dieser Super-GAU begann mit einigen gerissenen Dachziegeln, die über Jahre ignoriert wurden, bis die Unterkonstruktion verrottet war.

Wie gehe ich vor?

Es kommt darauf an, aus was das Dach besteht. Sind es normale, eingehängte Dachziegel, kann man diese in Eigenregie austauschen. Ähnlich sieht es bei geteerten Flachdächern aus, die durch Ausbessern der schadhaften Stelle mit Bitumenmasse wieder wasserdicht gemacht werden können. Lediglich bei Metalldächern und solchen aus Schiefer muss der Profi ran.

Wie vermeide ich es künftig?

Das regelmäßige Reinigen der Regenrinne ist schon ein wichtiger Punkt, doch zur Pflege und Wartung der Dachflächen am Haus gehören noch verschiedene weitere Schritte – je nach Art der Eindeckung:

  • Regelmäßige (vor und nach dem Winter) Kontrolle der Eindeckung, am besten vom Boden aus per Fernglas.
  • Sofortiger Austausch schadhafter Eindeckungselemente.
  • Ausbessern rissiger Mörtelstellen.
  • Kontrolle der Sparren auf dem Dachboden (siehe Punkt acht).
  • Entfernen von Schmutzansammlungen, etwa ausgewaschener Staub auf Flachdächern und Moosansätze (Schwammwirkung).

Das klingt nach mehr Arbeit, als es eigentlich ist, zumal man mit einer Fachfirma auch für die schwierigeren Arbeiten einen Wartungsvertrag abschließen kann. Und: Vor allem die Reinigung kann man schon mit einem groben Besen mit langem Stiel ziemlich einfach bewerkstelligen – erst recht vom Dachfenster aus.

3. Gerissener oder abgeplatzter Putz

Woher kommt‘s?

Kein Haus steht völlig still. Erst recht nicht, wenn es an einer Straße steht und deren automobilen Vibrationen ausgesetzt ist. Kommt noch Wind hinzu, bewegen sich auch massive Wände im Mikrometerbereich. Das kann dazu führen, dass der relativ harte Putz (sowohl innen wie außen) mit der Zeit reißt. Ähnlich auch bei Neubauten, wobei hier das gesamte Gebäude zusätzlich durch Setzungsbewegungen bis zu mehrere Jahre „arbeiten“ kann.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

In einigen Fällen sind Risse zunächst kosmetische Probleme, sie können sich jedoch auch zu einem ernstzunehmenden Schaden entwickeln. Auch schmalste Risse unterliegen jedoch dem Kapillareffekt. Wasser dringt ein. Es gefriert im Winter und vergrößert so – ähnlich wie bei Straßen-Schlaglöchern – den Riss. Daraus kann dann allmählich ein echtes Problem erwachsen, weil das Mauerwerk oder die Fassadendämmung nass werden.


Solche Risse sind nicht mehr mit normalen Setzbewegungen zu erklären – hier muss großflächig neu verputzt werden, um Folgeschäden auszuschließen.

Wie gehe ich vor?

Schmale Risse unter 0,2mm können schnell durch etwas Acryl versiegelt und mit Fassadenfarbe überstrichen werden. Ist der Riss jedoch größer, ist etwas Mehrarbeit vonnöten:

  1. Den Putz rings um den Riss mit einem Hammerstiel abklopfen, um festzustellen, ob er sich vom Untergrund gelöst hat (klingt dumpf).
  2. Losen Putz (bei Fassadendämmung extrem vorsichtig) mit Hammer und Meißel abklopfen.
  3. Die schadhafte Stelle sachgerecht neu verputzen und dazu auch den richtigen Putz verwenden.
  4. Mit zum Alterungsgrad der Fassade passender Wandfarbe streichen (mithilfe alter Farbbrocken können Profis diese nachmischen).

Wie vermeide ich es künftig?

Leider gar nicht. Auf die Rissbildung hat man kaum Einfluss. Hier kann man nur beobachten und etwaige Schäden sofort abstellen.

4. Angebohrte Stromleitung

Woher kommt‘s?

Nicht in jeder Wand laufen die Stromleitungen so akkurat senk- und waagerecht, wie man es sich wünscht. Insbesondere bei Altbauten mit unklarer Historie wurde oftmals nachträglich bei den Leitungen aufgerüstet und diese verbotenerweise diagonal verlegt. Es ist also möglich, auch wenn man sich an die Regel „Niemals genau über, unter oder seitlich-waagerecht von Schaltern, Steck- und Verteilerdosen bohren“  hält, eine Leitung anzubohren.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

Mindestens wird die zugehörige Sicherung durch den Bohrer, der einen Kurzschluss verursacht, herausspringen. Damit ist die unmittelbare Gefahr gebannt. Falls man jedoch die Sicherung wieder einschaltet, könnte es in der Wand zu Schmorbränden kommen – mit entsprechenden Folgen.


Bei angebohrten Kabel kann man nur noch die schadhafte Stelle vorsichtig freilegen und die beschädigten Kabel in einer Unterputz-Verteilerdose neu verbinden.

Wie gehe ich vor?

Das Wichtigste ist, dass Spannungsfreiheit besteht. Mit einem zweiadrigen Spannungsprüfer sollte man deshalb zunächst sämtliche Steckdosen im Umfeld durchprüfen, um sicherzustellen, dass die angebohrte Leitung wirklich spannungsfrei ist. Dann:

  • Mit Hammer und Meißel das Mauerwerk vorsichtig rings um das Bohrloch entfernen, bis die Leitung freiliegt.
  • Leitung sauber durchtrennen.
  • Loch soweit vergrößern, dass eine Unterputz-Verteilerdose gesetzt werden kann.
  • Dose mit Baukleber setzen, Kabelenden einführen, abisolieren und mit Wago-Klemmen verbinden – Sicherung einschalten, mit Spannungsprüfer alles checken.
  • Verteilerdose schließen, einputzen und übertapezieren.

5. Tropfende Hähne und Leitungen

Woher kommt‘s?

Selbst sauberes Leitungswasser enthält immer Kalk und natürlich Sauerstoff. Das kann mit den Jahren dazu führen, dass sich im Inneren eines Wasserhahns Ablagerungen bilden – Kalkstein, dadurch aushärtende Dichtungen und teilweise auch Rost, der an Metallleitungen nagt. Irgendwann kann die Mechanik den Wasserfluss nicht mehr so hundertprozentig verschließen, wie es gedacht war. Es tropft.


Wo Hähne tropfen, ist Kalk meistens nicht weit. Er blockiert im Inneren ein vollständiges Schließen der Absperr-Mechanik.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

Es wird teuer. Wie teuer, lässt sich ausrechnen, indem man einen Messbecher für eine Stunde unter den tropfenden Hahn oder die Leitung stellt und die gewonnene Wassermenge hochrechnet. Zudem wird die Sache mit der Zeit immer schlimmer. Und insbesondere dann, wenn ein rostig-tropfendes Rohr durch die aufgeschobene Reparatur platzt, kann es noch viel teurer kommen, wenn Räume unter Wasser gesetzt werden.

Wie gehe ich vor?

Bei der (freiliegenden) tropfenden Leitung ist die Vorgehensweise am einfachsten: Dafür gibt es Dichtschellen. Die werden außen um das Rohr gelegt, verschraubt. Dadurch dichten sie gleichzeitig ab wie sie die schadhafte Stelle Druck-entlasten.

Wichtig: Falls die Wasserleitung unter Putz liegt, sollte man den Fachmann rufen. Auch, weil eine solche Reparatur ein Versicherungsschaden ist.

Bei einem Wasserhahn hat man drei Optionen:

  1. Das Bedienwerk der Armatur kräftig in alle Richtungen bewegen und so fest zudrehen, wie möglich. Manchmal reicht das, um geringfügige Ablagerungen zu entfernen.
  2. Die Armatur auseinanderbauen, Dichtungen austauschen – dies ist aber gerade bei günstigen Modellen oft gar nicht möglich.
  3. Die gesamte Armatur durch eine Neue ersetzen – gleich mit der Zukunft im Blick durch ein Modell, das sich auch reparieren lässt.

Wie vermeide ich es künftig?

Falls das Problem durch Kalk entstand, kann man es an der Wurzel packen und hinter dem Wasserzähler einen Kalkfilter oder eine Entkalkungsanlage installieren. Zuvor sollte man sich aber die Mühe machen und via Teststreifen erst den Härtegrad des Wassers prüfen – die Entkalker können ohne Einbau mehrere hundert Euro verschlingen.

6. Schadhafte Tür- und Fensterdichtungen

Woher kommt‘s?

Die meisten Tür- und Fensterdichtungen bestehen aus thermoplastischen Kunststoffen. Trotz ihrer Elastizität können sie im Laufe der Jahre hart, spröde, porös werden. Etwas schneller dort, wo die Sonne mit ihren UV-Strahlen draufscheint, etwas langsamer im Schatten – unvermeidlich auch deshalb, weil die Weichmacher im Material mit der Zeit ausdünsten. Und besonders belastet werden solche Dichtungen, die regelmäßig bewegt werden – also an solchen Türen und Fenstern, die häufig geöffnet und geschlossen werden.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

Hart und brüchig werden die Dichtungen in jedem Fall. Und das sorgt dafür, dass sie ihrer Aufgabe nicht mehr richtig nachkommen können. Vielleicht kann dann Schlagregen eindringen. In jedem Fall wird aber Sommerhitze schneller ins Haus gelangen, oder Heizungswärme nach draußen. Es wird also definitiv teuer, wenngleich kaum Schäden an der Bausubstanz zu befürchten sind.

Wie gehe ich vor?

Das Problem ist, dass Dichtungen so schleichend kaputtgehen, dass man es häufig erst bemerkt, wenn es zu spät ist – namentlich, wenn es in Tür- oder Fensternähe merklich zieht oder man bei Wind deutliche Pfeifgeräusche vernehmen kann.

Zwar gibt es sehr viele verschiedene Dichtungsprofile, sie sind jedoch genormt. Ergo: Entweder gleich den Fensterhersteller kontaktieren und mithilfe der Abmessungen neue Dichtungen bestellen oder ein Dichtungsstück per Cuttermesser abschneiden und sich damit in den Fachhandel begeben.

Ist die neue Dichtung gekauft, kann die Alte mittels Cuttermesser oder eines scharfen Spachtels entfernt werden – bitte genau hinsehen, manche Varianten sind nicht geklebt, sondern in einen Kanal geklemmt und können einfach händisch herausgezogen werden.

Bei geklebten Dichtungen wird nun die Klebezone mit einem zum Fenstermaterial passenden Reiniger (kein Aceton bei Kunststofffenstern) gesäubert. Anschließend kann die neue Dichtung einfach aufgeklebt werden (sind meistens selbstklebend).

Wie vermeide ich es künftig?

Gänzlich aufhalten kann man den Alterungsprozess der Dichtungen nicht, aber bremsen. Dazu reicht es schon, bei jedem Fensterputzvorgang auch die Dichtungen mit einem feuchten Lappen abzuwischen. Und vor und nach dem Winter sollte man etwas Silikonspray oder Vaseline auftragen, damit die Dichtungen länger geschmeidig bleiben.

7. Feuchtigkeitsspuren im Keller

Woher kommt‘s?

Kellerwände stehen in ständigem Kontakt mit dem Erdreich. Und selbst die Kunststoffbahnen bzw. Bitumenanstriche, die das verhindern sollen, halten nicht ewig. Meistens zeigen sich Probleme erst an einzelnen Stellen – bei leichten Fällen in Form von Salzausblühungen, unter Laien als Salpeter bezeichnet. In schwereren Fällen gleich durch richtig nasse Flecken oder gar abgeplatzte Anstriche und bröckelndem Putz.


Seit den 1970ern werden Kellerwände i.d.R. durch Folien vom Erdreich entkoppelt. Doch auch diese Materialien halten nicht ewig.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

Die Wand wird immer nasser. Dadurch steigt die Gefahr für Schimmel. Zudem wäscht das Wasser, zwar über Jahre bis Jahrzehnte, aber kontinuierlich, die Substanz der Kellerwand aus, bis irgendwann nur noch eine sandige Masse ohne Tragkraft verbleibt – dann besteht akute Einsturzgefahr.

Wie gehe ich vor?

Doch bis es soweit kommt, hat der umsichtige Heimwerker schon vorgesorgt. Erster und wichtigster Schritt: Die betroffene Kellerwand wird, am besten im späten Frühjahr oder Sommer, großzügig um die feuchte Stelle bis zum Fundament aufgegraben – entweder per Spaten oder Bagger.
Dann kann man einige Wochen ins Land ziehen lassen, während der die Wand Gelegenheit bekommt, gut auszutrocknen. Ist das erledigt, wird von innen nach außen saniert:

  1. Der Putz der Keller-Außenwand wird um die nasse Stelle großzügig entfernt, die darunterliegende Wand satt mit Tiefengrund eingestrichen
  2. Die Stelle wird mit einem tauglichen, feuchteresistenten Putz großzügig neu bedeckt
  3. Darauf kommt zunächst ein dicker bituminöser Anstrich, gefolgt von einer Noppenbahn, die das Mauerwerk gänzlich vom Erdreich entkoppelt
  4. Innen wird die betroffene Stelle ebenfalls vom Putz gereinigt
  5. Dann wird an der Stelle spezieller Sanierputz aufgetragen. Er verhindert, dass weitere Ausblühungen aus dem Mauerwerk entstehen.

Wie vermeide ich es künftig?

Idealerweise, indem die oben genannten Schritte nicht nur an einer Stelle durchgeführt werden, sondern entlang der gesamten Länge der betroffenen Wand. Und dann heißt es beobachten – sowohl im Keller wie auch in Richtung der Dachrinne – oft werden Kellerwände deshalb plötzlich feucht, weil darüber eine verstopfte Dachrinne überläuft und den Boden durchfeuchtet.

8. Seltsame Spuren auf (Dach-)Balken

Woher kommt‘s?

Für den letzten Punkt kehren wir noch einmal aufs Dach, genauer den Dachboden, zurück. Hier sollte man alle paar Monate, sowie nach starken Regenfällen, Kontrollgänge unternehmen und dabei alle sichtbaren hölzernen Teile des Dachs genau in Augenschein nehmen.
Denn darauf zeigt sich sehr schnell, ob das Dach undicht ist – in Form deutlich dunklerer (als das umgebende Holz) Ablaufspuren, die von oben nach unten immer schmäler werden.

Was passiert, wenn ich es nicht behebe?

Solche Ablaufspuren sind deutliche Zeichen, dass etwas mit dem Dach und/oder dem Wasserablauf nicht stimmt. Doch die Skala möglicher Schadensbilder ist breit. Von Schimmel über Fäulnis bis zu Mauerwerksschäden geht sie – allerdings auch nicht in jedem Fall.


Alte Dachstühle haben den Vorteil, dass Schäden hier weitaus leichter entdeckt werden können, als in der gedämmten/ausgebauten Variante.

Wie gehe ich vor?

Eine solche Ausnahme wäre insbesondere dann gegeben, wenn die Spuren noch klein sind und erst kürzlich ein besonders starker Regen (etwa Sommer-Gewittersturm) stattfand. Dann sollte man über einige Wochen und weitere Regenfälle beobachten – es ist gut möglich, dass einfach nur Schlagregen eindrang, aber ansonsten kein weiterer Schaden besteht.  Erst wenn sich die Stelle mit jedem Schauer vergrößert, muss gehandelt werden – und zwar so, wie in Punkt zwei beschrieben; also dem Reparieren schadhafter Dachteile.

Wie vermeide ich es künftig?

Indem man immerwährend wachsam bleibt. An Regentagen oder wenn es sonst nichts zu tun gibt, sollte sich der gute Heimwerker mit Taschenlampe und Handykamera auf den Dachboden begeben. Zeigen sich Spuren, diese fotografieren und einige Tage nach dem nächsten Regen anhand des Fotos vergleichen.

Fazit

Manchmal muss es schnell gehen. Denn an einigen Stellen im Haus gibt es keine kleinen Probleme, die warten können. Wer sie ignoriert, schafft sich mitunter Super-GAUs, die er selbst nicht mehr beherrschen kann – Eine umgekippte Kerze kann man rasch löschen und hat dann nur mit Wachsflecken zu kämpfen. Wartet man aber, bis das Zimmer in Flammen steht, hilft nur noch die Feuerwehr. Genau so sieht es auch am Haus aus – selbst, wenn statt Flammen „nur“ Wasser das Problem ist.
 

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