Klebeparkett | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Klebeparkett

Klebeparkett

Die Kombination eines Echtholzparketts mit einer Fußbodenheizung ist zwar besonders edel, aber auch besonders heikel und deshalb eigentlich Profisache. Klebeparkett macht diesen Bodentraum jetzt aber auch für den durchschnittlichen Selbermacher realisierbar.

 
Klebeparkett © Selbermachen
Klebeparkett

Der Kleber ist schon auf der Dielenunterseite in jeweils fünf Strängen aufgebracht und mit einer Schutzfolie bedeckt. Es handelt sich um eine synthetische Kautschukmasse, die die holztypischen Bewegungen mitmacht.

Den Begriff der Wärme kann man aus mindestens zwei Perspektiven betrachten: In technischer Hinsicht ist Wärme eine messbare Gradzahl auf dem Thermometer. Aus menschlicher Sicht ist Wärme eine nicht messbare Wahrnehmung, die sich unter anderem aus den Farben, den Materialien und den Lichtverhältnissen in der unmittelbaren Umgebung speist. Insofern ist ein Echtholzboden auf einer Fußbodenheizung gleich doppelt interessant. Die Heizung sorgt für die technische, das Holz zusätzlich für die gefühlte Wärme – eine ideale Kombination also.

Nun sind bei dieser Kombination allerdings bezüglich Auswahl und Verlegung des Holzbodens ein paar Klippen zu umschiffen. Zunächst das Material: Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff, er gleicht also seine Eigenfeuchte in einem ständigen Prozess der ihn umgebenden Luftfeuchte an.

Auf einer warmen Fußbodenheizung wird er seine Feuchtigkeit fast komplett abgeben, das Holz schwindet und schlimmstenfalls reißt es. Begegnen kann man diesem Problem mit der Wahl von qualitativ hochwertigem und ausreichend getrocknetem Holz. Ein Fertigparkett ist auf Grund seines mehrschichtigen Aufbaus weniger schwindanfällig als Massivholz. Speziell vorbehandelte Hölzer („Thermoholz“) sind ebenfalls weniger empfindlich.

Der zweite Knackpunkt ist die Verlegeart des Parketts. Selbermachern bestens bekannt ist die schwimmende Verlegung, bei der die Dielen auf einer schaumigen Trittschalldämmung zusammengeklickt werden. Diese Variante hat den Nachteil, dass die Dämmung sowohl schall- als auch wärmedämmend wirkt, was den Wirkungsgrad der Heizung erheblich reduziert. Besser ist das vollflächige Verkleben der Dielen.

© SelbermachenWas bisher dem Fachmann vorbehalten war, ist nun Selbermacher-tauglich. Mit speziellen Dielen („ComforTec“), die den Kleber auf der Unterseite gleich mitbringen, lässt sich der Parkettboden einfach komplett verkleben. Der Untergrund muss lediglich sauber, eben und saugfähig sein.

Die Dielen müssen vor dem Verlegen mindestens 48 Stunden lang verpackt (!) im Raum gelagert werden, um sich der Luftfeuchte langsam anzupassen.

Fußbodenheizung und Klebeparkett

  1. Heizschleifen der Fußbodenheizung© Selbermachen

    Heizschleifen der Fußbodenheizung

    Die Fußbodenheizung besteht aus Heizschleifen, die auf der Dämmschicht fixiert werden und später im Estrich verschwinden.
  2. Homogene Estrichschicht als Wärmeverteiler© Selbermachen

    Homogene Estrichschicht als Wärmeverteiler

    Die Wärme verteilt sich dann über die homogene Estrichschicht.
  3. Fertigparkett und Wasserfußbodenheizung© Selbermachen

    Fertigparkett und Wasserfußbodenheizung

    Wichtig: Das aufgelegte Fertigparkett (hier Landhausdiele in Eiche „markant“ von Haro) muss vom Hersteller für den Einsatz auf einer Warmwasserfußbodenheizung ausdrücklich freigegeben sein.

Der Estrich muss trocken sein

© SelbermachenTipp: Der beste Schnitt gelingt mit einer kleinen mobilen Tischkreissäge. Über den Winkelanschlag kann die Diele gradgenau abgeschnitten werden, und die Dielenoberseite fasert nicht aus. Die Säge kann man im Baumarkt für ein paar Euro ausleihen.

© SelbermachenWichtig: Das Aufheizprotokoll zeigt, dass der Estrich trocken genug und belegreif ist. Wenn man das Parkett zu früh verklebt, kann die im Estrich vorhandene Restfeuchte das Holz von unten schädigen. Die Fugen würden sich verfärben, die Dielen sich lösen.

© SelbermachenSchwimmend: Bei schwimmender Verlegung geht ein großer Teil der Wärme aus der Fußbodenheizung durch die Dämmwirkung der Trittschallmatten verloren. Für diese Verlegeart bekommt man spezielle, nur 1,6 mm starke Dämmmatten mit einem stark verminderten Wärmedurchlasswiderstand. Beim Klebeparkett kann die Wärme ungehindert und verlustfrei vom Heizestrich ins Holz wandern. Der elastische Kautschukkleber selbst hat keine dämmende Wirkung, macht aber die wärmebedingten Bewegungen des Holzes mit.

Klebeparkett verlegen (Teil 1)

  1. Mit dem Hauptlichteinfall anfangen© Selbermachen

    Mit dem Hauptlichteinfall anfangen

    Mit dem Hauptlichteinfall (hier Südfenster, quer zur Terrassentür) fängt man in einer Ecke an, die Dielen zu verlegen. Das übergreifende Profil liegt an der Wand, Keile sorgen für die Dehnungsfuge. Die ersten beiden Reihen werden noch nicht verklebt!
  2. Dielen schräg ansetzen© Selbermachen

    Dielen schräg ansetzen

    Die kurzen Kopfkanten müssen nicht mehr mit Hammer und Zulage zusammengetrieben werden. Die Dielen werden erst an der langen Seite schräg angesetzt und dann bis an die vorherige herangeschoben, wo ...
  3. Diele nach unter drücken© Selbermachen

    Diele nach unter drücken

    ... man sie dann einfach nach unten drückt, bis sie einrastet. Die Fuge muss dicht sein.
  4. Letzte Diele abmessen und zuschneiden© Selbermachen

    Letzte Diele abmessen und zuschneiden

    Beim Ausmessen und Zuschneiden der letzten Diele müssen unbedingt 10 mm von der Länge für die Dehnungsfuge abgezogen werden. Der Abstand zur Wand wird mit einem Keil gesichert.
  5. Dielen kleben© Selbermachen

    Dielen kleben

    Ab der dritten Reihe werden die Dielen geklebt. Unser Tipp: Ziehen Sie die Schutzfolie vor dem Ansetzen ab, aber fassen Sie nicht in den Kleber.
  6. Dielen fixieren© Selbermachen

    Dielen fixieren

    Mit einem kräftigen Druck wird die Diele fixiert. Danach ist sie nicht mehr zu lösen.

© SelbermachenKlebend statt schwimmend

Als Kleber auf der Dielenunterseite fungieren fünf Klebestränge aus Kautschukmasse. Die hat erstens eine enorme Klebkraft und ist zweitens so elastisch, dass sie die Bewegungen des Holzes mitmacht, ohne an Haftung zu verlieren. Die Strangform des Klebers macht es möglich, kleine Unebenheiten im Estrich auszugleichen. Der Preis für so viel Hi-Tech beträgt 10 Euro Aufpreis pro Quadratmeter zum normalen Parkettpreis. Beispiel: Unsere Landhausdiele Eiche kostet 77 Euro, mit „Comfor- Tec“ auf der Unterseite dann 87 Euro/qm.

Klebeparkett verlegen (Teil 2)

  1. Dielen betreten© Selbermachen

    Dielen betreten

    Die verklebten Dielen kann man sofort betreten, das erhöht den Anpressdruck auf den Kleber.
  2. Anreiße und Zuschneiden des Klebeparketts© Selbermachen

    Anreiße und Zuschneiden des Klebeparketts

    Beim Anreißen und beim Zuschneiden, hier am 45°-Übergang zu den Fliesen, muss man keine Rücksicht auf Kleber oder Folie nehmen. Wichtig ist aber, dass immer eine die Dehnungsfuge zur Wand vorhanden ist!
  3. Schnittgenauigkeit prüfen© Selbermachen

    Schnittgenauigkeit prüfen

    Bevor die Passstücke endgültig kleben, sollte man zunächst „trocken“ die Schnittgenauigkeit prüfen. Später gibt’s keine Korrekturmöglichkeit.
  4. Schutzfolie entfernen© Selbermachen

    Schutzfolie entfernen

    Ist die ganze Fläche verlegt, werden die ersten beiden Dielenreihen wieder aufgenommen. Die Schutzfolie wird entfernt, die Dielen werden wieder eingepasst und dann endgültig festgedrückt.
  5. Passstücke sofort festkleben© Selbermachen

    Passstücke sofort festkleben

    Eventuelle Passstücke für die Nische klebt man hingegen sofort fest. Auch hier erst die Passgenauigkeit überprüfen, dann festdrücken.
  6. Letzte Diele festdrücken© Selbermachen

    Letzte Diele festdrücken

    Das gleiche gilt für die letzte Diele, die auch in der Breite zugeschnitten werden muss. Mit dem Zugeisen zieht man sie erst dicht an die vorherige heran, bevor sie verklebt wird.

Mehr Infos zum Thema Parkett zum kleben finden Sie hier!

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