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Laminat kaufen

Laminat

Auf dem Boden verlegt, sehen sie sich alle ähnlich. Aber in jeder Laminatdiele steckt unglaublich viel Know-how und Entwicklung. Wir erklären Ihnen in fünf Minuten, was Sie über Laminat vor dem Kauf unbedingt wissen müssen.

 
Laminat unter der Lupe © Selbermachen
Laminat unter der Lupe

Oberflächenstruktur

Um die Holzanmutung noch echter wirken zu lassen, sind die meisten Laminatböden mit dem sogenannten Porensynchrondruck ausgestattet. Das heißt nichts anderes, als dass die Oberfläche genau deckungsgleich mit dem Holzdekor leicht geprägt ist. Ein Ast im Dekor fühlt sich also anders an als eine gerade verlaufende Maserung.

Nutzschicht

Beim klassischen Laminatboden bildet das harte Melaminharz das sogenannte Overlay, das das Dekorpapier vor mechanischer Beschädigung schützen soll. Beim Direktdruck (Dekor wird auf die HDF-Platte gedruckt) übernehmen eine oder mehrere Lackschichten diese Aufgabe. Beim elektronenstrahlgehärteten Laminat (Elesgo) ist es das speziell gehärtete Acrylatharz.

Kantenimprägnierung

Auch die Kanten und Profile der Laminatdielen sind mittlerweile gegen Feuchtigkeit imprägniert, was man an manchen Laminaten an einer grünlichen oder auch bläulichen Färbung erkennen kann. Die Kantenimprägnierung übernimmt letztlich die Aufgabe des abdichtenden Holzleims, mit dem man früher die Dielen miteinander verbunden hat.

Gegenzug

Würde man die HDF-Diele nur auf der Oberseite laminieren, verböge sie sich innerhalb kurzer Zeit zur gefürchteten „Banane“. Deshalb braucht sie auf der Unterseite den sogenannten Gegenzug. Auch der besteht im Idealfall aus in Melaminharz getränkten Papierschichten, um das Gleichgewicht der Zugkräfte zu halten.

Klickprofil

Über die Klickprofile rasten Sie die einzelnen Dielen zu einer Fläche zusammen. In Deutschland gibt es nur wenige wirklich unterschiedliche Klickprofile, die von fast allen Herstellern in Lizenz genutzt werden. Ein Klickprofil ist dann gut, wenn es die Dielen beim Einschwenken oder -schlagen ohne sichtbare Fuge zusammenzieht. Wenn sich im verlegten Zustand die Fugen wieder leicht öffnen, liegt es meist am ungünstigen Raumklima, nur sehr selten am Klickprofil selbst.

Dekorpapier

Das Dekor- oder Fotopapier zeigt das eigentliche Motiv (Holz, Fliese oder Designs aus dem Computer) und ist mit einem oder mehreren sogenannten Kraftpapieren zum eigentlichen Laminat („Schichtpressstoff“) verpresst. Das Papier wird analog und mittlerweile auch digital bedruckt. Wichtig ist die sogenannte Wiederholungsrate: Ist auf jeder Diele dasselbe Motiv zu sehen, wirkt der Boden leblos. Gute Hersteller verwenden deshalb zehn oder mehr verschiedene Motive bei einem Laminatboden. Übrigens: Teure oder exotische Holzarten sind bei einem Laminat natürlich nicht teurer als Buche, Ahorn und Eiche.

Trägerplatte

Die Trägerplatte ist aus einer hochdichten Faserplatte (HDF) gefertigt. Hochdicht sind die Platten dann, wenn die feinen Fasern aus Nadelholz bis zu einer Rohdichte von 800 kg/cbm oder mehr verpresst werden. Die Trägerschichtdicke liegt bei guten Laminatböden zwischen 6,5 und 9 mm. Einige Hersteller bieten eine sogenannte „quellarme Rezeptur“ für die Trägerschicht an, die sie unempfindlicher gegen Feuchtigkeit machen soll.

SELBER MACHEN 02/2010

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