Laminatboden im Bad: So hält Ihr Boden | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Fertigparkett im Badezimmer

Laminatboden im Bad: So hält Ihr Boden

Fertigparkett auf dem Badezimmerboden war bisher absolut tabu - Ein neues System macht es nun doch endlich möglich.

 
Holzboden im Badezimmer © Selbermachen
Holzboden im Badezimmer

Wasser und Holz pflegten von Anbeginn an eine natürliche Feindschaft, weshalb ein echter Holzboden im Badezimmer bisher zwar denkbar, aber immer hoch riskant war. Das Problem: Das unvermeidlich umherspritzende Nass aus den Wasserhähnen bringt das schöne Holz zum Quellen und letztlich zum Reißen, oder es läuft unter den Boden und bietet den Schimmelpilzen dort ein sehr gemütliches und verstecktes Zuhause.

Seit Neuestem wagt es tatsächlich ein Hersteller (Haro), sein Fertigparkett auch für das Bad freizugeben. Einige Detaillösungen bei Material und Verarbeitung stützen diesen Mut. So bekommen Sie dieses Mehrschichtparkett nur in der Holzart Merbau, die per se schon feuchteunempfindlich ist. Zweitens müssen Sie den Boden mit einem Elastikkleber vollflächig auf dem Estrich verkleben, um die erwähnte Staunässe zu verhindern. Drittens wurde für die Abdichtung der umlaufenden 10-mm-Dehnungsfuge am Rand von Haro eine spezielle Acrylmasse entwickelt, weil herkömmliche Acrylmassen hier überfordert wären. Schließlich wird die Holzoberfläche erst nach dem Verlegen mit Öl behandelt.

Damit all das gelingt, bekommen Sie die nötigen Materialien und Hilfsstoffe nur als komplettes System aus Herstellerhand (rund 80 Euro/qm). Wenn Sie andere Kleber, Fugenmassen oder Öle verwenden, verlieren Sie die Garantie, vom möglichen Schaden ganz zu schweigen! Weil gerade vollflächiges Verkleben und Beurteilen des Estrichs nicht ganz einfach sind, empfehlen wir nur den sehr versierten Selbermachern unter Ihnen, den Boden selbst zu verlegen. Ansonsten hilft Ihnen gerne der Profi.

  1. Kleber auftragen© Selbermachen

    Kleber auftragen

    Kleber per Zahnspachtel (Spezialgröße 5 mm von Haro) verteilen. Spachtel senkrecht halten, damit die Klebermenge stimmt.
  2. Parkettdielen verlegen© Selbermachen

    Parkettdielen verlegen

    Die Parkettdielen sind mit dem leimlosen Klicksystem ausgestattet. Ansetzen, einwinkeln und gut ins Kleberbett eindrücken. Die Dielen über die kurze Kante mit Hammer und Zulageholz zusammentreiben.
  3. Dehnungsfuge spritzen© Selbermachen

    Dehnungsfuge spritzen

    Die 10-mm-Dehnungsfuge spritzen Sie mit der Haro-Acrylmasse aus (kein anderes Acryl verwenden). Holzfläche vorher abkleben.
  4. Öl einmassieren© Selbermachen

    Öl einmassieren

    Am Ende der Verlegearbeiten ölen Sie den Boden mit einer kurzflorigen Rolle. Öl einige Minuten einziehen lassen, Überschuss abwischen und gut einmassieren. Mindestens zweimal ölen.

So hält der Boden

Auch wenn das Fertigparkett an sich schon dem Wasser trotzt, helfen ein paar Regeln, den Boden dauerhaft schön zu halten.

■ Eine Duschkabine oder ein Duschvorhang sollte selbstverständlich sein, damit der Boden nicht komplett unter Wasser gesetzt wird.

■ Vermeiden Sie stehendes Wasser! Pfützen und Lachen, die sich immer mal bilden können, sollten Sie möglichst schnell wieder aufnehmen.

■ Eine Badematte vor Badewanne oder Dusche sorgt schon direkt nach dem Aussteigen für halbwegs trockene Füße.

■ Alle drei Jahre können Sie den Boden nachölen. Boden leicht anschleifen (120er Schleifgitter), Öl auftragen und sorgfältig einmassieren.

Ein Laminat fürs Bad

Echtes Holz im Bad ist neu, die gewünschte Holzoptik auf dem Boden ist dagegen schon länger machbar. Der Trick: Statt auf das quellempfindliche Holz als Nutzoder Trägerschicht der Dielen zurück zu greifen, wird einfach ein beschichtetes Dekorpapier auf ein Kunststoffprofil aufgebracht, weshalb das Ganze folgerichtig „Aqua Floor“ heißt und als Laminat gilt.

Das Laminat hat gegenüber der Fertigparkett einen wichtigen Vorteil: Es kann schwimmend und sogar auf den alten Fliesen verlegt werden. Allerdings verlieren Sie bei dieser Laminatauf- Fliese-Lösung etwa 11 mm an Höhe, weil zu den 8 mm Materialstärke noch die 3 mm für die Trittschalldämmung dazu kommen. Das Laminat fürs Bad bekommen Sie in fünf verschiedenen Dekoren.

Wie Laminat ist der Aufbau von „Aqua Floor“ mehrschichtig. Wesentlicher Unterschied: Statt einer Trägerplatte aus Hochdichter Faserplatte (HDF) kommt hier ein Kunststoffträger als Hohlprofil zum Einsatz. Die darauf aufbauenden Nutz-, Acrylharz- und Dekorschichten sind auf dem Träger verklebt. Die Oberfläche wird durch Elektronenstrahlen gehärtet.

Durchgehende Holzoptik Selbst im direkten Spritzwasserbereich ist keine Kombination mit Fliesen nötig, da der Laminat absolut wasserdicht ist.

Die Verlegung funktioniert wie gehabt

Der Laminatboden „Aqua Floor“ (HDM, rund 50 Euro/qm) kann durch seinen wasserfesten Aufbau aus Kunststoff auch schwimmend verlegt werden, und das sogar auf Fliesen. Die Dekorschicht in Holzoptik ist qualitativ so gut wie die herkömmlicher Laminatböden. Wichtig ist auch hier, dass die Randfugen dauerelastisch abgedichtet werden, damit kein Wasser unter den Boden läuft.

  1. Dämmschicht legen© Selbermachen

    Dämmschicht legen

    Auf den alten Fliesen legen Sie eine Dämmschicht mit aufkaschierter Alufolie aus. Die Stöße mit Aluklebeband abkleben.
  2. Laminat einschwenken© Selbermachen

    Laminat einschwenken

    Das Laminat schwenken Sie an der Längskante ein, an der kurzen treiben Sie es zusammen. Geschnitten wird mit der Stichsäge.
  3. Randfuge ausspritzen© Selbermachen

    Randfuge ausspritzen

    Ganz wichtig: Die umlaufende Randfuge (Breite 5 bis 8 mm) spritzen Sie mit Silikon sorgfältig aus. Laminat dabei abkleben.
  4. Laminat im Detail© Selbermachen

    Laminat im Detail

    Das Laminat hat eine wasserfeste Kunststoff-Trägerschicht. Die Fugen dichten durch das elastische Material wasserdicht ab.
Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2010. Jetzt abonnieren!
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