Elektrik sanieren – Tipps und Tricks | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Elektrik sanieren – Tipps und Tricks

Das Sanieren von veralteten Elektroinstallationen gehört zu den aufwändigeren Arbeiten bei einer Renovierung. Es ist zum Teil ein großes fachliches Knowhow notwendig. Wir zeigen Ihnen, was Sie selber anpacken können und auf was dabei geachtet werden muss. 
 

 
Elektrik sanieren – Tipps und Tricks © maho, fotolia
Elektroinstallationen gehören zu den aufwändigeren und komplizierteren Unterfangen bei einer Haussanierung.

Um den Wert einer Immobilie zu erhalten, ist es notwendig in regelmäßigen Abständen verschiedene Reparatur- und Sanierungsarbeiten durchzuführen. Die Elektroinstallationen spielen dabei eine besondere Rolle.  Zum einen unterliegen Leitungen und Schalter einem üblichen Verschleiß. Zum anderen stellen heute moderne Geräte und andere elektrische Verbrauchsstellen andere Voraussetzungen an die Installationen als früher. Neben dem Austauschen von Stromfressern kann auch durch die Erneuerung oftmals Energie eingespart werden. Meist unsichtbar liegt das Stromnetz für die Versorgung des Haushaltes im Verborgenen. Dies macht eine Sanierung umso aufwändiger. Zudem wird die Technik immer komplexer. Wer selbst Hand anlegt, muss auf viele verschiedene Punkte achten.

Grundlagen einer richtigen Planung

Wenn die Elektroinstallationen grundlegend erneuert werden sollen, ist eine solide Planung unentbehrlich. Weil eine Erneuerung mit so viel Aufwand verbunden ist, werden alte Leitungen oder Steckdosen nicht so häufig ausgetauscht wie es notwendig wäre. In vielen älteren Häusern wurden die Installationen seit dem Einbau nicht verändert. Oftmals ist nicht bewusst, dass dies ein großes Sicherheitsrisiko darstellt. Brüchige Leitungen oder eine Überlastung kann zu Kurzschlüssen und Kabelbränden führen.
Zudem wurden zur Erhöhung der Sicherheit heute verschiedene neue Regelungen erlassen. Um eine ausreichende Absicherung vor Überspannung zu vermeiden und das komplexe System aus Kabeln und Anschlüssen für die heutige Zeit passend auszurüsten, sollten gewisse Grundlagen beachtet werden.  

Bedarf ermitteln

Die Zahl der Elektrogeräte, die wir im täglichen Gebrauch nutzen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Private Haushalte verbrauchen heute rund zehnmal mehr Strom als noch vor 50 Jahren. Vor allem in diesem Punkt weist das uralte vorhandene Leitungssystem meist große Defizite auf. Es ist für die vielen Verbrauchsstellen schlicht nicht ausgelegt. Der Mangel an notwendigen Steckdosen wird dann oft mit Mehrfachsteckleisten ausgeglichen. Doch auch diese können schnell überlastet sein und so zur Gefahr werden. Wird die maximal mögliche Leistung überschritten kann es ebenfalls zu einem Brand kommen.


Solche Steckerleisten decken den Mangel an Steckdosen lediglich bis zu
einem bestimmten Punkt. Bei Überlastung kann ein Kabelbrand drohen.
 © womue, Fotolia


In einem ersten Schritt sollte deshalb zunächst der notwendige Bedarf analysiert werden. Dieser orientiert sich vor allem an den individuellen Nutzungsgewohnheiten und den vorhandenen oder geplanten elektronischen Geräten. Folgende Verbrauchsstellen sollten dabei in die Planung mit einfließen:

  • Festinstallierte sowie über Steckdosen angeschlossene Beleuchtung
  • Anschlussmöglichkeiten für feststehende Geräte wie Kühlschrank, Abzugshaube oder Waschmaschine
  • Ausreichend dimensionierte Anschlüsse für Herd, Kochfeld, Gastherme, Warmwasserspeicher oder andere Heizgeräte (gegebenenfalls Starkstrom)
  • Anschlussmöglichkeiten für Geräte zur Kommunikation oder der Unterhaltungselektronik (gegebenenfalls zusätzliche Kommunikationsanschlüsse zum Empfang notwendig)
  • Ausreichend Steckdosen für mobile Geräte wie Wasserkocher, Toaster, Ladegeräte oder den Staubsauger
  • Anschlussmöglichkeiten im  Außenbereich

Grundrisse verwenden

Um die Planung zu visualisieren, hat sich eine schematische Darstellung bewährt, in der die einzelnen Installationen Raum für Raum eingetragen werden. Auf Basis des Grundrisses werden die genauen Positionen für die Leitungen und Anschlüsse festgehalten. Somit bleibt die Konzeption übersichtlich und es werden keine wichtigen Positionen vergessen.

Für die verschiedenen elektrischen Bauteile werden dabei Symbole verwendet. Somit bleibt der Plan überschaubar, auch wenn mehrere Installationselemente nah beieinanderliegen. Die Zeichen sehen auf den ersten Blick vielleicht etwas kryptisch aus, es werden jedoch meist nur die gängigsten benötigt. Wer sich ein wenig damit auseinandersetzt hat die wichtigsten Abkürzungen bald im Kopf und kann die Pläne problemlos lesen oder ergänzen. 


In den Grundrissen werden mit entsprechenden Symbolen übersichtlich
die einzelnen Elemente wie Steckdosen oder Leuchten eingetragen.
 © maxabel.de, Fotolia


Zusätzlich zu den Grundrissen ist es für die exakte Positionsbestimmung sinnvoll, auch Wandansichten zu erstellen. Damit ist es möglich, den genauen Verlauf von Leitungen oder auch die Höhe von Steckdosen und Anschlüssen zu bestimmen und festzuhalten. Im Gegensatz zu früher sorgen verschiedene Regeln dafür, dass die Kabel nicht mehr kreuz und quer über die Wände gezogen werden. Somit ist es auch einfacher, später bei Bohrungen den elektrischen Leitungen aus dem Weg zu gehen. Die Details sind in der DIN 18015-3 festgelegt. Sinnvoll ist es vor allem sich daran zu halten, die Leitungen stets im rechten Winkel zu ziehen und die vorgegebenen und bewährten Abstände zu anderen Einbauten zu berücksichtigen.

Stromverteilung planen

Von Vorteil ist es, wenn bereits die Platzierung verschiedener Möbel feststeht. Dennoch sollte auch eine mögliche Nutzungsänderung berücksichtigt werden. Ausreichend Steckdosen oder auch ein weiterer TV-Anschluss an einer anderen Stelle sorgen für ein gewisses Maß an Flexibilität. Wenn klar ist, welche einzelnen Einbauten in die verschiedenen Räume gelegt werden sollen, kann die grundsätzliche Stromverteilung geplant werden. Der zentrale Stromkasten befindet sich meist in der Nähe des Hausanschlusses. Dort ist auch der Stromzähler untergebracht.

Übrigens: Für Haushalte, die einen bestimmten Jahresverbrauch an Strom übersteigen, sind digitale Stromzähler künftig Pflicht. Wenn die Elektroinstallationen ohnehin saniert werden, ist dies der richtige Zeitpunkt den Einbau eines solchen Zählers zu prüfen. Kritiker bemängeln bei den neuen Geräten, dass personenbezogenen Daten zum Stromverbrauch und Nutzungsverhalten erhoben und weitergeleitet werden.

Zum Hauptanschluss kommt meist ein Unterverteilungskasten hinzu, der bei einem Haus in der Regel im Erdgeschoss und bei Etagenwohnungen in den jeweiligen Stockwerken liegt. Die Dimensionierung orientiert sich nach der Größe der Wohnung und dem Umfang der einzelnen Verbrauchsstellen.
Von hier aus werden die verschiedenen Leitungen und Stromkreise in alle Räume gelegt. Zudem können beispielsweise auch Zeitschaltuhren oder Regler zur Steuerung der automatischen Treppenhausbeleuchtung dort untergebracht werden. Folgende Abläufe sind dabei zu beachten:

  • Neuverlegung (Erneuerung) der Steigleitungen am besten im Bereich der Flure
  • Ausreichende Brandsicherung der neuen Steigleitungen
  • Positionierung des Stromkastens für die Unterverteilung an zentraler Stelle

    Stichleitungen zu den einzelnen Räumen durch die Wände

  • ​Verlegung der Leitungen in den Räumen unter Putz, in Trockenbauwänden, in einem Fußleistenkanal oder in einer abgehängten Decke


In manchen Gebäuden ist die Unterverteilung zusammen mit dem
Stromzähler in einem Kasten an einer zentralen Stelle untergebracht. 
 © Thomas Söllner, Fotolia

Stromlaufplan per Computer

Die gesamte fachgerechte Planung der Elektroinstallationen erfordert ein großes Maß an Fachkenntnis. Die richtige Dimensionierung der Kabelquerschnitte, eine ausreichende Absicherung der einzelnen Verbrauchsstellen oder eine sinnvolle Unterverteilung: All dies kann für den Heimwerker schnell zu viel werden.
Um später Risiken auszuschließen und ein aufwändiges Nachrüsten zu vermeiden, kann zumindest die Planung in professionelle Hände gegeben werden. Wenn die grundlegende Planung von einem Fachmann durchgeführt wird, können verschiedene Fehlerquellen von Anfang an vermieden werden.
Zusätzlich zur Planung der einzelnen Installationen wird dabei oftmals ein Stromlaufplan erstellt. Die Experten verwenden dazu meist spezielle Computerprogramme. Der Plan gibt detaillierte Auskunft über einzelnen Elemente, die Verbindungen und Schaltungen. Dabei werden ebenfalls genormte Symbole verwendet und sämtliche Schalter, Sicherungen oder auch Glühlampen mit eingetragen. Dann dient der Stromlaufplan einerseits als Dokument, etwa zur Genehmigung oder um zu einem späteren Zeitpunkt alle Informationen zuverlässig zur Hand zu haben. Vor allem Reparaturen werden so um einiges Einfacher, wenn wichtige Daten auf den ersten Blick verfügbar sind. Die digitale Form hat zudem weitere Vorteile gegenüber einem von Hand angefertigten Plan. 
Versorgungsschächte und Leerrohre nutzen
Um die Eingriffe in die tragende Struktur der Wände und Decken so gering wie möglich zu halten, werden zur Überbrückung längerer Strecken Leerrohre oder Kabelschächte für die Leitungen verwendet. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Installationen neu zu strukturieren oder alte Einbauten sinnvoll zu nutzen:

  • Zentralen Kabel-Versorgungsschacht nutzen: Um später mit geringerem Aufwand weitere Leitungen verlegen zu können, ist es sinnvoll, einen größeren Kabelschacht an zentraler Stelle vorzusehen, etwa im Flur. Von dort aus können kurze Abschnitte meist unproblematisch durch eine Bohrung in der Wand in die einzelnen Räume geführt werden.
  • Nicht genutzte Kaminschächte verwenden: In älteren Gebäuden sind häufig mehrere Kaminschächte vorhanden. Durch die moderne Zentralheizung werden davon meist nicht mehr alle genutzt. Sie sind in der Regel groß genug um einige Kabel aufzunehmen und liegen zudem oft an einer günstigen Stelle. Zudem sind sie bereits ausreichend bezüglich des Brandschutzes ausgerüstet. Im Zweifelsfall kann der Schornsteinfeger um Rat gefragt werden, welcher Schacht dafür in Frage kommen könnte.
  • Zusätzliche Leerrohre einplanen: Damit bei Veränderungen oder Umnutzung der Räume leichter bewerkstelligt werden kann, ist es sinnvoll, an weiteren geeigneten Stellen Leerrohre in den Wänden vorzusehen. Dann muss beim Verlegen einer neuen Leitung nicht erneut der Putz aufgestemmt werden.

Werden zentrale Kabelschächte und Leerrohre genutzt, hält sich die Arbeit durch
zusätzliche Kabelkanäle, die in die Wände gebrochen werden müssen in Grenzen.
 © Alterfalter, Fotolia
 

Mehrere Stromkreise einplanenKürzere Leitungen und Schaltkreise sind sicherer als durchgehende Kabel vom Keller bis an den Punkt, an dem die Verbrauchsquelle liegt. Deshalb macht es Sinn, einen Stromkasten in der Wohnung zu installieren. Dort werden die einzelnen Stromkreise getrennt voneinander abgesichert. Auch hier gibt es verschiedene Punkte zu beachten:

  • Getrennte Stromkreise einplanen: Für die einzelnen Verbrauchsstellen ist es sinnvoll, separate Stromkreise vorzusehen. So sollten beispielsweise Beleuchtung, Steckdosen oder Kommunikationsleitungen jeweils getrennt verlegt werden. Beim gleichzeitigen Betrieb mehrerer Geräte wird so die Stromlast besser verteilt.
  • Anzahl der Stromkreise an Bedarf anpassen: Je nach Größe der Wohnung und der Anzahl der notwendigen Verbrauchsstellen hat sich heutzutage eine Mindestanzahl an getrennten Stromkreisen etabliert. Die Empfehlungen richten sich nach der üblichen Grundausstattung. Zusätzliche Installationen wie beispielsweise Solaranlagen oder Sicherheits- und Komforttechnik (Smart Home) benötigen weitere separat abgesicherte Leitungswege.

                                                            
 
Richtige Absicherung verwenden

Je nach Art des Stromkreises muss die passende Sicherung mit eingebaut werden. Geräte mit hohem Verbrauch wie etwa Elektroherde benötigen einen höheren Schutz als Stromkreise für eine energiesparende LED-Beleuchtung. Grundsätzlich werden mehrere verschiedene Sicherungsschalter unterschieden:

  • Hauptsicherung (SLS-Schalter): Statt der früher üblichen Schmelzsicherungen werden heute die modernen selektiven Schutzschalter eingesetzt. Sie liegen noch vor dem Stromzähler und sorgt für eine Abschaltung des Leitungsnetzes, falls die anderen Sicherungen nicht greifen.
  • FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter): Dieser Schalter erkennt Fehlströme, wie sie beispielsweise bei einem Kurzschluss entstehen, oder wenn Personen in Kontakt mit einem stromführenden Kabel geraten. Innerhalb weniger Millisekunden wird die Verbindung dann unterbrochen. Der Schalter kann nach Behebung der Fehlerquelle wieder eingeschaltet werden. Meist sind mehrere Stromkreise über den FI-Schalter zusätzlich abgesichert. 
  • Leistungsschutzschalter: Hiermit werden die elektrische Leitungen der einzelnen Stromkreise abgesichert. Auch er dient der Abschaltung bei Fehlströmen und kann wiederverwendet werden.
  • Brandschutzschalter: Dieser überprüft das Leitungssystem auf Schwankungen im Spannungsverlauf und schützt vor Störlichtbögen. Sie werden bei Niederspannungsinstallationen eingesetzt und sind in bestimmten, besonders brandgefährdeten Bereichen in Neubauten verpflichtend.
  • Schmelzsicherungen (NH-Sicherungen): Diese sollten im Zuge der Sanierungsarbeiten ausgetauscht werden. Heute werden sie lediglich noch für fest installierte Geräte wie Durchlauferhitzer eingebaut. Einmal ausgelöst, muss die eingeschraubte Sicherung durch eine Neue ausgetauscht werden.  haben sich verschiedene Vorgehensweisen bewährt. Mit dem Winkelschleifer oder einer speziellen Mauernutfräse ist die notwendige Breite bereits festgelegt und das Mauerwerk bricht beim endgültigen ausstemmen nicht weiter aus.

Bauliche Maßnahmen

Wenn die Planung sachgemäß und den heutigen Normen entsprechend erledigt wurde, können auf dieser Grundlage die Arbeiten durchgeführt werden. Werden aufwändige Arbeiten wie Schlitze stemmen oder Kabel ziehen selbst erledigt, kann dies die Haushaltskasse erheblich entlasten.   

Leitungen neu verlegen

An den Stellen, an denen keine Leerrohre oder Kabelkanäle vorhanden sind, werden die Leitungen meist unsichtbar unter Putz verlegt. Dazu werden ausreichend große Schlitze ins Mauerwerk oder das jeweilige Wand- und Deckenmaterial gestemmt. Dabei haben sich verschiedene Vorgehensweisen bewährt. Mit dem Winkelschleifer oder einer speziellen Mauernutfräse ist die notwendige Breite bereits festgelegt und das Mauerwerk bricht beim endgültigen ausstemmen nicht weiter aus.


Wenn alles richtiggemacht wurde, ist das Einsetzen der
Schalter und Steckdosen nur noch ein Kinderspiel.
 © RioPatuca Images, Fotolia


Wichtig ist, vor Beginn der Arbeiten sicherzustellen, dass keine anderen Installationen beschädigt oder angeschnitten werden können und die richtige Frästiefe berücksichtigt wird. Die Kabel selbst sollten am Anfang und Ende noch in ausreichender Länge für den jeweiligen Anschluss bereitstehen. Sie werden mit speziellen Nägeln oder Schellen in der Mauernut befestigt und anschließend mit Gips zugespachtelt. Steckdosen und Schalter einsetzen
Für Steckdosen oder Schalter werden mit einer geeigneten Bohrmaschine und den passenden Bohrköpfen Löcher vorbereitet. Bei mehreren Dosen neben- oder untereinander empfiehlt es sich, eine Schablone zur Hilfe zu nehmen, damit die Löcher gerade in einer Reihe liegen.

Auch die Hohldosen für Schalter und Steckdosen werden mit einem kleinen Klecks Gips fixiert. Wichtig ist es, vorher das Anschlusskabel nach vorne durchzuziehen. Die Haltekrallen mancher Einsätze halten in den Hohlwanddosen oft nur schlecht. Besser ist es, seitliche Schrauben zum Fixieren zu benützen. Dabei dürfen keine stromführenden Leitungen beschädigt werden.

Nachdem die Kabel richtig verbunden wurden, ist zum Befestigen der Steckdoseneinsätze meist eine kleine Schraube in der Mitte vorgesehen. Schalter hingegen verfügen lediglich über Kunststoffnippel, die im Gegenstück an der Wand einrasten – fertig.  
Nach dem Anschließen kann mit einem Phasenprüfer getestet werden, ob die Kabel am Einsatzort Strom führen. 

Kommunikationsleitungen verlegen

Anschlüsse für Telefon, Internet oder Fernsehempfang werden häufig auch außerhalb von Sanierungsmaßnahmen neu gelegt. Je nachdem, welcher Anbieter genutzt wird, müssen dann neue Leitungen installiert werden. Der Hauptanschluss benötigt dabei ebenfalls einen gewissen Platz, der dafür im Keller in der Nähe der anderen Einrichtungen freigehalten werden muss. 
Für die zusätzlichen Kabel erweisen sich noch unbelegte Leerrohre als sehr hilfreich. Die dickeren Leitungen sind starrer und lassen sich nicht so leicht durch die schmalen Öffnungen schieben. Ist im Haus oder der Wohnung zentral ein Datenverteiler vorgesehen, können von dort aus die einzelnen Anschlüsse abgehen. Bei Neubauten sind hier inzwischen sogar eigene Schaltschränke für ein umfassendes Netzwerk im Haus üblich. Ähnlich wie die Stromversorgung kann so die Verteilung der Leitungen in die einzelnen Räume erfolgen.
Oftmals muss der eigentliche Anschluss vom jeweiligen Kommunikationsunternehmen durchgeführt werden. Spätestens zur Freischaltung kommt meist ein Techniker vorbei um die Leitungen zu prüfen und eine einwandfreie Funktionstüchtigkeit sicherzustellen.  


Auch Satellitenanlagen werden häufig erst nachträglich installiert.
Freie Leerrohre zum Verlegen der Kabel erweisen sich dann als sehr praktisch.
 © Daniel Jędzura, Fotolia

Standardabstände und rechte Winkel beachten

Auch bei Leitungen, die im Hohlraum von Wänden, Decken oder im Fußboden verlegt werden, sollten die Verlegeregeln beachtet werden. Das Ziehen der Kabel immer im rechten Winkel und das Berücksichtigen von den empfohlenen Mindestabständen zu anderen Einbauten hat auch hier seine Gültigkeit. Wer später zum Befestigen eines Dübels in die Wand bohren muss, hat so sichere Anhaltspunkte, welche Bereiche tabu sind.

Auch bei Decken und Trockenbauwänden empfiehlt es sich, Leerrohre zu verwenden, denn meist sind die Stellen schwer zugänglich oder zusätzlich mit Isolationsmaterial verfüllt.

Besonderheiten bei Feuchträumen und Starkstrom berücksichtigen

Um die elektrischen Anschlüsse vor Feuchtigkeit zu schützen sind für Bad oder Küche spezielle Installationsgegenstände erhältlich. Bei Feuchtraumsteckdosen beispielsweise ist die Öffnung zusätzlich durch einen Klappdeckel verschlossen. Auch bei der Beleuchtung sollte auf eine feuchtigkeitsresistente Ausstattung geachtet werden. Sonst sind Kabel oder Leuchtmittel schnell durch Oxidation bedroht und müssen ständig erneuert werden.

Auch wenn viele Kochfelder oder Backöfen heutzutage keinen Starkstromanschluss mehr benötigen, ist es sinnvoll, einen solchen Anschluss im Leitungssystem dennoch vorzusehen. Die Anschlüsse für diese Verbrauchsstellen sind höher abgesichert als die anderen Stromkreise, da sie einer stärkeren Belastung ausgesetzt sind.


Wer im Keller oder der Garage eine Werkstatt einrichten will, sollte hier
ebenfalls über die Installation eines Starkstromanschlusses nachdenken.
 © Christian Schwier, Fotolia


Für andere Geräte, die einen hohen Strombedarf aufweisen, wie beispielsweise verschiedene Warmwasserbereiter oder -speicher ist unter Umständen eine spezielle Genehmigung beim örtlichen Stromversorger notwendig. Dabei wird die gesamte Anlage auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft um eine Überlastung des Systems auszuschließen.

Weitere Tipps

Die wichtigste Regel zuerst: Wenn an Leitungen und elektrischen Anlagen gearbeitet wird, sollte der Strom abgestellt werden. So besteht auch bei einem unbeabsichtigten Berühren von Kabeln oder Anschlüssen keine Gefahr eines Stromschlags. Die weiteren Tipps helfen dabei, häufige Fehler zu vermeiden:

  • Kabelquerschnitte beachten:  Für verschiedene Verbraucher sind unterschiedlich dicke Kabel notwendig: 1,5 mm² für Schalter, Steckdosen und Leuchten und 2,5 mm² für Kochfeld, Backofen und andere Geräte mit hohem Stromverbrauch.

    Eine FI-Steckdose sorgt beispielsweise im Bad wegen der höheren Feuchtigkeitsbelastung für mehr Sicherheit. 

  • Eine FI-Steckdose sorgt beispielsweise im Bad wegen der höheren Feuchtigkeitsbelastung für mehr Sicherheit. 
  • Im Außenbereich müssen spezielle Kabel mit einer besonderen Isolierung verwendet werden. Diese Erdkabel sind dann auch ohne Leerrohr direkt im Boden verlegbar. Auch Steckdosen und Schalter müssen entsprechend gegen Feuchtigkeit und Witterungseinflüsse ausgerüstet sein.
  • Mehrfachsteckdosen sind auch mit entsprechendem eingebautem Überlastungsschutz erhältlich. Wenn trotz guter Planung doch einmal zu wenige Anschlüsse vorhanden sind, lohnt sich die Investition zugunsten der Sicherheit.
  • Installationen fotografisch dokumentieren: Zusätzlich zur Elektroplanung ist es sinnvoll, die Wände mit den entsprechend neu gezogenen Kabeln und Anschlüssen zu fotografieren. Am besten mit einem Maßband oder Meterstab mit auf dem Bild. Dann ist später genau nachvollziehbar, wo die Installationen verlaufen.
  • Hilfe von Profis suchen: Wenn selbst Unsicherheiten beim Einbau der elektrischen Installationen auftauchen, sollte in jedem Fall fachliche Unterstützung von Profis gesucht werden. Zudem bietet eine Abnahme des fertigen Systems durch einen zertifizierten Elektromeister auch eine Gewährleistung. Im Falle eines Schadens kann das entsprechende Dokument dazu bei der Versicherung viel Ärger ersparen

 
 
 

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