Internet, Telefon

Analog, ISDN oder DSL?

Telefonieren, surfen, fernsehen jeweils mit extra Technik und anderen Geräten? Das war gestern. Die Vernetzung von Kommunikation, Information und Unterhaltung schreitet immer weiter voran. Und schon kann man mit dem eigenen Haus ins Gespräch kommen. Eine Übersicht der Möglichkeiten.

 
Vernetztes Haus © Selbermachen
Vernetztes Haus

Analog, ISDN oder DSL? Der Ursprung aller Telekommunikation ist das Telefonieren über den Kupferdraht, und wer ausschließlich das möchte, ist mit dem guten alten analogen Telefonanschluss gar nicht schlecht bedient. Steckdose und Telefon: Mehr braucht man nicht, und die Grundgebühr der Telekom ist mit 15,95Euro billiger als beim ISDN-Anschluss (der kostet 8 Euro mehr). Zusätzlicher Komfort wie Rufnummernanzeige, Anklopfen, Dreierkonferenz werden gegen Aufpreis unterstützt. Das Problem für Familien: Es kann immer nur einer telefonieren oder surfen. Da gibt es Abhilfe.

Homezone© Selbermachen1. Möglichkeit: Ein ISDN-Anschluss mit zwei Leitungen und bis zu zehn Telefonnummern. Analoge Geräte wie Telefon und Fax können mithilfe eines Adapters weiterhin genutzt werden. Sollen mehrere analoge Telefone genutzt werden, ist eine Telefonanlage nötig.

2. Möglichkeit: Mit dem Handy im Festnetz telefonieren. Beispiel: die Homezone vom Anbieter O2. Hier kann man im Umkreis von bis zu 500 m von zu Hause zu Festnetzkonditionen telefonieren. Praktisch ist auch die Switch Base der Telekom. Legt der Teilnehmer sein Mobiltelefon auf das Gerät, werden die Gespräche aufs günstigere Festnetz umgeleitet.

Der Trend freilich ist klar:

Telefon und Internet wachsen immer weiter zusammen. Dabei kommt der analoge Anschluss, über den man per Modem im Internet surft, aus der Mode. Die Datenübertragung funktioniert nur im Schneckentempo, und wer gerade im Internet surft, kann nicht gleichzeitig telefonieren. Da hat ein ISDN-Anschluss mit zwei Leitungen zwar die Nase vorn, aber auch hier ist die Übertragung ziemlich lahm. Die Alternative heißt DSL. Es wird in verschiedenen Übertragungsgeschwindigkeiten – umgangssprachlich Bandbreite genannt – angeboten: je höher die Übertragungsrate, desto schneller der Zugang. Für den privaten Nutzer, der überwiegend surft oder Dateien herunterlädt, reicht eine geringere Bandbreite, nur wer häufiger große Dateien ins Netz stellt, braucht einen sehr schnellen Zugang (Produktbezeichnung: DSL 6000). Richtig komfortabel ist Surfen in einem WLAN. Statt über Kabel werden die Daten per Funksignal übertragen und undurchschaubares Kabelgewirr entfällt. Damit aber keine Hacker oder Datenspione in Ihr Netz eindringen, sollte die Übertragung zwischen der Funkstation des WLAN und den Computern möglichst verschlüsselt werden, eine so genannte Firewall den Rechner zusätzlich abschirmen.

Billig telefonieren übers Internet

Und so, wie man über die Telefonleitung surfen kann, kann man über die Internetverbindung auch telefonieren. Diese Zukunftstechnologie heißt „Voice over IP“. Für die Sprachübermittlung wird die DSL-Technik mit einer DSL-Telefon-Hardware genutzt. Telefonieren ist auch bei ausgeschaltetem Computer möglich oder mit einem Headset über den PC. Neuere Geräte vereinen DSL-Router, Modem, Telefonie- Hardware und WLAN. So werden die Daten oder Sprachsignale ohne Kabelsalat an die entsprechenden Endgeräte weitergeleitet.

Doch nicht jeder, der gerne DSL hätte, kann es bekommen. Die Technik ist in ländlichen Gebieten sowie in den neuen Bundesländern nicht überall verfügbar (zur Prüfung kann man die Postleitzahl auf der Homepage der Anbieter eingeben). Für alle, die nicht im Bereich der DSL-Technik wohnen, gibt es die Alternative per Satellitenübertragung. Das Verschicken der Daten erfolgt hier über die Telefondose, der Rückweg über die Antenne.

Überblick im Dschungel der Tarife

Natürlich kostet all das, und die Preisgestaltung ist etwas für Experten. Eine Orientierungshilfe bieten Tarifrechner. Bei der Entscheidung für einen Anbieter sollten aber nicht nur die Grundgebühr und der Tarif eine Rolle spielen. Achten Sie auch auf die Kündigungsfristen, günstige Hardware, die Einrichtungskosten und die Kosten für den Kundendienst.

Wer über DSL nicht nur surft, sondern auch telefonieren will, sollte bei der Wahl eines Volumentarifes für Internet und Telefonie, der die Kosten nach der Menge der übertragenen Daten berechnet, bedenken, dass auch die Sprachübermittlung kostet. Anders sieht es bei einer Flatrate aus, mit der alle Kosten pauschal abgerechnet werden. Dafür kann man tatsächlich so viel telefonieren, wie man will. Außerdem erhält der Kunde eine eigene Festnetznummer. So ist er rund um den Globus unter derselben Rufnummer erreichbar und kann selbst aus Südafrika zum deutschen Festnetzpreis telefonieren.

Telefon und Internet via TV

Im Fernsehkabel steckt ähnlich viel Potenzial: Über die TV-Dose lässt sich nämlich nicht nur das Programm anschauen, sondern zudem im Internet surfen und telefonieren. „Triple Play“ heißt dieses Angebot. Bisher führt die Breitbandübertragung per Fernsehkabel noch ein Nischen dasein und ist nur regional begrenzt verfügbar. Kabel Deutschland etwa bietet Internet, Telefonieren und Fernsehen zur Zeit für jeweils 2,99 Euro an. Dazu kommen noch die monatlichen Grundgebühren und Einrichtungskosten.

Auch die DSL-Anbieter wollen am Paket aus Sprachübertragung, Datentransfer und Fernsehen verdienen. Die Telekom wirbt mit Video on Demand, einer Art Online-Videothek. Neuester Gag: Über diesen Service kann man bestimmte Sendungen schon vor der Erstausstrahlung anschauen. Bald soll das gesamte TV-Programm per DSL verfügbar sein. Geplanter Start: Frühjahr 2006.

Der Trend heißt also: Alles aus einer Hand! Ein Vorteil für den Kunden, der sich hoffentlich bald nicht mehr mühsam die jeweils günstigsten Angebote heraus picken muss, sondern sich TV, Internet und Telefon gleich als Paket bestellen kann – dabei freilich auch die Flexibilität einbüßt, sich jeweils den günstigsten Anbieter zu wählen.

Die Zukunft der Vernetzung

Zentraler Monitor© SelbermachenIn der Haustechnik geht der Trend in dieselbe Richtung. Die Vernetzung aller Kommunikationswege im Haus ist das Gebot der Stunde. Hier gibt es bereits seit etwa 15 Jahren die europäische Norm EIB, mit der man heute die gesamte Haustechnik, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik über eine einzige Schaltstelle steuern kann: per Fernbedienung oder über einen „Touchscreen“ im Haus.

Was heute schon möglich ist, zeigt das „T-com- Haus“ (www.t-com-haus.de) in Berlin. Aber intelligente Haustechnik geht auch im Altbau. Hersteller wie Busch-Jaeger und Honeywell haben Systeme zur Vernetzung unterschiedlicher Hausfunktionen entwickelt, die ganz ohne Aufreißen der Wände und Verlegen neuer Leitungen installiert werden können. Der Trick: die Übertragung der Steuersignale per Funk. Und so viel kostet es: Die Steuerung einer Gartenbeleuchtung vom Wohnzimmer aus mit zwei bis drei Lichtkreisen gibt es ab etwa 800 Euro. Die Steuerung von Jalousien und Beleuchtung mit bis zu fünf Lichtkreisen im Wohnzimmer kostet ab etwa 2500 Euro. Die Steuerung der Beleuchtung und der Jalousien im ganzen Haus erfordern einen Einsatz ab etwa 8000 Euro (Beispiele mit „Busch-Powernet EIB“).

Wer sich ein „Gate“ einrichten lässt, eine Schnittstelle der Hausinstallation zum Telefonnetz, kann alle Funktionen auch über Festnetz, Handy oder Internet steuern.

Die wichtigsten Begriffe und Abkürzungen

Analoger Anschluss Für die herkömmliche Übermittlung von Sprache über die Telefonleitung werden akustische Schwingungen in kontinuierliche elektrische Signale umgewandelt.

Bandbreite Digitale Übertragung von Daten in einem bestimmten Frequenzbereich.

Übertragungsrate Datenmenge die in einer bestimmten Zeit übertragen werden kann, z.B. 6Mbits/s (Megabits pro Sekunde).

DSL Digital Subscriber Line – Breitbandtechnologie zur Datenübertragung über herkömmliche Kupferkabel.

Firewall Eine „Schutzmauer“, die Computernetze vor unberechtigtem Zugriff von außen schützt.

Flatrate Monatlicher Festbetrag für den Internetzugang als auch für die Telefonverbindung ohne Begrenzung des Daten- und Zeitvolumens.

Homezone Definierter Umkreis um eine bestimmte Adresse, in dem mit dem Handy zu Festnetzpreisen telefoniert werden kann.

ISDN Integrated Services Digital Network – digitale Technik zur Übermittlung von Sprache, Bildern und Daten.

PDA Personal Digital Assistant – ein kleiner Computer, der Termine, Adressen und Aufgaben verwaltet sowie als Zentrale der Haussteuerung dienen kann.

Switch Base Liegt das Handy zu Hause auf diesem Gerät, werden Anrufe automatisch auf das Festnetz umgeleitet.

Triple Play Nutzung von Telefonie, Internet und TV-Programm über das Fernsehkabel.

Video on Demand Interaktive Online-Videothek – Videofilme sind jederzeit gegen Gebühr abrufbar.

VoIP Voice over IP – Sprach-Übertragung über Datennetze wie das Internet.

Volumentarif Monatlicher Pauschalbetrag für ein bestimmtes DatenÜbertragungs volumen.

WLAN Wireless Local Area Network – Bezeichnung für drahtlose Computer-Netze.

So kann Ihr privates Kommunitkationsnetz aufgebaut sein

Um auf allen Kanälen mit der Außenwelt zu kommunizieren, ist heute, besonders mit Familie oder als „Homeoffice-Arbeiter“, ein digitales Telefonnetz im Haus schon Standard. NTBA© SelbermachenSplitter© SelbermachenDer digitale ISDN-Anschluss bietet mehrere Telefonleitungen und Rufnummern und kommt über den NTBA (Network Termination Basis-Anschluss) ins Haus, der meist hinter der ersten Telefondose installiert ist – ab hier darf man seine Telefonanlage selbst installieren. Für hohe Übertragungsgeschwindigkeit sorgt zusätzlich ein DSL-Anschluss, der über einen Splitter den Telefonanschluss hinter der ersten Dose auf den NTBA und den Internetzugang aufteilt. Analoges Fax© SelbermachenISDN Telefon-Homehandy© Selbermachen Am NTBA kann man an zwei Anschlussbuchsen ISDN-Telefondosen in Reihe anschließen. In die zweite Buchse kann aber auch eine kleine Telefonanlage gesteckt werden, die es ermöglicht, günstige analoge Endgeräte (zum Beispiel ein Faxgerät oder mehrere Telefone im Haus, zwischen denen Gespräche auch weitergegeben werden können) am ISDN-Netz zu betreiben.WLANLaptop© Selbermachen ISDN- Telefone im Set mit einem oder mehreren so genannten Homehandys, ermöglichen ebenfalls ein drahtloses Telefonnetz. Auf der „Internetseite“ des Splitters wird ein so genannter Router angeschlossen, der die Daten ans Netz weiterleitet.Drucker© Selbermachen Bei mobilen Laptops sind WLAN-Netzwerke zu empfehlen, bei denen die Datenübertragung eines oder mehrerer Computer zum Internet per Funk läuft.

Über dieses Netzwerk kann dann auch der Drucker von allen angeschlossenen Rechnern angesteuert werden. Heute sind in vielen Routern bereits WLAN-Geräte integriert, so spart man die Anschaffung einer Hardware-Komponente. Was man bei einer solchen Anlage nicht vergessen darf, sind viele Steckdosen, denn fast jedes Gerät braucht eine eigene Stromversorgung.

Interessante Adressen

www.teltarif.de

www.onlinekosten.de/breitband

Wo gibt´s...?

Busch-Jäger | Telefon (0 18 05) 5 66 99 00 (12 Cent/Minute)

Honeywell | Telefon (0 69) 80 64-0

O2 | Telefon (0 89) 24 42-0

Telekom | Telefon (08 00) 3 30 10 00

Vodafon | Telefon (08 00) 1 72 12 12

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