Digitales Fernsehen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Fernsehen

Digitales Fernsehen

Wer heute den Fernseher einschaltet, empfängt sein Programm meist analog. In den nächsten Jahren wird diese Möglichkeit von der deutschen Bildfläche verschwinden. Damit der Schirm nicht schwarz bleibt, hat man die Wahl zwischen vier Empfangstechniken.

 
Empfangstechniken © Selbermachen
Empfangstechniken

Satellit

Satellitenschüssel© SelbermachenDie große Zahl von Programmen ist der unbestrittene Vorteil des Satellitenempfangs. Astra zum Beispiel bietet über 50 analoge und 183 digitale Kanäle in deutscher Sprache. Dazu kommen fremdsprachige Sender, Pay-TV und Spartenfernsehen. Die analoge Ausstrahlung soll 2010 eingestellt werden. Daher sollte man sich bei nächster Gelegenheit eine digitale Anlage anschaffen. Zur Zeit fallen außer der Rundfunkgebühr keine weiteren regelmäßigen Kosten an.

Der Installationsaufwand für Parabolantenne mit LNB-Verstärker, doppelt geschirmtes Koaxialkabel und Receiver ist relativ hoch, aber als Komplett- Set schon ab 70 Euro zu haben (zum Beispiel Conrad- Electronic). Eine sorgfältige Ausrichtung der Schüssel ist erforderlich. Für die Qualität des Empfangs ist man selbst verantwortlich, ebenso für Wartung und Reparatur. Will man mehrere Endgeräte, an die Satellitenschüssel anschließen, kann es teuer werden.

Jedes Endgerät benötigt einen eigenen Receiver und ein eigenes Kabel zur „Schüssel“. Es werden auch „Einkabel- Systeme“ angeboten, die ohne die übliche Sternverteilung alle Endgeräte über ein Koaxialkabel versorgen, aber nicht alle Programme übertragen. Der Satellitenempfang kann bei sehr schlechten Wetterbedingungen gestört sein, ist aber eine gute Alternative, wenn man weder Kabel noch DVB-T zum Fernsehempfang hat.

Satellitenschüssel ausrichten© SelbermachenLinks: Zum Ausrichten der Parabolantenne auf den Satelliten hilft ein Satellitenfinder.

Satellitenschüssel montieren© SelbermachenRechts: Damit die Satellitenantenne auch starken Wind aushält, muss sie sorgfältig befestigt werden.

Inb© SelbermachenHerzstück der „Schüssel“ ist der „LNB“, der die Signale vom Parabolspiegel an den Receiver überträgt. Er wird per Koax-Kabel angeschlossen.

Fazit

Größte Programmvielfalt. Überall zu empfangen. Über laufenden Gebühren wird nachgedacht. Aufwendige Installation und Empfangsbeeinträchtigungen bei schlechtem Wetter möglich.

Kabel

Skizze Kabel© SelbermachenKabelfernsehen ist die komfortabelste Möglichkeit, Fernsehprogramme zu empfangen. Hier übernehmen die Betreiber die Verantwortung für Installation, Wartung und Qualität des Empfangs. Dieser Service hat seinen Preis: bis zu 17 Euro pro Monat für einen Einzelanschluss. Bei Neuanschlüssen noch ein einmaliges Bereitstellungsentgelt von bis zu 50 Euro.

Zwar werden die meisten Sender noch analog übertragen, doch sind auch die Kabelbetreiber dabei, auf digitale Technik umzustellen. Analoge Endgeräte benötigen dann einen Receiver. Preis ab 70 Euro. Weitere Geräte sind nicht erforderlich. Damit stehen dem Zuschauer bis zu 40 Sender, einschließlich Pay-TV und Spartenprogramme zur Verfügung. Geplant sind etwa 75 Kanäle, gegen Aufpreis.

Fazit

Die bequemste Art, fernzusehen und in die digitale Welt zu kommen. Die Entwicklung der laufenden Gebühren bleibt noch offen, denn es wird über eine Bündelung zu Programmpaketen und eine Preissteigerung nachgedacht.

DVB-T

Skizze DVBT© SelbermachenWer sich die monatlichen Gebühren für einen Kabelanschluss oder die aufwendige Montage und Wartung einer Sat-Empfangsanlage sparen möchte, ist mit DVB-T sicher gut beraten. Vorausgesetzt, man begnügt sich mit einem Angebot von etwa 30 Programmen. Die meisten Spartenkanäle und Pay-TV sind derzeit nicht über DVB-T zu empfangen. Dafür ist der Aufwand an Geräten und Geld sehr gering. Benötigt wird neben einer Antenne – ab 10 Euro – ein DVB-T Receiver, auch Set-Top-Box genannt. Diese Geräte sind bereits ab 60 Euro im Handel erhältlich und übersetzen die digitalen Signale für analoge Fernseher. Neben den Rundfunkgebühren fallen keine weiteren laufenden Kosten an. Etwas teurer wird es, wenn man gleichzeitig aufnehmen und etwas anderes anschauen möchte.

Dann benötigt auch der Videorecorder eine eigene Set-Top- Box. Wer Rundfunkgebühren bezahlt und bislang nur über Antenne empfing, kommt so endlich auch in den Genuss von Arte, Phoenix und des Kinderkanals. Leider ist die Versorgung mit DVB-T wegen der hohen Kosten für die Programmbetreiber bisher nicht flächendeckend, sondern auf Ballungszentren beschränkt. Aus demselben Grund ist die Zukunft von DVB-T ungewiss.

Fazit

Ein preiswerter Einstieg in das digitale Fernsehzeitalter und daher ideal zum Umrüsten eines Zweit- oder Drittgeräts, das keinen Antennendosen- Zugang hat. Es fallen keine zusätzlichen Gebühren an.

Internet

Wer über einen DSL-Internetzugang verfügt, kann diesen zum Empfang des Fernsehprogramms nutzen. Einige Provider bieten diese Option bereits an. Mit einer Set- Top-Box kann man dabei vor dem Fernseher statt dem Rechner sitzen. Sie wird zwischen den Empfänger und das Modem geschaltet. Diese Geräte werden von manchen Anbietern gratis gestellt – zu den monatlichen Grundgebühren von etwa 10 Euro. Damit lassen sich bis zu 100 TV-Kanäle empfangen. Dazu werden Pay-TV – ab 3 Euro pro Monat – und Spielfilme auf Abruf angeboten. Gebühren je Film ab 90 Cent. Anbieter mit TV-Archiv machen zeitversetztes Fernsehen ausgewählter Sendungen möglich.

Fazit

Wer wenig Zeit hat, kann durch zeitversetztes Fernsehen an Unabhängigkeit gewinnen. Ein gründlicher (Preis-) Vergleich der verschiedenen Anbieter hilft, das individuell passende „Fernsehpaket“ zu finden.

Artikel aus selber machen Ausgabe 01/2011. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren