Sparen, Tipps

Energiekosten sparen

Es scheint ein Naturgesetz zu sein: Im Durchschnitt steigen Stromkosten stetig, aber fallen nie. Dagegen hilft nur eigene Sparsamkeit! Das geht schon mit ganz einfachen Maßnahmen.

 
Sechser Steckdose © PR
Sechser Steckdose

Wenn die Stromrechnung ins Haus flattert, seufzt manch ein Verbraucher: „Schon wieder höher als im Vorjahr!“ Das liegt nicht nur an den steigenden Strompreisen, sondern auch an steigendem Verbrauch – trotz energieeffizienter moderner Haushaltsgeräte und ausgefeilter Eco-Modi. Wer sparen will, muss alles im Blick haben: Nutzungsgewohnheiten, Geräteausstattung und Wahl des Versorgers. Kleinvieh macht auch Mist

© PRIm Alltag Strom sparen bedeutet, in vielen kleinen Portionen zu sparen. Das wirkt auf den ersten Blick wenig effektiv, doch es lohnt. Oberstes Gebot ist: Was nicht gebraucht wird, wird ausgeschaltet. Der Fernseher muss nicht im Wohnzimmer dudeln, wenn in der Küche gekocht wird. Das Licht im Flur wird nur so lange benötigt, wie man sich die Schuhe auszieht. Das Netzteil von Ladegeräten für Notebook, Handy oder elektrische Zahnbürste kann gezogen werden, sobald das Gerät aufgeladen ist.

Der Kühlschrank und der Gefrierschrank müssen nicht während des dreiwöchigen Urlaubs auf normaler Leistung weiter brummen. Sie können vorher abgetaut werden. Und auch den Elektroboiler fürs warme Wasser und den Radiowecker braucht bei tagelanger Abwesenheit niemand. Allerdings: Nur ein echter Netzschalter trennt das Gerät ganz vom Stromkreis. Wenn es diesen nicht gibt, ziehen Geräte selbst dann Saft aus der Dose, wenn sie schlummern – der Computer, der Videorekorder, die Mikrowelle oder die Halogenlampe mit Trafo.

© PRWo ein Lämpchen oder eine digitale Uhr leuchtet, wo es summt oder piept und wo ein Geräteteil warm ist, fließt Strom für den Standby-Betrieb. Ein bis zwei Euro pro Woche werden nach Angaben der Stiftung Warentest durch den Bereitschaftsmodus vergeudet. Der Griff zum Stecker oder eine schaltbare Steckerleiste schafft da Abhilfe. Nur programmierte Geräte wie der DVD-Rekorder dürfen nicht vom Netz getrennt werden.

Moderne Computer und Faxgeräte, aber auch immer mehr Telefone verfügen über Energiesparfunktionen, die nur darauf warten, aktiviert zu werden – sei es bei vorübergehender Abwesenheit vom Schreibtisch oder generell.

Viel Sparpotential steckt auch in der effizienten Nutzung der vorhandenen Geräte: Der Kühlschrank muss nicht auf 3° C eingestellt sein, der Gefrierschrank nicht auf –24° C. Beide Geräte sind trotz Isolierung neben dem Herd, der Heizung oder dem Geschirrspüler am falschen Platz. Die meisten Geschirrspüler haben – genau wie Waschmaschinen – ein Öko-Programm. Dass diese Maschinen nur ausreichend gefüllt in Betrieb gehen sollten, ist eigentlich selbstverständlich.

Bei manch einem Waschgang reichen 40° statt 60°C aus. Und wenn die Wäsche mit einer hohen Schleuderzahl gut vorgetrocknet ist, reduziert das den Energieverbrauch im Trockner. Der ist im Sommer ohnehin verzichtbar, wenn die Wäsche auf die Leine kann. Bei Herd und Backofen gilt es, die Nachwärme gezielt zu nutzen. Töpfe sollten einen glatten Boden mit demselben Durchmesser wie die Herdplatte haben und mit einem Deckel abgedeckt werden. Und Teewasser wird besser im Wasserkocher als im Kessel erhitzt.

Der Verschwendung auf der Spur

Wer genau wissen will, welches Einsparpotential ein Gerät bietet, der geht mit einem Strommessgerät auf die Suche. Es ist schon für weniger als 10 Euro im Baumarkt oder beim Discounter zu haben. Verbraucherzentralen, Stromversorger oder Baumärkte bieten kostenlos Leihgeräte gegen Kaution an. Eine Suchmaschine ist auf der Internetseite www.no-e.de zu finden.

Auf den ersten Blick sieht das Gerät aus wie eine Zeitschaltuhr. Genau wie diese kommt es in die Steckdose, der Stecker des zu messenden Elektrogerätes dann ins Messgerät. Während des Betriebs werden der Verbrauch in Kilowattstunden und – basierend auf dem zuvor einprogrammierten Strompreis – auch die Kosten angezeigt. Stiftung Warentest hat im Juni 2009 Strommessgeräte getestet. Die Details sind im Internet abrufbar: www.test.de

Beleuchtung mit Köpfchen

Nach einer Berechnung der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) beträgt der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch im Haushalt 19 Prozent. In einem durchschnittlichen Vier-Personen- Haushalt summiert sich das auf rund 200 Euro im Jahr. Ganz ohne geht es natürlich nicht. Aber häufig genug bleibt eine Lampe länger an, als sie gebraucht wird – vor allem im Flur, im Treppenhaus oder im Keller. Dort kann sich eine Abschaltautomatik oder auch die Steuerung über moderne Bewegungsmelder lohnen.

Letzterer hat eine zusätzlichen Vorteil: Wer nachts zur Toilette muss, findet garantiert auch den Weg. Vor allem für ältere Leute ist das ein wichtiger zusätzlicher Sicherheitsfaktor. Atmosphärisches Licht ist zwar schön heimelig. Doch vor allem wenn es um die funktionale Beleuchtung geht, ist Helligkeit entscheidend. Helle, reflektierende Lampenschirme und weiße Wände verstärken die Wirkung der Beleuchtung und machen damit die eine oder andere Leuchte überflüssig. Wenn so viel Helligkeit dann etwa beim Musikhören gar nicht benötigt wird, wird stromsparend gedimmt.

Die Glühbirne ist tot – es leben die Leuchtmittel mit Zukunft!

© PRGlühlampen erzeugen aus dem eingesetzten Strom nur 5 Prozent Licht. Die übrigen 95 Prozent verpuffen in Form von Wärme. Deshalb sind die Tage der guten, mittlerweile 130 Jahre alten Birne nun gezählt. Die Europäische Union hat einen Verkaufsstopp in vier Stufen beschlossen. Bereits seit 1. September 2009 dürfen keine Glühlampen mit mattem Glaskolben, sowie keine 100-Watt-Birnen mit klarem Glas mehr verkauft werden. Für den direkten Austausch mit Glühlampen kommen Halogenlampen, Energiesparlampen und Licht emittierende Dioden, kurz LEDs, in Schraubsockel-Ausführung in Frage.

Sparsame Lichtquellen

Halogenlampen funktionieren im Prinzip wie Glühlampen: Ein Glühfaden aus Wolfram liefert das Licht. Der Glaskolben der Lampe ist allerdings mit brom- oder jodhaltigem Gas gefüllt. Das schützt den Glühfaden, so dass die Lampe mit einer Leuchtdauer von durchschnittlich 2000 Stunden doppelt so lange brennt wie eine Glühbirne. Die großen Stärken von Halogenlampen sind ihr angenehm warmes Licht und ihre gute Farbwiedergabe.

Sie sind als Hochvolt-Lampen für eine Netzspannung von 230 Volt und als Niedervolt-Lampen in Kombination mit einem Trafo für 6, 12 oder 24 Volt zu haben. Stiftung Warentest hat im Februar 2009 26 Modelle getestet (www.test.de) und kommt zu einem zweigeteilten Ergebnis: Es gibt 12-Volt-Modelle, die im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen ein Drittel Strom sparen. Und es gibt 230-Volt-Modelle, die schon mal die Hälfte mehr Energie verbrauchen als eine vergleichbar helle und meist in der Anschaffung günstigere Glühlampe. Das ernüchternde Fazit der Tester: „In puncto Strom sparen und Umwelt schonen sind Halogenlampen bestenfalls befriedigend.“

Die besten „Sparschweine“ sind sparsame Geräte

© PRGanz anders sieht es bei Energiesparlampen aus: Mit einem Energiesparpotential von bis zu 86 Prozent im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühbirne und einer Lebensdauer von schon mal 10 000 Stunden sind sie trotz höherer Anschaffungskosten unangefochten die sparsamste Alternative. Dank der guten Lichtausbeute können für dieselbe Helligkeit wie bei der Glühlampe geringere Leistungsstufen eingesetzt werden: Eine 11-Watt-Energiesparlampe ersetzt eine 60-Watt-Birne.

Beim Kauf sollten allerdings mehrere Faktoren bedacht werden. Sehr große Unterschiede gibt es bei der Dauer der Einschaltzeit, welche eine Lampe benötigt, um ihre volle Leuchtkraft zu entfalten. Im Wohnzimmer mag das nicht so wichtig sein. Wenn es jedoch im Flur oder im Bad zwei Sekunden dauert, bis das Licht angeht, so ist das mindestens unangenehm. Faktor Nummer zwei ist die Schaltfestigkeit: Nicht alle Lampen vertragen häufiges An- und Ausschalten gleich gut.

Im Treppenhaus ist das jedoch eine wichtige Bedingung. Und dann ist da noch die Lichtfarbe: Die dem Glühlampenlicht ähnliche, warmweiße Lichtfarbe hat die Kennung 827. Für spezielle Beleuchtungsaufgaben – zum Beispiel im Arbeitszimmer – gibt es Energiesparlampen mit neutralweißer (Kennung 840) und tageslichtweißer (Kennung 865) Lichtfarbe. Letztere geben Farben deutlich natürlicher wieder als die warmweißen Lampen. Gibt eine Energiesparlampe mal den Geist auf, so darf sie nicht wie eine Glühbirne oder Halogenlampe mit dem Restmüll entsorgt werden.

Der Grund: Energiesparlampen enthalten geringe Menge Quecksilber. Sie würden freigesetzt, wenn die Lampe zerstört wird. Defekte Lampen werden am besten beim Händler oder im Wertstoffhof des kommunalen Entsorgungsunternehmens zum Recyling abgegeben. Die deutsche Lampenindustrie hat zur Organisation der bundesweiten Rücknahme die Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH gegründet und eine Sammelstellensuchmaschine eingerichtet: http://lightcycle.de

LED – Leuchtmittel der Zukunft?

© PRKompakte LED-Lampen verbrauchen ähnlich wenig Strom wie Energiesparlampen, verzeichnen eine hohe Lichtausbeute und sollen nach Herstellerangaben sogar bis zu 50 000 Stunden durchhalten. Das macht die hohen Anschaffungskosten wett. Mittlerweile gibt es auch Schraubsockel-Lampen, in denen mehrere weiße LEDs samt Betriebsgerät integriert sind. Sie können Glühlampen niedriger Leistung (z.B. 30 Watt) ersetzen. Zur vollwertigen Allgemeinbeleuchtung eines Raumes reicht das allerdings noch nicht aus.

Augen auf beim Gerätekauf!

Vor allem bei Dauerläufern wie Kühlschrank oder Waschmaschine lohnt sich der Tausch des alten Stromfressers gegen ein modernes Elektrogerät. Bei Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Waschtrockner, Geschirrspülern, Elektrobacköfen und Raumklimageräten ist der Energieverbrauch am EU-Energielabel erkennbar.

Geräte mit niedrigem Verbrauch finden sich in der Energieeffizienzklasse „A“, solche mit sehr hohem Verbrauch in der Klasse „G“. Für Kühl- und Gefriergeräte gibt es zusätzlich die Kategorien „A+“ und „A++“. Stehen zwei Geräte der gleichen Kategorie zur Wahl, so helfen die ebenfalls angegebenen Energieverbrauchswerte pro (Standard-) Programm oder pro Jahr weiter. In manch einer Gebrauchsanleitung ist mittlerweile auch der Standby-Verbrauch zu finden.

Anders als bei Küchengroßgeräten ist in der Unterhaltungselektronik ein neues Gerät durchaus nicht immer sparsamer als ein altes. Beispiel Fernseher: Ein Plasma-Fernseher verbraucht deutlich mehr Strom als ein vergleichbarer Röhren- oder LCD-Fernseher. Eine große Bildschirmdiagonale und hohe Auflösung treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe. Und wenn dann noch ein Beamer dazu kommt … Wer die Fernsehsignale über DVB-T Tuner empfangen möchte, spart durch einen Fernseher mit integriertem Tuner Strom. Außerdem gilt bei allen Fernsehgeräten: Kontrast und Helligkeit sind ab Werk oft höher eingestellt, als es der spätere Standort erfordert – auch das kostet unnötig Energie. Unter der Überschrift Stromsparen wird die Heizungspumpe leicht vergessen.

Dabei lohnt sich hier die Neuinvestition ganz besonders: Eine ungeregelten Heizungspumpe hält den Kreislauf des Heizwassers das ganze Jahr über stetig in Gang und den Stromverbrauch damit konstant hoch. Moderne geregelte Standard- oder geregelte Hocheffizienzpumpen hingegen können sich den unterschiedlichen Druckverhältnissen im Heizsystem anpassen und damit den Stromverbrauch an dieser Stelle auf weniger als ein Viertel reduzieren.

Versorger-Wechsel: Einfach und oft lohnend

Seit Beginn der Marktliberalisierung 1998 haben zwei von fünf Haushalten einen neuen Vertrag beim bisherigen Stromlieferanten abgeschlossen. Jeder fünfte Haushalt hat den Anbieter gewechselt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. Weiter steigende Strompreise und die Tatsache, dass die Versorger seit dem Sommer ihre Grundpreise nicht mehr vom Wirtschaftsministerium genehmigen lassen müssen und somit die Preise in kürzeren Abständen erhöhen können, sind Gründe genug, über einen Anbieterwechsel nachzudenken.

Vergleichen macht schlau

© PRDen billigsten Tarif für alle gibt es nicht. Also heißt es: Vergleichen. Grundlage dafür ist Ihre letzte Stromrechnung, mit dem Jahresverbrauch und seinen Kosten, sowie die Postleitzahl des Wohnortes. Dann helfen Online-Tarifrechner wie www.verivox.de,www.tarifvergleich.de , www.toptarif.de oder www.wer-ist-billiger.de weiter. Die meisten Stromversorger bieten verschiedene Tarife an. Sie setzen sich immer aus einem Grundpreis pro Monat und einem Arbeitspreis pro Kilowattstunde zusammen. Der Grundpreis enthält auch die Gebühr für den Stromzähler des regionalen Netzbetreibers.

Der Arbeitspreis beinhaltet neben den Erzeugungskosten auch Steuern und Abgaben wie die Durchleitungsgebühr oder die Konzessionsabgabe. Bei einem geringen Verbrauch ist ein niedriger Grundpreis günstig. Bei hohem Verbrauch hingegen sollte der Arbeitspreis niedrig sein. Manche Anbieter locken mit einer Wechselprämie oder einem Bonus. Doch Vorsicht: Dieses Schmankerl gibt es nur im ersten Jahr. Beim Preisvergleich muss es also unberücksichtigt bleiben. Sicherheit bieten Preisgarantien.

Vorsicht ist bei Strompaketen mit jährlich vorgegebenen Verbrauchsmengen geboten: Nur wer seinen Verbrauch genau kennt, sollte sich darauf einlassen. Bei niedrigerem Verbrauch verfällt der (bezahlte) Rest des Kontingents. Bei höherem Verbrauch sind hohe Zusatzzahlungen fällig. Neben dem Tarif dürfen andere Vertragsbedingungen nicht vergessen werden. Zum Beispiel die Zahlungsmodalitäten: Für den Verbraucher günstig ist die Zahlung in Monatsraten.

Bei Vorkasse-Tarifen hingegen muss er eine hohe Summe auf einen Schlag zahlen, verliert Zinsen und läuft bei Problemen dem Geld hinterher. Kurze Laufzeiten und monatliche Kündigungsfrist stellen sicher, dass ein späterer Anbieterwechsel schnell möglich ist. All diese Modalitäten sollten nicht nur über den Vergleichsrechner, sondern auch beim Anbieter direkt überprüft werden. Ist ein neuer Versorger gefunden, wird er mit der Lieferung beauftragt. Das geht am einfachsten über dessen Webseite. Auch Tarifrechner bieten Anmeldung und Vertragsvermittlung, kassieren dafür jedoch Provision.

Der neue Anbieter übernimmt die Ummeldung und informiert den alten Versorger. Dieser fragt den Zählerstand ab und schickt dann seine Endabrechnung. Umbauten am Zähler oder an Leitungen sind nicht notwendig. So eine Umstellung dauert meist sechs bis acht Wochen. Wenn es Verzögerungen oder Probleme gibt, geht das Licht aber nicht aus: Der örtliche Versorger ist gesetzlich verpflichtet, Ihre Stromversorgung sicherzustellen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2012. Jetzt abonnieren!
Tags: 
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren