Strom sparen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Energie sparen

Strom sparen

Klimaschutz tut Not, das ist mittlerweile allen klar geworden. Doch Hand aufs Herz: Wer seine letzte Strom- und Heizkostenabrechnung gesehen hat, möchte wissen, wie er schnell und merklich Geld sparen kann. Und das ist gerade für Selbermacher einfacher als gedacht. Wir zeigen, wie man den Geldbeutel und die Umwelt schonen kann. Angefangen bei Sofortmaßnahmen bis zu größeren Projekten, die auch den Wert des Hauses steigern.

 
Energiesparlampe © Selbermachen
Energiesparlampe

Strom sparen auf die Schnelle

Keinesfalls sollen Sie die neue Ausgabe von SELBERMACHEN bei Kerzenlicht lesen müssen. Doch elektrische Geräte, die nicht benötigt werden, gehören ausgeschaltet. Besonders der Stand-by-Betrieb stellt eine beachtliche Stromfalle dar. Etwa 10 bis 13 Prozent des Stromverbrauchs werden dadurch verursacht. Bei einem Vierpersonenhaushalt sind das rund 85 Euro pro Jahr. Nur bei wenigen Geräten ist eine ständige Bereitschaft sinnvoll, wie beispielsweise beim Fax. Doch auch ausgeschaltet können Computer und andere Verbraucher Strom ziehen (Schein-Aus). Auf dem sicheren Weg ist, wer diese Geräte einfach vom Netz nimmt.

Wer Energiesparlampen statt Glühbirnen in die Fassungen dreht, kann gut 30 Euro Stromkosten im Jahr sparen. Hinzu kommt die höhere Lebenserwartung von Energiesparlampen: bis zu 15-mal länger als eine Glühlampe. Da es sie mittlerweile schon ab 1 Euro gibt, bietet sich hier ein beachtenswertes Einsparpotential. Doch benötigen viele Energiesparlampen einige Sekunden, bis sie ihre volle Leistung bringen. Wer schnell etwas aus dem Keller holen möchte, dem wird die Glühbirne immer noch den besseren Dienst leisten. Die technische Entwicklung schreitet jedoch voran.

Will man den Raum nicht taghell erleuchten, bieten LED-Lampen die Möglichkeit, die Stromrechnung deutlich zu senken. Sie verbrauchen gut 95 Prozent weniger Energie als eine Glühbirne und leben hundertmal so lang. Für rund zehn Euro gibt es sie bereits mit den üblichen Fassungen.

Doch auch Strom zum Nulltarif lässt sich von jedermann nutzen, ohne teure Solaranlage auf dem Dach. Dafür hält der Handel eine Reihe von Kleingeräten mit integrierten Solar-Modulen bereit. Besonders bei der Außenbeleuchtung – Hausnummer, Gartenwege – ist diese Technik sinnvoll einsetzbar. Mit jeder so ersetzten 60-Watt-Birne werden rund 20 Euro pro Jahr eingespart. Bei Anschaffungskosten von etwa 40 Euro rentiert sich das nicht gleich, doch der Klimaschutz profitiert sofort davon. Wer sich in unseren Breiten nicht auf die Sonnenenergie verlassen möchte, kann Sensortechnik nutzen. Außenleuchten mit Bewegungsmelder gibt es ab 40 Euro, und sie schalten das Licht nur im Bedarfsfall ein.

Mehr als ein Drittel der Stromkosten werden durch Kühl- und Gefrierschrank sowie Waschmaschine und Trockner verursacht. Bei der Neuanschaffung lohnt es sich also, auf die Energieeffizienzklasse zu achten. Sie muss am Gerät angegeben sein. Die Einteilung erfolgt von „A“ (niedriger Verbrauch) bis „G“ ( hoher Verbrauch). Bei Kühl- und Gefriergeräten gibt es bereits die Klasse „A++“. Moderne Waschmaschinen gehören fast alle der Klasse „B“ oder besser an. Schauen Sie sich trotzdem den tatsächlichen Energieverbrauch an, und vergleichen Sie. Dieser muss ebenfalls auf dem Gerät angegeben sein. Effiziente Neugeräte benötigen bis zu 60 Prozent weniger Strom als Altgeräte. Das bedeutet pro Jahr fast 180 Euro mehr in der oft strapazierten Haushaltskasse.

Auf der Jagd nach den Stromfressern

Wer genau weiß, wie viel Strom seine Elektrogeräte verbrauchen, kann über Sparmaßnahmen gezielter nachdenken. Mit Energiemessgeräten, auch Energiemonitore genannt, ist das kein Problem. Sie kommen einfach zwischen Steckdose und Verbraucher. Gibt man seinen aktuellen Stromtarif ein, erfolgt die Angabe in Euro und Cent. So erfährt man, was der alte Kühlschrank tatsächlich an Energie kostet oder der Fernseher im Stand-by-Modus schluckt. Auch Geräte, die ausgeschaltet noch Strom ziehen, offenbaren sich. Die Effizienz bereits getroffener Maßnahmen lässt sich ebenfalls überprüfen. Die kleinen Spürnasen sind ab 15 Euro im Handel erhältlich. Wem das zu viel ist, kann sie auch ausleihen. Neben den Verbraucherzentralen und Stromversorgern bieten auch Baumärkte diesen Service an.

Artikel aus selber machen Ausgabe 01/2011. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren