Dämmstoffe im Vergleich | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Wärmedämmung

Dämmstoffe im Vergleich

Schlecht oder gar nicht isolierte Dächer und Wände treiben die Heizkosten im Winter hoch. Doch für Selbermacher gibt es ein großes Angebot geeigneter Dämmstoffe, die das Haus warm halten.

 
Isoliermaterial © Christian Bordes
Isoliermaterial

Bei immer weiter steigenden Preisen für die Hauptenergieträger Öl und Gas denkt sicher jeder Hausbesitzer über eine neue Dämmung und andere Maßnahmen zur Kostensenkung nach. Aber nicht nur die Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung ist dafür ein guter Grund. Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) hat auch der Gesetzgeber klare Vorgaben geschaffen.

Das wachsende Verantwortungsbewusstsein für unsere Umwelt spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Sinkt der Energieverbrauch, sinkt auch der Kohlendioxidausstoß, ein Mittel, um den Treibhauseffekt langfristig in den Griff zu bekommen.

Eine neue Dämmung rentiert sich, wie auch eine Studie der Deutschen Energieagentur (Dena) belegt. In Verbindung mit einer modernisierten Heizanlage werden sogar bis zu 60 Prozent der Energiekosten eingespart. Aber bereits die Isolierung des Daches bringt schon rund 15 Prozent und verbessert das Raumklima deutlich. Ein gut gedämmtes Haus ist nicht nur im Winter leichter warmzuhalten, sondern bleibt auch im Sommer angenehm kühl.

Der einfache Weg zur Dämmung: Matten und Platten

Eine Vielzahl von Dämmstoffen steht uns heute zur Verfügung. Die bekanntesten sind Glas- und Steinwolle, aber ökologische Materialien wie Hanf oder Flachs werden immer öfter eingesetzt und bilden bereits eine wichtige Alternative.

Wer sich zu einer nachträglichen Wärmedämmung seines Hauses entschließt, sollte vorher die Beratung eines Fachmanns (Architekten und Energieberater finden Sie im Branchenbuch) in Anspruch nehmen, der für jedes Haus die optimale Dämmung berechnet. Nur eine optimal ausgeführte Dämmung garantiert ein warmes Haus und verhindert negative Auswirkungen auf die Feuchteregulierung von Dach und Wand. Sammelt sich Feuchtigkeit, kann es zu Schimmelbefall kommen, den man meist erst nach Jahren bemerkt.

Plant man keine umfassende Sanierung des eigenen Hauses, sind die Vorschriften der EnEV nicht bindend, doch lohnt es sich, auch dann die Maßgaben freiwillig einzuhalten.

Für welchen Dämmstoff Sie sich schließlich entscheiden, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und finanziellen Möglichkeiten ab: Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Flachs, Hanf oder Schafwolle, gelten als besonders umweltfreundlich und gesundheitsverträglich, sind aber im Vergleich zu herkömmlichen Mineralfasern (Glas- und Steinwolle) noch recht teuer.

Für den Einsatz dieser Materialien gibt es noch bis Ende 2006 eine Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und zwar bis zu 35 Euro pro Kubikmeter. Voraussetzung ist, dass der Baustoff in der Förderliste der FNR erfasst ist. Fragen Sie also vorher nach, ob das vorgesehene Material förderungsfähig ist. Alle Qualitätsdämmstoffe aus Naturprodukten sind gegen Schädlingsbefall und Brandgefahr imprägniert, meist mit Borsalz, das als gesundheitlich und ökologisch unbedenklich gilt. Diese Materialien zu verarbeiten, ist sehr angenehm, da keine Stäube oder Fasern auftreten, die zu Juckreiz und anderen Beschwerden führen.

© Selbermachen

Aber auch Glas- und Steinwolle sollen durch moderne Fertigungstechniken ihr Risiko für die Gesundheit verloren haben. Die auf dem Markt befindlichen Produkte gelten nicht mehr als krebserregend. Achten Sie beim Kauf auf entsprechende Qualitätssiegel wie das RAL-Gütesiegel. Mineralwolle, die vor 1996 hergestellt wurde, birgt diese Gefahr noch. Bei der Entfernung und Entsorgung alter Isolierungen ist daher Vorsicht geboten. Aber auch bei der Verarbeitung moderner Glas- und Steinwolle können durch die freigesetzten Fasern Reizungen der Haut und Atemwege eintreten. Geschlossene Arbeitskleidung, Handschuhe, Atemschutz und gegebenenfalls eine Schutzbrille sollten getragen werden. Dies empfiehlt auch die Gütegemeinschaft Mineralwolle. Nach den Arbeiten auf jeden Fall unter die Dusche und die Schutzkleidung in die Waschmaschine, Einwegschutzkleidung entsorgen!

Ein wichtiger Kennwert für Dämmstoffe ist die Wärmeleitgruppe. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt das Material. Mineralwolle hat mit dem niedrigen Wert 030 eine hervorragende Dämmeigenschaft, bei Schaumglas kann er dagegen bei 060 liegen.

Alternative für den Fußboden: Schüttungen

© Selbermachen

Perlite – weiß oder grau – und Korkschrot können als Schüttungen sehr gut selbst verarbeitet werden.
Perlite besteht aus aufgeschäumten Vulkangestein. Wärmeleitgruppe 050 bis 055. Getreidegranulat wird aus Roggenschrot hergestellt. Wärmeleitgruppe 050.

Korkschrot ist ein Recyclingprodukt aus alten Flaschenkorken. Wärmeleitgruppe 045. Diese Produkte sind leicht zu verarbeiten und für Selbermacher bestens geeignet.

Für die Zwischensparrendämmung sind Matten und Filze auf Grund ihrer Elastizität besonders geeignet. Sie passen sich unebenen Sparren sehr gut an, ohne dass Wärmebrücken entstehen. Wird der Dachboden nicht bewohnt, genügt oft eine Isolierung der obersten Geschossdecke.

Hierzu eignen sich auch Schüttungen aus Perlite, Getreide oder Kork. Ein Zuschneiden entfällt. Sie füllen alle Hohlräume aus und verdichten sich mit der Zeit.

Zelluloseflocken und Blähton aus versintertem Rohton sind dagegen etwas für den Fachmann. Schüttungen sind auch zur Dämmung von schwer zugänglichen Hohlräumen geeignet. In Dachschrägen sind aber Matten und Filze für den Selbermacher deutlich im Vorteil.

Dämmstoffe im Vergleich

1. Dämmung mit Glaswolle

© Selbermachen

  • Herstellung: Schmelze aus bis zu 70 % Altglas, Quarzsand, Soda und Kalkstein.
  • Wärmeleitgruppe: 030–040
  • Lieferform: Matte, Filz, Rollenware
  • Verwendung: Universell einsetzbar für alle Dämmmaßnahmen im Haus. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Komplette Systeme, leichtes Zuschneiden durch Hilfslinien, fast verschnittfrei. Rohstoff steht unbegrenzt zur Verfügung. Belastung durch Staub und Fasern.
  • Maße/Verpackung: Rolle etwa 3000 x1200 x120–240 m.
  • Preis: Rund 11 Euro/qm
  • Hersteller: Saint-Gobain-Isover
  • Anschrift: Bürgermeister-Grünzweig-Straße 1, 67059 Ludwigshafen. Telefon: (08 00) 5 01 55 01

 

2. Dämmung mit Steinwolle

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  • Herstellung: Schmelze aus bis zu 25 % Altglas, Feldspat, Dolomit, Sand und Kalkstein.
  • Wärmeleitgruppe: 030–040
  • Lieferform: Matte, Filz, Rollenware, Dämmkeile
  • Verwendung: Universell einsetzbar. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Einfacher Zuschnitt mit dem Messer. Dämmkeile für hinterlüftete Dämmung. Belastung durch Staub und Fasern.
  • Maße/Verpackung: Rolle etwa 4000 x1000 x160 mm
  • Preis: Rund 12 Euro/qm
  • Hersteller: Deutsche Rockwool
  • Anschrift: Rockwool-Straße 37–41, 45966 Gladbeck. Telefon: (20 43) 4 08-0

 

3. Dämmung mit Zellulose

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  • Herstellung: Aus alten Tageszeitungen. Platten mit Textilfasern als Bindemittel.
  • Wärmeleitgruppe: 040–045
  • Lieferform: Platten und Flocken
  • Verwendung: Dach, Wand, Fußboden. Die flexiblen Matten sind auch als Zwischensparrendämmung geeignet. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Gegen Feuer und Schimmel mit Borax/ Borsäure imprägniert. Zuschnitt mit Fuchsschwanz empfehlenswert. Staubbelastung. Flocken nur für den Fachmann.
  • Maße/Verpackung: Etwa 1200 x600 x30–200 mm
  • Preis: Ab rund 23 Euro/qm (160 mm Dicke)
  • Hersteller: Homatherm
  • Anschrift: Ahornweg 1, 06536 Berga. Telefon: (03 46-51) 4 16-0

 

4. Dämmung mit Hanf

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  • Herstellung: Aus einheimischem, rauschgiftarmem Hanf.
  • Wärmeleitgruppe: 040–045
  • Lieferform: Matte, Filz, Rollenware, Stopfwolle.
  • Verwendung: Vielseitig einsetzbar. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Soda als Brandschutz. Gute Regulierung des Raumklimas. Gilt als sehr ökologisch. Zuschnitt mit Messer etwas mühsam.
  • Maße/Verpackung: Etwa 1200 x600 x30–180 mm
  • Preis: Ab rund 5 Euro/qm
  • Hersteller: Hock
  • Anschrift: Industriestraße 2, 86720 Nördlingen. Telefon: (0 90 81) 8 05 00-0

 

5. Dämmung mit Polystyrol EPS

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  • Herstellung: Erdölprodukt aus aufgeschäumtem Partikelschaum
  • Wärmeleitgruppe: 035–040
  • Lieferform: Platten
  • Verwendung: Dach, Fassade, Boden. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Vielseitig einsetzbar, sehr leicht, schwer entflammbar, nimmt keine Feuchtigkeit auf. Platten auch mit umlaufendem Nut-und-Feder-System. Aber starr! Daher Wärmebrücken möglich.
  • Maße/Verpackung: Etwa 1000 x600 x160 mm
  • Preis: Ab 3 Euro/qm
  • Hersteller: IsoBouw
  • Anschrift: Etrastraße, 74232 Abstatt. Telefon: (0 70 62) 6 78-0

 

6. Dämmung mit Schaumglas

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  • Herstellung: Aus aufgeschäumten Silikaten
  • Wärmeleitgruppe: 040–060
  • Lieferform: Platten
  • Verwendung: Flachdach, Perimeterdämmung. Ideal für den äußeren Bereich mit Kontackt zum Erdreich. Für Selbermacher geeignet: Kaum geeignet
  • Vor- und Nachteile: Nicht brennbar, druckfest,dampf- und wasserdicht. Wird mit Bitumenkleber verlegt. Daher etwas für den Profi.
  • Maße/Verpackung: Etwa 1200 x600 x40/150 mm
  • Preis: Rund 27 Euro/qm
  • Hersteller: Deutsche Foamglas
  • Anschrift: Landstraße 27–29, 42781 Haan. Telefon: (0 21 29) 93 06-21

 

7. Dämmung mit Holzfaser

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  • Herstellung: Aus Tannenholz mit Textilfasern, Maisstärke oder dem holzeigenen Lignin als Bindemittel.
  • Wärmeleitgruppe: 038
  • Lieferform: Platten
  • Verwendung: Dach, Fassade, Fußboden bei Leichtund Holzbau. Elastische Matten, daher auch zwischen den Sparren einsetzbar. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Gute Regulierung des Raumklimas. Platten auch mit Nut-und-Feder-System. Zuschnitt mit Fuchsschwanz empfehlenswert. Produkte ohne Latexbeschichtung sind feuchteempfindlich.
  • Maße/Verpackung: Etwa 1200 x600 x40–200 mm Preis: Ab rund 16 Euro/qm
  • Hersteller: Kronoply
  • Anschrift: Wittstocker Chaussee 1, 16909 Heiligengraben. Telefon: (03 39 62) 69-163

 

8. Dämmung mit Flachs

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  • Herstellung: Aus einheimischem Anbau mit textiler Stützfaser
  • Wärmeleitgruppe: 040
  • Lieferform: Matte, Filz, Rollenware
  • Verwendung: Vielseitig einsetzbar. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Gute Wärme- und Schalldämmung, Feuchteregulierend, weitgehend fäulnisresistent. Zuschnitt mit Messer etwas schwierig.
  • Maße/Verpackung: 1200 x800 x160 mm
  • Preis: Ab rund 20 Euro/q
  • Hersteller: Flachshaus
  • Anschrift: Pritzwalker Straße 1, 16928 Giesensdorf. Telefon: (0 33 95) 70 07 96

 

9. Dämmung mit Schafwolle

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  • Herstellung: Gewaschene Schurwolle mit Borsalz, Kautschuckmilch, Eisenoxid, Kalk und Tonerde verfilzt.
  • Wärmeleitgruppe: 033–040
  • Lieferform: Matte, Filz, Rollenware, Stopfwolle
  • Verwendung: Innenwände, Dachschrägen, Fußboden. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut Innenwände, Dachschrägen, Fußboden. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Borsalz gegen Brand und Schädlingsbefall beziehungsweise Harnstoffderivat als Mottenschutz. Angenehm zu verarbeiten. Soll Schadstoffe aus der Luft binden können.
  • Maße/Verpackung: Rolle etwa 5000 x 400–850 x40–100 mm
  • Preis: Ab rund 6 Euro/qm
  • Hersteller: Alchimea
  • Anschrift: Wellesweilerstraße 51e, 66450 Bexbach. Telefon: (0 68 26) 52 04 10

10. Dämmung mit Kork

© Selbermachen

  • Herstellung: Als Korkschrot oder mit natürlichen Harzen zu Platten gebacken.
  • Wärmeleitgruppe: 045
  • Lieferform: Platten, Schüttung
  • Verwendung: Dach, Wand, Fußboden. Für Selbermacher geeignet: Sehr gut
  • Vor- und Nachteile: Gute Schalldämmung. Rohstoff kommt aus dem Mittelmeerraum und steht nur begrenzt zur Verfügung.
  • Maße/Verpackung: 1000 x500 x10–120 mm
  • Preis: Rund 280 Euro/cbm
  • Hersteller: Ziro
  • Anschrift: Tullastraße 26, 79341 Kenzingen. Telefon: (0 76 44) 91 19-0

Beratung und Förderung

  • Fördermittel des Bundes (CO2-Gebäudesanierung) KfW Bankengruppe Palmengartenstraße 5–9 60325 Frankfurt am Main Telefon (0 69) 74 31-0 Telefax (0 69) 74 31-29 44
  • Bezuschussung von Energiesparberatungen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Frankfurter Straße 29–35 65760 Eschborn Telefon (0 61 96) 9 08-0 Telefax (0 61 96) 9 08-800
  • Förderung „ökologischer“ Baustoffe Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) Hofplatz 1 18276 Gülzow Telefon (0 38 43) 69 30-0 Telefax (0 38 43) 69 30-102 Internet: www.fnr.de
  • Tipps zur Modernisierung und Energieeinsparung Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) Marktgrafenstraße 66 10969 Berlin Telefon (0 30) 2 58 00-0 Internet: www.vzbv.de
  • Dämmstoffe im Vergleich Stiftung Warentest Lützowplatz 11–13 10785 Berlin Telefon (0 30) 26 31-23 45 Internet: www.test.de
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