Fußbodenheizung und Parkett - funktioniert das überhaupt? | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Flächenheizungen im Boden

Fußbodenheizung und Parkett - funktioniert das überhaupt?

Die Vorteile einer Fußbodenheizung sprechen für sich: sie produziert eine sehr angenehme und gleichmäßige Wärme, es gibt keine klobigen Heizkörper mehr und trotz des Dauerbetriebes heizt eine Fußbodenheizung auch wesentlich kostengünstiger als eine Standardheizung.

 
Flächenheizungen im Boden: Fußbodenheizung und Parkett - funktioniert das überhaupt? © Selbermachen Media
Flächenheizungen im Boden: Fußbodenheizung und Parkett - funktioniert das überhaupt?

Einziger Nachteil neben der relativ teuren Installation: nicht jeder Bodenbelag ist für eine Fußbodenheizung geeignet. Laut dem Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) sind bereits in etwa 50 % aller Ein- und Zweifamilienhäusern Fußbodenheizungen verlegt. Jedoch 32 % aller deutschen Haushalte besitzen Parkett und 20 % Laminat (laut statista.com).

Und hier liegt das Problem:

Auch wenn Holz der beliebteste Bodenbelag der Deutschen ist, für eine Fußbodenheizung eignet es sich nicht gerade. Holz ist ein ziemlich schlechter Wärmeleiter und besitzt somit eher isolierende Eigenschaften.

Doch auch wenn Parkett nicht die ideale Lösung darstellt gibt es Möglichkeiten, dass die Füße trotzdem die wohltuende Wärme aus dem Boden genießen können.

Das ideale Holz

Das potentielle Parkettholz muss einer enormen Hitzeentwicklung standhalten und diese natürlich auch abgeben können. Nur wenige Hölzer arbeiten auch bei hohen Temperaturen nur wenig oder neigen kaum zur Rissbildung und die wenigsten besitzen eine ausreichend hohe Wärmeleitfähigkeit. Hartholzklebeparkett eignet sich mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,22 Lambda noch am besten.

Je dünner die Holzschicht und je dichter das Holz, desto besser. Zudem besitzen geölte Hölzer bessere Wärmeleiteigenschaften als Lackversiegelte.

Die richtige Installation

Das Parkett sollte direkt mit dem Untergrund verklebt werden, eine schwimmende Verlegung eignet sich bei einer Fußbodenheizung generell nicht. Der Untergrund muss so eben und dreckfrei wie möglich sein, damit zu starke Dehnungen und im schlimmsten Fall Rissbildungen vermieden werden können.

Die beste Variante sind Mosaik- und Fischgrätenparkett. Warum? Je kleiner die Einzelelemente desto geringer ist die Fugenbildung während der Wärmeübertragung. Zudem sorgt die notwendige Vollverklebung für eine bestmögliche Wärmeleitfähigkeit. Auf der Website von Casando Magazin finden sich hierfür noch weitere Tipps und Tricks, auch bezüglich der idealen Holzwahl.

Bevor allerdings Parkett über einer Fußbodenheizung verlegt werden kann, müssen bestimmte Schritte eingehalten werden. Das Funktionsheizen wird einige Tage nach der Trocknung abhängig vom Heizestrich durchgeführt. In diesem ersten Testdurchlauf wird die Fußbodenheizung für mehrere Tage auf maximale Leistung gestellt.

Danach folgt das Belegreifheizen, bei der die Restfeuchte im Estrich auf ein vorgeschriebenes Maß reduziert. Parallel zu allen Testdurchläufen wird ein Aufheizprotokoll geführt. Darin werden alle relevanten Daten vom Datum über Testlänge bis hin zu Temperaturen und möglichen Problemen für jeden nachvollziehbar niedergeschrieben. Erst wenn bis hierhin keine Konflikte auftreten, kann das Parkett verlegt werden.

Parkett über der Fußbodenheizung ist nicht die ideale Lösung. Wer trotz allem nicht auf das geliebte Holz am Boden verzichten will, sollte sich zum einen gut beim Fachmann über geeignete Holz- und Parkettarten sowie über die richtige Verlegung beraten lassen. Zum anderen müssen alle vorgeschriebenen Testphasen vom Funktionsheizen bis zum Belegreifheizen korrekt durchgeführt und protokolliert werden.

Denn erst wenn die Fußbodenheizung einwandfrei funktioniert und das Parkett entsprechend verlegt ist, kann man sich viele Jahre lang an der wohligen Fußwärme und der natürlichen Optik erfreuen.

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