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Heizkosten

Heizkosten senken

Wenn im Winter eiskalter Wind durch Fugen und Ritze an Fenstern und Türen pfeift, dann ist das nicht nur ungemütlich. Das durch Zugluft verursachte fröstelige Gefühl ist ein ernstzunehmendes Warnsignal. Denn hier wird nicht nur Ihre Gesundheit gefährdet, sondern Heizkosten buchstäblich zum Fenster hinaus geschmissen. Erste Hilfe ist angesagt.

 
Rohrschalen © Selbermachen
Rohrschalen

Problemzone Fenster

Alte Fenster mit einfacher Verglasung und undichten Fugen können bis zu 25 Prozent der Heizkosten verursachen. Schon bevor man sein Haus von einem Fachmann energetisch sanieren lässt, können mit einfachen Maßnahmen merkliche Erfolge erzielt werden. Dazu hält der Handel eine Reihe von selbstklebenden Schaumstoffdichtungen und Gummiprofilen bereit. Damit lassen sich Spalten bis 5 mm abdichten. Bei einer Fugenweite von 2 mm werden mit jedem abgedichteten Meter mehr als 3 Euro Heizkosten im Jahr eingespart. Dagegen stehen etwa 1,50 Euro Materialkosten pro m. Bei einfach verglasten Fenstern lässt sich der Wärmeverlust um bis zu 30 Prozent mit Fensterfolien senken.

Auch ohne handwerkliches Geschick. Der Quadratmeterpreis liegt bei etwa 35 Euro inklusive Zuschnitt (siehe Internet-Adressen). Fensterfolien nehmen gut 10 Prozent des Tageslichts, was in den meisten Fällen sicher akzeptabel ist. Nicht nur die Fenster selbst, auch die Gurtdurchführungen von Rollläden können ein Wärmeloch darstellen. Erste Abhilfe schaffen Abdeckplatten mit Bürstendichtungen, die von innen befestigt werden. Doch spätestens im nächsten Frühjahr sollte man den Rollladenkasten außen abdichten, um die kalte Luft gar nicht erst ins Haus zu lassen. Entsprechende Gummiprofile finden Sie bei den aufgeführten Herstellern.

Rund um die Tür

Auch schlecht schließende Türen treiben die Heizkosten unnötig nach oben. Hier eignen sich die gleichen Dichtungsbänder wie für Fenster. Den Abschluss zum Boden erziehlt man einfach mit einer selbstklebenden Bürstendichtung. Sie lässt sich schnell montieren und verhindert, dass kalte Außenluft unter der Tür nach innen kriecht. Diese Maßnahmen haben auch an Innentüren Sinn, die zu unbeheizten Räumen wie beispielsweise den Flur führen.

Doch Achtung: Wer der unfreiwilligen Lüftung einen Riegel vorgeschoben hat, riskiert eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Dadurch kann es zu Schimmelbildung kommen. Eine regelmäßige und angepasste Lüftung wird notwendig. Als Faustregel gilt: Im Winter zwei- bis dreimal täglich 5 bis 10 Minuten stoßlüften, im Frühjahr und Herbst 15 bis 30 Minuten.

Rohre isolieren

Wer heißes Wasser durch nicht isolierte Rohre fließen lässt, vergeudet nicht nur Energie. Seit etwa einem Jahr müssen Heizungsrohre und Warmwasserleitungen gedämmt sein, wenn sie frei zugänglich durch nicht beheizte Räume führen. Das schreibt die Energieeinsparverordnung vor. Der damit verbundene Aufwand an Zeit und Geld ist gering. Geeignete Rohrschalen aus Polyethylen oder Kautschuk sind mit einem Schlitz versehen und werden einfach über das Rohr gestülpt.

Produkte aus Kautschuk gibt es mit selbsklebender Naht. Sie sind zwar etwas teurer, dafür werden aber keine Klammern und Klebeband benötigt. Das bedeutet auch eine gewisse Zeitersparnis bei der Verarbeitung. Die wärmedämmenden Eigenschaften sind bei beiden Materialien jedoch gleich. Man kann also zwischen dem Einsatz von Zeit und Geld in Ruhe abwägen.

Innendämmung

Eine Dämmung der Außenwände von der Fassade her ist letztlich am wirkungsvollsten. Sie schützt nicht nur vor Energieverlusten, sondern auch vor der Witterung. Doch nicht immer ist eine Außendämmung möglich, sei es aus Gründen des Denkmalschutzes, oder man selbst möchte die Fassade so erhalten, wie sie ist.

In diesem Fall stellt eine Innendämmung eine Alternative dar. Doch die kann zu feuchten Wänden führen (Taupunkt-Problematik). Hier sollte man nur nach vorheriger Beratung durch einen Fachmann ans Werk gehen. Unproblematisch ist dagegen die Dämmung von Innenwänden, die an unbeheizten Räumen liegen. Auch dort wird natürlich wertvolle Heizenergie aus den Wohnräumen abgezogen.

Eine einfache Lösung bieten Dämmtapeten aus Styropor. Sie lassen sich wie herkömmliche Tapeten verarbeiten und sind mit einem Quadratmeterpreis ab 3 Euro eine überschaubare Investition. Neben der Isolierung von Innenwänden können sie auch sinnvoll eingesetzt werden, um eine bestehende Außendämmung zu verstärken. Dämmtapeten sind auch mit Raufaser kaschiert erhältlich. Das bedeutet Dämmen und Tapezieren in einem Arbeitsschritt.

Heizkörpernischen

Steht der Heizkörper vor einer dünnen und nicht isolierten Außenwand, kommt es zu erheblichen Energieverlusten. Kaum vom Heizkörper abgestrahlt, dringt die Wärme durch die Wand ins Freie und ist verloren. Dämmtapeten oder -platten aus Styropor sind auch hier eine schnelle und elegante Lösung. Um so mehr, als zwischen Wand und Heizkörper meist zuwenig Platz ist für andere – dickere – Dämmstoffe. Für diesen speziellen Anwendungsbereich gibt es Produkte mit Aluminiumkaschierung. Die Preise liegen etwa zwischen 3 und 7 Euro.

SELBER MACHEN 01/2008

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