Pelletofen

Holzpellets - Sparsame Dauerbrenner

Pellets heißen die kleinen Stäbchen aus gepressten Holzspänen und sind eine echte Alternative zu Öl und Gas. Mit Holzpellets lässt sich die Zentralheizung eines Hauses genauso befeuern wie auch einzelne Räume erwärmen. Einzig ihr Lagervolumen ist deutlich größer als bei herkömmlichen Heizenergieträgern. Aber auch dafür gibt es praktikable Lösungen.
 
Feuer mit Pellets © Selbermachen
Feuer mit Pellets

Heizen mit Holzpellets

Holzpellets bestehen aus Holzresten und -abfällen wie Sägemehl, Altholz oder Hobelspänen. Sie werden unter hohem mechanischem Druck zu kleinen Zylindern oder Stäbchen geformt. Die Holzteilchen halten durch natürliche, holzeigene Bindestoffe zusammen. Damit beim Verbrennen keine Schadstoffe entstehen, darf das Holz nicht durch Leim, Farbe oder Kunststoffe verunreinigt sein. Die Presslinge sind zwischen 0,3 und 4,5 cm lang, haben einen Durchmesser von 6 bis 8 mm und werden als Schüttgut verwendet. Dank ihrer Rieselfähigkeit sind Holzpellets einfach zu handhaben und zu transportieren.

Der Lieferant von Holzpellets

Das Pellethändlernetz ist derzeit noch nicht überall lückenlos. Mithilfe des Internets finden Sie aber einen in Ihrer Nähe. Am besten wissen natürlich die Pellethersteller, wo die Händler sitzen. Wer hier nicht fündig wird, kann auch im Branchenbuch einen Händler finden. Ein Vergleich mehrerer Lieferanten lohnt sich in jedem Fall – mit Blick auf Qualität, Service und Preis. Hochwertige Pellets sehen glatt und glänzend aus, weisen wenige Risse auf und enthalten wenig Staub. Die Qualitätsanforderungen für Holzpellets sind in der europäischen Norm EN 14961-2 festgelegt. Ihre Werte werden von der neuen Zertifizierung „EN plus“ umgesetzt.

Auf dieses Siegel von Anfang an zu achten ist sinnvoll: Gute Pellets sind die Basis für den störungsfreien Betrieb der Heizungsanlage. Die Presslinge werden in Säcken oder als lose Ware gehandelt, was deutlich billiger ist. Neben dem Preis gilt es jedoch auch, die darin enthaltenen Leistungen zu vergleichen: Gibt es eine Mindestabnahme? Ist der Preis abhängig von der Liefermenge? Entstehen zusätzliche Transportkosten oder Einblaspauschalen bei der Lieferung loser Ware?

Die Heizung

Eine Pelletheizung besteht immer aus dem Lagerbehälter, dem Kessel und dem Austragsystem, der Verbindung zwischen den beiden ersten Anlagenteilen. Nur wenn diese Komponenten aufeinander abgestimmt oder kompatibel sind, läuft die Heizung störungsfrei. Um unnötige Kosten zu vermeiden, lohnt es also, die ganze Anlage von einem Hersteller zu kaufen.

Die optimale Lagerung der Pellets

Holzpellets können in separaten Räumen oder in speziellen Behältern aufbewahrt werden. Das benötigte Lagervolumen hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Im Idealfall wird eine Jahresbrennstoffmenge eingelagert. Als Faustregel gilt dann: 1 kW Heizlast entspricht 0,5 qbm Lagerraum, wobei Verkehrswege schon eingerechnet sind. Wer im Wohngebäude ausreichend Platz hat, kann einen separaten Lagerraum neben dem Heizungsraum einrichten oder auch einen Bereich eines Raums abtrennen – vorausgesetzt, Wände und Boden sind massiv und trocken. Alternativ können industrielle Lagerungsbehälter wie Silos aus Gewebe oder Metall direkt neben der Heizungsanlage aufgestellt werden. Diese fassen kaum das Volumen eines Jahresbedarfs. Es gibt jedoch auch Silos, die zu Batterien kombiniert werden können. Egal ob separater Raum oder Silo: Gelagert wird am besten in einem Raum, der von einer Außenwand, idealerweile zur Straßenseite hin, begrenzt ist. Das erleichtert die Anlieferung. Es gibt auch die Möglichkeit, auf den Garten auszuweichen. Diverse Behältersysteme können dort an geschützter Stelle aufgebaut werden. Bei Neubau oder Gartenumgestaltung ist die unterirdische Lagerung im Erdtank am elegantesten.

Befüllung des Lagers

© SelbermachenWenn es sich nicht um Sackware handelt, werden Holzpellets mit dem Silowagen angeliefert und mittels Pumpschlauch in den Vorratsraum beziehungsweise in den Lagerbehälter eingeblasen. Da der Schlauch in der Regel 30 m lang ist, darf der Befüllanschluss maximal 30m von der Hauszufahrt entfernt sein. Bei größeren Entfernungen müssen bereits im Vorfeld die technischen Möglichkeiten des Lieferanten geklärt werden. Parallel zum Einblasvorgang werden die erforderliche Förderluft sowie der entstehende Staub abgesaugt.

Das „Raumaustragsystem“

Bei einer vollautomatischen Pelletzentralheizung gelangen die Presslinge aus dem Lagerraum oder -behälter über sogenannte Raumaustragsysteme zum Heizkessel. Dabei werden grob zwei Systeme unterschieden: Förderschnecken sind ideal, wenn die Pellets in unmittelbarer Nähe des Kessels aufbewahrt werden. Müssen hingegen weitere Entfernungen oder auch Höhenunterschiede überbrückt werden, so kommen pneumatisch betriebene Saugsysteme zum Einsatz. Ihr etwas höherer Geräuschpegel lässt sich durch den Einbau eines zwischengeschalteten Vorratsbehälters, der nur periodisch aufgefüllt wird, sowie eine gute Schallisolierung der Rohrleitungen auf erträgliche Werte reduzieren.

Der Heizkessel

Der Heizraum sollte wie der Lagerraum an die Außenmauer des Hauses angrenzen. Das ermöglicht die direkte Zufuhr von Verbrennungsluft zum Kessel. Die Pellets werden mittels Förderschnecke vollautomatisch in den Brennraum des Kessels transportiert. Ihre Menge wird bei modernen Heizanlagen durch eine mikroprozessorgesteuerte Regelung an die Kesselleistung angepasst. Im Kessel werden die Presslinge bei rund 1000 °C nahezu rückstandsfrei verbrannt. Vor dem Kauf einer Pelletheizung ist es sehr hilfreich, sich Musteranlagen oder bereits installierte Anlagen in Aktion anzusehen. Bei der Auswahl der Anlage spielen dann zum einen der Heizbedarf, zum anderen Komfortwünsche eine Rolle. Die Kesselnennleistung muss dem Heizbedarf des Hauses angepasst sein und soll nicht überdimensioniert sein, auch nicht „sicherheitshalber“. Die Grundlage der Planung ist eine aktuelle Wärmebedarfsrechnung. Auch eben getätigte oder in Kürze geplante Sanierungsmaßnahmen wie neue Fenster müssen einbezogen werden. Da ein Laie die technische Ausgereiftheit eines Kessels kaum überprüfen kann, sollte man sich auf die Richtlinien von Förderstellen verlassen: Ihre Anforderungen an den Wirkungsgrad und die Verbrennungsgüte eines förderwürdigen Kessels sind weit strenger als gesetzliche Regelungen. Ein überlegenswertes Extra ist der Einbau eines Warmwasser-Pufferspeichers: Er reduziert die Zahl der Brennerstarts und lässt den Heizkessel dann immer im Volllastbetrieb laufen. Dies erhöht den Wirkungsgrad und reduziert zugleich die Emissionen.

Pflege und Wartung der Pellet-Zentralheizung

Pflege heißt bei einer Pelletzentralheizung vor allem Ascheentleerung. Je größer der dafür vorgesehene Behälter, umso seltener muss geleert werden. Praktisch ist ein Behälter in der Nähe der Heizanlage, in den die Asche umgefüllt wird. Bei der Verbrennung entstehen auch geringe Mengen Flugasche, die sich auf Flächen des Wärmetauschers absetzen. Dieser muss deshalb regelmäßig gereinigt werden, manuell oder auch automatisch. Anlagen mit automatischer Reinigung und Entaschung sind teurer, aber sie bieten dadurch die Garantie, dass der Kessel stets mit optimalem Wirkungsgrad läuft. Wie bei der Öl- oder Gaszentralheizung lohnt sich auch bei Pelletheizungen ein Servicevertrag mit einem (in Sachen Pellets versierten!) Heizungsfachmann: Er prüft jährlich die Funktion und Betriebssicherheit Ihrer Anlage.

Kosten

Bei den laufenden Kosten können Pelletheizungen punkten: Laut dem Deutschen Energieholz und Pellet-Verband (DEPV) lag der mittlere Preis für 1 kg Pellets im September 2013 im Schnitt bei 27,77 Cent. Eine Kilowattstunde Wärme aus Pellets hat mit 5,67 Cent gegenüber Heizöl einen Preisvorteil von rund 30 Prozent. Energieexperten rechnen wegen knapper werdender Ressourcen, Versorgungsunsicherheiten bei Öl und Gas sowie steigender Energie steuern in den nächsten Jahren mit einer wachsenden Preisdifferenz. Ab schreckend wirken hingegen die Anschaffungskosten: Eine Pelletzentralheizung kostet heute noch rund doppelt so viel wie eine herkömmliche Heizung.

Fördermöglichkeiten rund um Holzpellets

Diverse Fördertöpfe in Bund und Ländern machen die Investition dennoch schmackhaft. Hier gilt es, sich vor Kauf einer Anlage gründlich zu informieren, um keine Fristen zu verpassen. Informationen und Förderanträge für Bundeszuschüsse aus dem Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien gibt es beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unter Telefon (06196) 9 08-625 oder im Internet: www.bafa.de. Bei der Finanzierung helfen auch zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Informationen hierzu bekommen Sie unter (0 800) 539 9002 und im Internet unter www.kfw.de. Wer hier nichts Passendes findet, der suche nach Fördermitteln unter www.energiefoerderung.info.

Vorteile von Pellet-Heizungen

Hervorragende Ernergiebilanz: Verbrennung von Pellets wird nur die Menge an Kohlen stoff dioxid (CO2) freigesetzt, die der Baum im Laufe seines Lebens aus der Atmosphäre aufgenommen hat. So viel CO2 würde auch entweichen, wenn das Holz vermoderte. Zudem ist der Ausstoß an Schwefeldioxid bei der Verbrennung von Pellets deutlich geringer als bei der Verbrennung von Gas und Öl. Dieses Gas mit Verantwortlich für die Bildung von saurem Regen und trägt damit zum Waldsterben bei.

Sicherheit

Geringes Risiko von Unfällen und Umweltverschmutzungen.

Versorgungssicherheit

Nachwachsender, ständig verfügbarer Brennstoff und damit auf Dauer berechenbare, niedrige Preise. Unabhängigkeit von möglichen Ölpreisschwankungen. Verwendung ungenutzter Holzressourcen, die bislang im Wald verrotten beziehungsweise teuer aus der Holzverarbeitung entsorgt werden müssen. Stärkung der Wirtschaft und der sozialen Strukturen in der Hersteller-Region.

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