Im Test: sechs Klimageräte | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Klimageräte

Im Test: sechs Klimageräte

Kaum beginnt das Frühjahr, stehen in allen Bau- und Elektrofachmärkten mobile Klimageräte. Wir haben sechs Modelle verschiedener Anbieter in das SELBER MACHEN-Testinstitut PZT geschickt und auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.

 
Klimageräte im Test © Selbermachen
Klimageräte im Test

Wenn es mal wieder richtig Sommer wird, sorgen auch Speiseeis und Erfrischungsgetränke bald nicht mehr ausreichend für wohltuende Abkühlung. Der Kopf schwillt, und der Schweiß ist nicht mehr aufzuhalten. Jetzt hilft ein mobiles Klimagerät. Das rollt man einfach ins Zimmer. Zunächst öffnet man ein Fenster einen Spalt weit, um die warme Abluft loszuwerden, die das Gerät beim Kühlungsprozess produziert. Und schon kann die kleine Kaltluftfabrik eingeschaltet werden.

Schon nach einigen Minuten kühlt die Raumluft spürbar ab. Die heiße Luft wird nach draußen gepumpt, und ein angenehm kühler Lufthauch füllt den Raum. Dabei ergibt sich aber ein Problem: Bekanntlich enthält warme Luft mehr Feuchtigkeit als kalte. Beim Abkühlen der warmen Luft kondensiert also Wasser aus. Das bedeutet nicht, dass es nun im Zimmer regnet, und es schlägt sich auch kein Tau auf dem Bücherregal nieder, denn diese Feuchtigkeit fällt im Klimagerät an. Trotzdem muss man sie wieder loswerden. Einige Geräte lösen das über Auffangschalen, die man entleeren muss, andere blasen die Feuchtigkeit mit der warmen Abluft ins Freie. Führt der Abluftschlauch des Geräts in einen Abluft- oder Kabelschacht, sollte man besser ein Gerät mit Wasserauffang benutzen. Sonst kann es zu üblen Feuchtigkeitsschäden kommen.

Fast alle Monoblock-Klimageräte können auch als Lufttrockner, manche als Heizgeräte eingesetzt werden – aber das wird erst wieder im Herbst interessant. Jetzt ist Sommer, die Luft draußen schwirrt vor Hitze, und drinnen schmeckt sogar eine heiße Tasse Tee – jedenfalls, wenn das Klimagerät angenehm kühlt.

Beim Thema Ausstattung zeigten sich bei den sechs getesteten Klimageräten gewichtige Unterschiede: Trotec und DeLonghi waren rund fünf oder acht Kilo schwerer als die anderen Kandidaten, brachten aber auch eine effektivere maximale Kühlleistung. Beim Punkt Konstruktion und Design erhielten fast alle Geräte ein „Sehr gut“, nur Bonus und Fakir bekamen von unseren Prüfingenieuren ein „Befriedigend“. Dieses Bild zeigte sich auch beim mitgelieferten Zubehör. Während das Testfeld beim Thema Kühlen relativ nah beieinanderlag, zeigten sich die Unterschiede beim Entfeuchten der Luft. Der Hintergrund: Das subjektive Wärmeempfinden des Menschen springt auf die relative Luftfeuchte an. Je trockener die Luft, desto kühler kommt sie uns vor. Whirlpool mit einem „Sehr gut“ und Trotec mit einem „Gut“ führten beim Entfeuchten das Feld an. Pro Klima folgte mit einem „Befriedigend“, während die anderen nur „Ausreichend“ erhielten. Unter dem Punkt Handhabung/ Luftbewegungsregelung zeigten sich weitere Unterschiede: Bei DeLonghi ließ sie sich gar nicht einstellen, Bonus, Fakir und Trotec ermöglichten eine manuelle Einstellung. Bei Pro Klima und Whirlpool ließ sich der Luftstrom dagegen mit der Fernbedienung bequem vom Sofa aus regeln.

Warum nicht einfach "Durchzug" machen?

Viele Menschen sind der Meinung, dass Klimageräte unnötige Energieverschwender sind. Es reicht doch, an heißen Tagen quer zu lüften und so für Abkühlung im Haus zu sorgen. Bestenfalls kann man noch einen Ventilator aufstellen, um der üblen Hitze Herr zu werden.

Das bringt sicher etwas Abkühlung, solange man draußen etwas Wind hat oder direkt im Luftstrom des Ventilators sitzt. Das allerdings mag nicht jeder gern und kann bei empfindlichen Menschen zu Erkältungssymptomen führen. Komfortabler und besser für das Raumklima sind da schon richtige Klimageräte.

Dauerhaft eingebaut (sogenannte Split-Klimageräte) oder als Monoblock-Modell, das man bei Bedarf in Position bringt und anschaltet.

Die kompakten Monoblocks kühlen und trocknen die Luft. Dabei verbrauchen sie bei geringer Geräuschentwicklung auch nur wenig Energie. In der Regel bekommen diese Geräte mit der Energieeffizienzstufe A einen niedrigen Energieverbrauch bescheinigt. Da sie nicht permanent laufen, sind sie gegenüber Lüften und „Luft quirlen“ mit dem Ventilator klar im Vorteil. Besonders wenn es im Büro heiß hergeht, schaffen sie ein richtig gutes Arbeitsklima.

SELBER MACHEN-Test

Bonus „Monoblock 2,6 kW“

Bonus „Monoblock 2,6 kW“© SelbermachenPreis: 339 Euro

Positiv: Gut lesbares, übersichtliches Display. Automatik für Lüftergeschwindigkeit. Abluftschlauch vormontiert. Luftstromrichtung horizontal verstellbar.

Negativ: Arbeitsbereich 30°C. Kein Zubehör für Abluftschlauch. Für Raumentfeuchtung weniger geeignet. Hoher Luftstrom in allen Lüfterstufen. Fernbedienung ohne Display.

Gesamturteil: Gut

DeLonghi „PAC N80“

DeLonghi „PAC N80“© SelbermachenPreis: 449 Euro

Positiv: Arbeitsbereich bis 35°C. Fernbedienung mit Displayanzeige. Diverses Zubehör für Abluftschlauch. Sehr ansprechende Konstruktion. Relativ geringe Gerätehöhe. Moderater Luftstrom in allen Lüfterstufen.

Negativ: Relativ geringe Kühlleistung. Richtung des Luftstroms nicht verstellbar. Für Raumentfeuchtung weniger geeignet. Relativ hoher Energieverbrauch.

Gesamturteil: Gut

**Fakir „Prestige 1020“

Fakir „Prestige 1020“© SelbermachenPreis: 699 Euro

Positiv: Sehr gut gestaltete Bedienungsanleitung. Automatik für Lüftergeschwindigkeit. Abluftschlauch vormontiert. Luftstromrichtung horizontal und vertikal verstellbar. Geringster Stromverbrauch aller Geräte.

Negativ: Arbeitsbereich 30°C. Für Raumentfeuchtung weniger geeignet. Hoher Luftstrom in allen Lüfterstufen. Fernbedienung ohne Display.

Gesamturteil: Gut

Pro Klima „MPG-09CRN1“

Pro Klima „MPG-09CRN1“© SelbermachenPreis: 649 Euro

Positiv: Arbeitsbereich bis 35°C. Fernbedienung mit Displayanzeige. Diverses Zubehör für Abluftschlauch. Sehr ansprechende Konstruktion. Moderater Luftstrom in allen Lüfterstufen. Luftstromrichtung horizontal verstellbar.

Negativ: Relativ kurze Zuleitung. Relativ hoher Energieverbrauch beim Kühlen. Hoher Stand-by-Verbrauch.

Gesamturteil: Gut

Trotec „PAC 3500“

Trotec „PAC 3500“© SelbermachenPreis: 533 Euro

Positiv: Hohe Kühlleistung. Diverses Zubehör für Abluftschlauch. Sehr ansprechende Konstruktion. Arbeitsbereich bis 35°C. Für Raumentfeuchtung gut geeignet. Luftstromrichtung horizontal verstellbar.

Negativ: Hoher Luftstrom in allen Lüfterstufen. Fernbedienung ohne Display. Kein Automatikmodus für Lüftergeschwindigkeit.

Gesamturteil: Gut

Whirlpool „AMD 092/1“

Whirlpool „AMD 092/1“© SelbermachenPreis: 649 Euro

Positiv: Hohe Kühlleistung. Diverses Zubehör für Abluftschlauch. Sehr ansprechende Konstruktion. Sehr gut für Raumentfeuchtung geeignet. Heizfunktion. Fernbedienung mit Displayanzeige. Luftstromrichtung horizontal verstellbar.

Negativ: Gerät seitlich nicht verschiebbar. Hoher Energieverbrauch beim Kühlen. Relativ hoher Stand-by-Verbrauch.

Gesamturteil: Gut

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