Photovoltaik

Wann lohnen sich Solarthermie und Photovoltaik fürs Eigenheim?

Sonnenenergie ist immer noch auf dem Vormarsch: Im heißen Juli wurde erstmals so viel Solarenergie wie Atomenergie ins deutsche Stromnetz eingespeist. Doch lohnt es sich für jeden Privathaushalt, eine Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zu installieren? Wir geben Ihnen eine Checkliste an die Hand und stellen Ihnen hilfreiche Tools vor, die Sie bei der Entscheidung unterstützen.

 
Die Rentabilität einer Solaranlage hängt von vielen Faktoren ab © erdgas.info
Die Rentabilität einer Solaranlage hängt von vielen Faktoren ab

Angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise stellen sich immer mehr Eigenheimbesitzer die Frage, welcher Energiemix sowohl finanziell als auch ökologisch eine sinnvolle Alternative wäre. Eine Photovoltaikanlage kann hier eine gute Lösung sein, um langfristig ressourcenschonend und günstig eigene Energie und Warmwasser zu erzeugen. In welchem Fall es sich lohnt, eine Solaranlage zu installieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Checkliste: Was ist bei der Planung einer Solaranlage zu beachten?

  • Standort: Maßgeblich ist zunächst einmal der Standort des Hauses bzw. die dortige Sonnenscheindauer. Wie gut sich Ihr Wohnort bzw. der Standort Ihres Hauses für eine Solaranlage eignet, können Sie in einem sogenannten Solarkataster nachschauen, sofern es für Ihre Region einen solchen gibt (s. unten).
  • Ausrichtung: Das Hausdach sollte nicht mehr als zehn Grad von der optimalen Südausrichtung abweichen.
  • Fläche: Pro im Haushalt lebender Person sind 1,5 qm Flach- oder 1 qm Röhrenkollektorfläche notwendig, um den Warmwasserverbrauch abzudecken. Soll zusätzlich Strom erzeugt werden, sollte die Fläche mindestens doppelt so groß sein.
  • Dachneigung: Der Neigungswinkel des Daches sollte zwischen 40-45 Grad betragen. Bei Flachdächern ist eine Aufständerung möglich.
  • Statik: Das Dach bzw. die Bauelemente müssen stabil genug sein. Von einem Fachmann vorab überprüfen lassen!
  • Schatten: Es sollte kein Schatten von Bäumen oder anderen Gebäuden auf die Dachfläche fallen.
  • Gebäudeeigenschaften: Eine wesentliche Rolle spielt auch der spezifische Wärmebedarf des Gebäudes. In Niedrigenergiehäusern kann die solare Heizungsunterstützung inklusive Warmwasserbereitung bis zu 40 % Heizenergie einsparen.
  • Kollektoren: Es kann zwischen Vakuumröhren- und Flachkollektoren gewählt werden. Flachkollektoren sind preiswerter, haben aber einen niedrigeren Wirkungsgrad als Vakuumröhrenkollektoren.
  • Leitungswege: Um Energieverluste beim Transport zu vermeiden, sollte die Verbindung zwischen Kollektor und Warmwasserspeicher möglichst kurz sein. Eine ideale Lösung ist zum Beispiel die Installation einer Erdgasheizung mit angeschlossenem Trinkwasserspeicher im Dachgeschoss.
  • Personenanzahl: Von der Anzahl im Haushalt lebender Personen hängt sowohl die Kollektorenfläche als auch die Größe des notwendigen Trinkwasserspeichers ab.

Diese Faktoren müssen bei der Berechnung, ob sich eine Solaranlage lohnt, mit einbezogen werden. Eine abschließende Einschätzung kann aber nur der Fachmann vor Ort abgeben.

Hilfsmittel und Tools

1. Solarkataster: Heatmaps für das Solarpotenzial 

Für viele deutsche Regionen und Städte gibt es inzwischen sogenannte Solar- oder Solarpotenzialkataster. Das sind Karten, auf denen verzeichnet ist, welche Standorte wie viel Potenzial für Solarthermie bzw. Photovoltaik bieten. 

Auch der Internetkonzern Google plant mit "Project Sunroof" einen weltweiten Solarkataster. Aufbauend auf den Dienst Google Maps sollen Nutzer künftig die durchschnittliche Sonneneinstrahlung, die Neigung ihres Daches sowie die vorhandene Fläche für Solarpaneele auf ihrem Haus ermitteln können.

2. Solarrechner: Schnelle Einschätzung per Mausklick

Websites wie das Solaranlagen-Portal bieten einen Solarrechner an, mit dem man eine grobe Einschätzung erhält, ob sich eine Solaranlage auf dem eigenen Dach lohnt.

3. Förderratgeber: Unterstützungsmöglichkeiten auf einen Blick

Solarwärmeanlagen, die mindestens 50 Prozent des Heizenergiebedarfs decken, werden mit 300 Euro pro Quadratmeter gefördert. Voraussetzung dafür ist das Erreichen des KfW-Effizienzhaus-Standards 55. Gefördert wird auch der Austausch alter Öl-Brennwertkessel, wenn zusätzlich eine Solaranlage installiert wird, die Warmwasserbereitung und Heizung unterstützt. In diesem Fall gibt es 140 Euro pro Quadratmeter für die Sonnenkollektoren und 500 Euro für den Austausch des Heizkessels. 

Des Weiteren gibt es eine Vergütung für jede ins öffentliche Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde (aktuell max. 12,34 Ct/KWh). Auch die Installation eines Stromspeichers kann gefördert werden. Einen Förderratgeber finden Sie beispielsweise bei der KfW-Bankengruppe, aber auch andere Banken und Bausparkassen bieten Förderung für Solaranlagen an.

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