Klassische Holzbearbeitung

Schwalbenschwanz-Holzverbindung herstellen

Schubladen, Möbel und Kästen bekommen erst durch Verwendung einer Zinkung handwerklichen Charme. Probieren Sie es einmal aus – mit etwas Übung können Sie so tolle Ergebnisse erzielen.

 
Schwalbenschwanzverzinkung Holzverbindung © Fotolia
Eine Schwalbenschwanzverzinkung bie einem Blockhaus

Schwalbenschwanzverbindungen sind durch die schrägen Verzahnungen sowohl eine äußerst stabile wie obendrein auch optisch schöne Holzverbindung. Ein ordentliches Arbeitsergebnis ist allerdings nur zu erlangen, wenn bereits beim Anreißen der Zinken mit größter Sorgfalt gearbeitet wird. Zu beachten ist hierbei, in welcher Richtung die Verbindung später belastet wird, denn danach entscheidet sich, an welcher Seite man die Zinken und an welcher die Schwalbenschwänze anreißt.

So sollte man etwa bei einer Schublade die Schwalbenschwanzstücke seitlich anlegen, da sie sich sonst wegen der Zugbelastung von vorn leicht abziehen ließen. Seitlich angeordnet verkeilen sie sich und sind hochbelastbar. Die Einteilung von Zinken und Schwalbenschwänzen wird nach dem Berechnungsschema festgelegt und ist abhängig von Brettdicke und -breite.

Das richtige Werkzeug:

  • Winkel
  • Stechbeitel
  • Bleistift
  • Radiergummi
  • verstellbare Schmiege
  • Hammer und Feinsäge
  • optional: Streichmaß

 

Holzverbindung: Schichtarbeit mit dem Steichbeitel

Mit dem Stechbeitel tragen Sie vorsichtig Schicht für Schicht ab. Dabei immer zuvor von oben her das Holz einstechen und anschließend wieder von der Hirnholzseite aus abtragen. Diesen Vorgang etwa bis zur Mitte des Bretts wiederholen.

Ganz wichtig: Danach wird das Brett gewendet und die Beitelarbeiten werden von der anderen Seite ausgeführt. So wird verhindert, dass das Holz an einer sichtbaren Stelle ausbricht.

Berechnung von Zinken und Schwalbenschwänzen

Bei der linken Variante wird auf halber Breite der Brettdicke (D) eine Mittellinie angerissen. Eine weitere Hilfslinie im Abstand von 3xD benötigt man dann zum Markieren der Dreiecke. Die Anzahl der Schwalbenschwänze wird nach der Formel B (Breite): 3 x 1/2D errechnet. Das Ergebnis rundet man auf eine gerade Zahl ab und addiert die Anzahl der Zinken (=Anzahl der Schwalbenschwänze +1).

Bei der anderen Variante wird die Breite durch eine ungerade Zahl geteilt, so dass die Teilung etwa der Holzdicke entspricht. Von den Teilstrichen ist dann die gezeigte und selbstgefertigte Schablonenschmiege jeweils nach außen abzutragen.

Tipp: Mit einer selbstangefertigten Schablone (aus Pappe oder Sperrholz) lassen sich die Zinken schnell und einfach anzeichnen und vielfach reproduzieren. Verstellbare Zinkenschmiegen aus Metall sind als Kaufversionen erhältlich.

Schwalbenschwanzverbindung: Anleitung Schritt für Schritt

  1. Brettdicke einzeichnenBrettdicke einzeichnen© Lambertsen

    Brettdicke einzeichnen

    Zeichnen Sie mit einem Tischlerwinkel und einem Bleistift beidseitig die Brettdicke auf das Ende des ersten Werkstückes.
  2. Mittellinie einzeichnenMittellinie einzeichnen© Lambertsen

    Mittellinie einzeichnen

    Die Mittellinie des Bretts wird mit einem Streichmaß angerissen. Falls Sie keines besitzen, wird der Riss mit dem Winkel ausgeführt.
  3. Zinkenabstände übertragenZinkenabstände übertragen© Lambertsen

    Zinkenabstände übertragen

    Die errechneten Zinkenabstände auf die Mittellinie übertragen und die ermittelten Zinken per Schmiege anzeichnen.
  4. Zinken komplettierenZinken komplettieren© Lambertsen

    Zinken komplettieren

    Nun mit einem Tischlerwinkel und einem Bleistift die Zinken auf beiden Brettseiten bis zum Bleistiftriss (Brettdicke) komplettieren.
  5. Teile markierenTeile markieren© Lambertsen

    Teile markieren

    Markieren Sie die Teile, die Sie aussägen wollen deutlich und lassen Sie beim Aussägen der Zinken die Bleistiftrisse stehen.
  6. Zinken aussägenZinken aussägen© Lambertsen

    Zinken aussägen

    Mit einer Feinsäge werden die Zinken ausgesägt. Spannen Sie das Brett für diese Tätigkeit fest oder in eine Hobelbank ein.
  7. Stechbeitel einstechenStechbeitel einstechen© Lambertsen

    Stechbeitel einstechen

    Mit einem möglichst scharfen Stechbeitel wird das zu entfernende Stück zunächst etwa 1 bis 2 mm tief eingestochen.
  8. Schicht abtragenSchicht abtragen© Lambertsen

    Schicht abtragen

    Mit dem Stechbeitel Schicht für Schicht vorsichtig abtragen. Dabei immer rechts und links im Wechsel jeweils das Holz einstechen und anschließend wieder abtragen. Diesen Vorgang etwa bis zur Mitte des Bretts wiederholen.
  9. Andere Seite bearbeitenAndere Seite bearbeiten© Lambertsen

    Andere Seite bearbeiten

    Das Brett umdrehen und die gleiche Arbeit von der anderen Seite ausführen, damit das Holz an sichtbarer Seite nicht ausreißt.
  10. Stellen ausputzenStellen ausputzen© Lambertsen

    Stellen ausputzen

    Unsaubere Bereiche, sei es vom Sägen oder vom Abstechen, werden mit dem Stechbeitel vorsichtig ausgeputzt.
  11. Schwalbenschwänze einzeichnenSchwalbenschwänze einzeichnen© Lambertsen

    Schwalbenschwänze einzeichnen

    Mit Hilfe des fertigen Zinkenstücks reißt man nun mit einem Bleistift die Schwalbenschwänze auf dem zweiten Brett an.
  12. EinsägenEinsägen© Lambertsen

    Einsägen

    Die Schwalbenschwänze werden auf Rissmitte mit der Feinsäge eingesägt und wie die Zinken mit dem Stecheisen ausgestochen.
  13. Fertige SchwalbenschwanzverzinkungFertige Schwalbenschwanzverzinkung© Lambertsen

    Fertige Schwalbenschwanzverzinkung

    Die fertige Schwalbenschwanzzinkung kann nun zusammengesetzt und mit etwas Holzleim dauerhaft verbunden werden.
Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2011. Jetzt abonnieren!
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