Eingangsbereich hell umbauen
Flur

Eingangsbereich hell umbauen

Ein Flur vermittelt Gästen einen ersten Eindruck vom Lebensstil der Hausbesitzer. Kein Wunder, dass die Bewohner nicht länger im Stil der 80er Jahre leben wollten. Eine maßgefertigte Garderobe, frische Wandfarben und warme Holzstufen machen das Entree wohnlicher.

 
Renovierter Flur © Selbermachen
Renovierter Flur

Der Flur vorher© SelbermachenVorher: Der Eingang mit offenem Treppenhaus (rechts im Bild das Geländer) wirkte alles andere als einladend: Holzvertäfelte Decke ebenso wie der dunkelbraune Fliesenboden wirkten rustikal, der Marmorbelag der Treppe und ein Geländer aus Rundrohren. Noch ein Minuspunkt: Der Bereich erhielt kaum Tageslicht, zu wenige Downlights in der Decke reichten nicht für eine Wohlfühlstimmung. Was in den frühen Achtzigern schick war, wird heute ein wenig belächelt – auch bei der Einrichtung.

Eine abgehängte Holzdecke wie in diesem Flur wirkt längst nicht mehr gemütlich, sondern spießig. Terracottaboden und Marmorbelag erinnern nicht mehr an Italien, sondern muten praktisch und kühl an. „Der ganze Eingangsbereich sollte eine zeitgemäßere Ausstattung bekommen“, so fasst Architektin Heike Inkermann die Wünsche der Hausbewohner zusammen.

Haustür und Flur© SelbermachenDazu musste nicht nur der altbackene Charme der unmodernen Materialien und Farben verschwinden. „Der Eingangsbereich inklusive der Treppe ins Dachgeschoss liegt Richtung Norden und war daher meist sehr düster. Um mehr Licht hereinzulassen, habe ich den ersten Stock ins Umbaukonzept mit einbezogen.“ Im ersten Schritt wurde der gesamte Dachbereich freigelegt. Zwischen die Holzbalken kam eine dicke Lage Dämmstoff als effiziente Wärmebremse.

Die Garderobe© SelbermachenGenauso wichtig war der Einbau der Dachflächenfenster: Heute flutet das Tageslicht durchs Treppenhaus runter in den fast quadratischen Flur. Zusätzlich lassen der Glaseinsatz in der neuen Haustür und das raumhohe neue Sprossenfenster im Garberobenbereich mehr Helligkeit als zuvor herein. In einem zweiten Schritt erhielten Boden, Wände und Decke eine Generalüberholung. „Fast alle Arbeiten, die hier von Handwerkern durchgeführt wurden, könnten Heimwerker selbst übernehmen“, urteilt Heike Inkermann.

Zum Beispiel, die Feinsteinzeugfliesen im Großformat von 30 x 60 cm zu verlegen. Oder: Das Holzkleid der Decke wurde abgenommen, in der neuen Verkleidung aus Gipsplatten sorgen mehr Downlights als zuvor für die gleichmäßige Ausleuchtung fensterferner Flurzonen.

Treppengeländer© SelbermachenAuch die Betontreppe ist überholt: Statt der Marmorplatten verbinden Eichenstufen die Etagen, und auch der Handlauf auf dem neuen Geländer aus anthrazitfarbenem Stahl besteht aus dem ausdrucksstarken Holz. Einen Fachmann braucht die mit Spachtelputz versehene farbige Wand zum Wohnzimmer. „Räume wirken ruhiger und einladender, wenn ihnen maximal drei kombinierte Materialien eine einheitliche Handschrift geben“, weiß die Architektin.

Klar, dass auch der Einbauschrank für Mäntel und Schals, Hüte und Mützen aus Eichenplatten besteht. Zwei Bereiche zum Aufhängen von Kleidung nehmen ein Regal in die Mitte. Davor kann man in der hohen Spiegeltür prüfen, ob alles richtig sitzt. Schöner Nebeneffekt: Das Glas reflektiert das Tageslicht des Fensters weiter in den Flur. Als praktische Ergänzung und Raumteiler zugleich erweitert eine freistehende Ablage das Raumangebot. In Trockenbauweise errichtet, finden auf einer Seite Handtasche oder Handy einen festen Platz, zur anderen Seite sind weitere Schubladen integriert.

DIY-TIPPS:

• Die Spiegeltür lässt sich selbst bauen: Trägerplatte im Baumarkt zuschneiden lassen, beim Glaser Spiegelglas besorgen und mit Spezialkleber befestigen. Nun Gleitrollen befestigen und das Ganze in die Führungsschiene einhängen.

• Ohne Maßanfertigung zur Ablage: Vormontierte Schubfächer kaufen und den Rahmen aus Trockenbauwänden auf deren Abmessungen abstimmen.

SELBER MACHEN 10/2009

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