Küche und Wohnraum verbinden | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Umbau

Küche und Wohnraum verbinden

Die Küche dunkel und beengt, das Esszimmer daneben größer, aber kaum genutzt: Durch den Umbau entstand eine große lichte Wohn-Ess- Küche als neuer Lebensmittelpunkt der Familie.

 
Die neue Küche © Selbermachen
Die neue Küche

Die alte Küche© SelbermachenVorher: Die geschlossenen Möbelfronten in dunklen Tönen wirkten schwer und ließen die Küche kleiner und dunkler wirken, als sie ohnehin war. Um an der Eckspüle zu arbeiten, musste man sich unter die Oberschränke zwängen. Der kleine Frühstückstisch bot zwar Arbeitsfläche, schränkte aber die Bewegungsfreiheit ein.

Fast jede Party endet in der Küche: Kein Wunder, locken doch kaltes Bier im Kühlschrank und eine würzige Pizza im Ofen. Aber warum sollte eine Küche nicht auch tagtäglich Treffpunkt sein? Für die Bewohner dieses Einfamilienhauses waren die Gründe offensichtlich: „Bei Tag gesehen war die Einrichtung dunkel und schwer, und der kleine Tisch bot zu wenig Platz – keiner aus der Familie wollte länger als nötig verweilen“, erinnert sich Innenarchitektin Birgit Windmann. Das benachbarte Esszimmer bot mehr Größe, doch in der Regel blieb der Raum mit den geerbten Möbeln leer.

Die Idee der Planerin: Beide Zimmer zusammenlegen. Die Trennmauer fiel, ein zusätzlich eingezogener Träger unter der Decke garantiert statische Sicherheit. Zuvor erhielten beide Räume jeweils durch Fenster in einer Wand Tageslicht. Dank des Durchbruchs kann die Helligkeit nun von gegenüberliegenden Seiten in den Koch- und Essbereich fluten – ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Wohlgefühl. Im zweiten Schritt wurde die Möblierung erneuert. Die Planerin setzte auf helle Fronten: „Darin spiegelt sich das Licht und wird in den Raum reflektiert.“ Weiße Möbel und weiße Wände: Das kann schnell kühl und steril wirken. Birgit Windmann setzte auf eine dunkelrote Unterschrankfront als lebendiges Gegenmittel.

Essbereich und Küche© SelbermachenSechs Module reihen sich unter der Granitplatte. „Solch eine Zeile kann man auch ohne Hilfe eines Planers gut einbauen. Die Platte lässt man zuschneiden. Allerdings muss man auf die passende Höhe der Arbeitsplatte achten.“ Auf der fast 4m langen Zeile haben die Espressomaschine und ein schmaler Hochschrank ihren festen Platz, es bleibt beiderseits der Spülbeckens viel Arbeitsfläche. Die Wasserstelle wurde vor dem Fenster eingebaut, so dass man mit optimaler Beleuchtung Gemüse putzen und Salat waschen kann.

Ofen und Spüle in der neuen Küche© SelbermachenMehr Maßarbeit verlangte die Kochstelle gegenüber; zuvor stand hier der Tisch. Der Kochblock mit dem extrabreite Glaskochfeld wurde etwas niedriger positioniert, so rührt man rückenschonender im Topf. Rechts und links ziehen halbhohe Schränke eine optische Grenze; zwischen ihnen und der Dunstabzugshaube schützt ein Paneel die Wand vor spritzendem Essen. Mussten nur noch Kühlschrank, Backofen und Dampfgarer untergebracht werden. Zusammen mit zwei Apothekerauszügen verschwinden die Geräte vor der schmalen Wand in einer Verkleidung. Schöner Effekt: „Das Passpartout schließt nicht bündig mit den Oberflächen. So scheinen die Einbauten über dem Boden zu schweben, besonders wenn die Einbauleuchten Lichtinseln auf den Boden werfen.“

Offene Küche© SelbermachenAhornparkett verbindet Küche und Essbereich, im Kochbereich sind die neuen Elemente allerdings um 90 Grad gedreht: „So genießt das Auge die einheitliche Holzmaserung, nimmt dennoch die Grenze zwischen den Zimmern war.“ Auch sonst sorgt Holz für viel optische Wärme. Das Sideboard und die Vitrine stammen vom Großvater und wirkten den Besitzern eigentlich zu wuchtig: „In dem offenen Zimmer und durch die formale Ähnlichkeit mit der langen Küchenzeile wirken die Möbel nun als solider Rahmen.“ Inzwischen hat das Zimmerduett dem Wohnraum den Rang abgelaufen. Hier sitzt man jetzt auch, wenn gar nicht gekocht oder gegessen wird.

Sideboards und Tisch im Esszimmer stammen vom Großvater. Ergänzt durch Stühle mit farbigen Hussen harmoniert die Einrichtung durchaus mit den modernen Küchenmöbeln. Deren weiße Fronten weiten den Raum, die neuen Heizkörper sind am Durchgang montiert.

DIY-TIPPS:

• Werden Schränke ganz eingebaut, kann man statt der teureren Maßanfertigung Standardmöbel nehmen und die Verkleidung anpassen.

• Hinter Rollos steht Geschirr staubgeschützt. Offene Regale kann man auch nachträglich mit einem Rolladen aus dem Baumarkt schließen.

Gestaltungsalternativen

Gezielte Helligkeit

Halogenleuchten© SelbermachenOb am Essplatz oder über der Arbeitsplatte, das „Halogen Möbel-Einbau-Set“ schlüpft in Paneele, abgehängte Decken oder Einbauschränke. Je drei 30-Watt-Leuchten werden per Transformator gedimmt. Dreier-Set etwa 18 Euro, von Max Bahr.

Für charmante Patina

Massivholzplatte© SelbermachenWem Arbeitsflächen aus Naturstein zu kühl sind, sollte sich für eine Massivholzplatte entscheiden. Dieses verleimte Buchenholz gibt es in verschiedenen Längen, Breiten und Dicken, passend zum Vorhaben. Ab etwa 50 Euro/Stück, bei Max Bahr.

Schön durch reine Natur

Proteco Oil© SelbermachenEine Mischung aus Leinöl, Carnaubawachs, Sonnenblumen-, Soja- und Distelöl sorgt bei der Naturöl-Oberfläche „proteco oil“ gemeinsam für eine schöne Parkettbodenoptik, zum Beispiel bei der Serie „Salsa“. Der Vorteil gegenüber einer Versiegelung: Das Holz bleibt naturbelassen und offenporig, ist dennoch abriebfest und abweisend gegen Wasser, Cola, Schmutz, Kaffee und Rotwein. Von Tarkett.

Universeller Untergrund

Knauf „Rotband“-Haftputzgips ist ein universeller Grundputz für Wand und Decke. Neue Produkte der „Rotband“-Familie ermöglichen nun sauberes Reparieren: Perfekt für minimale Mängel im Putz ist z. B. der Reparaturspachtel in der Tube. Von Knauf.

Haftputzgips auftragen© PR Reparaturspachtel auftragen© PR

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2013. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren