Möbel: Aus alt mach neu | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Alte Möbel

Möbel: Aus alt mach neu

Abbeizen, Aufarbeiten, Lackieren: Wie Sie Schritt für Schritt  Ihre alten Möbel in neuem Glanz erstrahlen lassen. Ein frischer Anstrich ist hierbei die beste Möglichkeit, ein vergessenes Möbelstück wieder in Szene zu setzen. Was Farbe und eine kreative Gestaltung bewirken, zeigen wir an unseren Beispielen.

 
Pinker Schaukelstuhl © Selbermachen
Pinker Schaukelstuhl

Schaukelstuhl vorher© SelbermachenNeuen Schwung erhielt dieser Schaukelstuhl nicht nur durch den frechen Farbton Pink, sondern auch mit dem Pünktchenmuster auf der Sitzfläche, das ein Kissen symbolisiert.

Bestimmt haben Sie auf dem Dachboden oder in der Werkstatt ein Möbel stehen, das Sie lange nicht mehr beachtet haben. Für den Sperrmüll zu schade, dient es heute vielleicht nur noch zum Aufbewahren von halbleeren Farbdosen oder Krimskram, den man eines Tages noch brauchen könnte. Dass es sich lohnt, diese verborgenen Schätze neu zu entdecken, beweisen unsere drei Objekte. Nach der Schönheitskur mit Pinsel und Farbe können sie sich wieder sehen lassen. Der Schaukelstuhl in knalligem Pink sorgt jetzt im Wohnzimmer für Aufmerksamkeit. Der Couchtisch wurde mit Politur und Glasplatte aufgewertet und der kleine Schrank zeigt sich in den Tönen Aubergine und grünem Innenleben in einem völlig neuen Gewand. Vom wiedergewonnenen Nutzwert ganz zu schweigen.

Bevor Sie sich ans Sanieren bejahrter Möbel machen, sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie ohne professionelle Hilfe ihr Möbelstück aufbessern können. Besonders bei antiquarisch wertvollen Stücken mit Shellackoberflächen oder aufwendigen Verzierungen, ist der Einsatz eines Profis oftmals Gold wert. Handelt es sich jedoch um rustikale Bauernmöbel, Kommoden, Tische oder Stühle, sollten Sie mit etwas handwerklichem Geschick die Sanierungsarbeiten selbst in die Hand nehmen.

Die Vorarbeit und was Sie dafür brauchen

Sich gleich ans Abschleifen der alten Möbelstücke zu machen ist keine besonders gute Idee. Bei größeren Sanierungsarbeiten bietet sich das Anlegen einer To-Do Liste mit einer Auflistung von benötigtem Werkzeug, Materialien und den durchzuführenden Arbeitsschritten an. Ein Foto des Möbelstücks im Ursprungszustand ist nicht nur dem Vorher-Nachher Effekt dienlich, sondern erleichtert auch das richtige Zusammenbauen nach der Sanierung. Eine gründliche Vorarbeit erspart Ihnen Zeit und Ärger.

Mit Abbeizer geht es leichter

Abbeizer© SelbermachenNicht immer kann man alte Oberflächen nur mit Schleifpapier behandeln. Wenn immer wieder neue Lackschichten aufgetragen wurden und einige schon abplatzen, müssen sie restlos entfernt werden. Dazu eignet sich ein chemischer Abbeizer (geeignet auch für Furniere), der die Farbe bis auf den Grund entfernt. Im Baumarkt finden Sie mehrere Abbeizer, darunter beispielsweise den Molto Abbeizer. Testberichte.de hat den Molto Abbeizer getestet und empfiehlt beispielsweise den Clou Lack Abbeizer mit einer Bewertung von 2,1 weiter. Beim Abbeizen sollte man unbedingt mit Arbeitshandschuhen, Schutzbrille und Atemmaske arbeiten. Danach wird das Objekt gründlich mit dem Schleifgerät von allen Seiten bearbeitet. 

Pinker Stuhl

  1. Unebenheiten ausbessernUnebenheiten ausbessern© Selbermachen

    Unebenheiten ausbessern

    Nachdem die Oberflächen mit dem Delta-Schleifer gründlich geschliffen wurden, werden Risse und Unebenheiten mit einer Acryl-Spachtelmasse ausgeglichen.
  2. Vorstreichfarbe auftragenVorstreichfarbe auftragen© Selbermachen

    Vorstreichfarbe auftragen

    Der vorbereitete Schaukelstuhl wird jetzt mit einer gut verlaufenden Vorstreichfarbe auf Alkydharzbasis gestrichen. Die Farbe trocknet innerhalb von sechs Stunden.
  3. Stuhl fein abschleifenStuhl fein abschleifen© Selbermachen

    Stuhl fein abschleifen

    Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, muss der gut angetrocknete Voranstrich noch einmal fein geschliffen werden (240er-Körnung). Danach den Schleifstaub gründlich abfegen und feucht nachwischen.
  4. Stuhl lackierenStuhl lackieren© Selbermachen

    Stuhl lackieren

    Zuerst lackiert man die feinen Streben der Stuhllehnen und des Untergestells mit einem Pinsel. Die große Sitzfläche wird am besten mit einer Mohairrolle lackiert.
  5. Schablone ausschneidenSchablone ausschneiden© Selbermachen

    Schablone ausschneiden

    Für das Punktraster der Sitzfläche haben wir eine Schabone aus Papier angefertigt. Die Punkte wurden mit einem Messerzirkel ausgeschnitten, das Papier mit Klarlack stabilisiert.
  6. Punkte auftupfenPunkte auftupfen© Selbermachen

    Punkte auftupfen

    Die aufgelegte Schablone mit Klebeband fixieren und mit Lack austupfen.

Glanz durch Glas und Politur

Tisch nachher© SelbermachenTisch vorher© SelbermachenGroße Wirkung zeigt dieses kleine Tischchen mit seiner neuen Oberfläche aus schwarzer Samtfolie und eingefasster Glasplatte. Schöne Effekte entstehen durch die Spiegelung.

Perfekt mit Beize und Mattierung

Beize© SelbermachenUm Holz einen intensiveren oder anderen Farbton zu verleihen, ohne die Maserung zu überdecken, kann man zu einer Lacklasur oder Beize greifen. Während die Lacklasur sich wie ein Schutzfilm über das Holz legt, dringt die Beize in die Fasern ein und braucht noch einen zusätzlichen Anstrich. Hierfür kann man einen Klarlack auftragen oder mit einer Ballenmattierung die edle, klassische Oberfläche alter Möbel erzielen. Sowohl Beizen als auch Lasuren gibt es auf Wasserbasis. Die Vorarbeiten wie Wässern und Schleifen sind fürs Lasieren und Beizen gleich.

Tisch mit Glasplatte und neuem Anstrich

  1. Fliesen abklopfenFliesen abklopfen© Selbermachen

    Fliesen abklopfen

    Böse Überraschung beim Entfernen der Fliesen von der Tischplatte – sie saßen bombenfest. Hier mussten wir mit Hammer und stumpfem Stechbeitel hantieren. Vorsicht bei der Schlagarbeit, denn die Innenkanten sollen unbeschädigt bleiben.
  2. Schellackpolitur abschleifenSchellackpolitur abschleifen© Selbermachen

    Schellackpolitur abschleifen

    Der filigrane Rahmen und die Beine des Tischs werden per Hand mit Schleifpapier von der alten Schellackpolitur befreit. Immer in Maserrichtung arbeiten.
  3. Holz wässern und schleifenHolz wässern und schleifen© Selbermachen

    Holz wässern und schleifen

    Das so freigelegte, rohe Eichenholz muss vor der Neubehandlung gewässert und nachgeschliffen werden (wichtig für die Öffnung der Poren!).
  4. Eichenbeize auftragenEichenbeize auftragen© Selbermachen

    Eichenbeize auftragen

    Um den Eichenholzton zu vertiefen, wird das Holz mit einer hellen Eichenbeize eingestrichen. Die Beize muss nass in nass verarbeitet werden.
  5. Schnellschliffgrund auftragenSchnellschliffgrund auftragen© Selbermachen

    Schnellschliffgrund auftragen

    Ist die Beize getrocknet, einen Schnellschliffgrund auftragen.
  6. Ballenmatierung auftragenBallenmatierung auftragen© Selbermachen

    Ballenmatierung auftragen

    Mit einem fusselfreien Tuch die Ballenmattierung auftragen und in einem Arbeitsgang gleichzeitig polieren.
  7. Samtfolie auftragenSamtfolie auftragen© Selbermachen

    Samtfolie auftragen

    Als schützenden Untergrund für die Glasplatte wird eine schwarze d-c-fix- Samtfolie auf die Tischplatte geklebt.

Feine Streifen setzen Akzente

Schrank vorher© SelbermachenSchrank nachher© SelbermachenDer Clou der Lackierung der Schranktüren sind die feinen Streifen, abwechselnd in seidenmatt und in hochglänzend. Kontraste setzt das Grün.

Guter Umgang mit Pinsel und Rolle

Umgang mit Pinsel und Rolle© SelbermachenWer mit der Lackierarbeit nicht in einem Zug fertig wird, braucht, um später weiterarbeiten zu können, sein Werkzeug (Pinsel und Rolle) nicht unbedingt auszuwaschen oder neues nehmen. Hier gibt es einen kleinen Trick für die Überbrückungszeit: Stellen Sie den Pinsel in ein Glas mit Wasser und fixieren den Stil des Pinsels mit Klebeband so, dass er nicht mit den Borsten auf den Boden stößt, damit sie nicht krumm werden. Die farbgetränkte Lackierrolle wird in einen Plastikbeutel gesteckt und stramm mit Gummi- oder Klebeband luftdicht verschlosssen. So kann die Farbe nicht eintrocknen, und Sie können mit der Rolle am nächsten Tag gleich weiterarbeiten.

Schrank mit feinen Streifen

  1. Oberfläche abschleifenOberfläche abschleifen© Selbermachen

    Oberfläche abschleifen

    Die Oberflächen des Schranks waren mit einigen Schichten Ölfarbe lackiert. Diese müssen mit einem Schwingschleifer erst grob und dann fein abgeschliffen werden.
  2. Grundierung auftragenGrundierung auftragen© Selbermachen

    Grundierung auftragen

    Damit die Endlackierung besser deckt, wird der weiße Voranstrich bereits mit dem dunkelroten Endton vermischt. Vorher alle Ecken und Kanten mit dem Pinsel bearbeiten und die Flächen mit der Rolle streichen.
  3. Hauptlack auftragenHauptlack auftragen© Selbermachen

    Hauptlack auftragen

    Der getrocknete Voranstrich wird jetzt mit feinem Schleifpapier zwischengeschliffen und gesäubert. Danach kommt die Hauptlackierung. Wir haben den Korpus des Schranks mit einem Hochglanzlack bearbeitet und die Türen mit Seidenglanzlack gestrichen, damit wir später hochglänzende Streifen daraufsetzen konnten.
  4. Mit Klebeband abklebenMit Klebeband abkleben© Selbermachen

    Mit Klebeband abkleben

    Die getrockneten Seidenglanztüren werden mit 5 cm breiten Klebeband in gleichmäßigen Abständen abgeklebt. Hierzu eignet sich besonders gut das Tesa- Packband. Die Kanten fest andrücken, so bekommen Sie saubere, scharfe Ränder.
  5. Farbe auftragenFarbe auftragen© Selbermachen

    Farbe auftragen

    Kippen Sie sich etwas Hochglanzlack in die Dosierwanne und benetzen die Lackrolle gleichmäßig mit Farbe. Gut auf der Oberfläche verteilen.
  6. Klebeband entfernenKlebeband entfernen© Selbermachen

    Klebeband entfernen

    Bevor der Lack angetrocknet ist, die Klebebänder vorsichtig entfernen. So entstehen weiche Übergänge.
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