Neue Haustür einbauen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Renovierung

Neue Haustür einbauen

Der Eingang ist die Visitenkarte jedes Heims. Wenn Sie eine neue Haustür einbauen, werten Sie Ihr Haus optisch und funktional deutlich auf. Wir zeigen, wie der Tausch klappt.

 
Die neue Haustür ist eingebaut © Christian Bordes
Endlich dicht: Nachdem es bei der alten Haustür durch die Ritzen und Fugen pfiff, hält die neue Tür komplett dicht

Dünn und zugig – das waren die hervorstechenden Eigenschaften der Haustür in dem Siedlungshaus aus den 60er-Jahren. Im dritten Teil unserer Renovierungsserie zeigt unser Bauexperte René Vater, wie man zu zweit innerhalb eines Tages seine alte Haustür ausbaut, die Maueröffnung für den Einbau vorbereitet, anschließend den neuen Türrahmen in die Laibung setzt und abdichtet und die neue Haustür einbaut.

Auch von innen macht sich der moderne Look der neuen Tür positiv bemerkbar (links). Optisch kein Vergleich zur vorherigen Tür (rechts)

Einbau einer neuen Haustür - Das Video zum Bauprojekt: 

Die Haustür tauschen: Wichtige Vorüberlegungen

Bevor die neue Haustür eingebaut werden kann muss natürlich erst einmal die Maueröffnung millimetergenau ausgemessen werden, um die neue Tür in den richtigen Maßen bestellen zu können. Bei unserem Projekt kam aufgrund der Größe der Maueröffnung eine Haustür mit einem seitlichen Fensterelement zum Einsatz. Über eine H-Kopplung wird es mit der Tür verbunden.


TIPP: Das sollten Sie über Öffnungsrichtung und Glas von Haustüren wissen

Türen lassen sich in unterschiedliche Richtungen öffnen. Es gibt die sogenannte „DIN Links“ und die „DIN Rechts“. Wenn Sie die Tür mit Ihrer linken Hand in Richtung der linken Schulter öffnen, handelt es sich um die Öffnungsrichtung „DIN Links“ (linke Tür im Bild). Im umgekehrten Fall trifft hingegen die Bezeichnung „DIN Rechts“ (rechte Tür im Bild) zu.

Auch wichtig ist die Wahl des Glases. In der Haustür empfiehlt es sich, VSG-Sicherheitsglas zu verwenden. Spezialfolie zwischen den Glasscheiben verhindert das Zersplittern und bietet so auch einen guten Basisschutz bei Einbrüchen.

 

Bezugsquellen für neue Haustüren

Haustüren gibt es in Baumärkten, im Fachhandel – oder in Online-Shops. Wir haben das Modell Premium 76 „Sarah“ der Firma Fensterhai (fensterhai.de, knapp 1.600 Euro) einfach online bestellt.

Im „Haustür-Konfigurator“ wählt man das gewünschte Türmodell millimetergenau auf Maß aus und bestimmt die Öffnungsrichtung. Dann noch Griffe und Schließsystem festlegen. Bei Fragen gibt es eine Telefonberatung. Nach etwa drei Wochen ist die Tür bei Ihnen zu Hause.

 
 
 
 

Haustür-Einbau Schritt 1: Maße der Maueröffnung ermitteln

Für unsere Maueröffnung (2.220 x 1.620 mm) wurde ein feststehendes Fensterelement eingeplant. Türrahmen und Fenster sind mittels einer H-Kopplung (32 mm Breite) verbunden.
Maueröffnung ausmessen
1)
 Mit dem Maßband bestimmen Sie die Breite der Maueröffnung. Von dieser ziehen Sie die benötigte Einbauluft (siehe Tabelle unten) ab.
2) Das Höhenmaß ermitteln Sie zwischen Türschwelle und oberem Abschluss. Zuvor die Verkleidungen entfernen.

TIPP: So ermitteln Sie die richtigen Abstandsmaße für den Einbau

Beim Ausmessen der richtigen Türgröße sind nicht nur mögliche Besonderheiten durch einen gemauerten Anschlag zu berücksichtigen, sondern auch die entsprechende Einbauluft für mögliche Materialausdehnung. Diese hängt vom Haustürtyp ab, aber auch die Farbe muss beachtet werden. Dunkle Flächen dehnen sich bei Sonneneinstrahlung stärker aus als weiße Flächen. Die notwendige Einbauluft in Breite und Höhe können Sie ganz einfach beim Hersteller erfragen.

Die Maße unserer Maueröffnung im Detail:
Ausschnittbreite 1.620 mm = 15 mm (Einbauluft nach Tabelle) + 460 mm (feststehendes Fensterelement) + 32 mm (H-Kopplung – Maß ist vorgegeben) + 1.100 mm (Türbreite) + 15 mm (Einbauluft laut Tabelle).
Ausschnitthöhe 2.220 mm = 15 mm (Einbauluft laut Tabelle) + 2.205 mm resultierende Türhöhe.

Tabelle mit den Abstandsmaßen des Herstellers: 

Elementhöhe oder -breite bis 1,5 m bis 2,5 m bis 3,5 m bis 4,5 m
  Mindestabzugmaß   (je Seite)    
Fenster / Türen in Weiß 10 mm 15 mm 20 mm 25 mm
Fenster / Türen in Dekorfolie 15 mm 20 mm 25 mm 30 mm

Quelle: fensterhai.de
 

Schritt 2: Die alte Haustür ausbauen

Bevor die neue Tür eingebaut werden kann, muss erst einmal die alte entfernt werden. Gehen Sie dabei bitte möglichst behutsam vor, um Fassade und Laibung nicht unnötig zu beschädigen.


1) Entfernen sie alle störenden Verkleidungsteile, die beim Ausbau des Türrahmens im Weg sind.
2) An der Außenseite hebeln Sie mit einer Brechstange die Verkleidungsbretter oberhalb der Tür Stück für Stück lose und heben diese von der Wand ab.


   3) Mit einer Brechstange die Eingangstüraus den Angeln hebeln. Ein HDF-Platte eignet sich gut als Unterlage.
   4) Das Türblatt am besten zu zweit entfernen. So eine Eingangstür wiegt deutlich mehr als eine Zimmertür.

TIPP: Dübelschrauben entfernen

Falls vorhanden: Sind alle Rahmenteile entfernt, dann sollten Sie die Dübelschrauben lösen. Entfernen Sie hierfür zunächst die darüber liegenden Schraubabdeckungen. Mithilfe eines Cuttermessers können Sie den Türrahmen sauber vom Putz und den Dichtungen oder auch von der Tapete lösen, ohne diese dabei zu beschädigen. Gehen Sie gleichermaßen an der Türschwelle vor. 

Haustür-Einbau Schritt 3: Vorbereitung der Maueröffnung

Bevor die neue Haustür eingesetzt wird, müssen Befestigungslaschen entfernt und Fugen ausgeglichen werden. Vorkomprimiertes Dichtband schließt nach dem Einbau die Spalten zugdicht ab.

  1. Türrahmen lockernRahmen lockern© Christian Bordes

    Rahmen lockern

    Lockern Sie den Rahmen zunächst mit einem Hammer und lösen Sie ihn dann mit einem Brecheisen von der Wand. Nachdem die Türschwelle gelockert ist, lässt sich auch das untere Profil des Rahmens herausheben und entfernen.
  2. Türlaschen abflexen Türlaschen abflexen © Christian Bordes

    Türlaschen abflexen

    Die alten Laschenverankerungen werden mit der Flex entfernt. Dabei Handschuhe, Schutzbrille und Gehöhrschutz tragen. Auch Schaum, Mörtel und Silikon möglichst vollständig aus den Türfugen entfernen.
  3. Haftgrund aufbringenHaftgrund aufbringen© Christian Bordes

    Haftgrund aufbringen

    Die Wandfugen mit Haftgrund bestreichen, um später einen guten Halt für den Montageschaum zu gewährleisten. Auch eine eventuelle Bodenfuge wird zunächst mit Haftgrund vorbehandelt. Dann die Fuge mit schnell härtendem Estrichbeton füllen und glatt ziehen. Eine eingeklemmte Latte dient als Schalung.
  4. Türflügel aushängenTürflügel aushängen© Christian Bordes

    Türflügel aushängen

    Türflügel aushängen: Haustür im rechten Winkel öffnen und Gewicht auf den Türflügel verlagern. Die zweite Person zieht den Rahmen nach unten weg.
  5. Rahmen vorbereitenRahmen vorbereiten© Christian Bordes

    Rahmen vorbereiten

    Das mitgelieferte, selbstklebende Dichtungsband innen und außen auf die Rahmenschiene aufkleben. Eine H-Kopplung verbindet Fenster und Türrahmen. Auf den Fensterrahmen wird Bausilikon aufgetragen, um dann die H-Kopplung vorsichtig auf den Fensterrahmen aufzulegen und kraftvoll festzudrücken. Dann werden beide Teile mit vier Schnellbauschrauben (5 x 60) verschraubt. Mit 4,5 mm vorbohren.
  6. Türrahmen auf H-Kopplung setzenTürrahmen auf H-Kopplung setzen© Christian Bordes

    Türrahmen auf H-Kopplung setzen

    Nach dem Verschrauben wird der Türrahmen auf die mit Bausilikon versehene H-Kopplung aufgesetzt.

Haustür-Einbau Schritt 4: Türrahmen in der Mauer verankern 

Zur Verbindung der Kunststoffprofile mit dem Mauerwerk befestigt man Eindrehanker am Rahmen: vier an den Ecken und die weiteren mit maximal 70 cm Abstand zueinander.

  1. Türrahmen mit H-Kupplung verbindenTürrahmen mit H-Kupplung verbinden© Christian Bordes

    Türrahmen mit H-Kupplung verbinden

    Auch der Türrahmen wird nun mit vier Schnellbauschrauben (5 x 60) mit der H-Kopplung verbunden. Vorbohren!
  2. Eindrehanker setzenEindrehanker setzen© Christian Bordes

    Eindrehanker setzen

    Zwei Eindrehanker werden mit je 15 cm Abstand unterhalb der beiden oberen Türecken am Profi l festgeklemmt. Zwei weitere Eindrehhaken befestigt man im gleichen Abstand von den beiden unteren Ecken (siehe Bild). Das mit Eindrehankern im Abstand versehene Tür/Fensterelement wird nun in die Maueröffnung hineingehoben. Zuerst unten an der Schwelle in die gewünschte Postion stellen, dann oben in die Maueröffnung hineinkippen. Kontrollieren Sie genau, dass der vorgesehen Abstand (15 mm) zwischen Rahmen und Mauerwerk stimmt.
  3. Rahmen in Mauerlaibung setzenRahmen in Mauerlaibung setzen© Christian Bordes

    Rahmen in Mauerlaibung setzen

    Den Rahmen in der Mauerlaibung verkeilen. Mithilfe von Wasserwaage und Gummihammer lotrecht ausrichten.
  4. Verschraubung des RahmensVerschraubung des Rahmens© Christian Bordes

    Verschraubung des Rahmens

    Für die Verschraubungen des Rahmens die Bohrlöcher an der Bandseite im Abstand von 20 cm vorzeichnen. Die Löcher für die Befestigungsschrauben im Rahmenprofi l mit einem 6,5mmMetallbohrer vorbohren.
  5. Rahmen festschraubenRahmen festschrauben© Christian Bordes

    Rahmen festschrauben

    Die Schraubenlöcher durch Rahmen und Anker mit einem Beton oder Mauerwerksbohrer (Ø 6 mm, 200 mm) bohren. Die beiden obersten Schrauben eindrehen und die Ausrichtung kontrollieren. Danach die übrigen festschrauben.
  6. Dübel setzenDübel setzen© Christian Bordes

    Dübel setzen

    Drei Löcher in die Türschwelle bohren. Mit dem Metallsenker für den Kopf der Edelstahlschraube (5 x 60) ansenken.Vor dem Einstecken des Dübels wird das Bohrloch ausgesaugt. Mit etwas Bausilikon aus der Kartusche dichten Sie die Löcher zusätzlich ab. Nun wird die Leiste festgeschraubt.
  7. Türblatt einhängenTürblatt einhängen© Christian Bordes

    Türblatt einhängen

    Mit dem Brecheisen wird der Türflügel angehoben und über die Türangeln geschoben. Eine Gummimatte verhindert Beschädigungen am Flügel. Das Einhängen der Tür klappt nur zu zweit. Einer hebelt, einer kümmert sich um die Feinjustierung.

TIPP: Kontrollieren Sie die Türöffnung

Damit sich die Tür später wie gewünscht öffnen lässt, überprüfen Sie nun das innenliegende Bodenniveau. Hierfür fahren Sie mit einer horizontal ausgerichteten Wasserwaage den späteren Weg des sich öffnenden Türflügels nach. Stößt die Wasserwaage am Boden an, muss der Rahmen angehoben werden.

Haustür-Einbau Finish: Fugen abdichten und Leisten anbringen

Zum Abschluss füllen Sie die Fugen am Türrahmen mit Montageschaum und verkleiden die seitliche Türlaibung mit Faserzementplatten. Den optischen Abschluss bilden aufgeklebte Deckleisten.

  1. Fuge ausfüllenFuge ausfüllen© Christian Bordes

    Fuge ausfüllen

    Blanke Stellen des Türrahmens werden mit Malerkrepp abgeklebt, um sie vor Montageschaum zu schützen. Die Fuge zwischen Rahmen und Mauer füllt man nun großzügig mit Montageschaum aus der Kanüle. Nach dem Aushärten wird der überschüssige Schaum mit einem Cutter bündig am Rahmen abgeschnitten.
  2. FaserzementplattenVerkleidung© Christian Bordes

    Verkleidung

    Faserzementplatten verbergen die zuvor an der Mauerlaibung noch sichtbaren, verdübelten Eindrehanker.
  3. Kleber aufbringenKleber aufbringen© Christian Bordes

    Kleber aufbringen

    Vor dem Auftrag des Klebers muss man die Haftfläche unter den Dekorleisten mit Waschbenzin fettfrei reinigen. Nun von oben nach unten den PVC-Kleber aus der Kartusche auf den äußeren Türrahmen aufbringen.
  4. AbdeckleistenAbdeckleisten© Christian Bordes

    Abdeckleisten

    Genau bemessene Abdeckleiste auf den PVC-Klebestreifen bündig an die Mauerlaibung anlegen und fest andrücken. An der Innenseite werden die Deckleisten nach der gleichen Vorgehensweise auf dem inneren Türrahmen befestigt.
  5. Neue HaustürNeue Haustür© Christian Bordes

    Neue Haustür

    Vorbei mit zugig: Die neue Haustür im modernen Look bietet ein völlig neues Entree

 

Der Haustür-Einbau als Teil einer großen Renovierungsserie

Der Haustürtausch fand im Zuge eines umfangreichen Renovierungsprojektes statt: Nicht nur die Haustüre des kleinen Siedlungshauses wurde erneuert, auch Wintergarten und Wohnräume umgestaltet, das Fundament musste trocken gelegt und die Fassade gestrichen werden, abschließend bekamen Treppe und Kinderzimmer einen neuen Look. 

Diesen Beitrag, mit mehr detaillierten Bildern und Beschreibungen, können Sie in der Ausgabe 08/2017 nachlesen.
Fotos: Christian Bordes; Text: René Vater, Thomas Armonat

 

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