Der Kampf gegen den Kalk am Wasserhahn | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Armaturen entkalken

Der Kampf gegen den Kalk am Wasserhahn

Pflegeleichte Fliesen- und Steinoberflächen. Parkett und Laminat statt Teppichboden. Selbstreinigende Öfen. Wer einen Blick in die Haushalte wirft, der erkennt einen klaren Trend: Die Einrichtung muss praktisch und vor allem auch pflegeleicht sein. Ein wahres Dauerbrenner-Thema ist in diesem Zusammenhang der Kalk, der sich in Badezimmer und Gästetoiletten schleicht und am Wasserhahn zu haften scheint wie ein besonders guter (und unschöner) Kleber. Gegen ihn scheint es kein Allheilmittel zu geben, wohl aber einige Tipps, die sich im Kampf gegen den Kalk durchaus schon bewährt haben.

 
Der Wasserhahn ist das beliebteste Opfer von Kalkablagerungen. Neben den Armaturen heftet sich Kalk auch gerne an Fliesen fest. © pixabay.com / TanteTati (CC0 Public Domain)
Der Wasserhahn ist das beliebteste Opfer von Kalkablagerungen. Neben den Armaturen heftet sich Kalk auch gerne an Fliesen fest.

Kalk in der Wissenschaft

Kalk, so schreibt der Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie auf seiner Homepage, ist ein Rohstoff, der ganz vielseitig verwendet werden kann. Marmor, Kalkstein und Kreide sind Kalkvorkommen in natürlich Form. Industriell gewonnen wird Kalk hingegen als Branntkalk, Kalkhydrat und Löschkalk. Im Rahmen des Umweltschutzes, in der Chemie, im Straßenbau sowie in der Bau- und Landwirtschaft ist er ein wichtiger Wirkstoff. Und auch in so manchem Haus wird Kalk als Kalk-Buntfarbe gern gesehen. Wie diese Naturfarbe so aufgebracht werden kann, dass sie wie eine edle Wandgestaltung wirkt, ist in diesem Beitrag nachzulesen. Zudem hat Kalk (wenn er sich nicht gerade an Badarmaturen als weißer Fleckenteppich ablegt) als Putz viele Vorteile und kann sogar dem Befall von Schimmel vorbeugen.

Ist das Wasser sehr kalkhaltig, ist das zwar nicht schlecht für die Gesundheit, aber insbesondere wenn Kaffee oder Tee damit aufgekocht werden, kann sich das negativ auf den Geschmack auswirken.

Ist das Wasser sehr kalkhaltig, ist das zwar nicht schlecht für die Gesundheit, aber insbesondere wenn Kaffee oder Tee damit aufgekocht werden, kann sich das negativ auf den Geschmack auswirken. (Foto: pixabay.com © Kaboompics_com (CC0 Public Domain))

Im Haushalt jedoch lässt er Hausfrauen regelmäßig verzweifeln, die sich immer neue Möglichkeiten ausdenken, den festen Kalk loszuwerden. Denn wenn besonders hartes Wasser durch die Leitung rinnt, dann erhöht sich auch der Gehalt, der sich als Kalk am Wasserhahn ablagert. Grundsätzlich gilt: Je härter das Wasser ist, desto kalkhaltiger ist es auch. Und das bedeutet:

  • Der Energieverbrauch steigt durch die Verkalkung der Haushaltsgeräte. Wer keine Maßnahmen ergreift, muss damit rechnen, dass Maschinen und Geräte eine geringere Lebenszeit haben.
  • Der Geschmack von Speisen und Getränken kann durch sehr kalkhaltiges Wasser beeinträchtigt werden. Gesundheit.de berichtet, dass dies in erster Linie bei Heißgetränken zutrifft. Gesundheitsgefährdend ist hartes Wasser indes nicht – ganz im Gegenteil. Da Kalk im Wasser aus Calcium und Magnesium besteht, sorgt hartes Wasser für die Zufuhr wichtiger Mineralstoffe.
  • Kalkablagerungen sind nicht nur unschön, sondern auch ein Nährboden für unerwünschte Bakterien. Das erhöht den regelmäßigen Putzaufwand enorm.

Welche Maßnahmen helfen bei Kalkablagerungen?

Besonders in Bad und WC zeigt sich der Kalk in erster Linie an Wasserhähnen. Dort lagert er sich an den Oberflächen ab. Die erste Wahl, um Kalkablagerungen zu entfernen, ist Essig. Da Kalk nach der Ablagerung hart wird, sollte der Wasserhahn mit einem in Essig getränkten Tuch umwickelt werden – um den Kalk aufzulösen. Besonders einfallsreich ist es auch, ein mit Essigwasser gefülltes Kondom über den Wasserhahn zu stülpen – und den Kalk so aufzulösen. Focus.de hat dazu ein entsprechendes Video online gestellt. Aber Achtung: Essig (oder alternativ auch Zitronensäure) kann – neben dem ohnehin schon sehr intensiven Geruch – auch negative Auswirkungen auf bestimmte Oberflächen haben. Was bei säureempfindlichen Oberflächen oder auch Messingarmaturen speziell zu beachten ist, ist hier nachzulesen.

Natürlich gibt es auch chemische Putzmittel, die Kalkablagerungen vernichten, doch oft haben diese Phosphor- und Salzsäure als Inhaltsstoffe, die äußerst aggressiv sind, die Umwelt belasten und nicht gerade günstig in der Anschaffung sind. Deswegen ist es oft nachhaltiger, auf diese drei bewährten Hausmittelchen im Kampf gegen Kalk zu setzen:

  1. Gegen hartnäckige Ablagerungen an den Armaturen im Bad hilft Zahncreme und eine alte Zahnbürste, die als Miniatur-Schrubber dient.
  2. Besonders hartnäckige Ablagerungen in der Toilette können mit einem Cola-Backpulver-Gemisch weggeschrubbt werden. Liegt die verkalkte Stelle im Knick des Abflusses, können Gebissreiniger helfen, den dort angesetzten Kalk zu beseitigen.
  3. Eine Alternative zu Essig und Zitronensäure ist eine Orangenschale. Wer verkalkte Badarmaturen damit einreibt, entfernt Kalkflecken und lässt das Bad fruchtig riechen.

Kalk-Prävention leicht gemacht

Um die Duschwand frei von Kalk zu halten, empfiehlt es sich direkt nach dem Duschen das Wasser abzu- ziehen, so dass sich Kalk nicht ablagern kann.

Um die Duschwand frei von Kalk zu halten, empfiehlt
es sich direkt nach dem Duschen das Wasser abzu-
ziehen, so dass sich Kalk nicht ablagern kann.
(Foto: pixabay.com © brokerlatino
(CC0 Public Domain))

Mit Hausmittelchen oder chemischen Putzmitteln gegen Kalk anzutreten, ist die eine Möglichkeit, die unschönen Hart-Wasser-Flecken zu beseitigen. Diese an der Entstehung zu hindern, ist jedoch viel effizienter, denn es spart Zeit, die anschließend fürs Putzen aufgewendet werden müsste. Ziel bei jeder Kalk-Prävention ist, die Ablagerung von Wasser weitestgehend zu verhindern, denn wird die Ablagerung von Wasser verhindert, werden auch keine Kalkrückstände zu sehen sein.

So sollten die Fliesen und die Duschwand nach dem Duschen immer mit einem Fensterglasabzieher vom Wasser befreit oder mit einem Mikrofasertuch trocken gerieben werden. Auch nach dem Kochen gilt: Fliesenspiegel von Wasser befreien, um unschöne Wasserflecken zu vermeiden. Wer nicht auf Essig oder Zitronensäure setzen möchte, kann einen Kalkreiniger bzw. zur Vorbeugung von Kalk ein Schutzspray nutzen.

Tipp: Wer das eigene Bad selbst gestalten kann, hat die Möglichkeit auf kalkabweisende Beläge zu achten, die das Anheften von Kalk verhindern. Was es darüber hinaus bei der Auswahl der Badarmaturen zu beachten gibt, wird in diesem Fachbeitrag erläutert.

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