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Tipps rund ums Bad:

Böden renovieren

Tipps und Tricks rund um die Renovierung des Badbodens. Infos zum Einbau neuer Fliesen, Holzfußboden und Fußbodenheizung

 
Holzfußboden © Selbermachen
Holzfußboden

Kann ich einzelne Fliesen austauschen?

© PRJa, natürlich geht das. Die Kunst ist es dabei allerdings, mit dem Hammer und dem Meißel so zu arbeiten, dass die Nachbarfliesen nicht auch noch beschädigt werden. Dazu müssen Sie zunächst die Fugen freischneiden (Fugenfräse von Dremel) und dann die Fliese aus der Mitte zu den Rändern mit leichten Hammerschlägen herausschlagen.

Die neue Fliese kleben Sie dann mit einem gebrauchsfertigen Kleber (dann müssen Sie nichts anmischen) wieder ein. Fugenmasse einarbeiten, abwischen – fertig.

© PRÜbrigens: Ist die alte Fliese erstmal raus, können Sie den Freiraum auch mit einem farbigen oder bunten Pendant versehen. So setzen Sie etwa in ein reinweißes Badezimmer ganz einfach ein paar farbige Akzente.

Viel Raum für Ihre Fliesen-Ideen bietet der freigeschlagene Platz in der Mitte.

Indem Sie die Fugen freifräsen, verhindern Sie, dass die Schlagenergie auf die Nachbarfliesen übergeht. Die Silikonfuge zur Wand müssen Sie entfernen.

Eine Fußbodenheizung nachträglich einbauen – kann ich das?

Das geht nur, wenn die Fliesen raus sind. Die meisten Heizsysteme, ob mit Strom oder Warmwasser betrieben, brauchen nämlich eine Überdeckung durch eine Nivellierspachtelmasse von 5 bis 8 mm, erst darauf kommt dann die Fliesenschicht. Würden Sie das alles nachträglich einbauen, wäre schlicht die Aufbauhöhe zu groß.

Für Renovierungen durch den Selbermacher sind die strombetriebenen Fußbodentemperiersysteme („Thermoboden“) besser geeignet, die Verlegung ist einfacher und weniger fehlerträchtig.

Holz im Bad, ist das möglich?

© PRJa, mittlerweile geht das sogar gut. Zwei unterschiedliche Systeme sind dabei wirklich Selbermacher-tauglich: das „Aqua Floor“-Laminat und der „Spa“- Echtholzboden. Während das Laminat schwimmend verlegt werden kann (also ohne direkte Verbindung zum Estrich), muss das „Spa“-Mehrschichtparkett unbedingt vollflächig auf dem Unterboden verklebt werden.

Das hat den Sinn, dass kein Wasser zwischen Estrich und Bodenbelag laufen kann und dort das Holz, zunächst unbemerkt, zum Faulen bringt. Beim besonders für den Badfall ausgestatteten Laminat sorgt dafür die rundum dichte Wandfuge aus einem dauerelastischen Silikon, beim Echtholzboden ist es eine speziell auf den Boden abgestimmte Acrylmasse in mindestens 10 mm Breite.

© PRBei der Echtholzvariante sind allerdings noch weitere Besonderheiten zu beachten: Die Holzarten aus der „Spa“-Serie, also etwa Merbau und Eiche, sind von vornherein widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit oder sie werden durch thermische Verfahren dazu gemacht ("Thermoholz").

Die zweite Besonderheit: Der ganze Boden wird erst nach dem Verlegen oberflächlich endbehandelt und zwar mit einem mindestens zweimaligen Ölauftrag mit Zwischenschliff. Übrigens kann man beide Systeme – wie alle ihre Brüder und Schwestern auch – im leimlosen Klickverfahren verlegen. Trotz des funktionierenden Systems raten die Hersteller und auch wir, angefallenes Wasser nicht zu lange auf den Laminat oder Mehrschichtböden stehen zu lassen. Eine Badematte vor der Dusche hilft ebenfalls, den Boden nicht überzustrapazieren.

Auch Kombinationen von Holz und Fliesenflächen machen den Boden sicher – und attraktiv. © PRDie Trägerschicht des „Aqua Floor“ ist nicht aus HDF-Platte, sondern aus einem Kunststoff- Hohlprofil. Der Rest bleibt gleich. Der Kleber muss die Dielenunterseite vollflächig benetzen. Die Dielenverbindung funktioniert übers Einschwenken, der Randabstand liegt bei 10 mm.

Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2012. Jetzt abonnieren!
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