Frostsicher verfugen im Außen- und Feuchtbereich

Frostsicher verfugen im Außen- und Feuchtbereich

Fliesen sind jahrzehnte­lang haltbar und bewähren sich auch vor dem Haus und bei starker Belastung. Nur richtig verlegt und verfugt müssen sie sein.

 
Die Fliesen der Außentreppe müssen durch die starke Beanspruchung frostsicher verfugt werden. © Selbermachen
Die Fliesen der Außentreppe müssen durch die starke Beanspruchung frostsicher verfugt werden.

Der Gesamteindruck des verfliesten Treppenaufganges und des Bodens wird ganz entscheidend durch die Fugen geprägt. Schon beim Verlegen muss die Fugenbreite mit der Größe der Fliesen in Einklang gebracht werden. Je größer die Fliese, desto breiter sollte die Fuge sein.

Eine gleichmäßig durchgehaltene Fugenbreite versteht sich eigentlich von selbst. Eingequetschte oder zu kleine Anschnittfliesen stören das Bild. Nach der Breite der Fuge richtet sich auch die Beschaffenheit des Fugenfüllers, denn nicht jeder Mörtel ist für jede Fugenbreite anwendbar.

Die Treppe ist den Witterungseinflüssen und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Treppe und Garage werden meistens mit einem harten Besen und dem Gartenschlauch gereinigt. Beim Garagenboden kommt noch die hohe Druckbelastung durch häufiges Anfahren und Abbremsen des Wagens hinzu. An die Qualität des Fugenfüllers werden also hohe Ansprüche gestellt.

Er muss wasser­undurchlässig, frostsicher, hochbelastbar und flexibel sein. Die Frage nach der Farbe des Fugenmörtels lässt sich für den Außenbereich leicht beantworten.

Ständige Verschmutzungen lassen die Fugen nach einiger Zeit sowieso grau erscheinen. Aus diesem Grunde ist ein grauer, farbpigmentfreier Fugenmörtel zu empfehlen. Das Erscheinungsbild der gefliesten Fläche ändert sich nicht wesentlich und bleibt einheitlich.

Eine ausfüllende Arbeit

Der letzte, aber nicht der unwichtigste Arbeitsgang beim Verlegen von Fliesen ist das Verfüllen der Fugen. Es erscheint so einfach, es sind jedoch einige Punkte zu beachten, um nicht das ganze Ergebnis der Verlegearbeiten zunichte zu machen.

Mit der Arbeit kann ca. 2 – 3 Tage nach dem Verlegen der Fliesen begonnen werden. Als Werkzeuge werden Kelle, Gummischieber mit langem Stiel, Schwammbrett, Schwamm und ein weicher Lappen benötigt. Sehr zu empfehlen sind Knieschützer.

Das Verfugen der Sockelleisten und die anschließende Reinigung des Bodens muss wohl oder übel auf den Knien rutschend ausgeführt werden. Der fließfähig angerührte Mörtel wird auf den Fliesen ausgegossen und diagonal zum Fugenverlauf in die Fugen durch ständiges Hin- und Herwischen eingeschlämmt.

Offenporige, saugende Beläge sind vor dem Beginn der Arbeiten vorzunässen. Die Arbeiten im Außenbereich sollten nicht bei praller Sonne ausgeführt werden, um ein zu schnelles Austrocknen der Fugen zu vermeiden.

Man beginnt mit einer kleinen Fläche, um sich an die Arbeit mit diesem Material zu gewöhnen. Im weiteren Verlauf kann dann großflächiger gearbeitet werden. Bei Bodenplattierungen wird die Fläche unmittelbar nach dem Ausschlämmen mit trockenem, unangemachtem Fugenmörtel abgestreut und einige Minuten danach mit dem Gummiwischer wieder abgefegt.

Nach dem Anziehen, d. h. wenn der Fugenmörtel nicht mehr herausgerieben oder herausgewaschen werden kann, wird sofort mit der Feinreinigung des Bodens begonnen. Mit einem großen, feuchten Schwamm, der immer wieder ausgewaschen werden muss, werden die Flächen gereinigt.

Dann noch verbleibende Schleier werden mit einem trockenen Tuch wegpoliert. In ganz hartnäckigen Fällen kann noch mit einem Zementschleierentferner nachbehandelt werden. Da die Fugen noch nicht ganz durchtrocknet sind, müssen sie vor Regen, Frost und zu schneller Austrocknung durch Abdecken mit einer Folie geschützt werden.

Tips vom Fachmann zum farbechten Verfugen

Bei allen Fugenmörteln können leicht Farbabweichungen auftreten, die das Gesamtbild stören können. Um das zu vermeiden, sollte man folgende Hinweise beachten:

1. Die Fugenbreite sollte einheitlich sein, damit der Fugenmörtel gleichmäßig abtrocknen kann. Einheitliche Abstände erhält man, wenn man Fliesenkreuze einsetzt.

2. Um eine gleichmäßige Fugentiefe zu erreichen, müssen schon beim Verlegen Kleberreste, die sich in die Fugen gedrückt haben, mit einem Holzkeil ausgekratzt werden.

3. Nach dem Schlämmen werden die Bodenfliesen dann mit trockenem Mörtel abgestreut, um überschüssige Feucht­­­tigkeit aufzunehmen

4. Bei farbigem Fugenmörtel besonders darauf achten, dass der Mörtel immer mit der gleichen Menge Wasser angemacht und wirklich gründlich verrührt wird.

5. Frische Fugen immer erst etwas anziehen lassen. Sie müssen an der Oberfläche leicht angetrocknet sein. Anschließend mit einem feuchten Schwamm reinigen.

©Selbermachen

Fugenmörtel wird für die Bodenverfugung in schlämmbarer, leicht fließfähiger Beschaffenheit angemacht.

©Selbermachen

Diagonal zum Fugenverlauf muss der Fugenfüller auf dem Boden verteilt werden, damit alle Zwischenräume gefüllt werden.

©Selbermachen

Gummischieber mit langem Stiel erleichtern das mehrfache Hin- und Herwischen. Der Füller wird vollfugig eingearbeitet.

©Selbermachen

Sockelfliesen werden mit dem Spachtel, dem Schwammbrett oder auch per Hand verfugt, um Wandverschmutzungen zu vermeiden.

©Selbermachen

Fugenmaterial wird trocken auf den Boden gestreut und nach einigen Minuten mit dem Gummischieber grob abgezogen.

©Selbermachen

Fugenmörtel leicht anziehen lassen, bis er an der Oberfläche hart geworden ist. Mit dem feuchten Schwammbrett feinreinigen.

©Selbermachen

Treppen werden mit der obersten Stufe beginnend verfugt. Mit dem Schwammbrett wird der Mörtel hohlraumfrei eingearbeitet.

©Selbermachen

Fugen werden mit trockenem Fugenmörtel abgestreut, um überschüssige Feuchtigkeit aufzunehmen.

©Selbermachen

Grobreinigung der gefliesten Treppe mit dem feuchten Schwammbrett, wobei das Material nochmals gut in die Fugen gedrückt wird.

©Selbermachen

Feinreinigung der gefliesten Treppe mit einem feuchten Schwamm, der während der Arbeit laufend ausgewaschen werden muss.

©Selbermachen

Keramische Beläge im Außenbereich sind dauerhaft und schön, wenn sie fachgerecht mit dem richtigen Material verlegt werden.

 ©Selbermachen

Keramische Beläge sind im Außenbereich besonderen Belastungen ausgesetzt. Feuchtigkeit und Tem­peraturschwankungen erfordern sorgfältige Verarbeitung.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
Tags: 
Das könnte Sie auch interessieren