Parkett zum Kleben | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Parkett

Parkett zum Kleben

Parkett vollflächig zu verkleben war bisher Profis vorbehalten. Das wird ab sofort anders: Mit einer neuen Generation von Parkettdielen wird das Kleben auch für Selbermacher attraktiv und auch im Alleingang realisierbar.

 
Parkett zum Kleben © Selbermachen
Parkett zum Kleben

Die schwimmende Verlegung von Mehrschichtparkett war für Selbermacher ein Segen, obwohl sie gegenüber dem vollflächigen Verkleben der Dielen auch handfeste Nachteile birgt. In allererster Linie sind das die schlechteren Schallschutzwerte, die Sie auch mit der obligatorisch untergerollten Trittschalldämmung nicht ganz kaschieren können. Vor allem der Raumschall, also die Gehgeräusche, die Sie im selben Raum vernehmen können, ist durch die dünne, aber harte Bodenbelagsschicht deutlich höher.

Das vollflächige Verkleben der Dielen war und ist in Sachen Tritt- und Raumschalldämmung klar überlegen. Das liegt daran, dass der Belag durch den Kleber einen festen Verbund mit dem Unterboden eingeht und dadurch die schwingende Masse deutlich größer wird. Einziges Manko beim Klebeparkett: Die Abstimmung von Kleber und Grundierung auf den jeweiligen Untergrund erforderte profunde Fachkenntnisse.

Diese Arbeit hat der Parketthersteller Haro nun dem Verleger abgenommen. Die neuen „ComforTec“- Parkettdielen sind nämlich schon ab Werk mit einem Kleber auf ihrer Unterseite ausgestattet. Genauer gesagt sind es fünf Kleberstränge aus einem synthetischen Kautschuk, mit einer Schutzfolie abgedeckt. Diese Stränge entwickeln nach dem Verlegen eine ungeheure Klebkraft, zudem erlauben sie sogar einen Ausgleich von Unebenheiten im Estrich, allerdings nur im Zehntelmillimeterbereich. Die holztypischen Bewegungen des Parkettbodens macht die elastisch eingestellte Kautschukmasse problemlos mit, die umlaufende Dehnungsfuge zur Wand liegt wie bei der schwimmenden Verlegung auch bei 10 bis 15 mm.

Als Untergrund kommen alle Estriche infrage, die eine saugfähige, glatte und ebene Oberfläche bieten, also Zement-, Anhydrid- und Trockenestriche, aber auch Spanverlege- und OSB-Platten. Auch auf Fußbodenheizungen stechen die Klebedielen ihre schwimmenden Kollegen klar aus: Die Wärme wird wesentlich besser weitergeleitet. Der Preis für einen Quadratmeter Klebeparkett liegt bei etwa 60 Euro.

Holzböden

  1. StabparkettStabparkett© Selbermachen

    Stabparkett

    Kaum ein Bodenbelag hat in den letzten 20 Jahren eine solche Weiterentwicklung erlebt wie der Holzboden. Ein Rückblick. **Stabparkett** bestand aus 20 bis 30 mm dicken Holzstäben, die ohne Nut und Feder vollflächig auf dem Unterboden verklebt wurden. Das hatte zwei Nachteile: Die Arbeit musste vom Profi ausgeführt werden und war dementsprechend teuer. Das massive Holz arbeitete bei ungenügender Trocknung stark, und die Fugen klafften dann zentimeterbreit.
  2. Schwimmende VerlegungSchwimmende Verlegung© Selbermachen

    Schwimmende Verlegung

    **Die schwimmende Verlegung** machte das Parkettverlegen auch für Selbermacher praktikabel und damit erschwinglich. Der mehrschichtige Aufbau minimiert die sichtbaren Folgen des Arbeitens des Holzes, Nut und Feder halten die Oberfläche plan. Diese Art der Verlegung hat allerdings Nachteile beim Schallschutz (siehe Lauftext).
  3. Laminat Laminat © Selbermachen

    Laminat

    **Das Laminat** bietet seit 1991 eine täuschend echte Holzbodenoptik für einen wesentlich günstigeren Preis. An der Verlegetechnik ändert sich erst mal nichts, aber die Laminatdielen sind mit 6 bis 7 mm Stärke dünner und in der Oberfläche härter als die Echtholzböden. Seit 1996 die ersten Laminatdielen zum Klicken.
  4. KlickparkettKlickparkett© Selbermachen

    Klickparkett

    **Klickparkett** war die Neuentwicklung des Jahres 2001. Was beim Laminat schon seit Jahren möglich war, erreicht nun auch die Echtholzfraktion. Die Vorteile der leimlosen Verlegung liegen auf der Hand: Sie müssen keinen Leim mehr wegwischen, die ersten Dielenreihen sind viel einfacher auszurichten und die Fläche ist sofort nach dem Verlegen begeh- und nutzbar. Die Nachteile der schwimmenden Verlegung blieben erhalten.

Das Verlegen funktioniert nur reihenweise

Beim Verlegen der neuen Parkettdielen hat sich erstaunlich wenig geändert. Das leimlose Verriegelungssystem („Lock- Connect“) funktioniert wie bei allen anderen Haro-Böden, das heißt, die Längseiten werden eingeschwenkt, die Stirnseiten mit Hammer und Zulage zusammengetrieben.

Einziger Unterschied: Während bei der schwimmenden Verlegung die Dielen einzeln und nacheinander eingeklickt werden, müssen Sie bei „ComforTec“ immer erst die ganze Dielenreihe schräg an die vorherige ansetzen, über die Stirn zusammentreiben und dann als Ganzes nach unten auf den Boden und in den Kleber einschwenken. Das ist etwas fummeliger, geht aber nach den ersten Reihen etwa genau so schnell wie die schwimmende Verlegung.

Richtig verlegen

  1. Trocken verlegenTrocken verlegen© Selbermachen

    Trocken verlegen

    Die ersten beiden Dielenreihen verlegen Sie „trocken“, das heißt, die Schutzfolien werden nicht abgezogen.
  2. Folie abziehenFolie abziehen© Selbermachen

    Folie abziehen

    Erst ab der dritten Dielenreihe die Folie vorsichtig schräg nach vorn abziehen. Schieben Sie die Dielen in die Reihe davor ein, ohne sie nach unten zu schwenken.
  3. Elemente zusammentreibenElemente zusammentreiben© Selbermachen

    Elemente zusammentreiben

    Bevor Sie die Dielen auf den Boden in den Kleber drücken, müssen zunächst einmal alle Elemente einer Reihe stirnseitig zusammengetrieben werden.
  4. Dielen zusammentreibenDielen zusammentreiben© Selbermachen

    Dielen zusammentreiben

    Das gelingt in der „Schräglage“ der Dielen am besten, wenn Sie ein Dielenreststück als Führung am Stoß einklicken und dann mit Hammer und Zulage die Dielen zusammenschlagen.
  5. Dielen absenkenDielen absenken© Selbermachen

    Dielen absenken

    Erst wenn eine Dielenreihe komplett ist, schlagen Sie mit Zulage und leichten Schlägen vorsichtig auf deren Längsseite, bis sie sich absenkt.
  6. Dielen klopfenDielen klopfen© Selbermachen

    Dielen klopfen

    Dann klopfen Sie die Dielen auf der ganzen Länge mit der Faust ins Kleberbett. Besser noch, Sie gehen ein paarmal auf der Dielenreihe hin und her.

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Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2011. Jetzt abonnieren!
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