Ein Eingang nach Maß | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Vordach selber bauen

Ein Eingang nach Maß

Vordächer von der Stange sind zwar billig, aber meist klein und oft nicht so recht zum Haus passend. Unser klassisch weißes Modell ist hingegen eine echte Hand- und Maßarbeit.

 
Fertiges Vordach © Christian Bordes
Fertiges Vordach

Bei einem kräftigen Regenguss wird der Weg von der Auto- zur Haustür extrem lang – vor allem, wenn man den Haustürschlüssel nicht sofort zur Hand hat. Hausbesitzerinnen mit der obligatorisch großen Handtasche wissen ein Lied davon zu singen. Aber ihnen kann geholfen werden – mit einem Vordach. Und zwar nicht einer kleinen, über der Tür verdübelten Glasplatte, sondern mit einem richtigen Dach: aus Holz gebaut, knapp 3 qm trockene Fläche darunter, mit integrierten Lichtspots – eine Zierde für jedes Haus. Harte Grenzlinie: Ohne schützendes Vordach© Selbermachen

Für geübte Selbermacher ist der Bau eines solchen Dachs in Sachen Holz kein Problem. Das droht eher bei der Befestigung: Wenn Sie nämlich an ein zweischaliges Mauerwerk geraten, ist Vorsicht bei der Verankerung geboten. Die Vormauerschale darf statisch nicht belastet werden. Statt dessen müssen die Pfosten mit Dübel und Gewindestange durch die Klinkerfassade hindurch im tragenden Mauerwerk verankert werden. Befestigungsspezialist Fischer hat dafür alles Erforderliche im Programm. Nähere Informationen und Montagetipps auch im Internet-Auftritt des Dübelspezialisten.

Der Rest ist Zimmermannsarbeit aus dem ersten Lehrjahr: Die Verbindungen der tragenden Hölzer sollten Sie kraftschlüssig überblatten, damit nicht die Holzschrauben alleine die Lasten schultern müssen – dafür sind sie nämlich nur bedingt geeignet. Einzige Ausnahme: Den waagerechten Rahmen verschrauben Sie tatsächlich nur mit wenigen Schrauben von oben mit den vier Pfosten – neue Spax-Schrauben machen’s möglich.

Bauanleitung Vordach

  1. Aufriss der Satteldachhälfte zeichnenAufriss der Satteldachhälfte zeichnen© Christian Bordes

    Aufriss der Satteldachhälfte zeichnen

    **Schritt 1:** Ein 1:1-Aufriss der Satteldachhälfte auf einer weißen Hartfaserplatte erleichtert die genaue Ermittlung der Winkel und Abschnitte der Sparren.
  2. Schnittlinien auf Hölzer übertragenSchnittlinien auf Hölzer übertragen© Christian Bordes

    Schnittlinien auf Hölzer übertragen

    **Schritt 2:** Durch Auflegen und Überwinkeln der Knotenpunkte übertragen Sie die Schnittlinien vom Aufriss auf die Hölzer.
  3. Herausgearbeitete VerbindungenHerausgearbeitete Verbindungen© Christian Bordes

    Herausgearbeitete Verbindungen

    **Schritt 3:** So sieht die fertig ausgearbeitete Verbindung von Sparren und Querholz aus. Beide sind jeweils zur Hälfte ausgestemmt, damit die Lasten von Holz zu Holz abgeleitet werden. Das Gleiche gilt für die Verbindung der beiden Sparren am First.
  4. Holzpfosten markierenHolzpfosten markieren© Christian Bordes

    Holzpfosten markieren

    **Schritt 5:** Die vier Hölzer für den waagerechten Rahmen müssen Sie an den Eckstößen überblatten. Reißen Sie mit dem Winkel die Holzbreite auf der Oberkante und die halbe Holzstärke an den Seiten an.
  5. Holz mit Stechbeitel herausarbeitenHolz mit Stechbeitel herausarbeiten© Christian Bordes

    Holz mit Stechbeitel herausarbeiten

    **Schritt 6:** Schneiden Sie die Hölzer zunächst mit einer Kataba-Säge (oder dem Fuchsschwanz) ein und arbeiten Sie das überflüssige Holz mit Klopfholz und Stechbeitel vorsichtig heraus.
  6. Bohrung für StützenschuhdollenBohrung für Stützenschuhdollen© Christian Bordes

    Bohrung für Stützenschuhdollen

    **Schritt 4:** Die vier Pfosten brauchen in der unteren Stirnkante eine mittige Bohrung zur Aufnahme der Stützenschuh-Dollen. Der Dollen ist 22 mm stark, bohren Sie auf 24 mm Durchmesser und etwa 15 cm Länge.
  7. Pfostenkanten abfräsenPfostenkanten abfräsen© Christian Bordes

    Pfostenkanten abfräsen

    **Schritt 7:** Die Pfostenkanten fräsen Sie mit einem Fasefräser sauber ab – das verhindert ein Splittern. Für das gleichmäßige Auslaufen der Fase an den Pfostenenden ist eine Schablone nötig, die man an den Pfostenenden festzwingt. Der Fase endet etwa 20 cm vor den Pfostenenden.
  8. Stein aus Pflasterfläche lösenStein aus Pflasterfläche lösen© Christian Bordes

    Stein aus Pflasterfläche lösen

    **Schritt 8:** Für die vier Punktfundamente lösten wir jeweils einen Stein aus der Pflasterfläche vor dem Hauseingang heraus. Eventuell müssen ein oder zwei Nachbarsteine aufgenommen werden, um den Pfosten aufzuschrauben. Aus dem Abstand dieser vier Ecksteine ergab sich übrigens auch das genaue Maß des Dachs.
  9. Estrichbeton mischenEstrichbeton mischen© Christian Bordes

    Estrichbeton mischen

    **Schritt 9:** Füllen Sie erst Anmachwasser und dann Estrichbeton in einen Eimer und rühren Sie das Ganze so lange, bis Beton mit einer etwa erdfeuchten Konsistenz entsteht.
  10. Stützenschuh in Beton einlassenStützenschuh in Beton einlassen© Christian Bordes

    Stützenschuh in Beton einlassen

    **Schritt 10:** Der Beton wird in die beiden vorderen Fundamentlöcher gefüllt, die Stützenschuhe bis etwa zur Hälfte ihrer Länge in den Beton eingesetzt.
  11. Schablone aus Restbrettern verwendenSchablone aus Restbrettern verwenden© Christian Bordes

    Schablone aus Restbrettern verwenden

    **Schritt 11:** Eine Schablone aus Restbrettern wird nun über die Dollen der Stützenschuhe geschoben und mit – beispielsweise – Steinen beschwert. Sie sorgt für den richtigen Abstand für die Dauer des Abbindens.
  12. Pfosten verschraubenPfosten verschrauben© Christian Bordes

    Pfosten verschrauben

    **Schritt 12:** Auf die Dollen werden am nächsten Tag die M22-(Konter-) Muttern aufgedreht, mit deren Hilfe die Pfosten fixiert werden. Die Grundplatte – ebenfalls mit Gewinde – wird an der Stirnfläche der Pfosten verschraubt. Die Pfosten werden nun bis zu ihrer ungefähren Endposition aufgeschraubt. Die Feinjustierung orientiert sich später an den wandmontierten Pfosten.
  13. Bohrloch in Wand und Pfosten machenBohrloch in Wand und Pfosten machen© Christian Bordes

    Bohrloch in Wand und Pfosten machen

    **Schritt 13:** Markieren Sie durch das Bohrloch im Pfosten das Bohrloch für die Wand.
  14. Siebhülse umwickelnSiebhülse umwickeln© Christian Bordes

    Siebhülse umwickeln

    **Schritt 14:** Die Siebhülse für den Injektionsmörtel umwickeln Sie im Bereich der Luftschicht im Wandaufbau mit Klebeband. So quillt der Mörtel nicht heraus.
  15. Verankerungsloch bohrenVerankerungsloch bohren© Christian Bordes

    Verankerungsloch bohren

    **Schritt 15:** Bohren Sie das Verankerungsloch mit einem Bohrhammer. Sie müssen etwa 11 cm tief in die tragende Wand.
  16. Bohrloch säubernBohrloch säubern© Christian Bordes

    Bohrloch säubern

    **Schritt 16:** Wichtig: Das Bohrloch muss sorgfältig gesäubert werden. Bürste und Verlängerung gibt’s von Fischer.
  17. Siebhülse einschiebenSiebhülse einschieben© Christian Bordes

    Siebhülse einschieben

    **Schritt 17:** Schieben Sie die Siebhülse ganz ein, und schneiden Sie den Überstand ab.
  18. KartuschenpistoleKartuschenpistole© Christian Bordes

    Kartuschenpistole

    **Schritt 18:** Für den Injektionsmörtel brauchen Sie eine stabile Kartuschenpistole und eine Tüllenverlängerung (Fischer).
  19. Injektionsmörtel einspritzenInjektionsmörtel einspritzen© Christian Bordes

    Injektionsmörtel einspritzen

    **Schritt 19:** Führen Sie die Tülle ganz ins Bohrloch, drücken Sie zweibis dreimal ab, ziehen Sie die Tülle langsam bis in die Vormauerschale und drücken Sie auch hier noch zweimal ab.
  20. Gewindestange einsetzenGewindestange einsetzen© Christian Bordes

    Gewindestange einsetzen

    **Schritt 20:** Schieben Sie die passend zugeschnittene M10-Gewindestange mit einer aufgedrehten Kontermutter und zwei Unterlegscheiben ins Bohrloch ein.
  21. Pfosten einschieben und fixierenPfosten einschieben und fixieren© Christian Bordes

    Pfosten einschieben und fixieren

    **Schritt 21:** Nach etwa 40 bis 60 Minuten ist der Mörtel belastbar. Schieben Sie den Pfosten, der bereits mit der Grundplatte sowie der eingeschraubten Dolle versehen ist, über die Gewindestange, und fixieren Sie ihn mit einer Mutter. Das Bohrloch wird mit einem Querholzdübel verschlossen und lackiert, die Dolle im Boden einbetoniert.
  22. Pfostenhöhen ausrichtenPfostenhöhen ausrichten© Christian Bordes

    Pfostenhöhen ausrichten

    **Schritt 22:** Die beiden vorderen Pfosten richten Sie höhenmäßig nach den fixierten hinteren aus.
  23. Rahmen auf Pfosten setzenRahmen auf Pfosten setzen© Christian Bordes

    Rahmen auf Pfosten setzen

    **Schritt 23:** Jetzt kommt der Rahmen auf die Pfosten. Vorsicht beim Auflegen, die vorderen Pfosten sind noch beweglich.
  24. Rahmen von oben fixierenRahmen von oben fixieren© Christian Bordes

    Rahmen von oben fixieren

    **Schritt 24:** Richten Sie den Rahmen auf den Pfosten aus, und fixieren Sie ihn von oben.
  25. Gespärre auf den Rahmen setzenGespärre auf den Rahmen setzen© Christian Bordes

    Gespärre auf den Rahmen setzen

    **Schritt 25:** Schieben Sie die fertigen Gespärre auf den Rahmen,...
  26. Gespärre fixierenGespärre fixieren© Christian Bordes

    Gespärre fixieren

    **Schritt 26:** ...und fixieren Sie sie mit jeweils zwei 220er-Spax daran.
  27. Lichtspots installierenLichtspots installieren© Christian Bordes

    Lichtspots installieren

    **Schritt 27:** Die Profilholzdecke mit den Lichtspots bereiten Sie am Boden vor. Streichen Sie die Federn weiß vor und installieren Sie die Spots.
  28. Alles am Rahmen montierenAlles am Rahmen montieren© Christian Bordes

    Alles am Rahmen montieren

    **Schritt 28:** Als Ganzes wird sie dann an umlaufenden Leisten im Rahmen montiert.
  29. OSB-Platten einsetzenOSB-Platten einsetzen© Christian Bordes

    OSB-Platten einsetzen

    **Schritt 29:** Es folgen die OSB-Platten als Dachschalung, der Handlichkeit halber halbiert.
  30. OSB-Platten verschraubenOSB-Platten verschrauben© Christian Bordes

    OSB-Platten verschrauben

    **Schritt 30:** Die Platten verschrauben Sie zunächst oben, dann unten.
  31. GiebelverbretterungGiebelverbretterung© Christian Bordes

    Giebelverbretterung

    **Schritt 31:** Für die Giebelverbretterung ziehen Sie unter dem First eine lotrechte Linie, an der Sie das erste Brett in der Mitte ausrichten.
  32. Schrägung abschneidenSchrägung abschneiden© Christian Bordes

    Schrägung abschneiden

    **Schritt 32:** Sind alle Bretter genagelt, schneiden Sie sie mit der Handkreissäge waagerecht und auf 45°-Schrägung in Einem ab. So entsteht eine saubere Tropfkante.
  33. Breite des Unterschlags ausmessenBreite des Unterschlags ausmessen© Christian Bordes

    Breite des Unterschlags ausmessen

    **Schritt 33:** Messen Sie die Breite des Unterschlags an den Traufen aus, schneiden Sie die nötigen Profilbretter vor der Montage auf die richtige Breite, und montieren Sie sie.

WAS IST...? INJEKTIONSMÖRTEL

Ein feiner Mörtel, der über eine Kartuschenpistole direkt in das Bohrloch eingespritzt (injiziert) wird. Er wird dort eingesetzt, wo Gewindestangen (ab M10) besonders hohe Lasten ins Mauerwerk ableiten müssen und normale Schwerlastanker überfordert sind. Der Mörtel bildet nach dem Aushärten einen bombenfesten Verbund von Gewindestange und Mauerwerk.

Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2011. Jetzt abonnieren!
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