Innentüren und Zargen montieren | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Innentüren und Zargen montieren

Ob Neubau oder Renovierung. Der Einbau oder der Wechsel einer Tür samt Zarge ist wohl in jedem Haus ein Thema – aber kein Problem.

 
Innentüren und Zargen montieren © Chris Lambertsen
Innentüren und Zargen montieren

© SelbermachenAlles, was man braucht: Türfutterspanner, Zollstock, Holzkeile, Wasserwaage, Türzargenschaum und alternativ zu den Türfutterspannern MDF-Plattenstreifen.

Die Montage von Tür und Zarge ist nicht so schwer, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Denn Sie benötigen hierfür neben ein paar einfachen Werkzeugen und einigen Holzkeilen nur etwas Geduld beim Ausrichten der Zarge – das ist alles.

Allem voran steht das Ermitteln der Türabmessungen. Messen Sie dazu bei Neueinbauten die lichten Maße (Höhe und Breite) der Maueröffnungen und bei einem Wechsel einfach nur das alte Türblatt. Darüber hinaus müssen Sie nur noch beachten, ob es sich um eine rechte oder linke Tür handelt. Das genügt, um im Baumarkt oder beim Fachhändler eine neue Tür samt Zarge zu ordern.

© SelbermachenLinke oder rechte Tür? Wer Tür und Zarge kaufen möchte, muss neben den Maßen auch auf die Anschlagsrichtung achten. Der Rechts- (DIN rechts) und der Linksanschlag (DIN links) bezeichnet die Seite, auf der die Türbänder montiert sind, und zwar betrachtet von dem Raum aus, in den die Tür hineinschlägt.

Zuletzt noch ein Hinweis zu Feuchträumen: Stellen Sie die Zarge auf etwa 3 mm schmale Holzstreifen, die nach der Montage wieder entfernt werden. So lässt sich gut eine Versiegelungsfuge einbringen. Soll später ein Teppich unter der Zarge verlaufen, empfehlen wir die Verwendung von etwa 5 mm schmalen Holzstreifen.

  1. Abmessen© Chris Lambertsen

    Abmessen

    Für den Kauf von Tür und Zarge wird die lichte Breite und Höhe der Maueröffnung gemessen und das kleinste Maß genommen.
  2. Verbinder montieren© Chris Lambertsen

    Verbinder montieren

    Bei der Montage die Zargenteile auf eine 4 ebene Fläche legen, etwas Leim angeben und den Verbinder (Exzenterverschluss) montieren.
  3. Schrauben eindrehen© Chris Lambertsen

    Schrauben eindrehen

    Sofort im Anschluss die Schrauben und die Gewindehülsen eindrehen und nochmals die Verbindung auf Passgenauigkeit überprüfen.
  4. Türzarge ausrichten© Chris Lambertsen

    Türzarge ausrichten

    Ist der Holzleim abgebunden, wird die neue Türzarge vorsichtig in die Maueröffnung gestellt und mittig ausgerichtet.
  5. Unterteile festziehen© Chris Lambertsen

    Unterteile festziehen

    Die Unterteile der Bänder werden in die vorgefertigten Löcher in der Zarge gesteckt und mit einem Inbusschlüssel festgezogen.
  6. Zierbekleidung verschrauben© Chris Lambertsen

    Zierbekleidung verschrauben

    Die schmale Zierbekleidung, die später von der anderen Seite auf die Zarge geschoben wird, wird ebenso mit Leim und Verbinder verschraubt.
  7. Türspannfutter spannen© Chris Lambertsen

    Türspannfutter spannen

    Die Türfutterspanner, deren Andruckflächen zuvor mit beiliegendem Filz beklebt wurden, werden im oberen Bereich der Zarge gespannt…
  8. Spanner fixieren© Chris Lambertsen

    Spanner fixieren

    …und anschließend jeweils nach ganz unten sowie auf Türdrückerhöhe gezogen und in der Zierbekleidungsnut mit der Metallzunge fixiert.
  9. Zarge verbinden© Chris Lambertsen

    Zarge verbinden

    Die Zarge ist damit fest mit dem Türfutterspanner verbunden. Moderne Spanner besitzen zum Ausrichten sogar Wasserwaagenlibellen.
  10. Holzkeile anbringen© Chris Lambertsen

    Holzkeile anbringen

    Mit einem oder mehreren Holzkeilen wird die Zarge nun ausschließlich im Eckbereich der Zargenteile in der Maueröffnung fixiert.
  11. Zarge überprüfen© Chris Lambertsen

    Zarge überprüfen

    Überprüfen Sie mit der Wasserwaage jede Fläche und Kante. Ist nicht alles im Lot, werden einzelne Keile gelockert und der Sitz korrigiert.
  12. Bodenluft© Chris Lambertsen

    Bodenluft

    Beachten Sie beim Verkeilen unbedingt, dass die Tür zum Fußboden eine Bodenluft von 5 bis maximal 7 mm haben muss.
  13. Türbänder eindrehen© Chris Lambertsen

    Türbänder eindrehen

    Nun die oberen Türbänder in das Türblatt eindrehen. Das Eindrehen verlangt viel Kraft, daher hierzu besser den Schraubendreher nutzen.
  14. Türblätter einhängen© Chris Lambertsen

    Türblätter einhängen

    Das Türblatt einhängen und die Bodenluft, wie schon in Bild 12 beschrieben, kontrollieren und gegebenenfalls die Zarge unterfüttern.
  15. Keil setzen© Chris Lambertsen

    Keil setzen

    Sind die Zarge und die Tür ausgerichtet, wird ein Keil unter das Türblatt gesetzt, damit sich während des Ausschäumens nichts bewegt.
  16. Schaum einsprühen© Chris Lambertsen

    Schaum einsprühen

    Auf jeder Seite der Zarge werden je drei Klebepunkte mit einem Türzargenschaum (etwa „2K-Express-Montageschaum Sista“, Aushärtezeit etwa 30 Minuten) gesetzt: oben, mittig und unten. Also nur an den Stellen, an denen sich Querhölzer oder die Türfutterspanner befinden. Als Schaummenge genügt ein Dosierstoß von 1 bis 2 Sekunden.
  17. Schaum abschneiden© Chris Lambertsen

    Schaum abschneiden

    Ist der Schaum ausgehärtet, wird die herausgequollene Masse mit einer Handsäge oder einem scharfen Messer abgeschnitten.
  18. Zierbekleidung einsetzen© Chris Lambertsen

    Zierbekleidung einsetzen

    In die Nut der Zierbekleidung wird punktuell (etwa alle 50 cm) je ein Tropfen Leim gesetzt und die Bekleidung aufgeschoben.
  19. Drückergarnitur anschrauben© Chris Lambertsen

    Drückergarnitur anschrauben

    Nun werden die Drückergarnituren angeschraubt. Achten Sie darauf, dass der Schlüssel locker ins Schlüsselloch passt.
  20. Türbänder einstellen© Chris Lambertsen

    Türbänder einstellen

    Letzte Einstellarbeiten können nun noch an den Türbändern, sowohl in der Zarge als auch am Türblatt, vorgenommen werden.

Die Montage ohne Türfutterspanner

Türfutterspanner, wie sie auf den vorangegangenen Seiten gezeigt werden, sind sehr praktisch. Besonders wenn Sie verschiedene Türbreiten verarbeiten und so zwischen unterschiedlichen Abmessungen springen müssen. Doch zwei Stück von der Marke Gross Stabil kosten etwa 95 Euro. Die Anschaffung ist also nicht ganz billig. So unser Tipp: Bei geringer Zargenanzahl und gleichen Baumaßen benutzen Sie selbst gefertigte Holzspreizen. Wer jedoch seinen Neubau komplett selbst mit Zargen ausstatten möchte, kauft besser gleich das Türfutterspanner- Profiwerkzeug oder leiht sich solches im Werkzeugverleih!

  1. Abmessen© Chris Lambertsen

    Abmessen

    Messen Sie mit einem Zollstock das lichte Innenbreitenmaß der Zarge und fertigen Sie wie in Bild A3 gezeigt eine Spreizenkonstruktion aus Resthölzern an.
  2. Querhölzer zuschneiden© Chris Lambertsen

    Querhölzer zuschneiden

    Beachten Sie beim Zuschnitt, dass bei den Querhölzern jeweils die Stärke der aufrechten MDF-Plattenstreifen abgezogen werden muss.
  3. Hölzer anleimen© Chris Lambertsen

    Hölzer anleimen

    Damit das mittige Brett hält, werden kleine Holzabschnitte in Schlosshöhe mit Schnellbinderleim angeleimt, danach die Zarge mit den Holzkeilen festgekeilt.
  4. Schaum einsprühen© Chris Lambertsen

    Schaum einsprühen

    Die Montage verläuft dann weiter wie in der oberen Anleitung ab Bild 11. Allerdings müssen die Keile nach dem Aushärten des Schaums wieder entfernt werden.
Artikel aus selber machen Ausgabe 11/2010. Jetzt abonnieren!
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