Tür austauschen: so geht's! | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Tür austauschen: so geht's!

Zarge und Tür sind verzogen und verdellt? Wir erklären, wie Sie Ihre Tür austauschen und eine Neue einsetzen.

 
Ist die Tür mit der Zeit in die Jahre gekommen, sollte sie getauscht werden. © Selbermachen
Ist die Tür mit der Zeit in die Jahre gekommen, sollte sie getauscht werden.

Wenn eine Tür schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, erkennt man das regelmäßig: Zahlreiche Blessuren werden auch durch die vielen Lackschichten nicht wieder wettgemacht. Jetzt steht man vor der Entscheidung: noch mal spachteln und lackieren oder gleich die Tür austauschen? Wenn Ihre Tür kein Jugendstil-Schmuckstück ist, sollten Sie sich für eine neue entscheiden. Gemessen an Handwerkerkosten und Aufwand ist ein Austausch der günstigere Weg zu einer guten Tür, womöglich sogar mit mehr Lärm- und Einbruchschutz.

Das Ausbauen der alten Zarge ist meistens eine staubige Angelegenheit, denn Zargenbretter wurden früher mit Nägeln befestigt, die über Kreuz eingeschlagen wurden. Beim Ausbau reißen sie große Löcher in die Laibungsmauer, die verspachtelt werden müssen. Kaufen Sie die neue Tür von einem Hersteller, der auch Sondermaße anfertigt (Altbaulaibungen sind oft unterschiedlich in der Größe!) und Türen komplett mit Schloss und Griffgarnitur liefern kann. So haben Sie die Garantie, dass auch beim späteren Nachkauf alles problemlos zusammenpasst.

Der richtige Dreh „Soll die Tür DIN-links oder DIN-rechts sein?“ Das wird die erste Frage sein, die Ihnen der Verkäufer stellt. Gemeint ist, auf welcher Seite die Türbänder sichtbar montiert sind, also wie herum die Tür öffnet (Zeichnung links: links angeschlagen; rechte Zeichnung: rechts angeschlagen). Was Sie auch parat haben sollten, sind die Rohbaumaße der Türöffnung für die Zarge: Messen Sie Höhe (RBMH), Breite (RBMB) und Wand stärke (WST) jeweils ohne Zarge.

Tür austauschen

  1. Türheber verwenden© Selbermachen

    Türheber verwenden

    Das Aus- und Einhängen von Türen erfordert gute Kondition und beim Einbau reichlich Geschick – oder einen Tür- und Möbelheber.
  2. Bekleidung abdrücken© Selbermachen

    Bekleidung abdrücken

    Ein Kuhfuß dient im ersten Arbeitsschritt zum Abdrücken der Bekleidung. Einige untergelegte Holzkeile halten sie ab und schützen die Wand.
  3. Zargensturz lösen© Selbermachen

    Zargensturz lösen

    Kräftige Schläge mit einem schweren Hammer (Fäustel) lösen den Zargensturz von den Laibungshölzern, die mit der Wand verbunden sind.
  4. Türbekleidung herausbrechen© Selbermachen

    Türbekleidung herausbrechen

    Alte Türbekleidungen sind meist mit Distanzleisten unterlegt und an die Mauerlaibung genagelt. Brechen Sie sie mit dem Kuhfuß heraus. Das Rohbaumaß können Sie erst jetzt ausmessen. Wer also einige Zeit mit offener Tür leben kann, bestellt erst jetzt die neue. Andernfalls sollten Sie vorher zwei Bekleidungsbretter (Rahmenblende) abbauen, um die Rohbaumaße zu ermitteln.
  5. Putz erneuern© Selbermachen

    Putz erneuern

    Vor der Montage stehen Gipser- und Malerarbeiten an. Beim Herausbrechen der alten Zarge werden der alte Putz und die Wand in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommt, dass heutige Standardmaße nicht immer genau passen.
  6. Zargenblende zusammenhalten© Selbermachen

    Zargenblende zusammenhalten

    Zwei Exzenter-Verbinder und Holzleim halten die neue Zargenblende zusammen.
  7. Federstahlklammern© Selbermachen

    Federstahlklammern

    Federstahlklammern halten die Rahmenteile zusammen. Achten Sie auf die bündige Gehrung.
  8. Zarge aufstellen© Selbermachen

    Zarge aufstellen

    Beim Aufstellen wird die neue Zarge auf Hartfaserstreifen gestellt und so etwa 3 mm angehoben.
  9. Zarge einschäumen© Selbermachen

    Zarge einschäumen

    Türfutterspanner und -zwingen zum exakten Fixieren der Zarge lohnen beim Einbau von mehreren Türen. Sie können auch gemietet werden. Bei eingehängter Tür können Sie gleich feststellen, ob sie richtig schließt und nicht auf- oder zufällt. Bei wenigen Türen reichen zum Ausrichten auch Keile und Leisten, die zwischen Zarge und Wand und in der Zarge in Höhe der Bänder und des Schlosses einge setzt werden. Hier wie auch an den Ecken und im unteren Bereich der Zarge wird der neue Rahmen mit „nicht nachdrückendem“ Zargenschaum eingeschäumt. Warnhinweise beachten!
  10. Bekleidungsgegenstück montieren© Selbermachen

    Bekleidungsgegenstück montieren

    Etwas Druck und eine Spur Leim brauchen Sie, um das Bekleidungsgegenstück zu montieren.
  11. Silikon auftragen© Selbermachen

    Silikon auftragen

    Silikon statt Hartfaserstreifen zwischen Zarge und Boden verhindert, dass sie durch Feuchtigkeit (Wischwasser) quillt.
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