Türscharniere schnell, richtig reparieren | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Topfscharniere Spachteln und neu einbohren

Türscharniere schnell, richtig reparieren

Türscharniere brechen gerne einmal aus Holzmöbeln heraus, wenn sie zu schwungvoll geöffnet werden. Doch gleich eine neue Tür kaufen, ist kein Muss, denn die Reparatur ist recht einfach. Wir zeigen Ihnen wie Sie im Handumdrehen eine ausgebrochenes Topfscharnier spachteln und neu einbohren.
 
So reparieren Sie Türscharniere schnell und richtig. © Chris Lambertsen
So reparieren Sie Türscharniere schnell und richtig.

Ein ausgebrochenes Topfscharnier ist zwar ärgerlich, aber kein Grund, eine neue Schranktür zu kaufen. Mit Zweikomponenten-Epoxidpaste kann man so ein Malheur leicht beheben.

Einfache Standard-Holzpaste (Flüssigholz), wie man sie zum Ausbessern von Holzrissen benutzt, ist nicht haltbar genug.

Neben der Spachtelmasse benötigen Sie ein Stecheisen, Kreuzschlitzschraubenzieher, eine Einbohrschablone, einen Vorstecher (Dorn), einen Holzbohrer, einen Forstnerbohrer, Bohrmaschine sowie Schleifpapier. Falls die Löcher nur im Korpus ausgebrochen sind, wird die Reparatur noch einfacher.

Türscharniere reparieren einfach gemacht

In der Tür werden lose und eingerissene Teile mit dem Stecheisen herausgearbeitet, Holzspäne und Schmutz mit dem Pinsel entfernt.

In der Tür werden lose und eingerissene Teile mit dem Stecheisen herausgearbeitet, Holzspäne und Schmutz mit dem Pinsel entfernt.

Mit Zweikomponenten-Holzpaste verfüllt man das ausgebrochene Scharnierloch und die Schraubenlöcher.

Mit Zweikomponenten-Holzpaste verfüllt man das ausgebrochene Scharnierloch und die Schraubenlöcher.

Abgeschliffen wird die ausgehärtete Spachtelmasse, nachdem die groben Überstände mit einem Stech eisen abgestoßen wurden.

Mit einer Einbohrschablone (hier Hettich) wird der Bohrlochabstand zur Vorderkante mit einem Vorstecher (Dorn) markiert.

Mit einer Einbohrschablone (hier Hettich) wird der Bohrlochabstand zur Vorderkante mit einem Vorstecher (Dorn) markiert.

Epoxidharz: Härter als Holz

Die Epoxid-Paste, die zum Wiederaufbau des Lochs im Holz verwendet wird, kann erst direkt vor der Verarbeitung angerührt werden. Das Mischungsverhältnis beträgt bei den kleinen Verbrauchseinheiten meist 1:1.

Erst der Härter bringt den Harz dazu, seine Viskosität zu verlieren und auszuhärten. Das geht bei Zimmertemperatur meist schnell, die Topfzeit beträgt manchmal nur wenige Minuten.

Im Ergebnis erhalten Sie einen Kunststoff, der extrem hart wird und sich schleifen (mit Maske!) und bearbeiten lässt wie Holz. Ebenfalls Spitzenklasse: die beeindruckende Klebekraft von Epoxidharz mit Holz.

Mit Forstnerbohrer (35 mm Durchmesser) wird im Bohrständer ein dem Scharniertopf entsprechend tiefes Loch gebohrt.

Mit Forstnerbohrer (35 mm Durchmesser) wird im Bohrständer ein dem Scharniertopf entsprechend tiefes Loch gebohrt.

Mit Farbe kann man nun die geflickte Stelle im Farbton der Tür lackieren, wenn Farbe und Muster es zulassen.

Mit Farbe kann man nun die geflickte Stelle im Farbton der Tür lackieren, wenn Farbe und Muster es zulassen.

Die Löcher für die Direktbefestigungsschrauben werden mit einem etwas dünneren Bohrer als Schraubendurchmesser vorgebohrt.

Die Löcher für die Direktbefestigungsschrauben werden mit einem etwas dünneren Bohrer als Schraubendurchmesser vorgebohrt.

Auch im Korpus können ausgebrochene Löcher mit der Paste gefüllt und flächig verschliffen werden. Löcher ebenfalls vorbohren (5 mm).

Auch im Korpus können ausgebrochene Löcher mit der Paste gefüllt und flächig verschliffen werden. Löcher ebenfalls vorbohren (5 mm).

Die Montageplatte, der Scharniersockel im Schrankkorpus, wird dann in der alten Position wieder festgeschraubt.

Die Montageplatte, der Scharniersockel im Schrankkorpus, wird dann in der alten Position wieder festgeschraubt.

So stellen Sie Scharniere richtig ein

Nachdem die Topfscharniere erneut montiert wurden, müssen sie neu ausgerichtet werden. Dies geschieht über drei Achsen. Folgendes Video erläutert wie Sie ihre Scharniere schnell richtig einstellen:

Fotos: 
Chris Lambertsen
Artikel aus selber machen Ausgabe 01/2015. Jetzt abonnieren!
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