Bad renovieren Schritt 11: Die Wände verputzen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Wandputz und Waschtischunterschrank

Bad renovieren Schritt 11: Die Wände verputzen

Bei unserem kompletten Badeinbau sind wir auf der Zielgeraden. Es fehlt nur noch die Wandgestaltung mit Kalkputz. Diese Putzart wird in ein bis zwei Millimeter Stärke aufgetragen und ist somit auch für ungeübte Selbermacher gut zu verarbeiten. Allerdings brauchen Sie bei Verarbeitung von dünnschichtigen Feinputzen viel Zeit und Geduld.
 
Die Badrenovierung ist auf der Zielgeraden. Es geht an das Verputzen der Wände. © Thomas Danebrock
Die Badrenovierung ist auf der Zielgeraden. Es geht an das Verputzen der Wände.

Alle Wände bis zur Decke mit Fliesen zu belegen, war ein Irrtum der 70er- und 80er-Jahre, der schon seit einiger Zeit korrigiert wird. Gefliest wird nur noch im direkten Spritzwasserbereich. Sprich um Duschen und Badewannen herum.

Der Rest der Wandflächen sollte frei bleiben, denn hier können bestimmte Putzarten mit ihrer porigen Oberfläche dafür sorgen, dass die zeitweise sehr hohe Luftfeuchtigkeit im Bad sich nicht auf glatten Flächen niederschlägt und runterläuft, sondern abgepuffert wird.

Zu diesen Putzarten gehören die Kalk- und Lehmfeinputze und die mineralischen Dekorputze. Das Gute: Weil die nur in ein bis zwei Millimeter Stärke aufgetragen werden, sind sie auch für den ungeübten Selbermacher gut zu verarbeiten. Wichtig ist, dass alle Putze ausnahmslos eine Grundierung brauchen, die aus dem gleichen System kommt: Nur so ist die optimale Haftung gewährleistet und es können keine Verfärbungen aus dem Untergrund auf die Putzfläche durchschlagen.

Kalkputz: verarbeiten

Der selbst angemischte Grauton unseres Kalkputzes wird durch intensives Verdichten und Glätten zu einem täuschend echten Betonlook an der Wand.

Das Kalkpulver anmischen.

Das Kalkpulver mischen Sie mit sauberem, kalten Wasser zu einer Masse mit quarkähnlicher Konsistenz an.

Die Graufärbung erreichen Sie durch die Zugabe von schwarzer Kalkfarbe.

Die Graufärbung erreichen Sie durch die Zugabe von schwarzer Kalkfarbe. Achtung: Die Farbe macht den Putz wieder etwas flüssiger.

Nach dem Auftragen des Putzes die Masse leicht anziehen lassen.

Nach dem Auftragen des Putzes lassen Sie die Masse leicht anziehen, bevor Sie per Metalloder Kunststoffglätter die Fläche verdichten.

Alternative: Lehmputz

In Feuchträumen sorgt auch Lehm für ein gutes Raumklima im Bad. Die Verarbeitung funktioniert allerdings anders als bei Kalk.

Idealerweise lassen Sie sich Ihren Wunschfarbton vom Hersteller anmischen.

Idealerweise lassen Sie sich Ihren Wunschfarbton vom Hersteller anmischen, das Ergebnis wird homogener als bei Selbstmischung.

Die Flächengrundierung ist immer nötig!

Die Flächengrundierung ist immer nötig, besonders auf imprägnierten, grünen Feuchtraumplatten. Die Fläche muss komplett weiß sein.

Der vorgemischte Lehmtrockenmörtel muss mit Wasser angemischt werden

Der vorgemischte Lehmtrockenmörtel muss mit Wasser angemischt werden. Danach die Putzmasse kurze Zeit „sumpfen“ lassen.

Mit dem Auftragen des Putzes oben an der Wand beginnen.

Beginnen Sie mit dem Auftragen des Putzes oben an der Wand. Ziehen Sie mit flacher Kelle zunächst eine 2-3 mm dicke Lehmschicht auf.

Mit etwas steilerer Kelle die Materialdicke auf Kornstärke abziehen.

Mit etwas steilerer Kelle können Sie die Materialdicke auf Kornstärke abziehen. So fällt später die gleichmäßige Strukturierung leichter.

Die Venezianische Kelle mit den abgerundeten Ecken verwenden Sie, um die leicht angefeuchtete Lehmoberfläche zu glätten.

Die Venezianische Kelle mit den abgerundeten Ecken verwenden Sie, um die leicht angefeuchtete Lehmoberfläche zu glätten.

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TEXT: Ulrich Wolf ALLE FOTOS: Thomas Danebrock
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