Bad renovieren - Schritt 4: Die Wände beplanken | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Trockenbau und Rohrinstallation

Bad renovieren - Schritt 4: Die Wände beplanken

In einem Bad kommen auf die Wände besondere Aufgaben zu. In erster Linie ist das die Dichtigkeit im Spritzwasserbereich. Wir haben deshalb zu besonderen Wandbauplatten gegriffen. Bei dem vierten Schritt der Badrenovierung, zeigen wir Ihnen wie Sie die Wände richtig beplanken.  
 
Bad renovieren - Schritt 4: Die Wände beplanken © Thomas Danebrock
Bad renovieren: Die Wände richtig beplanken

In einem echten Altbau kommen Sie nicht umhin, bei den Materialien der Wandkonstruktionen zu mischen. In unserem Fall haben wir an zwei Seiten tragendes und schlecht verputztes Mauerwerk, an den beiden anderen Raumseiten haben wir unser Ständerwerk aus Metallprofilen selbst gestellt.

Um vor allem die Übergänge und Anschlüsse in den Ecken unter den besonderen raumklimatischen Bedingungen eines Bades dauerhaft sauber und dicht hinzubekommen, ist die Beplankung aller Wände mit nur einem Plattenmaterial sinnvoll.

Auf unserem Ständerwerk (Achsabstand der Profile 62,5 cm) werden die biegesteifen Bauplatten mit speziellen Schnellbauschrauben fixiert. Auf dem Altputz können die Platten auch mit Mörtelbatzen („Ansetzgips“) auf der Rückseite geklebt werden, die Sie maximal 30 cm auseinanderliegend aufbringen.

So erreichen Sie an allen Wänden eine schon für weitere Belagsarbeiten vorbereitete Oberfläche, die weder eine Grundierung noch eine spezielle Abdichtung im Spritzwasserbereich braucht. Die Platten gleichen durch ihre Elastizität Bewegungen im Untergrund aus, ohne an der Oberfläche zu reißen. Das ist vor allem bei Altwänden mit unterschiedlichen Putzarten wichtig.

Produktinfo: Hartschaum-Bauplatten

Im Feuchtbereich wie dem häuslichen Bad können bei der Renovierung als Alternative zu herkömmlichen Gipskarton- auch sogenannte Hartschaum-Bauplatten verwendet werden.

Die bestehen im Wesentlichen aus einem sehr leichten Hartschaumkern aus XPS (druckfestes, extrudiertes Polystyrol) und einer beidseitigen Kaschierung mit einem Vliesgewebe.

Dieses Gewebe sorgt einerseits für die Wasserdichtheit das Ganzen, andererseits bietet es ohne weitere Grundierung einen perfekten Untergrund, vor allem für alle Arten von Fliesen, aber auch für Spachtelmassen oder Putze.

Die Platten bekommen Sie in Stärken zwischen 5 und 50 mm, die Plattengröße liegt grundsätzlich bei (raumhohen) 260 x 62,5 cm. Bei der Beplankung von Ständerwerk wird eine Mindestplattendicke von 19 mm empfohlen, bei Trockenputzen mit Mörtelbatzen 9 mm. Die Plattenstöße können zur Abdichtung auch geklebt werden, der Zuschnitt erfolgt einfach mit dem Cutter. Ein Quadratmeter Kerdi-Board kostet etwa 28 Euro.

Weitere Infos: www.kerdi-board.de

Die Plattenmontage

Für die Kerdi-Board-Platten gelten die gleichen Regeln wie für Gipskartonplatten. Die Beplankung erfolgt quer zum Ständerwerk, der Achsabstand darf 62,5 cm nicht überschreiten.

Die Fächer mit 80er-Trennwanddämmung füllen.

Die Fächer zwischen den 100er-Ständerprofilen füllen Sie mit 80er-Trennwanddämmung. Matten 10mm breiter als das Fach schneiden.

Den Abstand zum Boden beachten

Um den Abstand von 5-10 mm zum Boden zu sichern, legen Sie Hölzer unter die erste Reihe. So verhindern Sie eine Körperschallübertragung.

Die Bauplatten mit mindestens einem Fach Fugenversatz verlegen

Verlegen Sie die Bauplatten mit mindestens einem Fach Fugenversatz. So erreichen Sie eine größere Stabilität der Wand.

Spezielle Unterlegscheiben für die Platten

Die weichen Platten halten am Ständerwerk durch spezielle Unterlegscheiben unter den Schnellbauschrauben. Diese setzen Sie sowohl in den Fugen als auch in den Flächen. Der Schraubabstand liegt bei maximal 25cm.

Die Aussparungen mit der Lochsäge einfügen

Für Aussparungen wie am Waschtisch verwenden Sie eine passende Lochsäge. Ausschnitte immer 5-10mm größer als das Rohrschneiden.

 Mörtelbatzen auf der Rückseite der Platten

Beim Trockenputz auf unebenen Untergründen setzen Sie Mörtelbatzen auf die Rückseite. Der maximale Abstand ist 30cm.

Die Bauplatten können Sie hochkant verkleben

Die Bauplatten können Sie hochkant verkleben. Achten Sie auf die 5-mm-Fuge zum Boden und drücken Sie die Platten fest an.

Mit der Wasserwaage Lot und Flucht kontrollieren

Mit der Wasserwaage kontrollieren Sie Lot und Flucht. Wichtig ist vor allem, dass keine Fugenversätze entstehen.

Fugen abdichten

Auch wenn die Platten selbst wasserdicht sind - die Stoßfugen müssen Sie natürlich nachbearbeiten.

Die Spachtelmasse zur Abdichtung der Fugen

Die Spachtelmasse zur Abdichtung der Fugen und Schraubstellen müssen Sie aus zwei Komponenten zusammenmischen.

Ziehen Sie die Masse satt über alle Längs- und Querfugen

Ziehen Sie die Masse satt über alle Längs- und Querfugen sowie die Schraubenköpfe. Wichtig ist ein lückenloser Auftrag.

Das Dichtungsgewebe in die frische Masse eindrücken.

Im Fugenbereich drücken Sie das Dichtungsgewebe in die frische Masse ein. Damit ist die Fuge wasserdicht und die Wand bleibt flexibel.

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TEXT: Ulrich Wolf ALLE FOTOS: Thomas Danebrock
Artikel aus selber machen Ausgabe 11/2014. Jetzt abonnieren!
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