Bad & WC trennen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Umbau Bad

Bad & WC trennen

Als man vor 40 Jahren baute, wählte man viele kleine Zimmer – eines für jede Funktion. In diesem Haus lag das Minibad am Schlauchflur neben dem Hauswirtschaftsraum. Durch das Zusammenlegen der beiden bekamen die Bewohner eine Wellnessoase und ihre Gäste endlich ein separates WC.

 
Neues Badezimmer © Selbermachen
Neues Badezimmer

© SelbermachenKaum Platz, unpraktisch eingerichtet und ein Ort nur zum Sauber werden – bei dieser Nasszelle trafen alle Vorurteile, die man mit dem Begriff verbindet, zu. Ob man vor dem Waschbecken die Zähne putzen oder in die Wanne steigen wollte – stets stand die Toilette im Weg. Die Fliesen schockten mit kräftigem Blau, auch in duftendem Schaumbad fand man so keine Entspannung.

Ein ähnliches Bild bot das Nachbarzimmer: Hier drängelten sich Waschmaschine und Wäscheständer neben Putzmitteln und Staubsauger, in Regalen lagerten allerlei nützliche Haushaltshelfer und Wäscheberge warteten darauf, gereinigt zu werden. „Dabei wünschten sich die Bewohner endlich eine heimische Wellnessoase. Ganz wichtig war ihnen auch, dass ihre Gäste nicht mehr das Privat- WC, sondern eine eigene Toilette bekamen“, erzählt Innenarchitekt Christian Wadsack.

Im Team mit Planerin Anne Hofmann wurde eine simple Lösung gefunden: Aus den zwei Nachbarzimmern wurde ein Raum – das Einreißen der Trennwand schuf erst einmal Freifläche – für eine ebenerdige Dusche mit Sitzplatz ebenso wie für eine geräumige Wanne, in der man auch zu zweit bequem abtauchen kann. Ein extrabreiter Waschplatz rundete das wohnliche Privatbad ab. Die Toilette wurde dagegen in einen eigenen Raum verbannt.

© SelbermachenDen Profis war klar: Um diese Vorstellungen umsetzen zu können, muss der Boden erhöht werden, um die Wasserrohre zu den Objekten verlegen zu können: Daher trennt heute eine Stufe den gemeinsamen Vorraum vom Bad und vom Gäste-WC. „Das Verlegen der Rohre sollte man immer dem Installateur überlassen, ebenso den Einbau der Regendusche in der abgehängten Decke. Elektroarbeiten wie das Einsetzen der Downlights gehören ebenso in die Hand eines Fachmanns wie der Einbau der Fußbodenheizung.“ Denn läuft hier etwas schief, können Wasserschäden, lästige Fließgeräusche und Stromschläge teure und unangenehme Folgen sein.

© SelbermachenDas Einziehen der Trockenbauwand für das Gäste-WC übernahmen hier die Handwerker. Wer sicher im Umgang mit Säge, Bohrer und Schrauber ist, kann das aber auch selbst tun. Und auch die satinierte Glasschiebetür vor dem Gäste-WC oder die großformatigen Feinsteinzeugfliesen laden zum Selberanbringen ein. Der Hausherr kann selbst Möbel bauen. So entwarfen die Innenarchitekten zwar den hölzernen Waschtisch, gezimmert wurde er von ihrem Auftraggeber. Trotz schickem Wellnessbad: Auch Waschmaschine, Wäscheständer und Putzmittel brauchten eine neue Unterkunft.

© SelbermachenDie wurde dem Flur abgerungen: Durch die ehemalige Tür des Hauswirtschaftsraums gelangt man nun in eine kleine Abstellkammer mit einer geschwungenen Wand. Und hinter der Badezimmertür wird für die Wäsche demnächst ein separater Trockenraum entstehen – natürlich beheizt und mit einer Lüftung, die die feuchte Luft zum Dach hinauspustet.

DIY-TIPPS:

• Persönliche Akzente beleben moderne Bäder. Manches Dekoelement lässt sich ganz unkompliziert mit Heißkleber auf Spiegel oder Möbeln befestigen.

• Wer wie hier viele Downlights installiert, kann die Lichtstimmung gut verändern, von sehr hell zum Putzen bis romantisch zum Baden.

Gestaltungsalternativen

Schönheitsservice

© SelbermachenDer schlanke Seifenspender in neutralem Weiß gehört zu den Accessoires der Badserie „Valencia.“ Er ruht in einer Halterung aus massivem Messing, die es matt oder hochglänzend verchromt gibt – ideal zum Abstimmen auf jeden Einrichtungsstil. Zur bohrlosen Befestigung gibt es einen speziellen Adapter. Etwa 10 Euro, von Max Bahr.

Glattheit statt Struktur

© SelbermachenWem die Wände in diesem Bad zu rustikal wirken, greift zum Molto Einfach Glatt Fertigspachtel. Dank der Spezialrezeptur erhält man in gerade mal zwei Arbeitsschritten eine ebenmäßige Oberfläche. Eventuelle Unebenheiten kann man mit Schleifpapier (Körnung 180) kurz anschleifen. Molto.

Schlichte Eleganz

© SelbermachenIhr klares modernes Design passt zu jedem Einrichtungsstil, und dank dem Einhebelmischer fließt das Nass sofort in der gewünschten Gradzahl: So hilft die Waschtischarmatur „Chicago“ dabei mit, dass man weniger Wasser durchs Regeln der Temperatur verbraucht. Das Modell mit messingverchromter Oberfläche kostet samt Anschlussschläuchen und Ablaufgarnitur etwa 60 Euro, von Max Bahr.

Verdeckter Abfluss

© SelbermachenDie Ablaufrinne „Prochannel“ braucht nur ein leichtes Gefälle, um direkt vor der Wand oder am Eingang der Dusche das Wasser abzuleiten. Ob mit Edelstahlrost oder als Fliesenmulde (im Bild), das System passt besonders zu großformatigen Fliesen. Sechs Standardgrößen von 70 bis 150 cm, komplett mit Montageset ab etwa 354 Euro, von Proline.

Für sanfte Rundungen

© SelbermachenDieses Mosaik schmiegt sich an geschwungene Badezimmerwände und runde Badewannen. Durch die Kleinteiligkeit lassen sich auch schmale Simse und unregelmäßige Formen einkleiden. Zum Verkleben eignet sich Knauf Marmor- und Granitkleber, der auch für Naturstein verwendet wird. Darauf abgestimmte Fugenmasse schließt das Gitternetz. Achtung: Spritzwasserbereiche müssen zuvor mit „Flächendicht“ gestrichen werden. Knauf.

Schmuckstücke

© SelbermachenSie verdecken ungleichmäßige Übergänge zur Decke, verstecken Kabel oder gliedern Flächen: „Selitstyle“-Zierprofile sind praktisch und schön. Den Polystyrolschaum schneidet man mit einem Cutter. Wer mag, kann die elf Muster mit Farbe überstreichen. Ab etwa 1,20 Euro/m, von Selit.

SELBER MACHEN 10/2009

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