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Keller umgestalten

Vom Aschenputtel zur Prinzessin: Nach dem Umbau sorgt das neue Kellerkonzept für mehr Platz im Rest des Hauses. Heizung, Abstellkammer und Waschküche teilen sich die Fläche. Durch die klaren Nutzungszonen und das helle Ambiente wirken die Räume überhaupt nicht mehr unterirdisch.

 
Waschküche im Keller © Selbermachen
Waschküche im Keller

Vorher: Eine typische Kellernutzung der Siebziger Jahre – als Stellplatz für Waschmaschine und Wäschetrockner, als Abstellkammer für selten Genutztes oder als Winterlager für Gartengeräte und Sommerkleidung. Im Raum nebenan war der Öltank untergebracht. Durch die kleinen Fenster kam nur wenig Licht in das Souterrain. Die Waschküche vorm Umbau© SelbermachenKühl und dunkel: In so einem Keller blieben einst Kartoffeln und Äpfel frisch. Mit der Anschaffung von Kühlschrank und Waschmaschine wurde er zum Trocken- und Lagerraum umfunktioniert und auch als Heizungskeller und Tanklager genutzt. Mit dem Energiesparwunsch der Bewohner sollte nun ein modernes Brennwertgerät den betagten Ölkessel ersetzen – ein guter Grund für eine überfällige Umgestaltung des Souterrains, um das Raumangebot viel besser zu nutzen.

Viel Platz zum Heimwerken und Hausarbeiten

Schiebetür im Keller© SelbermachenTank-, Heiz- und Trockenraum zusammen ergaben eine 16 qm große Fläche, die die Planer von Living Art neu gliederten. Rund 1,5 m vor der Außenwand mit dem Schornstein wurde eine Mauer aus Porenbetonsteinen hochgezogen. Eine zweite Wand unterteilt dieses Séparée nochmals. Die neue kompakte Heizungs- und Warmwasseranlage passte in einen der Räume; darin fand auch das Herz der neuen zentralen Staubsaugeranlage Platz. In der kleineren Kammer kommen Stehleiter und Besen, Putzeimer, Toilettenpapier und vieles andere unter, gut geordnet in einem Regalsystem. „Damit man von dem Raumangebot so viel wie möglich hat, haben wir Falttüren für die Durchgänge gewählt. Die machen sich an der Seite schmal und anders als bei einem Türblatt kann man den Platz davor und dahinter vollständig nutzen“, erklären die Planer von Living Art.

Waschbecken© SelbermachenDer Familie war das nur recht, denn der große Raum wird hauptsächlich als Waschküche genutzt und das Bügelbrett bleibt oft tagelang stehen. Perfekt bei den Bergen an schmutziger Kleidung: Durch den Wäscheabwurfschacht in einer Ecke kommt schmutzige Kleidung ohne Schleppen zu den Geräten. Um möglichst viele Wände für weitere, später vielleicht notwendige Regale und Möbel freizuhalten, rückten Waschmaschine und Trockner in die Raummitte.Zusammen mit einem Unterschrank bilden sie einen Tresen, auf dessen Arbeitsplatte man wunderbar Wäsche sortieren oder falten kann. Gegenüber dient ein Waschbecken auf weiteren Unterschränken als Wasserzapfstelle. Um die Abflussrohre für Waschmaschine und Waschbecken sowie den Abluftkanal des Trockers unterzubringen, musste ein Podest gebaut werden. Duenger Konfi© SelbermachenDafür griffen die Bewohner selber zu zementgebundenen Bauplatten, Handsäge und Spezialkleber. Abschließend erhielt die belastbare und wasserfeste Basis ein pflegeleichtes Fliesenkleid – in Eigenregie für die geübten Heimwerker auch kein Problem. Die größte Änderung war der Einbau neuer Fenster, deren Dreierreihe nun Tageslicht hereinlässt und man so fast vergisst, dass man im Keller steht. Zusätzlich sorgen Deckenleuchten für ausreichende Helligkeit, sei es abends oder in der dunklen Jahreszeit. Reines Weiß wirkt zwar sauber, ein kompletter Raum in diesem Ton jedoch auch kühl und klinisch. Günther Klein überzeugte die Familie von einem blauen Reibeputz als Farbakzent, der optisch für Weite sorgt und (fast) den Blick in den Himmel ersetzt.

Benutzerfreundliche Einrichtung

Die neue Ablage sorgt für Ordnung© SelbermachenOb für die Handwäsche des Pullovers, das Befüllen eines Zehn-Liter-Eimers oder das Händeschrubben nach dem Reifenwechsel – das Waschbecken im Keller ist ein nützlicher Alltagshelfer. Die Schränke rechts und links bieten Stauraum und ergonomische, erhöhte Arbeitsflächen. Im Abstellraum sorgt ein variables Regalsystem aus Aluminium dafür, dass der Platz optimal genutzt wird: Die Ablageböden lassen sich passend zu den Gegenständen stufenlos einstellen. Leuchten sorgen für Helligkeit zwischen den Böden.

DIY-TIPPS:

• Ob Bauplatten oder Porenbetonsteine – mit Materialien, die leicht sind und sich einfach mit einer Säge zuschneiden lassen, können auch Ungeübte Einbauten vornehmen.

• Statt einen Schreiner für Schränke nach Maß zu beauftragen, kann man auch genormte Möbel mit etwas Fantasie und genauem Maßnehmen zu passgenauen Einbauten verbinden.

SELBER MACHEN 10/2009

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