Sanierte Küche im Altbau | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Sanierte Küche im Altbau

Mehr Platz und Helligkeit in der Küche wünschte sich eine junge Familie. Sie nutzte die Sanierung ihres Altbaus,, um aus mehreren Zimmern eine Koch- und Esszone zu machen. Nun hat die Hausherrin den Nachwuchs oder die Gäste stets im Blick.

 
Neue Küche im Altbau © Selbermachen
Neue Küche im Altbau

© SelbermachenVorher: Weiße 08/15-Fliesen, Schrankfronten in biederer Lamellenoptik, Holzarbeitsplatte, dazu Flechtkörbe für Kleinteiliges – die Küche hatte zusammengewürfelten Landhauscharme. Es fehlte an Stauraum, die Töpfe und Pfannen hingen an einer Reling, Zutaten standen in offenen Regalen: Das brachte optisch Unruhe und zwang zum häufigeren Putzen.

Flexible Möbel und Einbauelemente ergänzen einander

Die Küche ist der Lebensmittelpunkt der vierköpfigen Familie geworden: Jeden Tag versammelt sie sich am großen Esstisch, ob für Frühstück oder Mittagessen, ob beim Spieleabend oder bei einer Feier mit Gästen. Immer im Blick: Die neue Kochzeile in coolem Metalllook samt extrabreitem Gasherd, eine geschlossene Möbelfront in edlem Grau und dazwischen ein freistehender Tresen.

© SelbermachenDunja Kremkus kann es sich kaum vorstellen, wie sie früher auf 5 qm zurecht kam: „Obwohl wir zwei Einbauzeilen untergebracht hatten, gab es nie genug Stell- und Arbeitsfläche, besonders wenn wir Besuch hatten.“ Als die Gründerzeitvilla saniert wurde, war klar, dass die Küche mehr Raum brauchte. „Lichtfluten und Offenheit standen ganz oben auf der Wunschliste. Außerdem wollte ich beim Zubereiten der Mahlzeiten die Kinder im Blick haben.“ Dafür wurden Mauern versetzt, Wände fielen und eine Schiebetür wurde ausgebaut – aus Küche und Esszimmer wurde ein L-förmiger Raum. Die Planung nahmen die Bewohner selbst in die Hand: Matthias Kremkus ist Malermeister und staatlich geprüfter Techniker der Denkmalpflege.

© SelbermachenDer Fachmann kann beurteilen, was erhaltenswert ist und welche Mängel in betagten Mauern stecken. „Wir wollten die richtige Mischung aus zeitgemäßem Komfort und charmantem Altbauflair finden“, erzählt die Hausherrin. Das Paar entschied sich zum Beispiel, die Fensterrahmen aufarbeiten zu lassen: „Zu den 3 m hohen Räumen passen einfach keine riesigen Glasscheiben. Ob an den Fensterflügeln oder beim Oberlicht, wir konnten sogar die Originalbeschläge wiederverwenden, die immer noch wunderbar funktionieren.“

© SelbermachenDie Bausubstanz brauchte allerdings eine Generalüberholung. „Die Holzbalkendecke zur ersten Etage war, wie Ende des 19. Jahrhunderts üblich, mit Strohmatten gepolstert. Dadurch zog zum einen die Heizwärme ungebremst nach oben, zum anderen konnte man jeden Schritt hören.“ Höchste Zeit also, Dämmstoffe einzubringen, für Schallschutz zu sorgen – und zugleich moderne Technik einzubauen: „In der alten Küche gab es nur eine Umlufthaube. Nun war die Gelegenheit, eine saugstarke Dunstabzugshaube einzusetzen.“ Zudem erhellen Einbauleuchten in der abgehängten Decke die Kochzeile darunter.

Und auch alle Elektro- und Wasserinstallationen wurden saniert – ideal, um alle Küchengeräte unkompliziert anschließen zu können. Schließlich wurde auch der Fußboden generalüberholt. Die alten Holzdielen mussten weichen, die Bewohner entschieden sich für einen gegossenen Belag: „Der ist robust und durch seine geölte Oberfläche auch pflegeleicht“, erzählt Dunja Kremkus.

© SelbermachenDie Bodenarbeiten erlaubten außerdem, in der Kücheninsel ein zweites Spülbecken einzubauen: „Hier habe ich zusätzliche Arbeitsfläche, perfekt abgestimmt auf meine Körpergröße. Wollen die Kinder hier frühstücken, setzen sie sich auf höhenverstellbare Barhocker.“ Der Tresen in der Trendfarbe Weiß wirkt trotz seiner Größe überhaupt nicht wuchtig. Auch sonst haben die Bewohner sich, im Gegensatz zur früheren Einrichtung, für moderne Farben und Materialien entschieden. Die Einbaufront der Schränke trägt eine robuste Linoleumbeschichtung, Flecken haben auf dem eleganten Grau keine Chance. Ob riesiger Side-by-Side- Kühlschrank, vielflammiger Gasherd, Spülmaschine, Rollcontainer oder „Küchenwerkbank“ – ihre metallenen Oberflächen sind gut zu reinigen und schimmern im Licht.

© SelbermachenDa die Einbauschränke genug Stauraum bieten, wurde über der Kochzeile auf Hängeschränke verzichtet. So kommt die Dunstabzugshaube gut zur Geltung und der Raum wirkt großzügiger. Klar, dass die Familie neben neutralen Tönen auch auf Farben setzt – schließlich ist das eigene Heim die beste Werbung für einen Malermeister. Eine mintgrüne Wand hinter der Kochzeile und eine gegenüber am Esstisch unterstreichen die aufeinander abgestimmte Gestaltung der Nutzungszonen – und betonen den frischen Look.

DIY-TIPPS:

• Wer flexible Möbel wie zum Beispiel Rollwagen oder Module einsetzt, kann später nach Bedarf einfach nachrüsten – oder die Nutzung ändern, wenn es nötig ist.

• Einfache Alternative zu Fliesen: Eine Glasplatte hinter der Arbeitsfläche schützt die Wand vor Schmutz und sieht elegant aus.

Gestaltungsalternativen

Traditionelle Optik

© SelbermachenKräftige Maserung und lebendige Struktur: Die Laminatkollektion „Woodstock 832“ bietet 16 Eiche- Dekore von traditionell bis exotisch, darunter in „Honig“, „Tobacco“, „Mokka“. Durch die geprägte Oberfläche ist die Imitation kaum von Echtholz zu unterscheiden. Bei einigen Dekoren sorgt eine Fugenfase für echten Dielencharakter. Etwa 20 Euro/qm, von Tarkett.

Handtaschenformat

© PRHämmern, bohren oder schrauben, Gardinenstange anbringen, Lampe aufhängen oder Möbel montieren: Der Bohrhammer „Uneo“ ist kaum größer als ein dickes Taschenbuch. Das 1,1 kg leichte Gerät mit pneumatischem Hammerwerk funktioniert bei Beton und Mauerwerk so gut wie in Metall, Stahl und Holz. Die Power stammt aus einem Lithium-Ionen-Akku, eine Ladung reicht für 100 Schrauben. Drehzahl stufenlos regelbar, Quick-Werkzeugaufnahme, mit Stein- und Universalbohrern und vier Schrauberbits im Koffer, etwa 160 Euro, von Bosch.

Angenehme Strahlung

© Selbermachen „Selitherm“-Reflexionsplatten werden zum Isolieren von Heizkörpernischen und unter Fensterbänken eingesetzt. Sie strahlen bis zu 90 % Wärme zurück, heizen so Räume schneller auf. 4 mm dick etwa 3,50 Euro/qm, von Selit.

Gelungene Mimikri

© PRSieht aus wie Schiefer, ist Feinsteinzeug: Die schwarzen, leicht glänzenden Fliesen sind durchgefärbt. Der rutschhemmende Belag eignet sich perfekt für Küche und Bad. Frostbeständig, 30 x 60 cm, etwa 25 Euro/qm, bei Max Bahr.

Reizvoller Rahmen

© SelbermachenFür eine schicke und preiswerte Sockelzone sorgt das Einfassprofil „Proface“: Ein Streifen des PVC-Belags wird eingepasst und an der Wand befestigt. Die Oberkante gibt es in Silber- oder Edelstahloptik; gerundet sorgt sie für den schönen Übergang zur Wand. Ab etwa 5,70 Euro/m, von Proline.

Flache Übergänge

© SelbermachenPVC-Böden sind beliebt, da fußwarm, trittschalldämmend und sehr strapazierfähig und immer öfter mit einer ansehnlichen Designoberfläche. Das eloxierte Aluminiumprofil „Pronivo K 3“ passt perfekt zu den nur 3 mm dicken Belägen, ob als Kantenschutz oder zum Höhenausgleich. In Silber- oder Edelstahloptik, etwa 5,40 Euro/m, von Proline.

Bombenstarker Halt

© SelbermachenOb Vliestapeten mit glattem oder geprägtem Rücken – durch hochwertige Methylzellulose, Roll- Additiv und Auftragskontrolle bietet der Kleister „Metylan direct control“ eine hohe Anfangshaftung und optimale Klebesicherheit. Der Kleister ist nach etwa 15 Minuten gebrauchsfertig und wird direkt auf die Wand gerollt. Dort scheint er zunächst in kräftigem Pink, so dass man den gleichmäßigen und satten Auftrag kontrollieren kann. Nach kurzer Zeit entfärbt er sich transparent, scheint so nicht durch die Tapete. Etwa 6,90 Euro/200-g-Packung, von Henkel.

SELBER MACHEN 10/2009

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