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Selber machen: Das spart!

Wer Werbeprospekte der Baumärkte studiert, clever einkauft und zusätzlich unsere Renovierungs- und Einsparungstipps beherzigt, der kann in einer durchschnittlich 65 bis 70 qm großen Wohnung locker über 1000 Euro beim Renovieren sparen.

 
Skizze Haus © T. Straszburger
Skizze Haus

Am Anfang einer jeden Renovierung stehen immer die Planung und der Einkauf. Bei der Planung spielen selbstverständlich in erster Linie der persönliche Geschmack und der beherrschbare Umfang eine große Rolle. Und so haben wir uns erst einmal gefragt, ob man überhaupt diese großen Renovierungen alleine schaffen kann und wo die Grenzen liegen. Zwar strebt der Mensch nach gewisser Zeit nach Erneuerung, doch muss es ja nicht immer eine Komplettsanierung sein.

So kamen wir auf die Idee, die Renovierungen so anzusetzen, dass man mit kleinen Maßnahmen möglichst viel erreicht und dabei auch noch Geld spart. So recherchierten wir in alle Richtungen nach Preisen von der Armatur bis zum Zementsack, um eine möglichst transparente Rechnung aufmachen zu können.

Allerdings stellten wir auch fest, dass der günstigste Preis nicht immer im Baumarkt zu finden war, sondern auch ab und zu bei Versandhändlern wie etwa Otto-Versand oder Bauer. Auch im Internet fanden sich gute Preise, die sich aber nur bei größeren Bestellmengen lohnten, da man stets die Versandgebühren hinzurechnen muss.

Beim Renovieren gilt also nach wie vor, viel Zeit für den Materialeinkauf einzuplanen, da sich in den Prospekten der Baumärkte immer wieder absolute Schnäppchen finden lassen. So hielten wir im Internet einen 10-Liter-Eimer Alpina-Farbe für 23 Euro für günstig, bis ein blau-gelber Baumarktbewerber einen noch größeren Eimer für 19,99 Euro anbot.

Wohnzimmer

Wände

© SelbermachenOft ist eine Wand bereits nach zwei bis drei Jahren unansehnlich geworden und es drängt einen nach Neuerung. Doch es muss nicht immer gleich eine Komplettsanierung des Wandbelages sein. Erneuern Sie doch einfach mal die Wände nur partiell. Das kann eine separat gestellte und gestaltete Wand sein oder man klebt vielleicht nur jede dritte Tapetenbahn mit einer auffallenden Mustertapete. Wer dann nur so wenig Material benötigt, kann bequem in der Resteecke nachschauen, wo sich beim Tapetenhändler schon gerne mal teure Restposten tummeln.

© SelbermachenAuf diese Weise geben Sie dem Wohnraum ein neues Gesicht und sparen dabei obendrein. Haben Sie sich dann nach zwei Jahren wieder daran satt gesehen. Können Sie nun ja komplett Renovieren. Bei dieser „Ich-schiebe-die-Renovierung- auf“-Variante sind bis zu 80 Prozent Materialersparnis drin.

Soll dennoch alles neu tapeziert und gestrichen werden, so sollten Sie beim Einkauf auf die unterschiedlichen Qualitäten der Tapete achten. So bekommt man Raufaser für 20 Cent je laufenden Meter ebenso, wie für 70 Cent. Die Ersparnis liegt somit bei über 70 Prozent, was bei unserer angenommenen Wandgröße von 45 qm umgerechnet 60 Euro entspricht.

Lassen Sie die gleiche Arbeit von Fachkräften ausführen so sollten Sie mit gut 10 Euro je Quadratmeter für alten Belag entfernen, Raufaser tapezieren und weiß streichen rechnen, also einer Ausgabe von ungefähr 450 Euro.

© SelbermachenWerden farbige Wände gewünscht, so liegt die Idee nahe, die Farbe selbst anzumischen. Diese Arbeit lohnt sich aber nur bei Pastelltönen, denn Volltöne benötigen einen sehr hohen Anteil an Abtönfarbe. Wer also eine günstige Wandfarbe (1,70 Euro je Liter) erwischt, kann diese gut selbst anrühren und zahlt so nur 21 Euro statt 35 Euro je 10-Liter-Eimer.

Boden

© SelbermachenGreifen Sie bei Brandlöchern und wenn bei Rotwein- oder Tintenflecken der Fleckenentferner versagt lieber zum Locheisen (ab 5 Euro) oder zum Cuttermesser und tauschen Sie die kleinen Flächen von Hand aus. Schließlich kämen bei einer Raumgröße von 22 qm für einen Schlingenteppich mit Vliesrücken für 15 Euro ein Preis von 330 Euro zusammen. Die Ersparnis liegt also bei über 95 Prozent. Haben Sie kein Reststück mehr, lochen Sie einfach ein Stück aus einem nicht sichtbaren Teppichbereich, etwa unter dem Sofa heraus.

Sie haben einen alten Holzfußboden unter dem Teppich? Gleich wie groß der Raum ist, eine Renovierung durch Abschleifen rentiert sich zwar erst dann, wenn der nächste Teppich, also nach fünf bis zehn Jahren, getauscht würde, dann aber zu 100 Prozent. Kurz gesagt, das Abschleifen und Versiegeln des Holzfußboden kostet genau so viel, wie das Verlegen eines Teppichs von mittlerer Qualität. Vorausgesetzt natürlich, man kann abschätzen, dass man entsprechend lange in dieser Wohnung lebt.

Fenster

© SelbermachenDie Holzfensterbank ist rau und brüchig geworden? Klar, wer Eigentum besitzt, der setzt dem blätternden Lack mit Heißluftgebläse und Spachtel ordentlich zu und lackiert anschließend alles neu. Wenn Sie jedoch in einer Mietwohnung leben und bald ausziehen wollen, dann haben wir noch eine ganz andere Variante: Nageln Sie eine schmale Leiste um die Fensterbank und dekorieren Sie das ganze mit gesammelten Steinen zu einem Kaktusgarten. Das Ganze lässt sich natürlich auch zu einem Zen-Garten gestalten. Schütten Sie dazu Seeoder Vogelsand auf die umrandete Fensterbank und setzen Sie vereinzelt Steine in den feinen Untergrund. Kosten fürs Lackieren: etwa 24 Euro plus drei Arbeitsstunden; Kosten für eine Leiste für den Kaktusgarten knapp 3 Euro. Ersparnis gut 87 Prozent.

Fazit

Wenn Sie nach unseren Tipps renovieren, so sind Materialersparnisse von über 400 Euro sowie Handwerkerkosten von mehr als 450 Euro drin.

Küche

Geräte

© SelbermachenIn den folgenden zwei Fotos verquicken sich zwei Aussagen. Eine betrifft die Geräte selbst und die andere deren Einbau. Zunächst zum Spartipp für die Geräte. Wer die Möglichkeit hat ein Gerät aufzustellen, bei dem Backofen und Kochfeld getrennt sind, so ist dies ausnahmslos zu empfehlen. Denn geht einmal eines der beiden Geräte kaputt, so muss schließlich auch nur eines erneuert werden. Klingt simpel und spart im Unglücksfall auch noch Geld.

© SelbermachenNun zum Einbau dieser neuen Geräte: Sie besitzen eine einigermaßen intakte Küche, die für eine Komplettrenovierung noch zu gut ist, aber durch den Einsatz von freistehenden Elektrogeräten ziemlich zusammengewürfelt aussieht? Kaufen Sie ein oben beschriebenes Gerät und gliedern Sie es in die vorhandene Küche ein. Denn alles was Sie beherrschen müssen, ist der Umgang mit der Stichsäge! Der Backofen findet in einem vorgefertigten Küchenunterschrank (hier komplett von Ikea) seinen Platz, wobei die Montage kaum schwieriger ist als der Einbau einer Schublade.

© SelbermachenKnifflig, ja, sogar lebensgefährlich ist es, diese Elektrogeräte selber abzuklemmen beziehungsweise anzuschließen. Sie sollten daher alle Elektroarbeiten dem Elektriker überlassen! Aber nun zum zweiten Spartipp: So benötigen Sie eine Küchenarbeitsplatte, die Sie für etwa 30 Euro je laufenden Meter im Zuschnitt bekommen. Wir fanden aber auch Arbeitsplatten (vom selben Hersteller) in der Länge 2,5 m für 25 Euro das Stück. Benötigen Sie also Abschnitte bis 2,5 m, so greifen Sie am besten zu einer Standardplatte und sägen sie sich zurecht. So können Sie bis zu 65 % beziehungsweise bis zu 50 Euro sparen.

© SelbermachenOder Sie nehmen die Küchenarbeitsplatten namens Numerär von Ikea. Diese kosten zwar ähnlich viel, wie die Zuschnittsware im Baumarkt, man spart sich aber die aufwendige Ausfräsung bei um die Ecke laufenden Küchen. Hier benutzen Sie zum Verbinden zwei Arbeitsplattenverbinder und etwas Silikon als Kraftkleber. Der Vorteil gegenüber Arbeitsplatten mit runder Kante liegt hier in der Zeitersparnis von 50 Prozent, da man es schnell selber machen kann.

Möbel

© SelbermachenDie Fronten sehen schrecklich aus, der Korpus dahinter dagegen nicht? Dann werden nur die Türen ausgewechselt! Lassen Sie sich im Fachhandel Spanplatten mit ausgesuchtem Dekor auf das alte Türenmaß zuschneiden und versehen Sie die Plattenkanten mit einem Umleimer. Sind die Scharniere in Ordnung können sogar diese wieder verwendet werden.

Sind es Topfscharniere, so werden die Montagelöcher mittels eines Kunstbohrers angefertigt, das Scharnier eingeschraubt und die Tür wieder eingehängt. Mit dieser Methode sparen Sie mit Sicherheit 70 Prozent gegenüber einer neuen Küche.

Fliesenschild

© SelbermachenSind die Fliesen noch gut erhalten, haben aber die falsche Farbe, so lassen sie sich gut überstreichen. Dazu bieten Hersteller komplette Sets an, in denen Entfetter, Grundierung und Fliesenlack enthalten sind. Für rund 70 Euro bekommt man ausreichend Material, um gut 10 qm zu lackieren. Damit liegt dann die Ersparnis ähnlich hoch, wie bei der Verarbeitung der günstigen Fliesen (siehe Rubrik Bad), doch wird hier zusätzlich noch neben der Arbeitszeit an anderer Stelle gespart, nämlich an der Bauschuttentsorgung. Ein Bauschuttcontainer kostet je nach Region zwischen 50 und 80 Euro je Kubikmeter.

© SelbermachenNoch eine Idee, einen Fliesenschild zu verkleiden: durch Einsatz eines anderen Materials. Also weg von der Fliese, hin zur 10-mm-Spanplatte für 9 Euro. Eine solche vor den Fliesenschild montiert oder geklebt, beschert eine neue Optik für ganz kleinen Preis. Die Spanplatte sollten allerdings vor der Montage ringsherum gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Zeitersparnis etwa 80 Prozent.

Fazit

Der größte Sparfaktor gegenüber dem Neupreis steckt in den Fronten, lässt sich aber nur prozentual ausdrücken: 70 Prozent.

Bad

Fliesen

© SelbermachenEinfache weiße Wandfliesen bekommen Sie im Baumarkt bereits ab günstigen 5 Euro je Quadratmeter. Sie können aber auch für eine Markenfliese schnell 45 Euro und mehr ausgeben. Sicher wird Ihr Geschmack ausschlaggebend sein, aber bedenken Sie auch, dass weiß nunmal weiß ist und man der Fliese hinterher nicht unbedingt ihre Herkunft aus guten Hause ansieht!

Unser Tipp: Schauen Sie sich in einem Fliesendiscounter in Ruhe um und kaufen Sie einfach mal ein Musterstück, damit Sie den Vergleich in einem anderen Geschäft sofort heranziehen können. Der Fachhandel wird Ihnen sicher von der Maßhaltigkeit der Fliesen vorschwärmen, doch 90 % Ersparnis sind auch ein gutes Argument. Bei einem Bad von 10 qm Größe und einer 120 cm hohen Verfliesung sind das immerhin 400 Euro. Wer obendrein die Wände noch selbst verfliest, spart etwa 35 Euro Handwerkerkosten je qm, also zusätzlich noch 350 Euro.

© SelbermachenSie haben im Bad nach gemusterte Fliesen mit starken Vertiefungen? Hier hilft kein Fliesenlack mehr. Mit dem Renovierungssystem „Statt Fliesen“ von der Firma Ultrament lassen sich Fliesen, gleich ob glatt oder strukturiert, zu verputzten Wänden umgestalten, ohne die alten Fliesen abzuschlagen.

Das System besteht aus Haftgrund, Deckspachtel, einer weißen Farbe, die mit Effektlasuren in verschiedenen Farben abgetönt werden kann, und einer Versiegelung. Ein solches Renovierungspaket ist ausreichend für etwa 6 qm und kostet etwa 125 Euro. Mit diesem Renovierungsvorschlag kann man allerdings nur Arbeitszeit von 60 % sparen, da die Kombination von günstiger Fliese zu 5 Euro pro qm plus Fliesenkleber und Fugenmasse für 100 Euro einen ähnlich hohen Preis erziehlt.

Armaturen

© SelbermachenEinhebelmischer, gleich ob für die Wanne oder den Waschtisch, gibt es aus der Baumarktpalette stets günstiger und die Qualität kann sich auch durchaus sehen lassen. So zahlt man etwa für einen Wanneneinhebelmischer von Max Bahr 50 Euro. Ein Markenprodukt, das die gleiche Aufgabe erfüllt kostet stets 50 % mehr.

Um einen Heizungsthermostaten zu wechseln, benötigt man keinen Fachmann. Vorausgesetzt, es sitzt bereits ein alter Thermostatregler auf dem Heizkörper. Da wird einfach mit einem Rollgabelschlüssel die Befestigungsschraube gelöst, der Thermostat abgedreht und der neue wieder aufgeschraubt. Die Kostenersparnis beträgt etwa 50 Prozent der Materialkosten und bei vier Heizkörpern etwa 100 Euro für die Handwerkerleistung.

Möbel

© SelbermachenBadmöbel gibt es im Baumarkt in Hülle und Fülle. Doch sie sehen alle gleich aus. Behalten Sie doch einfach Ihre alten Möbel und bekleben Sie diese mit den auf der Wand verwendeten Fliesen. Die Kanten bekommen eine Aluminiumleiste für hohe Eleganz. Der Sparfaktor ist hier sehr gering, doch lassen sich durchaus die Kosten für neue Badmöbel einsparen.

Objekte

Kaum zu glauben, aber Waschtische in der Größe 60 cm bekommt man im Baumarkt als Angebot für 9,99 Euro. Ansonsten zahlen Sie für solche Objekte zwischen 40 und 110 Euro. Also eine Ersparnis von bis zu über 90 Prozent. Wir entdeckten aber auch folgendes Angebot: Waschtisch, Einhebelmischer, Eckventil, Rosette, Geruchsverschluss und Befestigungsmaterial für zusammen 50 Euro.

© SelbermachenWer eine alte Wanne besitzt und sich noch nicht zu einer neuen durchringen konnte, dem können wir einen Badewannenlack empfehlen. Zuvor sei aber gewarnt: Man muss gut lackieren können! Wer dies beherrscht, der kann seiner alten Wanne für etwa 70 Euro ein ganz neues Aussehen verleihen. Dazu wird die Wanne zunächst mit einem Scheuermittel gereinigt und entfettet, anschließend mit sehr feinem Schleifpapier geschliffen. Der Zweikomponentenlack dann mittels Pinsel und Rolle gut verteilt und zuletzt gut verschlichtet. Überlegt man, dass eine neue Wanne mit allem drum und dran gut 300 Euro kostet, so sparen Sie durchaus etwa 75 % sowie 500 Euro Handwerkerkosten.

Fazit

Mit unseren Tipps sparen Sie an Material über 730 Euro sowie Handwerkerkosten von mehr als 850 Euro.

Kinderzimmer

Wände

© SelbermachenDie kleine Schmiererei ist nicht so schlimm. Hier hilft schon ein kleines Schwämmchen von Meister Propper namens „magischer Schmutzradierer“. Leicht angefeuchtet entfernt er sogar Wachsmalstifte von der Wand. Sein Geheimnis? © SelbermachenDas liegt in der Härte des Spezialkunststoffs. Beim Aushärten wird Melaminharz nämlich fast so hart wie Glas und schmirgelt somit das Wachs der Stifte von der Oberfläche. Zwei Stück kosten etwa 3 Euro im Drogeriemarkt. Gegenüber einer Wandrenovierung sparen Sie sicher 15 Euro und vor allem Nerven!

© SelbermachenIrgendwann ist es soweit: Die Kinder fordern die Abschaffung der Babytapete. Unser Tipp: Streichen Sie die Wände und versehen Sie diese mit einer Bordüre. Noch mehr sparen kann man, indem die Wand nur halbhoch gestrichen wird. Die Kinder werden es spannend finden, schließlich lässt sich durch die Einsparmaßnahmen öfter mal eine Renovierung realisieren. Ersparnis: etwa 50 %. Oder rund 60 Euro.

Boden

© SelbermachenEin Fußboden hält im Kinderund Spielzimmer selten lange. Viel zu sehr beanspruchen Bobbycar und Dreirad, besonders wenn sie von Draußen noch etwas Sand mit hereinbringen, den Belag.

Unser Tipp: Verlegen Sie hier ein günstiges Laminat, wie es jeder Baumarkt in Eigenregie anbietet. Bei unserer Recherche fanden wir Böden, die für 4 Euro zu haben waren. Im Gegensatz dazu bieten die Baumärkte natürlich auch die Böden von namhaften Herstellern an, die etwa 14 Euro je Quadratmeter kosten.

Wir denken aber, dass man im Kinderzimmer besser für die ersten Jahre einen günstigen Boden verlegt und später vielleicht umschwenkt. Bei einer Kinderzimmergröße von 12 qm sparen Sie somit über 70 % oder 120 Euro.

© SelbermachenIm Kinderzimmer geht es immer hoch her. Da kippt auch schnell mal etwas aus und hinterlässt deutliche Spuren auf dem Teppich, die nicht immer appetitlich sind. Deswegen aber den ganzen Teppich wechseln? Machen Sie aus diesem Malheur das Beste und schneiden Sie in organischen Formen die Flecken heraus. Das so herausgetrennte Stück wird nun durch einen andersfarbigen Teppich aus der Resteecke im Baumarkt ersetzt.

So kann etwa ein Meer für Piraten oder gar eine ganze Landschaft entstehen. Bei der von uns angenommenen Kinderzimmergröße von 12 qm hätten Sie für einen durchschnittlichen Teppich gut 180 Euro bezahlt. Mit dem Restetrick sicher nicht mehr als 10 Euro. Eine Ersparnis von über 90 % oder 170 Euro.

Möbel

© SelbermachenMöbel, die mitwachsen: Für Kinder bis etwa drei Jahre benötigt man eine Wickelkommode. Was wird aber danach mit diesem Möbel? Achten Sie deshalb unbedingt schon beim Kauf der Wickelmöglichkeit auf die weitere Verwendung. So lässt sich etwa das bekannte Ikea-Regal namens „Ivar“ prima mit wenigen Handgriffen zur Babystation umbauen.

Nach den genannten drei Jahren wird dann durch einen weiteren Umbau aus dem Wickelschrank durch Aussägen von Aussparungen ein Spieleregal, und wer ein wahrer „Ivar“-Fan ist, der streicht das Regalsystem im Jugendalter nochmals in eine trendige Farbe um und nutzt es als Bücher- oder Computerregal. So spart man sicher über einen längeren Zeitraum zweimal die Ivar-Regalmöbelkosten beziehungsweise 180 Euro.

Fazit

Mit den Sparmaßnahmen im Kinderzimmer gewinnen Sie über 90 % der Materialkosten, und wer die Möbel öfter umbaut, sogar noch mehr.

Flur

Wände

© SelbermachenBesonders im unteren Bereich werden die Wände im Flur durch entlangscheuernde Taschen, Jacken oder Spielzeuge stärker beansprucht, als im oberen Bereich. Unser Tipp: Renovieren Sie nur den unteren Bereich bis etwa zur Mitte hin und sparen Sie dabei mindestens 50 % an Renovierungskosten. Der Übergang wird mit einer kleinen Holzleiste abgedeckt. Bei einer angenommenen Flurgröße von durchschnittlich 10 qm ergeben sich daraus eine Ersparnis für Tapete, Kleister und Farbe von 50 Euro und etwa 250 Euro an eventueller Handwerkerleistung.

Boden

© SelbermachenDer Teppich im Flur ist der wohl am stärksten beanspruchte Bodenbelag in Haus oder Wohnung. Besonders der Eintrittsbereich direkt hinter der Eingangstür ist schnell abgenutzt. Bei einer Komplettrenovierung des Teppichbodens zahlen Sie für einen Schlingenteppich mit Vliesrücken gut 15 Euro. Macht bei einer angenommenen Flurgröße von durchschnittlich 10 qm rund 150 Euro. Wechseln Sie aber mittels Doppelschnitt mit einem Cuttermesser und einer Pappschablone ein etwa fußmattengroßes Stück aus, so sparen Sie bis zu 90 % beziehungsweise 135 Euro.

Gleiches gilt für das Laminat oder den Dielenfußboden im Flur. Unser Tipp: Sehen Sie schon im Vorfeld im Eingangsbereich eine etwa 1 m breite Schmutzfreilaufzone vor. Dazu verlegt man den Holzfußboden nur bis etwa 1 m an die Eingangstür heran. Der Rest wird mit einem Stück günstigen Teppichs (maximal 10 Euro aus der Resteecke) ausgefüllt und der Übergang mit einer Metallschiene (6 Euro je Meter) abgedeckt. Nach zwei bis drei Jahren wird der Teppich ausgewechselt. Das spart gegenüber der Neuverlegung gut 140 Euro an Material und etwa 150 Euro an eventueller Handwerkerleistung.

Türen

© SelbermachenWer Türen abbeizen und lackieren möchte, greift gerne zum chemischen Abbeizer. Der kostet etwa 30 Euro pro Tür bei einmaligem Auftrag. Dann aber ist noch nicht gesagt, dass auch sämtliche Farbe herunter ist. Günstiger hingegen ist hier die Verwendung eines Heißluftgebläses. Man bekommt es im Baumarkt bereits für ebenfalls 30 Euro. Wer also nur eine Tür bearbeiten möchte, ist mit den Abbeizer gut beraten. Ab der zweiten Tür aber ist – auch unter Einbeziehung der Stromkosten – die Abbrennvariante günstiger. Bei einem Flur mit vier Türen können hier bis zu 75 Prozent der Renovierungskosten eingespart werden. In Zahlen: mindestens 90 Euro.

© Selbermachen© SelbermachenSie möchten die geschlossenen Türen gegen solche mit Lichtausschnitten auswechseln? Wer mit Werkzeug umzugehen weiß, der geht beherzt mit Handkreissäge und Schiene an das Türblatt und schneidet ein Feld heraus, das der gewünschten Größe des Lichtausschnitts entspricht. Nun die Pappfüllung im Randbereich entfernen, eine Holzleiste einleimen und einen ersten Rahmen um die Öffnung herumsetzen. Dann das Glas einlegen und den Rahmen von der anderen Seite aufnageln. Ersparnis etwa 50 Prozent oder 100 Euro.

Licht

© SelbermachenLicht kann auch im Flur eine kostspielige Angelegenheit sein, es sei denn, man entscheidet sich für Leuchtstoffröhren. Da bei diesen Röhren die Lichtausbeute abhängig von der Länge der Röhren ist und die langen Leuchtstoffröhrenanlagen die proportional billigsten sind, fällt die Entscheidung leicht. Unser Spar-Tipp an dieser Stelle: Befestigen Sie die billigsten Leuchtstoffröhrenanlagen, die man bekommen kann, und kaschieren Sie diese umlaufend im Flur mit Stuckprofilen aus Polystyrol. Polystyrolprofile gibt es für etwa 3 Euro je Meter, Leuchtstoffröhren ab 18 Euro.

Fazit

Im Bereich des Flurs steckt ein Materialeinsparpotenzial von etwa 375 Euro sowie 400 Euro an Handwerkerkosten.

Treppe

Oberflächen

© SelbermachenAlte Holztreppen haben einen ganz besonderen Charme, doch wenn sie über einen langen Zeitraum nicht gepflegt wurden, muss man sich manchmal die Frage stellen: „Bauen wir eine neue Treppe ein?“ Eine einfache Holztreppe kostet ganz nach Größe zwischen 4000 und 6000 Euro. Wer dann das Geld lieber sparen möchte und seiner Treppe noch eine Galgenfrist einräumt, hat auf jeden Fall drei Möglichkeiten bis zu 90 Prozent zu sparen.

Ist das Holz noch gut erhalten und die Stufen sind nicht ausgetreten, lässt sich mit einer Lackschicht viel ausrichten. Schleifen Sie dazu die Oberfläche und bessern Sie mit Holzkitt kleine Fehler aus. Anschließend kann mit einer Holzlasur die Treppe eingefärbt werden. Zuletzt muss die Treppe mindestens zweimal mit einem klaren Acryl-Parkett-Lack und mittels einer Mohairrolle versiegelt werden.

Die Treppe ist ausgetreten und eine Renovierung mit Lack ist ausgeschlossen? Dann lässt sich die gesamte Treppe mit einem Teppich belegen. Dazu werden spezielle Trittschienen für Treppen auf die Vorderkante einer jeden Stufe geschraubt. Anschließend mittels Spachtelmasse die Hinterkante der Schiene mit der Stufe angleichen. Ist der Spachtel trocken, wird mit doppelseitigem Klebeband der exakt zugeschnittene Teppichstreifen aufgeklebt. Auf gleiche Weise lassen sich ebenso die Setzstufen, also die aufrechten Bauteile einer Stufe, sowie die Vorderkante der Stufen verkleiden.

© SelbermachenEine weitere Methode, stark ramponierte Treppen zu renovieren, ist das Verkleiden mit günstigem Laminat. Dazu wird jede einzelne Treppenstufe als Pappschablone angefertigt, um so die Maße exakt auf das Laminatstück zu übertragen. Das Laminat wird mit der Elektrosäge zugeschnitten, auf den Stufen mit Montagekleber fixiert und anschließend das Aluminiumprofil an der Vorderkante festgeschraubt.

Unser Tipp für den Teppich und Laminatzuschnitt: Stellen Sie die kleinen Schablonen aus Papier her. Papier lässt sich leicht bearbeiten und da Sie ja für jede Stufe eine solche benötigen, dazu auch noch kostengünstig.

Mit diesen Tipps lassen sich noch mehr Euro einsparen

TIPP 1: Wer im Voraus weiß, dass er in einigen Monaten renovieren will, der sollte sich erst einmal die regulären Preise aus dem Baumarkt holen und dann wöchentlich die Angebote vergleichen. Ist das Angebot gut, kaufen Sie die Produkte und lagern Sie ein.

TIPP 2: Achten Sie auf Kombi-Angebote. So sind oft Waschtisch, Wanne und WC-Becken im 3er-Set billiger als nur zwei der genannten Keramiken.

TIPP 3: Wer einen Zugang zum Internet hat, sucht bei den Niedrigpreis- Suchmaschinen nach den gewünschten Produkten. Bedenken Sie, dass stets der Versand hinzu kommt.

TIPP 4: Haben Sie neu gefliest, so heben Sie einige nicht benutzte Fliesen auf. Schließlich kann immer mal was zu Bruch gehen. Ein gutes Lager ist der Platz hinter der Revisionsöffnung, den losen, meist vier Fliesen, die den Zugang zum Abfluss ermöglichen.

TIPP 5: Aufheben gilt auch für Farbreste, besonders weiße. Denn damit kann man etwa kleine abgeplatzte Lackstellen günstig ausbessern.

TIPP 6: Kaufen Sie bei Pinseln keine Billigware! Sie haaren häufig, und am Ende werden Sie sicher doch den teuren kaufen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 05/2012. Jetzt abonnieren!
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