Umbau: Bad | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Badezimmer

Umbau: Bad

Wer will nicht ein Bad, in dem man sich gern länger aufhält und sich wunderbar entspannen kann. Im Untergeschoss keine einfache Sache. Durch Umgruppieren der Sanitärobjekte, den Einsatz von Spiegeln, Glas und hellen Farben gelang die Verwandlung in ein wohnliches helles Bad.

 
Das neue Badezimmer © Selbermachen
Das neue Badezimmer

© SelbermachenVorher: In Schwarz und Weiß gehalten, war das Bad aus den Siebzigern den Bewohnern zu cool. Außerdem war der Kellerraum unpraktisch eingerichtet: Die beiden Waschbecken waren an einer dreieckige Vorwandinstallation montiert, die in den Raum ragte. Außerdem hingen die Spiegel viel zu niedrig für das hochgewachsene Paar.

© SelbermachenViele hätten gern eine eigene Sauna, um abends zu Hause Körper und Seele zu regenerieren. Wer den Traum vor Jahrzehnten umsetzte, verbannte den Entspannungsraum häufig in den Keller – so auch in diesem 70er-Jahre-Haus. Die Bewohner bauten den Schwitzkasten direkt neben das Bad im Souterrain ein. Damals sicher eine praktische Lösung, konnte man doch gleich nach der Hitzekur unter die Dusche springen. Inzwischen liegen die Ansprüche höher: Wohnlicher und heller sollte das Bad werden, sein Kellerflair verlieren und nicht zuletzt die vorhandene Fläche besser nutzen. „Zudem sind die heutigen Bewohner relativ groß.

© SelbermachenSie wollten sich nicht mehr vor den Spiegeln bücken, sondern bequem in den Tag starten“, erzählt Innenarchitektin Birgit Windmann. Zu ihrer Vorstellung von einer einladenden Wellnessoase gehörte auch ein Doppelwaschtisch, eine Wanne, in der die Bewohner auch zu zweit baden können und eine geräumige Dusche. So wurde der Raum zunächst von den vorhandenen Einbauten befreit: „Das bringt die Freiheit, Nutzungszonen ganz neu zu definieren.“ Wichtigste Idee: Die Dusche wird nach hinten trapezförmig schmaler und endet an einer neuen, freistehenden Trockenbauwand – Heimwerker können die auch selbst einziehen. In ihr stecken die Wasserzuläufe für die Brause, an der Schmalseite hält sie die Glasscheibe der Duschabtrennung und bietet Haken für Bademäntel. Zusatznutzen: Auf der Rückseite, für Eintretende zunächst durch die Wand verdeckt, konnte das neue WC platziert werden. Eine bodenebene Dusche ist nicht nur eine Frage des Alters, sondern schlicht bequem zu betreten – und sie sieht außerdem gut aus. © SelbermachenDen Wunsch des Paares konnte Birgit Windmann ohne Probleme umsetzen: Da das Haus am Hang auf einem weiteren Teiluntergeschoss steht, konnte der Wasserabfluss hier in den Boden versenkt werden. Granitplatten machen den Fußboden wasserfest. Sie folgen der Schräge des Duschbereichs, ein Profil betont die dynamische Verlegung und lockt in den Raum. „Außerhalb des Badezimmers gibt es reichlich Schränke. So konnte ich eine leichte Waschplatzlösung ohne Unterschränke entwerfen,“, erklärt die Innenarchitektin.

Auf einer Steinplatte sitzen zwei Becken, rundherum ist viel Platz für Handtücher und andere Accessoires – mit etwas Geschick ist so ein Waschplatz relativ einfach selbst einzubauen. Auch hier sorgt eine Vorwandinstallation dafür, dass die Wasseranschlüsse passend neu verlegt wurden. Zudem wurden endlich genug Steckdosen für Fön und elektrische Zahnbürste vorgesehen. Schöner Nebeneffekt: In einer ausgesparten Nische kommen Flakons und Sammlerstücke gut zur Geltung. Die extrabreite Spiegelfläche darüber hängt endlich in passender Höhe für die Hausbewohner. Zusätzlich sorgt an der Seite ein raumhoher Wandspiegel dafür, dass man sich ganz sehen kann.

© SelbermachenBirgit Windmann setzte das reflektierende Glas aber auch ein, um mehr Helligkeit in das Zimmer zu lotsen. Im Keller bekommt es nur über ein langes niedriges Fensterband direkt unter der Decke Tageslicht. Der Kunstgriff der Innenarchitektin: Direkt anschließend ist ein gleichhohes Spiegelband über die ganze Breite der Waschplatzwand angebracht. Scheinbar verdoppelt sich so die Fenstergröße, ganz real wird Sonnenschein tiefer in den Raum geleitet. Die Helligkeit ist auch ein Lichtblick für die Saunabesucher: Das Glasfeld der neuen Tür gibt Ausblick in den Wohlfühlraum und nimmt der Hitzekammer das Engegefühl.

Dabei fällt der Durchgang auf den ersten Blick kaum auf: „Das Türblatt wurde im einheitlichen Look mit den Einbauschränken und Paneelen der Zwischenwand gestaltet. So entsteht eine ruhige und großzügige Optik.“ Die ovale Designerwanne, einfach an die Wand gesetzt, hätte als massiver Block diese leichte Wirkung zunichte gemacht. Durch eine schmale Vorwandinstallation etwas von der Wand abgerückt, wirkt sie wie eine Skulptur – kein Wunder, dass das Ambiente zum Wohlfühlen ist.

DIY-TIPPS:

• Erdige Farben bringen optisch Wärme ins Bad und erzeugen eine mediterrane Stimmung – im Souterrain immer auf lichte Töne setzen.

• Unterm Granit sorgt eine Flächenheizung für warme Fußsohlen. Inzwischen gibt es auch Modelle, die besonders flach sind und sich zum Selbsteinbauen eignen.

Gestaltungsalternativen

Trendige Unikate

© Selbermachen Der selbstklebende PVC-Bodenbelag „Starfloor“ bietet verschiedene Planken und Fliesen. 45,7 x 45,7 cm große Steindekore können mit 15,2 x 91,4 cm großen Holzdekoren kombiniert werden. Vier Kollektionen bieten 32 Oberflächen, von gekalkten und exotischen Holzdekoren bis zum Schwarz-Weiß-Look. Etwa 20 Euro/qm, von Tarkett.

Ohne Schlitzeklopfen

© SelbermachenKnauf Installationswände ermöglichen durch passgenaue Zubehörteile im Rastermaß 62,5 cm den schnellen und flexiblen Einbau von Waschtisch und WC. Zusätzliche Dämmung zum Beispiel mit Mineralfasern verhindert Schallübertragung. Um Fließgeräusche zu vermeiden, Rohrbefestigungen durch Gummistreifen von der Unterkonstruktion trennen. Die Gipsplattenbeplankung muss doppelt ausgeführt werden, wenn man darauf fliesen will. Spritzwassergefährdete Bereiche zusätzlich abdichten. Von Knauf.

Schönes Rampenlicht

© Selbermachen Ob Badezimmerspiegel oder Dusche, um gut zu sehen, wohin man tritt, und um sich schminken zu können braucht man ausreichend Licht. Die Hochvolt- Halogen-Spotserie „Pisa“ sorgt für gerichtete Helligkeit. In Nickel matt, ab etwa 5 bis 20 Euro, Max Bahr.

Rosa Signalton

© PRKleister „Metylan direct control“ wird auf die Wand gerollt, schimmert dort rosa. So hat man die perfekte Kontrolle, dass die Fläche ganz eingekleistert wurde. Nach kurzer Zeit entfärbt er sich transparent. Vliestapete auflegen, fertig ist der neue Look. Etwa 6,90 Euro/ 200-g-Packung, Henkel

Variabler Verschluss

© SelbermachenDen Zugang zur Sauna könnte man auch hinter Gleittüren verbergen, die zugleich die seitlichen Einbauschränke verschließen. Hier ein Beispiel der Profilserie „Dynamic“ mit Füllungen im Dekor „Kirschbaum Romana“. Guddas.

Mauern ausgleichen

© SelbermachenAltbauten haben häufig Wände mit unebener Oberfläche, die sich durch so genannten Trockenputz ausgleichen lassen. Dazu werden Gipsplatten mit „Knauf Perlfix“ direkt auf das Mauerwerk geklebt. Sind die Unregelmäßigkeiten allerdings größer als 20 mm, muss man die Platte auf 10 cm breite Gipsplattenstreifen kleben. Von Knauf.

Ebenerdiger Zugang

Schöne Alternative zur Maßanfertigung: Die Duschkabine „Kristall“ bietet Sicherheitsglas mit selbstreinigender Clean- Beschichtung und einen Hebe- Senk-Mechanismus der Türen. Die 2 m hohen Modelle gibt es rund oder eckig, stets aber verchromt. In 90 x 90 cm Größe für etwa 500 Euro, auf Bestellung, von Max Bahr.

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2013. Jetzt abonnieren!
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