Ideen mit Stuck aus Kunststoff | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Ideen mit Stuck aus Kunststoff

Stuck ist nicht exklusiv Altbauten vorbehalten, auch in neuen Häusern macht er eine gute Figur. Dabei sind nicht Profile aus Gips, sondern aus Kunststoff erste Wahl. Denn die „Leichtprofile“ lassen sich bequem selbst montieren – sogar in einer Mietwohnung.

 
Kreative Idee mit Stuck © Selbermachen
Kreative Idee mit Stuck

Auch in modernen Wohnungen macht Stuck was her. Bei durchschnittlich 2,5 m hohen Räumen sollte er zwar eher schlicht und dezent als wuchtig sein, aber jeder Raum gewinnt optisch. Dafür nimmt man heute nicht mehr schweren Gipsstuck, sondern seine modernen Verwandten aus Schaumstoff, stoßfeste für Bereiche in denen man schon mal anecken kann, und weichere besonders im Deckenbereich. Diese Profile bekommt man in jedem Baumarkt (zum Beispiel Decosa von Saarpor) und dazu gleich das nötige Werkzeug und den richtigen Klebstoff. Die Montage ist kinderleicht.

„Kunststuck“ zuschneiden

Für den Zuschnitt von sauberen Eckgehrungen ist eine sogenannte Schneidlade unverzichtbar. Was bei flachen Profilen noch relativ einfach ist, wird bei einem Eckprofil schon zur Denksportaufgabe. Denn da muss der Gehrungsschnitt durch zwei Ebenen („Schifterschnitt“). Das richtige Werkzeug ist ein feingezahnter Fuchsschwanz oder auch eine Leistensäge mit breitem Blatt und ohne Rücken. Nach dem rückseitigen Auftragen des Klebers wird das Profil von der Ecke aus angesetzt. Bleibt ein Spalt, wird er mit Kleber zugespachtelt.

„Kunststuck“ montieren

Kunststoffprofile werden nicht geschraubt, sondern einfach geklebt. Dafür haben viele Hersteller einen eigenen Montagekleber. Genau so gut geht es auch mit jedem anderen Montagekleber, der genug Anfangshaftung hat. Der Kleber wird an den Rändern der Rückseite in jeweils einem Strang aufgetragen. Dabei nicht zu großzügig sein, damit er später nicht zu sehr aufträgt und das Profil zu weit von der Wand oder Decke absteht. Bei sehr schmalen Profilen reicht ein mittiger Kleberstrang der im Zickzack aufgetragen wird. Das Profil immer erst in einer Ecke ansetzen und dann vorsichtig andrücken. Eine zarte Bleistiftlinie auf der Wand hilft dabei. Die Basisausstattung: Schneidlade, feine Säge, Kleber und Pinsel.

Stuck mit Stil

© SelbermachenIm neunzehnten Jahrhundert waren halbhohe Wandkassetten übliche Wandgestaltung. Was damals schön war, ist heute wieder beliebt. Wer nicht aufwendig und teuer Holz oder Lincrusta an die Wand bringen möchte, kann mit realtiv flachen Hartschaum-Stuckprofilen denselben Effekt erzielen. Man sollte dabei aber stilsicher ähnliche Profile für die Bordürenkante und die Kassetten wählen.

Tipp von SELBERMACHEN: Wenn die Profile gestrichen werden sollen, um beispielsweise gespachtelte Übergänge zu verdecken, dann sollte man vor der Montage die Profile streichen und die Spachtelstellen nach der Montage mit einem feinen Pinsel und Farbe abdecken.

Stuck ganz oben

© SelbermachenDer klassische Platz für Stuckprofile in Wohnräumen ist der Übergang zwischen Wand und Decke. Wer hier nachträglich gestalterisch aufstockt, kann zwischen dezenten, schlichten Profilen und mehr oder weniger wild verzierten Elementen wählen. Das ist Geschmackssache. Hier sieht man, dass ein zusätzliches Profil an der Decke den Stuck optisch vergrößert, so dass er scheinbar mehr Raum einnimmt, ohne zu schwer zu wirken. Der eigenen Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Tipp von SELBERMACHEN: Bevor Sie für den ganzen Raum Stuckprofile kaufen, sollten Sie einige Muster besorgen und erst mal probeweise zu Hause an die Wand oder Decke halten.

Stuck erleuchtet

© SelbermachenStuck ist nicht nur Zierde, sondern kann auch ein gutes Versteck sein. Zum Beispiel kann man dahinter oder auch darüber Lampen installieren, die ein weiches, wohnliches, indirektes Licht abgeben. Hier wurde ein Viertelkreisprofil dafür ausgewählt, eine Leuchstofflampe zu verdecken.

Tipp von SELBERMACHEN: Leuchtstofflampen oder Linestra sind einfach zu installieren. Heute sind aber LED-Leuchten mit ihrem geringen Stromverbrauch und langer Lebensdauer angesagt.

Ein hartes Stück Schaum

© SelbermachenStuck aus Kunststoff gibt es in vielen Variationen. Trotzdem gibt es Unterschiede, die man beim Kauf beachten sollte. Grundsätzlich sind die Profile aus Polystyrol (bekannt unter dem Markennamen Styropor) oder aus Duropolymer. Deckenprofile sollten aus leichtem Polystyrol sein. Sie lassen sich dadurch besser verarbeiten. Allerdings ist das Material relativ druckempfindlich, so dass an der Wand besser Profile aus stoß- und schlagfestem Duropolymer verwendet werden. Tipp von SELBERMACHEN: Profile aus Polystyrol dürfen nur mit lösungsmittelfreien Farben gestrichen werden. Stuck aus Duropolymer verträgt alle Farben.

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