Richtig verspachteln: Ecken und Kanten | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Trockenausbau

Richtig verspachteln: Ecken und Kanten

Wenn die größeren Flächen der Trockenbauwand verspachtelt sind, folgt die Feinarbeit. Gerade die Ecken, Kanten und Übergänge eines Raumes verlangen viel Aufmerksamkeit beim Verspachteln. Aber auch sie sind mit unserer Schritt für Schritt Anleitung für Selbermacher eine machbare Herausforderung.
 
So verspachteln Sie Ecken und Kanten richtig. © Selbermachen
So verspachteln Sie Ecken und Kanten richtig.

Auch die Beplankung auf dem Holzständerwerk muss im Besonderen beachtet werden. Wenn die Bewegungen im Bauteil zu groß werden (Grund: nicht ausreichend trockenes Holz) oder in verschiedene Richtungen gehen (in Raumecken), braucht die Fugenmasse Verstärkung. Die bekommt sie in Form eines Bewehrungsstreifens, der mit eingespachtelt wird.

Zwei Varianten stehen zur Wahl: Das selbstklebende Fugenband, das man über die noch offenen Fugen klebt und dann verspachtelt sowie den Fugendeckstreifen aus Glasfasergewebe. Der ist zwar dünner, muss aber in eine Spachtelschicht eingelegt und dann nochmal übergespachtelt werden.

Für die Einarbeitung eines Fugenbandes oder -deckstreifens in die Masse ist allerdings etwas Übung nötig, weil man mit Kelle oder Glätter vorsichtiger arbeiten muss.

Neben dem Einsatz auf beplanktem Holzständerwerk gibt es im Dachausbau noch zwei Stellen, wo eine Fugenbewehrung auch auf Metallunterkonstruktion Not tut. Nämlich an den Übergängen von den Dachschrägen zur Decke und von den Dachschrägen zum Drempel.

An den Übergängen zu Wänden aus anderen Materialien ist entweder ein dauerelastischer (Acryl-) oder ein sogenannter gleitender Anschluss nötig. Bei letzterem trennt ein glattes Klebeband auf der angrenzenden Wand die Spachtelmasse vom Putz.

Das Ergebnis: Der unvermeidlich auftretende Riss an dieser Fuge wird ein sauberer, absolut gerader und kann in einem zweiten Gang dann auch sauber wieder geschlossen werden.

Ecken und Kanten verspachteln: So geht's

Einen Klebestreifen zwischen die Gipskartonplatten und den Putz der angrenzenden Wand kleben.

Mit einem Klebestreifen (zum Beispiel „Trenn-Fix“), der neben die Gipskartonplatten auf den Putz der angrenzenden Wand geklebt wird, verhindern man einen direkten Kontakt der Spachtelmasse mit dem Mauerwerk. Der Streifen muss über die ganze Höhe geklebt werden.

Mit der Spachtelmasse wird dann in die Fuge bis an diesen Trennstreifen herangearbeitet.

Mit der Spachtelmasse wird dann in die Fuge bis an diesen Trennstreifen herangearbeitet. Danach folgen nach etwa einer Stunde der Zwischenschliff und der zweite Spachtelgang mit der gebrauchsfertigen Masse.

Den herausschauenden Teil des Klebestreifen mit dem Cutter abschneiden.

Ist alles fertig verspachtelt und getrocknet, schneidet man den herausschauenden Teil des Klebestreifen mit dem Cutter sauber ab.

Die Fuge der Leichtbauwand zur angrenzenden Wand kann aber auch einfach mit einer Acrylmasse aus der Kartusche geschlossen werden.

Die Fuge der Leichtbauwand zur angrenzenden Wand kann aber auch einfach mit einer Acrylmasse aus der Kartusche geschlossen werden. Hier muss die dauerelastische Masse an der Gipsplatte und dem Mauerwerk haften („Zweiflankenhaftung“), damit sie die unvermeidlichen Bewegungen der Bauteile rissfrei mitmacht. Achtung: Es sollte kein Silikon benutzt werden, denn das kann man anschließend nicht mit einer Wandfarbe oder einem Putz überarbeiten!

An den Außenecken der beplankten Trockenbauwand wird eine dünne metallene Eckschutzleiste eingearbeitet.

An den Außenecken der beplankten Trockenbauwand wird eine dünne metallene Eckschutzleiste eingearbeitet. Die bildet erstens eine saubere und gerade Kante und verhindert zweitens ein Abbrechen der in trockenem Zustand spröden Spachtelmasse. Die Leiste wird mit einigen Tackerklammern fixiert, die man abwechselnd in beide Schenkel setzt. Die Leiste muss möglichst fest sitzen. Mit einer Wasserwaage wird dabei sorgfältig kontrolliert, ob sie lotrecht sitzt. An Boden und Decke lässt man sie etwa 2 bis 3 mm zurückspringen, um direkten Kontakt zu vermeiden.

Nach dem ersten groben Spachteln und dem Zwischenschliff kommt das Feinspachteln.

Nach dem ersten groben Spachteln und dem Zwischenschliff kommt das Feinspachteln. Mit einem großen Glätter lässt sich die gebrauchsfertige Masse besser bis an die Eckschutzleiste heranarbeiten und in der Fläche auf Null ausziehen. Eventuell aufgetrocknete Überstände an der Metallkante lassen sich später einfach abstoßen.

Die Fuge zwischen der beplankten Wand und dem Estrich sollte unbedingt offen gelassen werden.

Die Fuge zwischen der beplankten Wand und dem Estrich sollte unbedingt offen gelassen werden. Auch hier darf kein direkter Kontakt entstehen, um eine Schallübertragung von der Trockenbauwand zum Estrich und damit in den Baukörper zu unterbinden. Idealerweise wurde schon beim Verschrauben der Platten 2 bis 3 mm (Zollstockdicke) Platz gelassen. Die Fuge wird später durch den Bodenbelag und die Fußleiste komplett abgedeckt.

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Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2013. Jetzt abonnieren!
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