Trockenausbau | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Wände stellen

Trockenausbau

Flexibel und schnell, sauber und relativ preiswert – der Trockenausbau bietet viele Vorteile. Alle Arbeiten, seien es Trennwände oder Vorwandinstallationen, kann man mit etwas Geschick in Eigenleistung machen.

 
Fertiger Trockenausbau © Selbermachen
Fertiger Trockenbau

Ein großer Raum soll in zwei kleinere unterteilt werden. Oder man wünscht sich eine Einbauwand hinter dem frei im Zimmer stehenden Sofa. Oder soll es doch ein begehbarer Kleiderschrank begehbarer Kleiderschrank oder eine kuschelige Nische sein: Mit Leichtbauwänden aus Gipsplatten von Knauf lässt sich jedes Renovierungsvorhaben umsetzen. Dabei verliert man nur so viel Wohnfläche wie unbedingt nötig, da unter den Breiten der Metallprofile die schmalste gewählt wird, die man im Einzelfall für Dämmung oder Installationen braucht. Die schlanken Innenwände punkten weiter: Sie wiegen wenig – gut für den Einbau auf wenig belastbaren Altbaudecken.

Und sie sind auch für einen nur durchschnittlich begabten Heimwerker einfach zu montieren. Das tragende Gerüst des Metallständerwerks besteht aus U- und C-Profilen: Die sind leichter und auch maßhaltiger als eingesetzte Rahmenhölzer. Die U-Profile werden an Wand, Boden und Decke verschraubt. Die C-Profile sitzen als senkrechte Streben dazwischen. Je nach Gipsplattenbreite und Längs- oder Querbeplankung ergeben sich die Abstände zwischen den Ständern. Diese halten die Gipsbauplatten und bieten Hohlräume, um das Dämmmaterial, die Stromkabel oder Leitungsrohre unterzubringen. Hier ist genaues Arbeiten gefragt: Der exakt eingepasste Dämmstoff sorgt dafür, dass keine Wärme von beheizten in unbeheizte Zimmer entkommt. Und zusammen mit der Beplankung werden der Lärmfluss zwischen den Räumen gebremst und das Fließgeräusch von Wasserrohren gedämpft.

Trockenausbau: Mittel für ein schönes Äußeres

Die Tragkonstruktion wird mit Gipskartonoder Gipsfaserplatten geschlossen (siehe unten). Nun geht es ans Verspachteln und Schleifen der Fugen. Das „System Uniflott“ kombiniert die „Knauf Uniflott“-Grundverspachtelung mit einem speziellen „Uniflott Finish“, praktisch für einen einfachen Trockenausbau. Schnittkanten werden zunächst mit Tiefengrund behandelt. Dann werden alle Fugen satt mit der Grundverspachtelung gefüllt und anschließend scharf von oben nach unten abgezogen, um eine plane Fuge zu erzielen. Man erhält eine feste und stabile Grundschicht auch ohne Bewehrung. Fugendeckstreifen gegen Risse sind nur an stark beanspruchten Flächen, etwa zwischen Dachschräge und Wand, erforderlich.

Nach zirka einer Stunde Aushärten werden Grate mit dem Spachtel abgestoßen. „Uniflott Finish“ wird als zweite Schicht mit einer Traufel aufgetragen. Seine geschmeidige Konsistenz erlaubt rasches und leichtes Abziehen. Wer sauber arbeitet, kann sich das Schleifen der Fuge in den meisten Fällen komplett sparen. Falls es doch nötig ist, die Gipsplatte nicht beschädigen! Um Ecken und Kanten vor Schäden zu bewahren, verwendet man Schutzprofile.

Die Knauf Alu-Eckschutzprofile werden einfach auf die mit Uniflott versehenen Kanten gesetzt und fest angedrückt. Mit der dabei austretenden Spachtelmasse wird das Profil bündig in die Wand eingespachtelt. Wenn die Wand trocken ist, alle Unebenheiten abschleifen. Nach entsprechender Grundierung kann die vollständig trockene Wand problemlos verputzt, gestrichen oder tapeziert werden.

Trockenbau

  1. Material vor Ort lagernMaterial vor Ort lagern© Selbermachen

    Material vor Ort lagern

    Bevor die Leichtbauwand errichtet wird, alle benötigten Materialien und Werkzeuge vor Ort bringen und lagern.
  2. Rahmenprofile abkleben und zuschneidenRahmenprofile abkleben und zuschneiden© Selbermachen

    Rahmenprofile abkleben und zuschneiden

    Verlauf der Rahmenprofile an Boden, Wand und Decke markieren und Profile mit einer Blechschere maßgenau zuschneiden. Auf der Unterseite des Rahmens verhindert Dichtungsband die Schallübertragung zwischen Bauteilen.
  3. Rahmenprofile einsetzenRahmenprofile einsetzen© Selbermachen

    Rahmenprofile einsetzen

    Rahmenprofile entlang der Leitlinien mit Drehstiftdübeln im Abstand von maximal 1 m befestigen. Die Ständer abgestimmt auf Gipsplattenbreite in die Rahmenprofile stellen: Sie sollten 1,5 cm kürzer sein als das lichte Raummaß und mindestens 1,5 cm weit in die Profile greifen.
  4. Türaussparung im RahmenTüraussparung im Rahmen© Selbermachen

    Türaussparung im Rahmen

    Für die Türaussparung: Aussteifungsprofile und Türpfostensteckwinkel. Passend zur Wandhöhe die Gipsplatten mit Cutter oder Stichsäge zuschneiden, dabei an Öffnungen für Steckdosen u.a. denken.
  5. Kabelstränge durch Öffnungen führenKabelstränge durch Öffnungen führen© Selbermachen

    Kabelstränge durch Öffnungen führen

    Die Kabelstränge für Lichtschalter und Steckdosen durch die vorgesehenen Öffnungen nach außen führen.
  6. Gipsplatten anbringenGipsplatten anbringen© Selbermachen

    Gipsplatten anbringen

    Die Dämmung, hier Mineralwolle, muss die Hohlräume komplett ausfüllen. Abschließend das Traggerüst beiderseits mit Gipsplatten beplanken.
  7. Kanten und Fugen verspachtelnKanten und Fugen verspachteln© Selbermachen

    Kanten und Fugen verspachteln

    Die abgerundeten oder angefasten Kanten ergeben Fugen zwischen den Elementen, die verspachtelt werden müssen.

Verarbeitungswissen rund um Gipsplatten

Gipskartonplatten abraspeln© SelbermachenGipskartonplatten haben einen kartonummantelten Gipskern. Sie sind leichter und in schmaleren Abmessungen zu bekommen als Gipsfaserplatten. Diese bestehen aus mit Zellulose versetztem Gips: Das macht sie schwerer, dafür punkten sie durch UM GIPSPLATTEN höhere Tragkraft und bessere Schalldämmung. Und sie können in Feuchträumen, ob Bad oder Küche, eingesetzt werden. Wer alleine arbeitet, ist mit kleineren Formaten besser bedient; mit einem Helfer kann man auch raumhohe Produkte nehmen, so dass man rascher vorankommt. Die Platten werden mit einer Stichsäge zugeschnitten oder mit einem Cuttermesser angeritzt und über einer scharfen Kante gebrochen.

Loch aussägen© SelbermachenDie Schnittkanten mit einer Raspel glätten; verlaufen sie im Fugenbereich, vorher auch noch anfasen. Öffnungen für Steckdosen oder Sanitärinstallationen mit einer Lochsäge ausschneiden. Beim Plattenfestschrauben in der Mitte oder an einer Ecke beginnen, so vermeidet man Stauchungen. Platten direkt aneinander setzen, mit einem Versatz von etwa 40 cm, damit keine Kreuzfugen entstehen. Beim Metalltraggerüst muss die Schraube mindestens 1 cm ins Profil eindringen, bei Holz wenigstens 2,5 cm.

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2013. Jetzt abonnieren!
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