Sieben nützliche Lösungen

Wände ausbessern: So geht's!

Wänden sieht man sehr schnell das wilde Leben ihrer Bewohner an. Risse, Löcher, Flecke und ausgebrochene Stellen zeugen zwar von Charakter, aber eine glatte Wand ist doch schöner. Wir erklären, wie Sie Ihre Wände ausbessern!

 
Wände ausbessern: Wir haben sieben nützliche Lösungen! © Selbermachen
Wände ausbessern: Wir haben sieben nützliche Lösungen!

Theoretisch könnte man natürlich sagen, dass die Perforation der geputzten Wandfläche, die der Vorbesitzer für seine Gemäldesammlung vorgenommen hat, auch was ganz Eigenes hat. Allerdings hat so ein Innenputz ja auch seine Aufgaben: Er soll erstens das darunterliegende tragende Mauerwerk vor Beschädigungen schützen, seinen Beitrag zur Feuchteregulierung im Raum leisten, und er soll auch noch den Wandbelägen und Farben erstklassige Haftungs- und Wirkungsbedingungen bieten. Insofern ist eine intakte und geschlossene Putzoberfläche nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine technische Notwendigkeit. Um den Putz wieder in Schuss zu bringen, finden Sie im Baumarkt allerlei Spachtel, Massen und Putze.

Grundsätzlich gilt: Je dicker die aufzutragende Schicht ist, desto grobkörniger muss die eingesetzte Masse sein. Ab etwa 10 mm Schichtstärke zum Beispiel reicht eine Spachtelmasse nicht mehr aus, die würde zu stark schwinden. Andersherum funktioniert ein Haftputzgips nicht, wenn Sie die Masse glattflächig („bis auf Null“) ausziehen müssen, dafür ist er zu grobkörnig. Weiterer wichtiger Punkt: Alle zu spachtelnden Flächen sollten Sie mindestens mit klarem Wasser vornässen, besser noch mit Tiefengrund vorbehandeln. Beides verhindert, dass der frischen Masse zu schnell das Wasser entzogen wird und der Putz nicht abbinden kann.

Problem 1: Diagonal verlaufende Stromleitung in der Wand

Das Problem: Gut, es gibt klare Regeln, wo stromführende Leitungen in einer Wand zu liegen haben, die gab’s auch schon früher. Aber es kommt gar nicht so selten vor, dass der Vorbesitzer oder Vormieter seine Leitungen einfach auf dem kürzesten Weg von der Verteiler- zur Steckdose geführt hat, und das ist eben die Diagonale. Sollten Sie im Zuge einer Neuorganisation Ihres Lichtmanagements auf eine solche Leitung stoßen, müssen Sie sie rausreißen. Was bleibt, ist der diagonale Schlitz in der Wand. In unserem Fall war auch noch zusätzlich der alte Putz sehr stark sandend und brauchte eine entsprechende Vorbehandlung.

Passend dazu: Leitungsfinder im Test.

Verschließen der Stromleitungs-Schlitze

  1. Tiefe messenTiefe messen© Selbermachen

    Tiefe messen

    Je nach Schlitztiefe müssen Sie entscheiden, mit welcher Art Masse Sie arbeiten. Bis 10 mm reicht eine Spachtelmasse aus, ab 10 mm müssen Sie einen Putz verwenden.
  2. Altputz abkehrenAltputz abkehren© Selbermachen

    Altputz abkehren

    Den sandenden Altputz kehren Sie gründlich ab, so findet die neue Putzmasse eine gute Haftung.
  3. Schlitz grundierenSchlitz grundieren© Selbermachen

    Schlitz grundieren

    Mit einem Quast grundieren Sie den Schlitz satt mit einem Tiefengrund. Der mindert nicht nur die sehr starke Saugfähigkeit des Altputzes, er verfestigt auch den sandenden Untergrund.
  4. Putz anrührenPutz anrühren© Selbermachen

    Putz anrühren

    Den Haftputzgips rühren Sie zu einer leicht steifen Konsistenz an.
  5. Putz einarbeitenPutz einarbeiten© Selbermachen

    Putz einarbeiten

    Arbeiten Sie den Putz mit einem Spachtel in den Schlitz ein, damit keine Hohlräume bleiben.
  6. Putz abziehenPutz abziehen© Selbermachen

    Putz abziehen

    Mit dem Glätter ziehen Sie das Ganze wandbündig ab.
  7. Oberfläche glättenOberfläche glätten© Selbermachen

    Oberfläche glätten

    Hat der Putz leicht angezogen (nach etwa 20–40 Minuten), glätten Sie die Oberfläche mit einem Filzer.

Problem 2: Unterschiedliche Putzarten auf einer Wand

Das Problem: So eine alte Wand hat im Laufe ihres Lebens so manche Bauherren kommen und gehen sehen, und jeder hat auf ihr eine Visitenkarte hinterlassen. Das Ergebnis: ein Patchwork-Putz aus Kalk-Zement, Gips, Spachtelmassen sowie Farb- und Tapetenresten. Wer daraus wieder ein schönes Ganzes machen möchte, muss mit Ausnahme der Tapetenreste nicht unbedingt den Putz abschlagen – da gibt es einfachere Lösungen.

Tipp: Spachtelmassen auf Gipsbasis können Sie ganz einfach völlig klumpenfrei anrühren, wenn Sie sie „sumpfen“ lassen. Nach Einstreuen des Pulvers in klares Wasser (nie umgekehrt!) so lange warten, bis das Pulver voll Wasser gesogen ist, und erst dann umrühren.

Unebenheiten an der Wand verputzen

  1. Unebenheiten entfernenUnebenheiten entfernen© Selbermachen

    Unebenheiten entfernen

    Grobe Unebenheiten und alte Putzgrate müssen Sie mit einem Spachtel entfernen.
  2. Löcher vornässenLöcher vornässen© Selbermachen

    Löcher vornässen

    Löcher und feine Risse vornässen, am besten mit einer Sprühpistole.
  3. Vertiefungen schließenVertiefungen schließen© Selbermachen

    Vertiefungen schließen

    Anschließend alle Vertiefungen per Spachtel und Spachtelmasse schließen.
  4. Fläche grundierenFläche grundieren© Selbermachen

    Fläche grundieren

    Nach dem Trocknen die komplette Fläche satt grundieren.
  5. Flächenglätter aufziehenFlächenglätter aufziehen© Selbermachen

    Flächenglätter aufziehen

    Den Flächenglätter mit der Kelle aufziehen ...
  6. Flächenglätter abziehenFlächenglätter abziehen© Selbermachen

    Flächenglätter abziehen

    ... und mit relativ steiler Kelle abziehen – fertig.

Problem 3: Altes Ofenrohr-Loch im Schornstein

Das Problem: So schön alte Kamin- oder Küchenöfen auch sind – sind sie weg, bleibt ein Loch. Nicht nur im Herzen des Hausherrn, auch im gemauerten Schornstein. Wer auf die Idee kommt, das Loch einfach zuzuschmieren, darf sich nicht vom Schornsteinfeger erwischen lassen. Der richtige Weg ist, das Loch auszumauern und anschließend neu zu verputzen.

Ofenrohr-Loch verschließen: So geht's

  1. Konturen aufzeichnenKonturen aufzeichnen© Selbermachen

    Konturen aufzeichnen

    Die Konturen eines Reststeins zeichnen Sie sich auf dem Schornstein rund ums Loch auf.
  2. Loch auspickernLoch auspickern© Selbermachen

    Loch auspickern

    Per Latthammer das runde Loch zum eckigen auspickern.
  3. Auflagestein grundierenAuflagestein grundieren© Selbermachen

    Auflagestein grundieren

    Mit einem Pinsel den entstandenen Staub vom Auflagestein abkehren und das Ganze nässen oder grundieren.
  4. Lagerfuge aufziehenLagerfuge aufziehen© Selbermachen

    Lagerfuge aufziehen

    Mit quarkähnlich eingestelltem Zementmörtel ziehen Sie die Lagerfuge für den Füllstein auf.
  5. Stein einsetzenStein einsetzen© Selbermachen

    Stein einsetzen

    Stein um Putzstärke nach hinten versetzt einsetzen ...
  6. Stein ausmörtelnStein ausmörteln© Selbermachen

    Stein ausmörteln

    ... und rundherum ausmörteln.
  7. Gipsputz aufziehenGipsputz aufziehen© Selbermachen

    Gipsputz aufziehen

    Hat der Zementmörtel abgebunden, Stein vornässen und Gipsputz aufziehen.

Problem 4: Dübel in der Wand

Das Problem: Das ist der absolute Klassiker in jeder alten Wand: Das Ölgemälde, Omas Regal oder das Hirschgeweih sind schon lange abgehängt, aber die zugehörigen Dübel stecken immer noch in den Löchern. Für neue Aufgaben stecken sie aber entweder an der falschen Stelle oder viel zu lose in ihrer Behausung, und so richtig schön sind die sichtbaren grauen Nylon-Ränder auch nicht anzuschauen. Also nichts wie raus damit.

Dübellöcher verschließen

  1. Dübel herausziehenDübel herausziehen© Selbermachen

    Dübel herausziehen

    Die Dübel ziehen Sie mit einer nur leicht eingedrehten Schraube aus dem Loch.
  2. Loch aussaugenLoch aussaugen© Selbermachen

    Loch aussaugen

    Wichtig: Saugen Sie das Loch sorgfältig aus, damit der Staub nicht die Haftung mindert.
  3. Löcher vornässenLöcher vornässen© Selbermachen

    Löcher vornässen

    Mit der Sprühpistole nässen Sie die Löcher innen leicht vor. Das Loch nicht fluten.
  4. Spachtel eindrückenSpachtel eindrücken© Selbermachen

    Spachtel eindrücken

    Drücken Sie den Reparaturspachtel tief ins Loch rein, bis er vorn wieder herausquillt.
  5. Oberfläche glättenOberfläche glätten© Selbermachen

    Oberfläche glätten

    Mit einem Spachtel glätten Sie die Oberfläche und ziehen die Masse auf Null aus.

Problem 5: Ausgebrochene Putzstellen hinter der Fußleiste

Das Problem: Nicht jeder Renovierer macht sich bei der Überarbeitung seiner Wände die Mühe, die Fußleisten vorher abzunehmen. Ergebnis: Über die Jahre entsteht eine millimeterdicke Schicht oberhalb der Leisten, während der Putz darunter vor sich hin altert. Wagen Sie es dann doch irgendwann, die Leisten abzunehmen, fallen Ihnen die Putzbrocken quasi vor die Füße oder ganze Placken bleiben am rausgezogenen Dübel hängen. Wenn Sie die ausgebrochenen Stellen nachverputzen, kommt es darauf an, dass Sie den direkten Kontakt des Putzes zum darunter liegenden Boden verhindern, damit es hier später nicht zu Bewegungsrissen kommen kann. Bei Holzböden könnte zudem die Feuchtigkeit in der Putzmasse ein Problem werden.

Ausgebrochene Putzstellen ausbessern

  1. VornässenVornässen© Selbermachen

    Vornässen

    Die gesamte ausgebrochene Stelle gut vornässen oder noch besser mit einem Tiefengrund vorbehandeln. Mit der Sprühpistole geht das am besten.
  2. Putz aufziehenPutz aufziehen© Selbermachen

    Putz aufziehen

    Legen Sie sich eine etwa 10 mm starke Platte auf den Boden, bevor Sie den Putz aufziehen. Nach dem Anziehen des Putzes nachfilzen.
  3. Fußleiste anbringenFußleiste anbringen© Selbermachen

    Fußleiste anbringen

    Die entstandene Fuge zwischen Putz und Boden verschwindet hinter der neuen Fußleiste.

Problem 6: Risse in der Wand

Das Problem: Risse in der Wand sind der Schrecken jedes Hausbesitzers. Es gibt zwei Arten davon: die Setz- und die Putzrisse. Erstere entstehen, wenn noch Bewegung im Baukörper ist, was durch Setzung oder Erschütterungen der Fall sein kann. Diese Risse gehen durchs Mauerwerk und sind vom Fachmann erst dann zu sanieren, wenn die Bewegung sicher lokalisiert und zum Stillstand gekommen ist. Putzrisse hingegen können Sie selbst angehen, denn die betreffen nur den Putz.

Putzrisse ausbessern

  1. Riss ausstämmenRiss ausstämmen© Selbermachen

    Riss ausstämmen

    Den Riss großzügig mit Hammer und Meißel ausstemmen, bis Sie den Putz komplett entfernt haben.
  2. Riss vornässenRiss vornässen© Selbermachen

    Riss vornässen

    Auch hier ist eine Grundierung oder ein Vornässen wichtig.
  3. Putzmasse einziehenPutzmasse einziehen© Selbermachen

    Putzmasse einziehen

    Die neue Putzmasse ziehen Sie mit dem Spachtel zunächst von den beiden Rändern her in den Schlitz ein.
  4. Gewebeband eindrückenGewebeband eindrücken© Selbermachen

    Gewebeband eindrücken

    In den noch frischen Putz drücken Sie nun ebenfalls mit dem Spachtel ein Gewebe- oder Armierungsband ein ...
  5. Gewebeband einbettenGewebeband einbetten© Selbermachen

    Gewebeband einbetten

    ... das Sie anschließend mit dem Spachtel satt einbetten. Das Gewebe darf an keiner Stelle mehr durchscheinen.
  6. Putz abziehenPutz abziehen© Selbermachen

    Putz abziehen

    Anschließend Putz wandbündig abziehen und glätten.

Problem 7: Dunkle Flecken an der Wand

Das Problem: Dunkle Färbungen an der Wand können viele Ursachen haben. Bevor Sie mit Ihrer Wandgestaltung darauf beginnen, sollten Sie einige mögliche davon, wie Schimmel oder Feuchtigkeit, sicher ausschließen können – die brauchen eine Spezialbehandlung. In unserem Fall waren es alte Wandgemälde, die die Wand eingefärbt und abgedunkelt haben. Um ein eventuelles Durchschlagen der alten Farben zu verhindern, müssen Sie einen Sperr- oder Isoliergrund auftragen.

Flecken ausbessern

  1. Sperrgrund auftragenSperrgrund auftragen© Selbermachen

    Sperrgrund auftragen

    Der Sperrgrund ist weiß eingefärbt und verhindert, dass alte Pigmente bis auf die neue Farbe durchwandern können. Den Sperrgrund satt auftragen, bis alles weiß ist, dabei in zwei Richtungen rollen.
  2. Fehlstellen ausspachtelnFehlstellen ausspachteln© Selbermachen

    Fehlstellen ausspachteln

    Erst nach der Grundierung spachteln Sie die Fehlstellen mit einer elastischen, überstreichbaren Spachtelmasse aus.

Tipp: Gerade an den schwer oder gar nicht erreichbaren Stellen wie Dübellöchern oder den ausgebrochenen Placken hinter der Fußleiste hat sich die Spritzpistole für den Auftrag der Grundierung als sehr praktisch erwiesen. Je nach Düsenstellung können Sie damit auch große Flächen grundieren. Kostet etwa 10 Euro im Baumarkt.

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