„Wall & Water“-Paneele | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Laminat, Fliesen

„Wall & Water“-Paneele

Mörtel- und kleberlos fliesen – am Boden ist das schon länger möglich. Mit „Wall & Water“ gibt’s nun endlich auch Wandfliesen, die trocken verlegbar sind.

 
Wand mit Fliesenlaminat © Selbermachen
Wand mit Fliesenlaminat

Säcke schleppen, Wände grundieren, Kleber anrühren und aufziehen, Fugen auswaschen und anschließend verfugen – Wandfliesen zu verlegen ist zwar durch das Dünnbettverfahren sehr viel leichter, aber immer noch kein richtiger Spaß geworden. Dafür bekamen Sie als Ergebnis eine absolut unverwüstliche, wasserdichte und pflegeleichte Oberfläche. Alles Eigenschaften, die man auch dem Laminat, also den Schichtstoffplatten für Arbeitsplatten oder Bodenbeläge nachsagt. Was lag also näher, als das Laminat und die Fliesen zusammenzubringen: Heraus kam „Wall & Water“.

Das sind 60 x 240 cm große (Laminat-) Wandpaneele mit einer absolut authentischen Fliesen- und Fugenoptik, die Sie einfach über die profilierten Kanten ineinander klicken können. Der berüchtigten Hydrophobie der Laminatfugen begegnet man hier mit einem speziellen Silikon, das vor dem Klicken satt auf die Feder des Paneels aufgedrückt wird. Dort verteilt es sich durch das Einschwenken des nächsten Elements, drückt sich zum Teil aus der Fuge heraus und macht sie so absolut wasserdicht. Die Oberfläche der Paneele ist sowieso feuchteresistent.

Diese Dichtigkeit soll so zuverlässig sein, dass der Hersteller die „Wall & Water“- Paneele sogar für den direkten Spritzwasserbereich, also etwa in der Dusche, freigibt. Für die Übergänge, also Innen- und Außenecken, sind passende Alu-Profile im Programm, die diese neuralgischen Punkte ebenfalls mit Silikonhilfe dichten halten. An der Wand halten die Paneele über eine aufgedübelte Lattenkonstruktion, auf der die Montageleisten und ein Bodenprofil aus Aluminium verschraubt werden.

Letzteres sorgt für den nötigen Abstand von etwa 8 cm zwischen den Paneelen und dem Boden. Das ist notwendig, um die ganze Konstruktion zu hinterlüften und um zu verhindern, dass die empfindliche Paneelkante im Wasser steht. Im Übrigen kann die Unterkonstruktion auch auf alte Fliesen geschraubt werden, wenn Sie das Rausreißen scheuen. Diese Unterkonstruktion ist dann auch das einzig wirklich Aufwendige an „Wall & Water“. Sind alle Latten verschraubt, „verfliesen“ Sie mit jedem Paneel knapp eineinhalb Quadratmeter auf einen Streich und das ohne ständiges feuchtes Nachwischen oder schmutzige Hände.

Bleibt der Preis: Knapp 40 Euro pro Quadratmeter (ohne Profile) klingt erst mal viel. Wenn Sie aber Zeit und Dreck bei Ihrer Renovierung sparen wollen, ist das Geld gut angelegt.

Die Montage erfolgt im Uhrzeigersinn

Wie beim normalen Fliesen auch, so können Sie auch hier die Paneele auf einer Wand so ausmitteln, dass in beiden Wandecken ein gleich großes Fliesenmaß entsteht. Der nötige Zuschnitt auf Breite und auch das Abschneiden der Feder am ersten Paneel jeder Wand gelingt am besten mit der Handkreissäge und einem hartmetallbestückten Sägeblatt. Schneiden Sie, wie bei den harten Bodenbelägen auch, immer von der Paneelunterseite aus, damit die Sichtseite nicht aufreißt oder ausfasert.

Jedes Paneel verschrauben Sie im Abstand von etwa 20 cm durch die Feder hindurch mit der Unterkonstruktion. Wichtig: Die Schraubenköpfe müssen sauber versenkt sein, damit das nächste Paneel problemlos eingeschwenkt werden kann. Lediglich das allerletzte Element müssen Sie durch die Oberfläche hindurch verschrauben. Weil es aber auch das kleinste und unauffälligste Paneel über der Tür ist, fällt dieser Schönheitsfehler nicht weiter ins Gewicht.

Die Montageregeln

Die Unterkonstruktion muss bestimmte Rastermaße haben, damit die „Wall & Water“-Paneele dauerhaft stabil fixiert sind. Den horizontalen Abstand von 60 cm müssen Sie immer von Mitte Dachlatte bis Mitte Dachlatte einmessen, damit die Paneelstöße genau auf einer Latte anliegen. Der vertikale Abstand der Querriegel sollte nicht größer als 80 cm sein. Wichtig: Sie beginnen mit der Montage der Paneele immer rechts der Raumtür und arbeiten sich nach rechts vor.

Der Hersteller empfiehlt, die Türbekleidung der Zarge vor der Montage herauszunehmen, um einen sauberen Abschluss rund um die Tür hinzubekommen. Das Paneel über der Tür wird zuletzt montiert: Hier müssen Sie die Feder entfernen und das Paneel auf der Unterkonstruktion verschrauben. Den Übergang zur Decke gestalten Sie entweder mit einer sauberen Schattenfuge (etwa 2 cm) oder mit einer PU-Deckenleiste, die Sie einfach in die Ecken kleben. Unten montieren Sie Fußleisten oder lassen die Paneele ein paar Zentimeter über dem Boden enden.

Weiter Informationen:

Alloc GmbH

Telefon (08 00) 2 55 62 32 Internet: www.alloc.de

Artikel aus selber machen Ausgabe 05/2011. Jetzt abonnieren!
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