Selbermacher-Tisch | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Hobbyschreibtisch

Selbermacher-Tisch

Dieser Tisch vereint drei Elemente und ist damit ideal für jedes Hobby, das einen gut organisierten Arbeitsplatz braucht: eine höhenverstellbare Unterkonstruktion, eine robuste Arbeitsfläche und eine praktische Magnetwand mit Ordnungselementen.

 
DIY Schreibtisch © selbermachen

Akazienholz ist hart und robust, lässt sich jedoch mit normalen Werkzeugen gut bearbeiten. Das ideale Material also für einen Hobby- und Werktisch, an dem regelmäßig gearbeitet wird. Egal ob für Modellbauer, Briefmarkensammler oder Elektrobastler: Bei dieser Kostruktion ist die notwendige Grundausstattung dabei. Der Tisch ist mit zwei integrierten Leuchtelementen immer gut ausgeleuchtet. An die Magnetwand lässt sich anpinnen, was sonst Platz auf der Arbeitsfläche wegnimmt, aber trotzdem immer im Blick bleibt. Bei Bedarf lässt sich ein Stromanschluss ausfahren und es gibt flexibel platzierbare Ordnungshelfer wie Stiftboxen oder eine Tablet-PC-Halterung. Auch auf das Design haben wir viel Wert gelegt: Die Fronten der Schubladen schließen bündig mit dem Tischkorpus ab. Es gibt keine störenden Überstände oder Griffe, nur Grifflöcher für die Schubladen. Holzzinkenverbindungen runden die edle Optik ab. Diese sind zwar handwerklich anspruchsvoll, sehen aber wunderschön aus.

Viel Licht: Zusätzlich zur unsichtbaren LEDBeleuchtung hinter der Blende der Lochwand gibt es eine ausklappbare Leuchte. So gibt es bei jeder Tätigkeit am Hobbytisch genug Licht
Schaukasten: Eine in die Arbeitsplatte eingelassene Glasplatte macht den Schreibtisch gleichzeitig zum Schaukasten. Sie können in der Schublade Stücke Ihres Hobbys effektvoll in Szene setzen oder
sie haben immer gleich im Blick, was sonst darin verstaut ist.

Aufbau im Detail

Die Arbeitsfläche von 160 x 70 Zentimetern bietet genug Platz, sich mit seinem Hobby oder bei Büroarbeiten auszubreiten. Die rechte Schublade kann auch etwas tiefer als 50 Zentimeter ausfallen, die linke muss hinten noch Platz lassen für die versenkbare Steckdose. Die Ablagefächer werden an der Rückseite mit Einschraubhaken versehen und können so an jeder beliebigen Stelle an der Lochwand aufgehängt werden.

 

Korpusteile vorbereiten

Eine Handkreissäge mit Führungsschiene ist ideal, um die Bauteile aus Akazienholz exakt zuschneiden zu können. Die großen Teile können Sie sich auch im Baumarkt millimetergenau vorbereiten lassen.


1. Die Arbeitsplatte, Boden- und Seitenteile zu erst ausmessen, anzeichnen und zusägen. Tipp: Styroporplatte als Unterlage verwenden.


2. Die Korpusseiten und Mittelteile ablängen. Sie können dazu die Handkreissäge oder eine Kappsäge verwenden.


3. Die Sichtkanten der Korpusteile dunkel beizen, hier: Aqua Clou Beize „Eiche Mittel“ (250 ml, 6,95 Euro). Vorher die Kanten brechen.


4. Den Ausschnitt für für die Glasplatte über der Schublade – hier 26 cm breit und 40 cm lang – abmessen und anzeichnen.


5. Den Sichtkastenausschnitt mit der Handkreissäge aussägen. Nicht ganz in die Ecken gehen, sonst gibt es Verschnitt.


6. Die Ecken, die mit der Handkreissäge ausgespart wurden, können Sie anschließend exakt mit der Stichsäge aussägen.


7. Eine Unterlage auf dem Arbeitstisch sorgt für Freiraum beim Sägen oder sie lassen immer eine Seite über die Tischkante hinausragen.

Tischplatte mit Durchblick

Eines der Highlights ist das eingebaute Sichtfenster in der Arbeitsplatte. Damit die Glasplatte bündig eingelassen werden kann, muss ein Falz in die Kante des Ausschnitts gefräst werden.
Die Oberfräse haben wir mit einem Falzfräser mit 31,7 mm Durchmesser versehen. Die Falztiefe ist durch Austausch des Kugellagers variabel.


1. Damit die Glasplatte bündig eingelassen werden kann, muss ein Falz ausgefräst werden. Die Ränder der Falze ergeben am Ende das genaue Maß der Glasplatte.
    Die Breite der Falzfräsung muss  also beim vorherigen Ausschnitt in der Platte berücksichtigt werden.


2. Damit die Glasplatte bündig eingelassen werden kann, muss ein Falz ausgefräst werden.
    Die Ränder der Falze ergeben am Ende das genaue Maß der Glasplatte. Die Breite der Falzfräsung muss also beim vorherigen Ausschnitt in der Platte berücksichtigt werden.


3. Die Ecken für die Glaseinlage müssen Sie nachträglich abmessen und anzeichnen, da mit der Fräse nur Rundungen möglich sind.
    


4. Mit einem scharfen Beitel stechen Sie die Ecken aus. Stechen Sie immer kleine Stücke aus, dann wird das Ergebnis präzise.


5. Die scharfen Kanten schleifen Sie mit einem Schleifklotz und feinem Schleifpapier mit 180er-Korn noch etwas ab.


6. Den ausgefrästen und geschliffenen Bereich behandeln Sie am Ende noch mit dunkler Beize.

Arbeitsplatte vergrößern


1. Um die Tiefe von 70 Zentimetern zu erreichen, muss angestückelt werden. An beiden Teilen die Positionen für die Dübel markieren.


2. Mit Flachdübeln und Leim hält die Verbindung ohne Schrauben fest zusammen. Die Schlitze werden mit der Flachdübelfräse angefertigt.


3. Die beiden Teile fest verzwingen und den Leim über Nacht trocknen lassen. Die Anstückelung fällt bei einer Leimholzplatte nicht auf.

Holzverbindung mit Zinken

Die Verbindung der Korpusteile mittels Fingerzinken sieht optisch sehr schön aus, ist aber handwerklich auch etwas anspruchsvoll. Es muss genau gemessen und präzise gearbeitet werden. Wer das zum ersten Mal macht, sollte vielleicht vorher einmal an zwei Brettern üben.


1. Bei unserem Tisch sind nur die sichtbaren Korpusseiten mit Fingerzinken versehen. Dazu als erstes mit einem Streichmaß die Länge der Zinken in Materialstärke parallel zur Kante anzeichnen.


2. Das Raster für die Fingerzinken müssen Sie vorher ausrechnen. Das geht am einfachsten, wenn Sie die Brettbreite auf einem karierten Papier anzeichen. Die Zinkung der einen Seite dient als Schablone für das Gegenstück.


3. Die Längsschnitte für die Fingerzinken werden als erstes eingesägt. Hierfür am besten eine Feinsäge oder Japansäge verwenden, damit gelingt ein sehr feiner Schnitt mit wenig Materialabtrag.

Holzzinken: Schritt für Schritt


1. Mit einem geschärften Beitel, möglichst in der Breite der Zinken, und einem Holzhammer werden die Zinken ausgestochen.


2. Spannen Sie das Werkstück unbedingt auf dem Werktisch zwischen zwei Weichholzbrettern ein, damit nichts verrutscht.


3. Stechen Sie von der Seite das erste kleine Stück aus, nachdem Sie von oben ein paar Schläge auf den Beitel gegeben haben.


4. Ist das erste Stück herausgestemmt, wieder von oben mit dem Stemmeisen ein Stück einstechen.


5. So gehen Sie Schritt für Schritt vor und stechen Sie nach und nach einige Millimeter aus dem Holz.
6. Ein untergelegtes Brett ist sehr wichtig, damit das letzte Stück scharf abgestochen werden kann.


7. Mit einer feinen Feile arbeiten Sie die einzelnen Zinken noch etwas nach, wo es notwendig ist.


8. Geben Sie Leim zwischen die Zinkverbindungen, dann rechtwinklig verzwingen.

Tischkorpus zusammenbauen

Der Korpus wird ohne Schrauben, nur mit Holzdübeln und Leim zusammengebaut. Das sieht am Ende sehr edel aus und hält auch bombenfest zusammen.


1. Die Positionen für die Dübel an allen Bauteilen ausmessen und anzeichen. Hilfsbrettchen erleichtern das Ausrichten.
2. Mit der Flachdübelfräse die Kerben einfräsen. Sie können auch ein Brett als Anschlag für die Fräse auf der Fläche festzwingen.


3. Tragen Sie Leim auf die Verbindungsstellen auf und verzwingen Sie die Arbeitsplatte mit den Aussen- und Rückseiten.
4. Bei den Mittelseiten ebenfalls die Flachdübel mit Leim eindrücken, Holzleim auf die ganze Länge auftragen und die Teile einsetzen.


5. An den Mittelelementen sollten Sie zusätzlich zu den senkrechten Zwingen noch eine Zwinge horizontal ansetzen.
6. Der Korpusboden wird zum Schluss aufgesetzt. Hier gehen Sie genauso vor, wie bei der Arbeitsplatte − einleimen und verzwingen.

Löcher gegen Kabelgewirr

Zwei Löcher in der Arbeitsplatte werden für einen Kabeldurchlass und eine versenkbare Steckdose ausgesägt.


1. Markieren Sie die Position für die beiden Löcher auf der Arbeitsplatte. Hinter der Schublade ist dafür auf 15 bis 20 Zentimetern Platz notwendig. Anschließend mit zwei Lochsägen − 60 und 100 mm − aussägen.
2. Die Kanten der Lochausschnitte brechen Sie an der Ober- und Unterseite mit Schleifpapier der Körnung 120. Fertig sind die Vorbereitungen für Kabeldurchlass und Steckdose.

Werkzeug: Lochsägen können Sie direkt in den Bohrschrauber einsetzen. Mit 10 cm Durchmesser kostet sie etwa 10 Euro.

Schubladenbau

Die linke Schublade darf nicht tiefer ausfallen als 50 Zentimeter, damit die Popup-Steckdose und gegebenfalls Kabel und Netzteil für einen Laptop Platz finden.


(Links) Das Schubkastenmaß ermitteln. Für die Front messen Sie an den Außenkanten, für den Korpus an den Innenkanten.
(Mitte) Die Schubladenfront mit einem Griffloch versehen (35 mm) und an den restlichen Teilen die Dübelkerben einfräsen.
(Rechts) Der Boden der Schublade wird zusätzlich verschraubt. Für die 3,5 x 50 mm Schrauben sollten Sie mit einem 2-mm-Bohrer vorbohren.

(Links) Die Fronten werden – nachdem die Kanten abgeschliffen und die Schnittflächen gebeizt sind – mit Flachdübeln verleimt.
(Mitte) Wie der Korpus, werden auch die Schubladen fest mit Zwingen fixiert, bis der Leim vollständig ausgehärtet ist.
(Rechts) Teilauszüge montieren (3,5 x 16 mm Schrauben). Im Korpus wenige Millimeter Abstand zum Boden lassen (Unterlegehölzer).

Stromversorgung


Der Kabeldurchlass ist für Geräte wie etwa ein Note book. Die Popup-Steckdose lässt sich bei Bedarf ausfahren. So lassen sich Elektrowerkzeuge direkt am Tisch anschließen.
Die Popup-Steckdose und der Kabeldurchlass werden einfach in die Löcher eingesteckt. An der Unterseite des Korpus muss natürlich noch ein Loch für die Kabel gesetzt werden.

Der Kabeldurchlass mit 60 mm Durchmeser kostet in der einfachen Ausführung in schwarzem Kunststoff etwa fünf Euro. Aus Edelstahl in der gleichen Größe kostet das Teil etwa 10 Euro


Die versenkbare Steckdose von Kopp kostet etwa 45 Euro. Sie ist mit einem Schuko-Stecker  mit der maximalen Anschlussleistung von 3.500 Watt und zwei USB-Anschlüssen ausgestattet

 

Ordnungshelfer


1. Die rechtwinklige Ablage ist sehr einfach herzustellen: Einfach zweil Brettreste, beispielsweise aus dem Ausschnitt der Arbeitsplatte, rechtwinklig verleimen.


2. Die Teile für die Stiftebox werden ebenfalls stumpf miteinander verleimt. Mit Metallhaken an der Rückseite werden die Ordnungshelfer später in die Lochblechwand eingehängt.

Noch mehr Organizer Ideen


In dieser Box können Sie beispielsweise ein Modellauto schön in Szene setzen. Dank der einschiebbaren Glasfront kann nichts herausfallen.


Mit dieser schrägen Ablage haben Sie den Tablet-PC, eine Zeitschrift oder ein Buch immer im Blick. Im Fach dahinter können Sie Kleinutensilien wie etwa ein Ladegerät ablegen.

Lochblechwand mit Licht

Die Lochblechwand macht den Tisch perfekt für jegliche Art von Handarbeit: Sie hält Magnete, zusätzlich ist ein Licht integriert und Sie können an beliebiger Stelle Odrnungselemente platzieren.

Die LED-Sticks von Ritos kosten im 4er-Set etwa 35 Euro. Sie werden hinter der Blende montiert und verbrauchen nur 5 Watt


1. Die MDF-Rückwand wird mit Kanthölzern versehen, auf die das Lochblech montiert wird. Für die Kanthölzer das MDF vorbohren.
2. Die Blendleiste, die später oben an die Rückwand montiert wird, verschrauben Sie mit 3 x 35-mm-Schrauben.
3. Lackieren Sie die Rückwandteile. Verwenden Sie eine Grundierung und Lack oder greifen Sie, wie hier, zu einem 2-in-1 Acryllack.


4. Beim Lampenschwenkarm die Kanten abrunden und dunkel beizen. Anschließend Leuchte und Kabelkanal montieren.
5. Die Position der Drehkonsole auf der Blende anzeichnen, vorbohren und mit 4 x 20 mm Halbrundkopfschrauben anbringen.
6. Einen Kabeldurchlass bohren Sie direkt neben der Drehkonsole mit einem 8-mm-Bohrer. Das Kabel verläuft später hinter dem Lochblech.


7. Die Rückwand an der Wand montieren und oben den Rückwanddeckel mit 4 x 70-mm- Schrauben anbringen.
8. Das Lochblech befestigen Sie auf den Rahmenhölzern mit Halbrundkopfschrauben der Größe 4 x 20 mm.
9. Die LED-Sticks werden in kleine Plastikhalter eingeklipst, die hinter der Blende angeschraubt sind. Das Kabel ist hinter dem Blech versteckt.


Architekten-Holzbock werden diese höhenverstellbaren Gestelle genannt. Es gibt sie fertig in Baumärkten für ungefähr 20 Euro pro Stück zu
kaufen. Mit dem Zapfensystem lässt sich die Arbeitshöhe etwa zwischen 70 bis 100 Zentimetern verstellen.

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Fotos: 
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