Einbruchschutz

So wird das Zuhause sicher

Die Zahl der Einbrüche steigt kontinuierlich, was viele Verbraucher verunsichert zurücklässt. Mit einfachen Tipps und Gewohnheiten wird ihr Zuhause sicherer. Zuerst heißt es jedoch Schwachstellen im und am Haus zu erkennen. Wir zeigen welche es sind und wie Sie diese beheben.
 

 
Einbruchschutz © unsplash.com CC0 1.0

Gerade im eigenen Haus ist das Bedürfnis nach Sicherheit besonders groß. Hier lagert man nicht nur seine Wertsachen, auch die Familie muss geschützt werden. Mit einigen grundlegenden Entscheidungen lässt sich die Sicherheit aber deutlich erhöhen.

Häuslebauer haben es gut, denn sie haben ihre Sicherheit in der Hand 

Während ein Mieter sich mit den Umständen in seiner Wohnung meist abfinden muss und nur selten die Möglichkeit hat, bauliche Gegebenheiten nach seinen eigenen Vorstellungen zu ändern, hat der Hausherr bei der Gestaltung seines Eigentums freie Hand. Das wissen besonders Verbraucher zu schätzen, denen das Thema Sicherheit sehr am Herzen liegt.

Ob Neubau, Renovierung oder Sanierung, es gibt immer eine Gelegenheit, das eigene Heim etwas besser abzusichern. So schützt man sich wirksam vor Einbrechern, die meist nicht gezielt vorgehen, sondern sich ihre Opfer nach dem Zufallsprinzip aussuchen.

Sie sind stets auf der Suche nach leichter Beute, hebeln bevorzugt Fenster und Türen auf und werden von Schwierigkeiten schnell abgeschreckt. Eine entsprechende Ausstattung kann viele Diebe also vertreiben, sie besteht im besten Fall aus einer Mischung von mechanischen und elektronischen Maßnahmen.

Die zahlreichen möglichen Schwachstellen eines Hauses, die vielen Bewohnern gar nicht bewusst sind, haben die „Deutschen Versicherer“ in einer Grafik animiert.

Sicherheitstipp Nummer 1: die Tür

Die Haustür ist nicht nur für die Bewohner selbst der zentrale Zugang, auch rund 10% aller Einbrecher nutzen sie als Zugang zum Haus. Ein Profi benötigt nur wenige Sekunden, um eine schlechte abgesicherte Tür aufzubrechen, und braucht dafür gerade einmal einen Schraubendreher.

Dagegen helfen stabile Türen oder sogar eine Sicherheitshaustür mit einem dicken Profil, besonderer Beschlagtechnik und weiteren Finessen, die Einbrecher verzweifeln lassen. Die Sicherheit einer Tür ist dabei in Resistance Klassen aufgeteilt, Resistance Class 6 (RC6) entspricht dem höchsten Sicherheitsstandard und hält auch einen erfahrenen Einbrecher mindestens 20 Minuten lang auf. Die Zeit nimmt sich kein Ganove, sondern verschwindet wieder.

Sicherheitstipp Nummer 2: die Fenster

Die meisten Einbrecher steigen über Balkontüren oder schlecht gesicherte Fenster ein. Standardfenster verfügen in der Regel über einfache Beschläge und sogenannte Rollzapfen. Diese Fenster lassen sich, auch wenn sie verschlossen sind, innerhalb weniger Sekunden beinahe lautlos mit einem Brecheisen oder einem Schraubendreher aufhebeln.

Die erste Maßnahme für mehr Sicherheit an den Fenstern ist die Wahl moderner Exemplare, die mit rundherum angeordneten Pilzkopfzapfen das Aufhebeln unmöglich machen und zusätzliche mit einer durchwurfhemmenden Sicherheitsfolie ausgestattet sind. Auch die Bandseiten müssen fest mit dem Mauerwerk verbunden sein, damit das Fenster nicht einfach ausgerissen werden kann.
 
Eine zusätzliche, elektronische Maßnahme ist die Verbindung der Fenster und Balkontüren mit der Alarmanlage, die bei Öffnung und Glasbruch sofort Alarm schlagen kann.

Sicherheitstipp Nummer 3: die Alarmanlage

Die Alarmanlage ist das Herzstück der Haussicherung, sie ist ohne bauliche Sicherungen jedoch nutzlos, denn Einbrecher arbeiten schnell und haben in wenigen Sekunden ein schlecht gesichertes Haus aufgebrochen und ausgeraubt.

Dennoch macht eine elektronische Sicherung Sinn. Erstens schreckt eine sichtbar angebrachte Überfallmeldeanlage potenzielle Täter ab, zweitens zieht ein ausgelöster Alarm die Aufmerksamkeit auf den Einbrecher, der natürlich lieber unentdeckt bleiben will und schnell die Flucht ergreift.

Man kann eine Einbruchmeldeanlage zudem mit einer Telefonnummer koppeln, sodass man selbst oder ein Sicherheitsdienst im Fall der Fälle umgehend alarmiert wird. Eine Alarmanlage kann auch mit einer Gefahrenwarnanlage kombiniert werden, die Bewohner beim Austritt von Gas, Rauch oder Wasser alarmiert. Im Smart Home funktioniert das Geräte übergreifend.

Eine Alarmanlage sollte man am besten von einem Fachmann installieren und warten lassen – die Investition lohnt sich. Wer sie selbst anbringen und konfigurieren will, sollte schon beim Kauf auf eine optimale Bedienbarkeit achten.

Sicherheitstipp Nummer 4: die Beleuchtung

Einbrecher lieben dunkle Ecken und hassen Licht, denn es verhindert, dass sie im Verborgenen ihren schmutzigen Geschäften nachgehen können. Bewohner können sich also vor Gelegenheitsdieben schützen, indem sie ihr Haus und Grundstück möglichst hell und gut einsehbar gestalten.

Dazu gehört unter anderem die Installation von ausreichend vielen Bewegungsmeldern, die den Weg, die Garage und die Hauswand und -tür beleuchten, sobald jemand in den geschützten Bereich tritt.

Das ist nicht nur abschreckend für Diebe, sondern auch für die Bewohner ein geschätzter Komfort. Manche Hausbesitzer sind dazu übergegangen, eine dauerhafte Außenbeleuchtung an der Fassade anzubringen, die sich bei Einbruch der Dunkelheit automatisch einschaltet. Schlecht einsehbare Ecken und Winkel müssen besonders sorgfältig ausgeleuchtet werden.

Weitere Tipps für die Sicherheit am Haus:

Auch das Garagentor und der Zugang zum Keller müssen ausreichend geschützt werden. Das kann zum Beispiel durch spezielle Gitter oder nachträglich eingebaute Sicherungen verwirklicht werden. Einbruchhemmende Rollläden sind ein zusätzlicher Schutz, der nicht nur in den unteren Stockwerken gute Dienste leistet: auch vermeintlich schwer zugängliche Fenster in den oberen Stockwerken müssen gesichert werden.

Fazit:

Wer einmal einen Einbruch erleiden musste, kennt das anhaltende Gefühl von Unsicherheit und Angst, das lange nach dem Ereignis bleibt. Immer wieder stellen Experten fest, dass Häuser und Wohnungen nicht ausreichend gesichert sind und Einbrecher so leichtes Spiel haben.

Mit den genannten Maßnahmen kann man das Sicherheitslevel der eigenen vier Wände um ein Vielfaches steigern, auch wenn es leider keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Wenn Sie sich weiter über Sicherheit im Haus und in der Wohnung informieren möchten, finden Sie auf selbermachen.de weitere Ratgeber zum Thema Sicherheit und Einbruchsschutz.
 

 

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