Vordach aus Holz und Glas selber bauen
Glasdach

Vordach aus Holz und Glas selber bauen

Mit diesem Vordach aus Holz und Glas erweitern Sie Ihren Hauseingang um einen praktischen regen- und windgeschützten Bereich. In unserer Bauanleitung mit Bauplan zum Download erfahren Sie, wie es geht!

 
Vordach selber bauen © P. Stange
Praktisch: Mit unserem Vordach zum selber bauen bleibt der Hauseingang immer sauber!

Ein Glasvordach selbst zu bauen, gehört zu den anspruchsvolleren Projekten für Heimwerker. Aber es macht Spaß und man kann danach richtig stolz sein auf so ein großes und repräsentatives Werk. Und man spart richtig Geld, wenn man es selbst (mit Helfern!) baut, statt eine Firma zu beauftragen.

Vordach selber bauen: Bauplan zum Download

Bauplan hier herunterladen!

Vordach selber bauen: Welches Glas?

Für das Glasdach sollten Sie Verbundsicherheitsglas (VSG) kaufen. Im Falle eines Bruchs springt es zwar, kann aber nicht splittern und herunterfallen. VSG bekommen Sie in allen Maßen beim Glaser. Dort gibt es auch die passenden Alu-Profile und Dichtungen. Idealerweise bestellen Sie das Glas erst, wenn Ihr Holzgerüst fertig ist und Sie alle Maße noch mal prüfen können.
 

Vordach selber bauen: Projektliste

Schwierigkeit: Für Könner
Aufwand: Zwei Tage

Material:

  • Kantholz 7 x 7 cm (Pfosten)
  • Kantholz 9,5 x 5,8 cm (Sparren)
  • Holzlatte 4 x 2,6 cm (Querstreben)
  • Holzleiste 5,8 x 3,8 cm (Füllleisten)
  • Nut-Federbretter 9,5 x 1,8 cm (Seitenwand)
  • Quadratleisten 2 x 2 cm (Glaseinfassung)
  • 4 x Glasplatten 202 x 51,5 cm, VSG, 6 mm stark, (Dach)
  • 5 x passendes Aludichtprofi l (von Glaserei)
  • Glasplatte 210 x 39, VSG, 6 mm (Seitenfenster)
  • L-förmiges Blechprofil 220 cm lang, 30 mm Schenkelmaß
  • Schlüsselschrauben M10 x 160 mm + Muttern und Unterlegscheiben
  • Schlosschrauben M10 x 140 mm + Muttern und Unterlegscheiben
  • 5 x Pfostenhalter für 70-mm-Pfosten
  • Estrichbeton für Fundamente
  • wasserfesten Holzleim
  • Holzschrauben 4 x 50 mm / 4 x 60 m
  • 20er-Nägel für Seitenwand

Werkzeuge: Akkubohrschrauber | Beitel | Forstnerbohrer | Holzbohrer | Kapp- und Gehrungssäge oder Fuchsschwanz | Pinsel | Schraubzwingen | Tacker | Tisch- oder Handkreissäge | Winkelschmiege
 

1. Dachkonstruktion für das Vordach

Los geht’s mit den Bauteilen für das Dach: die 2,20 m breite Konstruktion besteht aus einem Rahmen mit fünf Sparren. Die Neigung beträgt 10°, damit Regen und Schmutz gut ablaufen.

  1. Sparren zuschneiden© P. Stange

    Sparren zuschneiden

    Die Sparren schneiden Sie an beiden Enden mit einer 10°-Schräge ab. Die Schnitte parallel zueinander setzen.
  2. Löcher in Stirnseiten bohren© P. Stange

    Löcher in Stirnseiten bohren

    An den Enden mittig ein 12-mm-Loch bohren — parallel zur Längsachse, auf keinen Fall senkrecht zur Schräge.
  3. Sacklöcher bohren© P. Stange

    Sacklöcher bohren

    Bohren Sie 10,5 cm unterhalb der Stirnseiten zusätzlich jeweils ein 40 mm großes Sackloch. Bohren Sie etwa 45 mm tief, so dass Sie die Muttern später bequem auf die durchgesteckten Schlossschrauben drehen können.
  4. Pfetten zuschneiden© P. Stange

    Pfetten zuschneiden

    Die zwei Pfetten schneiden Sie entlang der schmalen Längsseite mit einer Tischoder Handkreissäge auch auf 10° an.
  5. Keile für Winkel© P. Stange

    Keile für Winkel

    Um die Löcher für die Schrauben im 10°-Winkel zu bohren, 10°-Keile unterlegen (Abschnitte). Tipp: Bohrständer!
  6. Zapfenlöcher© P. Stange

    Zapfenlöcher

    Zapfenlöcher für die Querstreben: anzeichnen, vorbohren und den Rest mit dem Stechbeitel ausarbeiten.
  7. Zapfenverbindung für die Querstreben: Maße© T. Straszburger

    Zapfenverbindung für die Querstreben: Maße

    Links: Die obere Ecke der Querstrebe muss ebenfalls abgeschrägt werden, damit sie in die Ausklinkung des vorderen Pfostens passt. Rechts: Das Zapfenloch sollten Sie nicht tiefer als 3 cm ausstemmen, um den Pfostenquerschnitt nicht unnötig zu schwächen.
  8. Pfostenenden ausklinken© P. Stange

    Pfostenenden ausklinken

    Die oberen Pfostenenden um die Sparrenbreite und im 10°-Winkel ausklinken (mit Fuchsschwanz und Stechbeitel)
  9. Zapfenloch für Querstreben© P. Stange

    Zapfenloch für Querstreben

    Die vorderen Pfosten erhalten ebenfalls ein Zapfenloch für die Querstreben. Die Strebe passen Sie einmal probeweise ein.
  10. Pfostenhalterungen montieren© P. Stange

    Pfostenhalterungen montieren

    Unten an den Pfosten montieren Sie die passenden Halterungen. Schieben Sie die Halter in die richtige Lage, markieren Sie die Bohrpunkte und bohren Sie von beiden Seiten durchs Holz.
  11. Rahmen-Montage© P. Stange

    Rahmen-Montage

    Schlossschrauben durchstecken und im Sackloch der Sparren die Muttern aufdrehen. Wasserfester Leim auf den Stirnseiten verhindert, dass sich die Sparren verdrehen.
  12. Rahmen verschrauben© P. Stange

    Rahmen verschrauben

    Ziehen Sie die Muttern so fest an, dass der Holzleim aus der Fuge herausquillt. Die seitlichen Sacklöcher verschließen Sie mit passenden Holzscheiben.
  13. DIchtung auftackern© P. Stange

    DIchtung auftackern

    Bevor Sie das Dach aufbauen, tackern Sie die Dichtung, die zum Aluprofil gehört, auf die Sparren. Tackern Sie im Abstand von etwa einer Tackerlänge.

Gehört in jede Werkstatt: Der Bohrständer

Bei den Bohrungen ist es wichtig, dass sie exakt und gerade werden. Mit dem Forstnerbohrer kann das frei hand schwierig werden. hier verwendet man am besten einen Bohrständer, in den die Bohrmaschine fest eingespannt ist. Mit einem Drehhebel lässt sich stufenlos tief bohren.

Metallbohrungen gelingen am besten mit einem Ständer. Einsteigermodelle gibt es ab 35 Euro. Ein solider und präziser Ständer wie der dL 130 von Lux kostet etwas mehr: knapp 70 Euro bei Obi. Achten Sie beim Kauf auf Nuten im Standfuß zum Befestigen von Werkstücken mit Spannpratzen und eine Arretierung für Serienbohrungen.

Holzscheiben fertig kaufen oder selbst zusägen?

Die Holzscheiben zum Verschließen der Bohrlöcher gibt es fertig zu kaufen. Sie werden als Querholzplättchen, Querholzdübel oder Konusplättchen bezeichnet. Man findet Sie in Bastelläden, bei Amazon oder eBay. Der Onlinehändler www.holzproppen.de bietet eine große Auswahl. Man kann sie aber auch selbst von einem Rundstab mit passendem Durchmesser absägen.

2. Montage des Vordachs

Für den Aufbau des Dachs brauchen Sie mindestens einen Helfer. Zuerst wird das Dach mit Hilfsleisten aufgestellt, bevor man es auf die eigentlichen Pfosten stellt.

  1. Dach fixieren© P. Stange

    Dach fixieren

    Mit Schraubzwingen fixieren das Dach an Hilfsleisten. So können Sie es ausrichten und an der Wand verdübeln.
  2. Pfosten anbringen© P. Stange

    Pfosten anbringen

    Schieben Sie die Pfosten unter die Sparren. Die Querstreben gleich mit einführen und die Hilfsleisten entfernen.
  3. Hintere Pfosten© P. Stange

    Hintere Pfosten

    Die hinteren Pfosten fangen das meiste Gewicht auf und entlasten die Wandverankerungen, die ein Umkippen verhindern.
  4. Sicherer Stand für Pfosten© P. Stange

    Sicherer Stand für Pfosten

    Die Punktfundamente für die Pfostenhalter verschwinden unter den Pflastersteinen. dazu müssen Sie ein paar Steine herausnehmen, mit einem Trennschleifer ausklinken und wieder einfügen. Wichtig: 1—2 cm Luft zwichen Boden und Pfosten lassen, damit Feuchtigkeit gut ablaufen und trocknen kann.
  5. Grundkonstruktion geschafft!© P. Stange

    Grundkonstruktion geschafft!

    Die Grundkonstruktion des Vordachs steht. Die Querstreben haben wir aus optischen Gründen eingebaut, für Stabilität und Standfestigkeit sind sie nicht unbedingt notwendig
  6. Sicherheitsglas© P. Stange

    Sicherheitsglas

    die beste Wahl für die Glasplatten des Vordachs ist Verbundsicherheitsglas. dieses besteht aus zwei Glasscheiben und einer reißfesten Folie dazwischen. Es hat den großen Vorteil, dass es im Falle des Bruchs zwar springt, aber nicht splittert – also keine Teile herunterfallen können. Man kann die Scheiben in den benötigten Maßen beim Glaser oder im Internet bestellen. die vier 202 x 51,6 cm großen Scheiben kosten etwa 240 Euro.
  7. Die Dichtprofile im Detail© Straszburger

    Die Dichtprofile im Detail

    Bei diesem System werden die Glasscheiben zwischen die Sparren und die Alu-Profi le eingeklemmt. Gummidichtungen auf beiden Seiten schließen wasserdicht ab.
  8. Glasplatten positionieren© P. Stange

    Glasplatten positionieren

    Lassen Sie sich die 15 kg schweren Glasplatten von einem Helfer auf die Leiter hochreichen. Tragen Sie zum Schutz vor scharfen Kanten immer Handschuhe.
  9. © P. Stange

    Die Aluprofi le im Abstand von 50 cm vorbohren, mit je einer Gummidichtung über die Stöße der Glasscheiben legen. Nun setzen Sie die Schrauben durch die Löcher in die Sparren.

3. Seitenwand für das Vordach bauen: Windschutz mit Fenster

  1. © P. Stange

    Nut für Fensterscheibe

    Für die Fensterscheibe in der Seitenwand brauchen die Rahmenleisten eine Nut in Stärke der Scheibe. Das geht mit der Oberfräse, Hand- oder Tischkreissäge.
  2. Scheibe in Rahmen einsetzen© P. Stange

    Scheibe in Rahmen einsetzen

    Die Leisten mit Schrauben und Leim verbinden. Die Scheibe in die Nut einschieben und die vierte Rahmenleiste fixieren.
  3. Seitenwand zuschneiden© P. Stange

    Seitenwand zuschneiden

    Auf die zusammengesteckten Nut- und Federbretter für die Seitenwand die 10°-Schräge zeichnen und zusägen.
  4. Holzschutz© P. Stange

    Holzschutz

    Vor dem Lackieren oder Lasieren streichen Sie das Holz satt mit Bläueschutz, auch die Stirnseiten.
  5. Wetterschutzfarbe© P. Stange

    Wetterschutzfarbe

    Nach dem Trocknen des Bläueschutzes folgen mindestens zwei Anstriche mit Wetterschutzfarbe oder Lasur.

4. Extras für das Vordach: Praktisch und regensicher

Ein Regalbord und eine Sitzbank machen das Wetterschutzdach zum praktischen, kleinen Vorraum des Hauses. Mit einer Regenrinne können Sie Gießwasser sammeln.

  1. Sitzbank© Selbermachen

    Sitzbank

    Aus Holz- und Farbresten können Sie mit wenig Aufwand noch eine praktische Sitzbank bauen.
  2. Ablage© Selbermachen

    Ablage

    Ein 12 cm tiefes Brett mit Schrauben 4 x 70 mm von hinten durch die Rückwand verschrauben – fertig ist eine Ablage.
  3. Regenrinne© Selbermachen

    Regenrinne

    Kunststoffrinnen sind leicht und in vielen Formen und Farben erhältlich. Eine 70 mm breite Rinne reicht für unser 4-m2-Dach.
  4. Einlegegitter© Selbermachen

    Einlegegitter

    Damit Äste und Laub die Rinne nicht verstopfen, gibt es Einlegegitter: runde für halbrunde Rinnen, für Kastenrinnen sind die Gitter fl ach.
  5. © Selbermachen

    Abfluss

    Anstatt eines durchgehenden Fallrohrs zum Sammeln von Regenwasser oder zum Einleiten in den Abwasserkanal haben wir bei unserem Eingangsbereich ein kurzes 90°-auslaufstück montiert. dieses leitet das Wasser vom Gerüst weg in die daneben stehende Hecke.
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