Mineralfarbe: Die Farbe für alle Höhen und Tiefen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Strukturierte Wände auffrischen

Mineralfarbe: Die Farbe für alle Höhen und Tiefen

Auch strukturierte Wände brauchen ab und zu eine Auffrischung – schade nur, dass mit jedem Anstrich die Poren und Riefen ein bisschen mehr zugesetzt und weniger sichtbar werden. Eine neuartige Mineralfarbe kann es besser.

 
Alter Flur mit frischem Anstrich © Selbermachen
Alter Flur mit frischem Anstrich

Gut, das Muster auf der alten Strukturtapete stammt aus den 70ern und stört das mittlerweile modernere Ambiente doch erheblich. Aber das feine, geprägte Linienspiel darauf ist unbedingt erhaltenswert, außerdem ist die alte Tapete nur mit Mühen von der Wand zu kriegen – was tun?

Wandanstrich Solche oder ähnliche Probleme hat man bisher mit einer gut deckenden Dispersions-Wandfarbe gelöst, mit dem Ergebnis, dass vom feinen Linienspiel der Tapete anschließend nur noch Fragmente zu erahnen waren. Die Deckkraft der Dispersionsfarben basiert nämlich auf einem hohen Anteil an Pigmenten, Bindemitteln und Füllstoffen, und Letztere nehmen ihren Namen sehr wörtlich. Gerade feinere Strukturen an der Wand wie bei Präge- oder Strukturtapeten oder auch Dekorputzen gehen spätestens nach dem zweiten Anstrich verloren. Ein Hersteller dieser Dekorputze hat sich deshalb Gedanken gemacht und eine neue mineralische Wandfarbe entwickelt, die zwar die gleiche hohe Deckkraft wie eine gute Dispersionsfarbe aufweist, dabei aber so dünn ist, dass Omas Tapete oder Putz erhalten bleibt. Mineralisch heißt in diesem Zusammenhang, dass die Farbe einen relativ hohen Anteil an feinsten Gesteinsmehlen hat, in diesem Fall sind es satte 50 % Marmormehl. Die mineralische Basis sorgt dafür, dass die Wandoberfläche Raumfeuchte aufnehmen, speichern und in Dürrezeiten auch wieder abgeben kann. Dieses Prinzip funktioniert umso besser, je mehr von den anderen Bestandteilen ebenfalls mineralischen Ursprungs sind – also etwa der Dekorputz darunter oder die nach Bedarf beigemischten mineralischen Farbpigmente. Insofern stößt auch eine mineralische Wandfarbe irgendwann an ihre Grenzen, denn einen beispielsweise kunstharzgebundenen Untergrund oder eine Vinyltapete kann auch sie nicht zum „Atmen“ bringen.

Wandanstrich Aber auf alten Strukturputzen und auch auf glatten, diffusionsoffenen Untergründen kommen die Vorzüge der Mineralfarbe voll zur Geltung. Durch den hohen Gesteinsanteil ist sie nämlich nach der Trocknung sehr hart in der Oberfläche und damit sehr abriebfest. Die Verarbeitung funktioniert genauso wie bei herkömmlichen Wandfarben, wobei die eher dünnflüssige Konsistenz das Aufrollen noch etwas einfacher macht. Ein weiterer Vorteil: Durch das Fehlen jeglicher Kunstharzanteile lassen sich gebrauchte Rollen und Pinsel nach der Arbeit spielend einfach wieder auswaschen.

Weitere Infos: www.knauf-bauprodukte.de, www.easyputz.de

  1. Boden abklebenBoden abkleben© Selbermachen

    Boden abkleben

    Fußleisten, Türzargen, Lichtschalter und Ähnliches sollten Sie vor dem Streichen mit einem Klebeband sauber abkleben, den Boden mit einer Folie abdecken. Ein sogenanntes Lackband verhindert, dass die Farbe hinter das Band laufen kann.
  2. Anstrich beginnenAnstrich beginnen© Selbermachen

    Anstrich beginnen

    Beginnen Sie mit dem Anstrich um die abgeklebten, engen Stellen zwischen Schaltern und der Türzarge herum, für die Sie einen schmalen Pinsel brauchen. Nehmen Sie viel Farbe auf, und verstreichen Sie sie sorgfältig.
  3. Farbe beschneidenFarbe beschneiden© Selbermachen

    Farbe beschneiden

    Auf der anderen Seite der Tür verstreichen Sie die Farbe zunächst die Zarge entlang und dann nur bis auf die Höhe, wo sie später an die dunklere untere Farbe angrenzt. Diese Reihenfolge heißt „beschneiden“.
  4. Farbe vertikal streichenFarbe vertikal streichen© Selbermachen

    Farbe vertikal streichen

    Haben Sie die zu streichende Fläche allseitig beschnitten, wechseln Sie zur großen Auftragswalze und verstreichen die Farbe vertikal.
  5. Farbe horizontal streichenFarbe horizontal streichen© Selbermachen

    Farbe horizontal streichen

    Und dann horizontal. Durch das Streichen in zwei Richtungen erreichen Sie einen absolut gleichmäßigen Farbauftrag auf der ganzen Wandfläche.
  6. Struktur austupfenStruktur austupfen© Selbermachen

    Struktur austupfen

    Ist die Wandfarbe trocken, kleben Sie die Übergänge der Stuckleiste zu Decke und Wand ebenfalls mit dem Lackband ab. Mit einem Pinsel tupfen Sie die Stuckstruktur mit der EASYFRESH-Farbe aus.
  7. Lackband abziehenLackband abziehen© Selbermachen

    Lackband abziehen

    Die Lackbänder ziehen Sie vorsichtig und etwa im rechten Winkel von allen beklebten Flächen wieder ab. Vorteil der mineralischen Farbe: Sie bildet keinen Film auf dem Klebeband, der mit heruntergezogen werden kann.
  8. Montagekleber auftragenMontagekleber auftragen© Selbermachen

    Montagekleber auftragen

    Auf die Trennungslinie zwischen unterem und oberem Farbton kleben Sie mit Montagekleber eine schmale Stuckleiste. Die sollten Sie nach der Trocknung des Klebers weiß streichen und eventuelle Fugen mit einem Maler-Acryl schließen.

WandanstrichDie neue mineralische Farbe kommt in Weiß daher, sie kann allerdings mit mineralischen Pigmenten („Compact Colors“) eingefärbt werden. Die Pigmente bekommen Sie in 2-g- und 6-g-Döschen, der Farbton lässt sich also sehr genau einstellen und bei Bedarf auch wiederholen.

 

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