Regenrinnen aus Kupfer | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Regenrinnen

Regenrinnen aus Kupfer

Regenrinnen aus Kupfer sehen gut aus und halten ein Leben lang. Da lohnt sich auch der höhere Preis. Sparen kann man bei der Montage – mit einer Rinne zum Stecken.

 
Regenrinne aus Kupfer © Selbermachen
Regenrinne aus Kupfer

Wenn es regnet, Schnee taut oder einfach das Herbstlaub vom Dach rutscht, dann soll es sich in der Regenrinne, mancherorts auch Dachkanal genannt, sammeln. Wasser kann dann abfließen und verschwindet in der Kanalisation, in einem Regenwassertank oder einfach in einer Sickergrube. Laub bleibt im Idealfall an einem Laubfanggitter oder -sieb hängen oder wird einfach mit weggespült. Was einerseits praktisch ist, bedeutet für die Regenrinne langsame Zerstörung. Saurer Regen beispielsweise frisst unaufhörlich an einer Zinkrinne, bis sie löcherig und leck wird. Auch unterschiedliche
Metalle reagieren miteinander.

Regenrinne Einzelteile© SelbermachenWobei beispielsweise eine Kupferrinne in Rinnenhaken aus Zink liegend über die Jahre die unedleren Haken durch Kontaktkorrosion zerstören wird. Bei Kunststoff-Dachrinnen ist es nicht der saure Regen, sondern eher gutes Wetter mit viel Sonnenschein, was der Rinne zusetzt. Die ultraviolette Strahlung des Sonnenlichts lässt Kunststoff, auch UV-geschützten, altern. Mit den Jahren bleicht er aus und wird spröde. Zwei Nachteile, die auf die Kupferrinne nur sehr eingeschränkt zutreffen.

Einzig saurer Regen kann ihr zusetzen, braucht aber sehr viel länger als bei einer Zinkrinne, um Schaden anzurichten. Bisher konnten Kupferrinnen nur von Profis montiert werden, denn ohne den routinierten Umgang mit Lot und Flamme war die Montage ausgeschlossen. Wir haben jetzt ein Rinnensystem zum Stecken (Riegelhof & Gärtner) ausprobiert und so auf den Fachmann verzichtet. Das System beinhaltet alle üblichen Teile wie Halbrundrinne, Rinnenhaken, Fallrohr und Schellen, dazu Rinnenkessel und Rinnenboden. Nur Verbindungsklammern für die Rinnenteile benötigt man sonst nicht. Die Montage funktioniert traditionell und beginnt mit dem Anbringen der Rinnenhaken, die insgesamt ein Gefälle von etwa 1 bis 2 Prozent (1 bis 2 cm/m) haben soll, damit Wasser abfließen kann. Dann werden  die Rinnen eingelegt und mit Verbindungsschellen
wasserdicht verbunden. Der Rinnenkessel wird einfach angesteckt, das Fallrohr mit den Schellen im richtigen Abstand zur Wand senkrechtunter dem Kessel montiert.

Die Rinnenböden (Endkappen) kann man mit einem dünnen Dichtstoffstrang auf MS-Polymer-Basis kleben. Dafür die Klebestelle mit Aceton reinigen und die Kappen mit Klebeband fixieren, bis die Masse ausgehärtet ist. Alternativ kann
man sich die Böden von einem Profi fachmännisch anlöten lassen. Schon nach dem ersten Regen wird die glänzende Rinne dunkel gesprenkelt aussehen und durch Oxidation der Oberfläche bereits nach wenigen Wochen
einen einheitlichen braunen Ton angenommen haben. Dann fällt das ehemalige Glanzstück zwar nicht mehr so auf, ist aber lebenslang ein edles Stück von Ihrem Haus.

Ein Tipp für das richtige Gefälle: Beim Ausrichten der Rinneneisen mit einer Wasserwaage soll die Luftblase in der Libelle den Markierungsstrich, der „bergauf“ liegt, berühren. Dann hat man etwa 2 % Gefälle. Dies macht man von Eisen zu Eisen.

Rinnenmontage

  1. Rinneneisen anpassenRinneneisen anpassen© Selbermachen

    Rinneneisen anpassen

    Die einzige Vorarbeit bei der Rinnenmontage ist das winkelgenaue Anpassen der Rinneneisen an die Sparren oder Dachträger, an denen sie befestigt werden sollen. Als Vorlage können die alten Eisen dienen.
  2. Schellen montierenSchellen montieren© Selbermachen

    Schellen montieren

    Die Schellen für das Fallrohr werden idealerweise in denselben Löchern verankert wie die alten Schellen. Hatte die alte Rinne jedoch einen Stutzen zum Anschluss des Fallrohrs und die neue einen Rinnenkessel, kann es notwendig sein, die neuen Schellen einige Zentimeter versetzt zu montieren.
  3. Rinneneisen montierenRinneneisen montieren© Selbermachen

    Rinneneisen montieren

    Sind alle Rinneneisen montiert, werden Flucht und Gefälle nochmals kontrolliert und durch leichtes Biegen korrigiert.
  4. Rinne zusägenRinne zusägen© Selbermachen

    Rinne zusägen

    Beim Kürzen der Rinne mit dem Winkelschleifer schneidet eine Metalltrennscheibe das Kupfer butterweich und fast funkenfrei.

Bohren, sägen, biegen – Kupfer macht’s mit

  1. Rinnenkessel provisorisch montierenRinnenkessel provisorisch montieren© Selbermachen

    Rinnenkessel provisorisch montieren

    Bevor die Rinne in die Rinneneisen gelegt wird, montiert man den Rinnenkessel einmal provisorisch und markiert die Position des Ablauflochs, beispielsweise mit einem Nagel, dessen Spitze sich nach ein, zwei Hammerschlägen im Metall abdrückt.
  2. Loch sägenLoch sägen© Selbermachen

    Loch sägen

    Hier wird, nachdem der Rinnenkessel wieder abgenommen wurde, von der Rinnenunterseite mit einer Bimetall-Lochsäge der Ablauf im Durchmesser des Fallrohrs gesägt.
  3. Rinne einhängenRinne einhängen© Selbermachen

    Rinne einhängen

    Jetzt den Kessel endgültig in das Randprofil der Rinne einhängen und auf der gegenüberliegenden Seite die Kupferlaschen fest um den Rinnenrand herumbiegen. Dann die Rinne in die Eisen legen, seitlich ausrichten und mit den Laschen an den Haken festsetzen.
  4. Schellen anbringenSchellen anbringen© Selbermachen

    Schellen anbringen

    Die Stöße einzelner Rinnenteile werden mit einer Schelle verbunden auf deren Innenseite ein Gummiprofil mit zahlreichen Dichtlippen für Wasserdichtigkeit sorgt.
  5. Rinnenböden anklebenRinnenböden ankleben© Selbermachen

    Rinnenböden ankleben

    Zum Schluss werden die Rinnenböden mit Dichtmasse auf MS-Polymerbasis angeklebt. Ist die Rinne etwas verformt und unter Spannung, sollte ein Profi die Böden verlöten.

An Zinkrinnen nagt ständig der Zahn der Zeit

  1. Alte RegenrinneAlte Regenrinne© Selbermachen

    Alte Regenrinne

    Der Zeitpunkt zum Austauschen einer Regenrinne ist spätestens dann erreicht, wenn Lochfraß sichtbar wird.
  2. Löcher abklebenLöcher abkleben© Selbermachen

    Löcher abkleben

    Einzelne, kleine Löcher können noch mit speziellen Bitumenklebebändern abgedichtet werden, doch dies ist eine Notreparatur und nicht von Dauer. Auch alte Reparaturen wie hier am Einleitblech können dazu führen, dass nicht das gesamte Wasser abläuft, sondern etwas vor der Kante stehenbleibt.
  3. Klemmbügel aufbiegenKlemmbügel aufbiegen© Selbermachen

    Klemmbügel aufbiegen

    Also Klemmbügel der Rinneneisen aufbiegen, die alte Rinne abnehmen, Eisen und Fallrohr abbauen und eine neue Rinne montieren.

Alternative aus Kunststoff

Preisgünstig und einfach zu verarbeiten: Die Alternative zur teuren Kupfer- oder schweren Zinkrinne ist die Regenrinne aus Kunststoff. Für die Montage braucht man nichts als eine feingezahnte Säge, eine Feile, eine übliche Lochsäge und speziellen Kunststoffkleber.

Kunststoffrinnen zusägen

  1. Rinnenteile zuschneidenRinnenteile zuschneiden© Selbermachen

    Rinnenteile zuschneiden

    Das Zuschneiden der Rinnenteile kann mit einer Handsäge in kurzer Zeit erledigt werden. Rechtwinklige Schnitte gelingen am besten in einer Schneidlade. Das gilt auch für die runden Fallrohre. Die Schnittkannten mit einer Feile „entgraten“.
  2. Ablaufloch sägenAblaufloch sägen© Selbermachen

    Ablaufloch sägen

    Das Ablaufloch kann mit einer Lochsäge für Holz ausgeschnitten werden. Der Stutzen rastet passgenau ein, sollte aber auch verklebt werden.
  3. Rinnenteile verklebenRinnenteile verkleben© Selbermachen

    Rinnenteile verkleben

    Zum Verkleben der Rinnenteile werden die Klebeflächen gereinigt, der Kleber (gibt es da, wo Sie auch die Rinnen bekommen) beidseitig aufgetragen und die Teile sofort zusammengepresst, bis der Kleber trocken ist.

 

Artikel aus selber machen Ausgabe 11/2010. Jetzt abonnieren!
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