Fliesen im Innenbereich werden wasserfest verfugt

Fliesen im Innenbereich werden wasserfest verfugt

Fugen füllen nicht nur die Abstände zwischen den Fliesen aus. Weit wichtiger ist ihre wassersperrende Funktion für die verflieste Wandfläche.

 
Vor allem im Bad ist eine wasserfeste Verfugung der Fliesen besonders wichtig. © Selbermachen
Vor allem im Bad ist eine wasserfeste Verfugung der Fliesen besonders wichtig.

Fugen in einer verfliesten Fläche erfüllen mehrere Funktionen. Sie gleichen die Maßabweichungen zwischen den einzelnen Platten aus, die je nach Qualität und Sor­tierung unterschiedlich groß sein können. Schon aus diesem Grund ist ein fugenloses Verlegen nicht möglich.

Bautechnisch bedingte Dehnungsfugen zwischen Bauteilen und Objekten fangen Bewegungen auf. Das Format der Fliese wird nur durch die Fuge hervorgehoben, die in diesem Fall als gestalterisches Element bewusst eingesetzt wird. Sie werden dann manchmal breiter gewählt, als es technisch unbedingt notwendig wäre. Die Farbe des Fugenmörtels spielt bei der Optik der Gesamtfläche eine große Rolle.

In der Küche und im Badezimmer wird die Wand- und Bodenfläche durch Spritzwasser und Wasserdampf zusätzlich beansprucht, was für die Oberfläche der Fliese kein Problem ist. Durch die Fugen kann jedoch Feuchtigkeit hinter die Fliesen gelangen, wenn sie nicht fachgerecht verschlossen sind.

Die Fugen müssen eine Mindestbreite von 2 mm haben, damit der Mörtel tief eingearbeitet werden kann. Die Fugentiefe muss gleichmäßig sein, besonders wenn farbig verfugt wird, da es sonst zu Farbabweichungen kommen kann.

Sind die Fugen nicht sorgfältig von Kleberresten gereinigt, haftet der Fugenmörtel nicht richtig und bröckelt mit der Zeit aus.

Farbig und wassersperrend

Die Wand im Badezimmer soll farbig verfugt werden, um das rechteckige Format der Fliesen hervorzuheben. Es wird ein normaler farbiger Fugenmörtel verwendet. Zur Verbesserung der wassersperrenden Wirkung wird dem Mörtel eine Emulsion zugegeben, die mit dem Anmachwasser beigemengt wird.

Diese Emulsion verbessert auch die Flexibilität des Fugenmörtels. Das ist wichtig bei Flächen, die mit Spann- oder Gipskartonplatten verkleidet wurden. Es muss darauf geachtet werden, dass das Mischungsverhältnis immer gleich ist. Es kommt sonst zu einem farblich unterschiedlichen Fugenbild.

Die richtige Fugenbreite für Fliesen und Platten

Wenn eine Fläche mit Fliesen oder Platten verkleidet wird, entstehen zwangsläufig Fugen, die nach dem Verlegen deutlich zu sehen sind. Die Breite der Fuge sollte nicht nur nach der Größe der Fliese bestimmt werden, sondern auch nach dem Mate­rial. Es werden z. B. rustikale Spaltplatten mit breiteren Fugen verlegt.
Hier einige Anhaltspunkte:

– Fliesen mit einer Kantenlänge unter 10 cm: Fuge 2 – 3 mm

– Fliesen mit über 10 cm Kantenlänge: Fuge 2 – 8 mm

– keramische Spaltplatten: mindestens 4 mm bis 10 mm
 

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Die Fugen gleich nach dem Verkleben der Fliesen mit einem Holzspachtel auskratzen. Die Fugen müssen auf der ganzen Fläche gleichmäßig tief sein.

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Die Fläche, die in einem Arbeitsgang verfliest wurde, wird gleich mit dem feuchten Schwamm gereinigt, denn noch nicht erhärteter Kleber lässt sich leicht entfernen.

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Den Fugenmörtel arbeitet man in diagonaler Richtung zum Fugenverlauf fest in die verflieste Fläche ein. Gleichzeitig wird überschüssiger Mörtel wieder abgezogen.

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Die Feinarbeit wird wieder großflächig mit dem Schwammbrett gemacht. Mörtel wird noch einmal in die Fugen gedrückt und gleichzeitig wird grob gereinigt.

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Nicht nur das dezente Muster im Fliesenverlauf, auch die Geometrie der Fugen bestimmt das Bild dieses Badezimmers. Am Boden wurden die Fliesen versetzt im Schiffbodenverband verlegt.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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