Fliesen verlegen: Die Vorbereitung des Untergrundes für die Fliese
So können Fliesen ein Leben lang halten

Fliesen verlegen: Die Vorbereitung des Untergrundes für die Fliese

Fliesen können ein Leben lang halten, wenn sie auf dem richtigen Untergrund verlegt werden. Wie man die Flächen vorbereitet, zeigen wir Ihnen hier - Schritt-für-Schritt. So kommen Sie garantiert zu einem überzeugenden Ergebnis. 

 
So können Fliesen ein Leben lang halten: Die Vorbereitung des Untergrundes für die Fliese © Selbermachen Media
So können Fliesen ein Leben lang halten: Die Vorbereitung des Untergrundes für die Fliese

Fliesen an der Wand sind keinen großen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Aber Wände können arbeiten, was zu Rissbildungen führen kann. Sie sind häufig zu porös, die Haftfähigkeit muss verbessert werden. Bevor man also mit dem Verfliesen einer Wandfläche beginnt, sollte man sich über den Untergrund im klaren sein. Meistens ist eine Vorbehandlung notwendig.

Wände aus Gipskartonplatten müssen fachgerecht verspachtelt werden. Die Stoßkanten der einzelnen Platten sind abgerundet, damit die Spachtelmasse eine Verbindung zwischen den Platten schaffen kann. Anschnittplatten müssen aus diesem Grund angeschrägt werden. Dünne Spachtelschichten sind nicht tragfähig.

Danach muss die Fläche mit einem Haftgrund vorbehandelt werden, um die Elastizität, die Haftung und im Nassbereich besonders die wassersperrende Wirkung zu verbessern. Der Haftgrund wird vor dem Verfliesen mit einer Mauerbürste (Quast) unverdünnt aufgetragen.

Verputzte Wände sind meistens staubig und saugend. Hier wird die Grundierung aufgetragen, um den Untergrund zu verfestigen. Da beim Verfliesen im Dünnbettverfahren keinerlei Unebenheiten ausgeglichen werden können, müssen Löcher und Risse im Putz vorher beseitigt werden. Große Unebenheiten im Altbau können häufig nur durch einen neuen Putz oder das Beplanken mit Gipskartonplatten ausgeglichen werden.

Ebener Boden mit Fließspachtel

Einfacher Zementestrich ist kein sehr praktischer und widerstandsfähiger Bodenbelag. Er verträgt keine großen Druckbelastungen und ist auch nicht einfach zu reinigen. Kellerräume und sogar Garagen werden aus diesem Grund häufig mit Fliesen belegt.

Leider weisen diese Estriche inzwischen starke Gebrauchsspuren auf, so dass die Verlegfläche für den Fliesenbelag vorbereitet werden muss. Das kann mit einer Ausgleichsmasse geschehen. Zuerst einmal muss der Boden gründlich von Staub, losen Teilen und Mörtelresten gesäubert werden. Eine Nassreinigung bindet den Staub am besten. Lose Teile sind mit dem Hammer wegzuschlagen, damit der Untergrund an allen Stellen wirklich tragfähig ist.

Da die Schicht der Ausgleichsmasse maximal 10 mm stark sein darf, müssen größere Löcher vorher mit einem Reparaturmörtel ausgebessert werden. Auch diese Löcher müssen vor dem Ausbessern vorbehandelt und der Mörtel in die noch feuchte Grundierung eingearbeitet werden.

Als Haftbrücke zwischen dem alten Estrich und der Ausgleichsmasse wird eine Grundierung auf dem sauberen Boden ausgegossen und mit einen harten Besen verteilt. Auf diesen noch feuchten Haftgrund kann dann die Ausgleichsmasse aufgebracht werden. Zügiges Arbeiten ist erforderlich, denn zwischen den einzelnen Abschnitten sollen nicht mehr als 10 Minuten vergehen.

Entsprechend muss auch immer ausreichend Spachtelmasse angerührt sein. Die Fläche kann erst nach 10 Stunden wieder betreten werden. Man sollte also zum Ausgang hin arbeiten.

Den Untergrund zum Fliesen legen vorbereiten - Schritt-für-Schritt

Gipskartonwände lassen sich schnell erstellen und sind ein idealer Baustoff so­wohl beim Neubau als auch bei Sanierungen und Umbauten.

Gipskartonwände lassen sich schnell erstellen und sind ein idealer Baustoff so­wohl beim Neubau als auch bei Sanierungen und Umbauten. Sollen sie verfliest werden, müssen sie vorbehandelt werden.

Gipskartonplatten werden alle 50 Zentimeter spannungsfrei auf der Wand befestigt. Schraubköpfe und Fugen werden verspachtelt.

Gipskartonplatten werden alle 50 Zentimeter spannungsfrei auf der Wand befestigt. Schraubköpfe und Fugen werden verspachtelt.

Garagenböden aus Beton weisen nach jahrelanger Benutzung Unebenheiten auf, die vor dem Verfliesen ausgeglichen werden.
 

Garagenböden aus Beton weisen nach jahrelanger Benutzung Unebenheiten auf, die vor dem Verfliesen ausgeglichen werden.

Sehr deutlich ist die raue, unebene Oberfläche des alten Kellerbodens zu erkennen. Vor dem Verfliesen muss dieser Untergrund vorbereitet werden.

Sehr deutlich ist die raue, unebene Oberfläche des alten Kellerbodens zu erkennen. Vor dem Verfliesen muss dieser Untergrund vorbereitet werden.

Die Grundierung wird mit Wasser verdünnt und mit einem harten Besen auf dem staubfreien Untergrund verteilt.

Die Grundierung wird mit Wasser verdünnt und mit einem harten Besen auf dem staubfreien Untergrund verteilt.

Die Ausgleichsmasse wird mit Wasser so angemischt, dass sie selbstverlaufend auf dem Boden ausgebracht werden kann.

Die Ausgleichsmasse wird mit Wasser so angemischt, dass sie selbstverlaufend auf dem Boden ausgebracht werden kann.

Abschnittweise wird die Ausgleichsmasse auf dem Boden ausgegossen. Man beginnt in einer Ecke und arbeitet aus dem Raum heraus.

Abschnittweise wird die Ausgleichsmasse auf dem Boden ausgegossen. Man beginnt in einer Ecke und arbeitet aus dem Raum heraus.

Der Selbstverlauf wird mit der Kelle unterstützt. Das ist besonders an den Nahtstellen der einzelnen Abschnitte wichtig.

Der Selbstverlauf wird mit der Kelle unterstützt. Das ist besonders an den Nahtstellen der einzelnen Abschnitte wichtig.

Der Keller hat jetzt einen ebenen, neuen Boden. Nach zwei Tagen kann mit dem Verfliesen begonnen werden.

Der Keller hat jetzt einen ebenen, neuen Boden. Nach zwei Tagen kann mit dem Verfliesen begonnen werden.

TEXT: Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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