Fliesen verlegen wie die Profis: Kleines Lexikon der Fliesen-Verlegetechnik
Begrifflichkeiten rund um das Fliesen legen

Fliesen verlegen wie die Profis: Kleines Lexikon der Fliesen-Verlegetechnik

So werden Sie zum Profi wenn es ums Fliesenverlegen geht! Von A wie Abrutschen bis V wie Verbundestrich: Mit unserem Lexikon der Fliesen-Verlegetechnik sind Sie bestens auf die nächste Renovierung vorbereitet.

 
Begrifflichkeiten rund um das Fliesen legen: Kleines Lexikon der Fliesen-Verlegetechnik © Thomas Danebrock/ Selbermachen Media
Begrifflichkeiten rund um das Fliesen legen: Kleines Lexikon der Fliesen-Verlegetechnik

Fliesenverlegen ist gar nicht so schwer. Wir erklären alle Begriffe, die beim Legen von Fliesen auftauchen. Egal ob Wand- oder Bodenfleisen. Mit diesem Überblick werden Sie zum Profi.

Abrutschen

Ein Prüfkriterium für Fliesenkleber. An senkrechten Flächen wird gemessen, wieviel mm der Kleber durch das Gewicht der Fliese rutscht. Die Prüfung ist bestanden, wenn kei­ne Fliese mehr als 0,5 mm abrutscht.

Anmischen oder Anmachen

Der Arbeitsgang der Materialvorbereitung. Trockenmörtel müssen vor der Verarbeitung mit sauberem Wasser knotenfrei angerührt werden. Das geht am besten mit einer kräftigen Bohrmaschine und einem Rührquirl bei niedriger Drehzahl, denn nur so läßt sich eine vollkommen homogene Masse erzeugen.

Aufbruch

Ein Prüfkriterium für Fliesenkleber. Beschrieben wird die Fähigkeit einer aufgekämmten Klebstoffschicht zur plastischen Verformung. Der Fliesenkleber wird aufgekämmt, eine Glasplatte aufgelegt und belastet. Anschlie­ßend wird gemessen, wieviel Kleber auf der Kontaktfläche zwischen Glasplatte und Kle­­ber vorhanden ist. Der Aufbruch (Kontaktfläche) muß mindestens 65 % betragen.

Aufkämmen

Bezeichnet den Arbeitsgang des Durchziehens des Fliesenklebers auf dem Untergrund mit dem Zahn- oder Kammspachtel. Die Zahnung des Spachtels hängt von Größe und Struktur der zu verarbeitenden Fliesen ab.

Bewegungsfugen

Fugen, die konstruktionsbedingte Spannungen zwischen festen Bauteilen ausgleichen. Sie werden dauerelastisch abgedichtet. Bewegungsfugen, die bereits im Untergrund vorgegeben sind, müssen grundsätzlich bis zur Oberfläche der Bekleidung durchgeführt wer­­­­den, da es sonst zu Rißbildungen in der Oberfläche kommen kann.

Butteringfloatingverfahren

Siehe „kombiniertes Verfahren“.

Butteringverfahren

Arbeitsmethode bei der Dünnbettverlegung. Der Fliesenkleber wird auf die Rückseite der Fliese und nicht auf dem zu verfliesenden Untergrund aufgetragen. Sockelfliesen werden z. B. im Butteringverfahren angesetzt.

Dehnungsfugen

Siehe „Bewegungsfugen“.

Dickbettverlegung

Das Dickbettverfahren ist die älteste Technik zum Verlegen von Fliesen. Jede Fliese wird einzeln mit Mörtel versehen, die Mörtelschicht beträgt 15 bis 20 mm, z. B. bei der Na­tursteinverlegung. Damit können auch grö­ßere Wandunebenheiten an z. B. unverputz- ­ten Wänden ausgeglichen werden.

Dispersionskleber

Gebrauchsfertige Klebstoffe aus Kunststoffen. Die Erhärtung verläuft durch Wasserabgabe/Luftzufuhr.

Dünnbettverlegung

Das Dünnbettverfahren ist heute die ge­bräuchlichste Technik zum Verlegen von Fliesen. Der Kleber wird dünnschichtig auf den Untergrund oder die Fliese aufgetragen. Die Untergründe müssen absolut eben sein.

Durchkämmen

Siehe „Aufkämmen“.

Einschlämmen

Allgemein die Oberflächenabdichtung mit Schlämmen, hier der Arbeitsgang des Verfugens. Zur Verfügung wird weicher, flüssiger Mörtel mit dem Gummirakel verarbeitet.

Emulsion

Zementgebundene Fliesenkleber können durch den Zusatz einer Emulsion vergütet wer­den, z. B. für die Fliesenverlegung auf Fußbodenheizungen oder im Außenbereich. Zum Grundieren wird die Emulsion auf den zu verfliesenden Untergrund aufgetragen.

Estrich

Bodenbelag, meist auf Zement-, Anhydrit-, Gußasphalt- oder Asphalt-/Bitumenbasis mit einer ebenen, glatten und fugenlosen Oberfläche. Es werden schwimmende Estriche oder Verbundestriche unterschieden.

Floatingverfahren

Arbeitsverfahren bei der Dünnbettverlegung, bei der der Fliesenkleber auf den Untergrund aufgetragen wird. Mosaike, gleichmäßig dün­ne Steingut- oder Steinzeugfliesen werden im Floatingverfahren verklebt.

Grundieren

Vorbehandlung des zu verfliesenden Untergrundes mit einer Emulsion oder einem anderen Mörtel, um je nach Untergrund z. B. Haftung und Elastizität zu verbessern, die Saugfähigkeit zu vermindern oder den Untergrund zu verfestigen.

Hautbildung

Ein Prüfkriterium von Fliesenklebern bezüglich der Zeit zwischen Aufkämmen und Be­ginn der Erhärtung. Danach läßt die Haftfähigkeit der aufgekämmten Schicht nach. Die Prüfung ist bestanden, wenn die Hautbildung frühestens nach 10 Minuten eintritt.

Homogen

Homogen bedeutet gleichartig, einheitlich. Ein Mörtel ist homogen, wenn das Material gründlich durchgerührt ist und sich gleichmäßig verarbeiten läßt.

Hydraulisch erhärteter Mörtel

Trockenmörtel zum Ansetzen und Verlegen von keramischen Fliesen und Platten. Als Bindemittel wird Zement eingesetzt. Erst nach Wasserzugabe können die Mörtel erhärten.

Kombiniertes Verfahren

Das kombinierte Butteringfloatingverfahren ist eine spezielle Verlegetechnik. Der Kleber wird sowohl auf die Wand als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen. Durch dieses Verfahren erreicht man eine 100%ige Verbindung zwischen Untergrund und Fliese. Deshalb kommt diese Technik auch besonders im Dauernaßbereich sowie bei stark profilierten Fliesenrückseiten zum Einsatz.

Korrigierzeit

Prüfkriterium von Fliesenklebern. Hier wird die Zeitspanne gemessen, in der die Lage der Fliese korrigiert werden kann, ohne daß sich die Hafteigenschaften verändern.

Mittelbettverlegung

Eine Verfahrenstechnik, die sich aus Dickbett- und Dünnbettverfahren entwickelt hat. Der Kleber wird zwischen 5 und 15 mm mit einem groben Zahnspachtel aufgetragen. Kleine Unebenheiten lassen sich so ausgleichen.

Offene Zeit

Diese Produkteigenschaft bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Materialauftrag und der Hautbildung des Materials. Es darf nur so viel Material auf den zu verfliesenden Untergrund aufgetragen werden, wie in der offenen Zeit verarbeitet werden kann.

Reifezeit

Der Zeitraum, den einige Materialien zwischen Anmischen und Verarbeiten ruhen müssen, um die definierten Produkteigenschaften zu erhalten.

Schwimmender Estrich

Der Estrich ist nicht fest mit dem Untergrund verbunden und liegt auf einer Trennfolie. Die Mindestdicke des Estrichs liegt bei ca. 35 mm. Trittschallschutz und Wärmedämmung können durch das Einbringen spezieller Zwischen­lagen verbessert werden.

Trockenmörtel

Bereits im Werk für bestimmte Verarbeitungseigenschaften vorgemaischte Mörtel, die nach dem gründlichen Verrühren mit Wasser und nach einer Reifezeit gebrauchsfähig sind.

Verarbeitungszeit

Die Zeit, in der das Material nach dem Anmischen verarbeitungsfähig bleibt. Die Men­ge, die für die einzelnen Arbeitsabschnitte angezischt wird, muß in dieser Zeit verbraucht werden können.

Verbundestrich

Der Estrich ist direkt und fest (kraftschlüssig) mit dem Untergrund verbunden. Die Mindestdicke liegt bei 20 mm. Verbundestriche sind dort geeignet, wo keine besonderen An­forderungen an den Feuchtigkeitsschutz und an die Wärme- und Schalldämmung ge­stellt werden.

TEXT: Peter-Michael Stange; FOTO: Thomas Danebrock/ Selbermachen Media
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