Fliesen in Bad und Küche wasserfest verfugen
Bad renovieren

Fliesen wasserfest verfugen

Fugen füllen nicht nur die Abstände zwischen den Fliesen aus. Sie schützen den Fliesenspiegel im Bad und in der Küche vor eindringender Feuchtigkeit. In dieser Anleitung zeigt selber machen, wie Sie Fliesen wasserfest verfugen.

 
Fliesen wasserfest verfugen © Jahreszeiten Verlag
Vor allem im Bad ist es wichtig, Fliesen wasserfest zu verfugen

Sowohl in der Küche als auch im Bad, dienen Fliesen als Spritzschutz, der die Wand vor Wasser und Feuchtigkeit schützt. Die Fugen in der verfliesten Fläche erfüllen dabei mehrere Funktionen – allerdings nur, wenn alles richtig gemacht ist. Warum das so ist, welche Fehler man vermeiden muss und wie es richtig geht, erfahren Sie hier:

Warum muss man Fliesen verfugen?

Fugen gleichen die Maßabweichungen zwischen den einzelnen Platten aus, die je nach Qualität und Sor­tierung unterschiedlich groß sein können. Schon aus diesem Grund ist ein fugenloses Verlegen nicht möglich. Bautechnisch bedingte Dehnungsfugen zwischen Bauteilen und Objekten fangen Bewegungen auf. Das Format der Fliese wird nur durch die Fuge hervorgehoben. In diesem Fall wird die Fuge als gestalterisches Element bewusst eingesetzt. Sie fallen dann manchmal breiter aus, als es technisch unbedingt notwendig wäre. Die Farbe des Fugenmörtels spielt bei der Optik der Gesamtfläche eine große Rolle.

In der Küche und im Badezimmer wird die Wand- und Bodenfläche durch Spritzwasser und Wasserdampf zusätzlich beansprucht, was für die Oberfläche der Fliese kein Problem ist. Durch die Fugen kann jedoch Feuchtigkeit hinter die Fliesen gelangen, wenn sie nicht fachgerecht verschlossen sind.

Häufige Fehler beim Fliesen verfugen

Ein Fehler beim Fliesen verfugen ist, dass die Mindestbreite nicht eingehalten wird. Die Fugen müssen mindestens zwei Millimeter breit sein, damit der Mörtel tief eingearbeitet werden kann. Die Fugentiefe muss gleichmäßig sein, besonders dann wenn farbig verfugt wird, da es sonst zu Farbabweichungen kommen kann. Zusätzlich haben Fugenbreite und -Tiefe einen wesentlichen Einfluss auf die Haltbarkeit der Fugen.

Auch unsauberes Arbeiten beim Fliesen kleben, sorgt bei Heimwerkern oft für Ärger. Denn werden Fugen nicht sorgfältig von Kleberresten gereinigt, bröckelt der Fugenmörtel mit der Zeit heraus. Deshalb: Bevor Sie den Mörtel auftragen, alle Reste des Fliesenklebers aus den Fugen entfernen.

Wie wird Fugenmörtel wasserdicht?

Soll die Wand im Badezimmer farbig verfugt werden, wird normaler farbiger Fugenmörtel verwendet. Um die wassersperrenden Eigenschaften des Mörtels zu verbessern, wird diesem eine Emulsion zugegeben. Sie wird dem Anmachwasser für den Mörtel beigemengt.

Gut zu wissen: Die Emulsion verbessert auch die Flexibilität des Fugenmörtels. Das ist besonders wichtig bei Flächen, die mit Spann- oder Gipskartonplatten verkleidet sind. Achten Sie darauf, dass das Mischverhältnis immer gleich ist. Es kommt zu Farbunterschieden zwischen den einzelnen Fugen.

Die richtige Fugenbreite für Fliesen und Platten

Wenn eine Fläche mit Fliesen oder Platten verkleidet wird, entstehen zwangsläufig Fugen, die nach dem Verlegen deutlich zu sehen sind. Die Breite der Fuge wird auch nach dem Material bestimmt, nicht allein nach der Größe der Fliese. Rustikale  Spaltplatten beispielsweise werden mit breiteren Fugen verlegt.

Fugenabstand im Überblick:

  • Fliesen mit einer Kantenlänge unter 10 cm: Fuge 2 – 3 mm
  • Fliesen mit über 10 cm Kantenlänge: Fuge 2 – 8 mm
  • keramische Spaltplatten: mindestens 4 mm bis 10 mm

Fliesen verfugen: Wie geht das?

Zur Vorbereitung die Fugen gleich nach dem Verkleben der Fliesen mit einem Holzspachtel auskratzen. Es darf kein Fliesenkleber in den Fugen sein, da der Mörtel sonst nicht richtig haftet. Wichtig: Die Fugen müssen auf der ganzen Fläche gleichmäßig tief sein. Die Fläche, die in einem Arbeitsgang verfliest wurde, gleich mit einem feuchten Schwamm  reinigen. Denn solange der Kleber noch nicht ausgehärtet ist, lässt er sich leicht entfernen.
 

Den Fugenmörtel arbeitet man in diagonaler Richtung zum Fugenverlauf fest in die verflieste Fläche ein. Gleichzeitig wird überschüssiger Mörtel wieder abgezogen.

Die Feinarbeit wird wieder großflächig mit dem Schwammbrett gemacht. Mörtel wird noch einmal in die Fugen gedrückt und gleichzeitig wird grob gereinigt.


Mörtelreste an den Seiten gleich nach dem Verfugen mit einem Spülschwamm entfernen.


Ist der Mörtel getrocknet, werden die letzten Reste mit Wasser, Spülmittel und einer Bürste entfernt.

Auf selbermachen.de finden Sie weitere Anleitungen, Ratgeber und Ideen zum Thema Fliesen verlegen.

TEXT: Peter-Michael Stange; FOTO: JaLag
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